So tragen Sie das Krankengeld in der Steuererklärung ein

Das Krankengeld ist zwar steuerfrei, muss aber in der Steuererklärung vermerkt werden und beeinflusst dadurch den persönlichen Steuersatz. (Foto: IhorL / Shutterstock.com)

Ob ein Unfall, eine langwierige Verletzung oder eine schwere Erkrankung – die Gründe für eine Krankschreibung können vielfältig sein. Die ersten sechs Wochen erhalten Arbeitnehmer noch eine Fortzahlung ihres Lohns, danach gibt es vom Arbeitgeber aber nichts mehr und sie müssen aufs Krankengeld zurückgreifen.

Was ist Krankengeld?

Krankengeld wird von der Krankenkasse bezahlt und auch Selbstständige haben nach sechs Wochen (eine Lohnfortzahlung gibt es bei ihnen nicht) einen Anspruch darauf. Die Krankengeldzahlung der Kasse erfolgt grundsätzlich steuerfrei, in der Steuererklärung muss das Krankengeld aber vermerkt werden.

Krankgeld muss in der Steuererklärung vermerkt werden

Krankengeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt, was bedeutet, dass das Geld in der Steuererklärung so behandelt wird, als ob es normales Einkommen wäre.

Für die Ermittlung des Steuersatzes wird das Krankengeld also mit einbezogen. Sollten in dem Jahr auch noch andere Einkünfte eingegangen sein, wird das Krankengeld auf diese Einkünfte angerechnet, wodurch die gesamte Steuerlast dann höher ausfällt.

Das Krankengeld kann in der Anlage N oder im Mantelbogen eingetragen werden

Das Krankengeld wird in der Einkommenssteuererklärung im Mantelbogen auf Seite 4 in Zeile 91 eingetragen. Wer die Anlage N abgeben muss, trägt es statt im Mantelbogen in Zeile 27 der Anlage N ein. In der Anlage N werden auch andere Entgeltersatzleistungen eingetragen, zum Beispiel Zuschüsse zum Mutterschaftsgeld oder Kurzarbeitergeld.

Das Krankengeld beträgt in der Regel 70 % des Bruttogehalts, darf jedoch nicht höher sein als 90 % des Nettoeinkommens. Hier zählt der niedrigere Betrag – dieser wird dann nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge ausbezahlt.

Um den Erhalt des Krankengeldes nachzuweisen, muss mit der Steuererklärung kein zusätzlicher Beleg eingereicht werden. Die Ermittlung der Daten erfolgt über die Krankenkasse direkt an das Finanzamt und spätestens im März des Folgejahrs liegen die Daten dann der Stelle vor.

Wie lange wird Krankengeld bezahlt?

Innerhalb von drei Jahren kann wegen derselben Erkrankung das Krankengeld maximal 78 Wochen ausbezahlt werden, das sind 19,5 Monate. Die Krankschreibung muss dabei nicht am Stück erfolgen, sondern die einzelnen Zeiträume werden über die drei Jahre hinweg zusammengerechnet.

Nach drei Jahren beginnt die 78-Wochen-Frist erneut, allerdings nicht mehr für dieselbe Krankheit. Bevor das Krankengeld ausläuft, muss die Agentur für Arbeit, die Rentenversicherung und eventuell die Berufsunfähigkeitsversicherung kontaktiert werden.

Falls die zuständige Krankenkasse die Zahlung von Krankengeld verweigern sollte, kann zum Beispiel bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland Beratung gesucht werden.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.