RoI: Interpretation und Bedeutung im Unternehmen

Der ROI und seine Interpretation als wirtschaftliche Kennzahl: An seiner Aussagekraft wird manchmal gezweifelt. (Foto: sdecoret / Shutterstock.com)

Der Return on Investment (RoI) ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl zur Ermittlung der Rentabilität des Kapitaleinsatzes (Kapitalrendite) im Unternehmen. Dabei wird der Gewinn im Verhältnis zum investierten Kapital gesetzt. Diese Kennzahl kann auch für den Privatanleger interessant sein, denn der RoI gilt als Gradmesser in Bezug auf die Rentabilität eines Unternehmens.

Mehr zum Thema: ROI Definition und Praxisbeispiel

Die Anfänge des Return on Investment (RoI)

Zurück geht der Return on Investment-Ansatz auf das Jahr 1919. Der US-Ingenieur Donaldson Brown, der für Du Pont tätig war, stellte damals schon erste Berechnungen zur Ermittelung der Erträge von Kapitalinvestitionen an. Hierauf geht auch der Begriff DuPont-Kennzahlensystem zurück.

Heute gehört der RoI zum Arbeitsalltag zahlreicher Controller und Führungskräfte im Unternehmen, um die Rentabilität von Investitionen zu messen und Investments untereinander zu vergleichen. Berechnen lässt sich der RoI durch eine einfache Formel:

Formel  

Return on Investment (ROI) berechnen

$$\bo\text"ROI" = [(\text"Gewinn" / \text"Umsatz"\)* (\text"Umsatz" / \text"Gesamtkapital"\)]*100$$
Ergebnis berechnen

Mehr zum Thema: Formel für den RoI im Detail

Ein Beispiel: Als Gesamtkapital wird eine Bilanzsumme von 10 Mio. € unterstellt. Das Unternehmen XY AG hat bei einem Umsatz von 15 Mio. € einen Gewinn von 2 Mio. € erwirtschaftet. Hieraus ergibt sich folgender vereinfachter RoI:


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(Gewinn / Umsatz) = 0,13  *  1,5 (Umsatz/Gesamtkapital) * 100 = 19,5%

RoI: Interpretation und Aussagekraft

Der Wert von 19,5% besagt nunmehr, dass das eingesetzt Kapital eine Rentabilität von 19,5% erbracht hat. Das heißt, dass sich die Investition für das Unternehmen gelohnt hat. Ein konservativ agierendes Unternehmen ist in der Regel mit einem RoI von 7% bis 10% zufrieden, ein wachstumsstarkes Unternehmen, welches höhere Investitionen und mehr Risiken eingeht, strebt dagegen oft einen RoI von 15% bis 25% an.

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Die RoI ist allerdings de facto eine periodische Bezugsgröße, um die Rentabilität des gebundenen Kapitals zu messen. Es erlaubt dagegen nicht die Beurteilung einer Einzelinvestition, wie zum Beispiel einer neuen Maschine.

Ferner berücksichtigt der RoI nur direkte Kosten. Indirekte Kosten, wie zum Beispiel die Gehälter des Managements oder auch eine Feuerversicherung, bleiben unberücksichtigt, wodurch die Interpretation des RoI schwieriger wird.

Das Problem: Bei komplexen Projekten und langfristigen Investitionen lassen sich direkte und indirekte Kosten kaum mehr unterscheiden, was zu einer Verzerrung des RoI führen kann. Ein weiterer Kritikpunkt: Der RoI sagt nichts über die konkrete Höhe des Kapitalrückflusses aus. Auch über die Investitionsrisiken lässt er keine Rückschlüsse zu, was die RoI-Interpretation zusätzlich erschwert.

Ein Beispiel: Eine Promotion-Aktion führt zu einem RoI von 200%. Betrachtet man allerdings die Investitionssumme von lediglich 5.000 €, die zu einem Gewinn von 15.000 € führte, relativiert sich diese Sichtweise wieder.

Fazit: RoI nur bedingt aussagekräftig

Der RoI ist so aussagekräftig, wie die ihm zugrunde liegenden bilanziellen Werte. Die Aussagekraft kann daher als eher begrenzt angesehen werden, da sich diese Werte in erster Linie auf die rein finanzielle Sicht auf das Unternehmen beschränken. Andere wichtige Aspekte wie etwa Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit oder das Image des Unternehmens in der Öffentlichkeit lässt der RoI außer Acht, wodurch etwaige Fehlentwicklungen im Unternehmen oft zu spät erkannt werden.


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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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