Steuersatz in Deutschland: Steuerarten, Höhe & Berechnung

einkommenssteuer

Die Frage nach dem jeweiligen Steuersatz in Deutschland lässt sich eigentlich nur durch das Zusammenspiel verschiedener Steuersätze beantworten. Gerade für Steuerneulinge liegen hier viele Fallstricke verborgen. (Foto: Freedomz/Shutterstock)


Überblick über die verschiedenen Steuersätze in Deutschland

Definition: Steuerbetrag in Abhängigkeit von der Bemessungsgrundlage

Proportionaler Steuersatz: Zu zahlender Betrag steigt in gleichem Umfang wie Bemessungsgrundlage (z.B. Umsatzsteuer)

Progressiver Steuersatz: Abhängig vom zu versteuernden Einkommen (z.B. Einkommensteuer)

Regressiver Steuersatz: Steuerbelastung nimmt mit zunehmendem Einkommen ab (z.B. payroll tax in den USA)

Wichtigste Steuerarten in Deutschland: Umsatzsteuer, Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Körperschaftssteuer, Schenkungs- und Erbschaftssteuer

Umsatzsteuersatz: 19% (für besondere Produkte wie Milch, Lebensmittel, Bücher usw.: 7 %)

Einkommensteuersatz: Je nach Einkommen zwischen 14 % – 42 % bzw. 45 % (Reichensteuer)

Steuersatz Gewerbesteuer: Ergibt sich aus der Steuermesszahl (3,5 %) multipliziert mit dem Hebelsatz (250 % – 400 %)


Definition: Was versteht man unter einem Steuersatz?

Als Steuersatz bzw. Steuertarif wir die Höhe sowie Berechnung des jeweiligen Steuerbetrages in Abhängigkeit von der Bemessungsgrundlage bezeichnet.

Wird unter der Bemessungsgrundlage ein monetärer Betrag verstanden, kann aus dem Steuerbetrag ein Steuersatz errechnet werden.

Steuersatz = Steuerbetrag / Bemessungsgrundlage

Unter dem Steuersatz versteht man die eindeutige Zuordnung von Bemessungsgrundlage und Steuerbetrag durch eine Steuerbetragsfunktion. Je nach Entwicklung der Steuerbelastung spricht man von proportionalen, degressiven oder progressiven Steuersätzen.

Proportionaler Steuertarif

Von einem proportionalen Steuersatz spricht man, wenn der zu zahlende monetäre Wert in gleichem Umfang steigt wie die Bemessungsgrundlage.

Als Beispiel hierfür lässt sich die Umsatzsteuer nennen. Auch bei den Beiträgen für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung liegt ein proportionaler Tarif vor, außer das maßgebende Einkommen übersteigt die Beitragsbemessungsgrundlage. In diesem besonderen Fall würde es sich oberhalb der Grenze um einen degressiven Tarif handeln.

Progressiver Steuertarif

Bei einem progressiven Steuertarif steigt der Steuersatz in Abhängigkeit vom zu versteuernden Einkommen bzw. Vermögen. Die Einkommensteuer folgt diesem Prinzip.

Regressiver Steuertarif

Ein regressiver Steuertarifverlauf liegt vor, wenn die prozentuale Steuerbelastung mit zunehmendem Einkommen abnimmt. In Deutschland gibt es keinen regressiven Einkommensteuertarif.

In der Schweiz wurde im Jahr 2006 in den Kantonen Schaffhausen und Obwalden ein Steuergesetz verabschiedet, welches eine degressive Einkommensbesteuerung vorsah. Allerdings wurde dieses nach Einspruch des Bundesgerichtes nach kurzer Zeit wieder aufgehoben.

In den USA und Großbritannien wird die payroll tax oft als regressive Steuer genannt, obwohl es sich hierbei offiziell nicht um eine Steuer, sondern eine Sozialabgabe handelt. Ihre Verwendung geht allerdings weit über die Finanzierung der Sozialleistungen hinaus.

Wie hoch ist der Steuersatz in Deutschland?

Von einem einzigen Steuersatz kann in Deutschland eigentlich nicht die Rede sein. Eingangssteuersatz, Durchschnittssteuersatz, Grenzsteuersatz, Spitzensteuersatz – die Liste verschiedenster Steuersätze lässt sich beliebig erweitern. Zudem finden sich verschiedene Steuerarten.

Wie beschrieben gibt es in Deutschland verschiedenste Steuern, welche unterschiedliche Steuertarife vorsehen. Zu den wichtigsten Steuerarten zählen unter anderem:

  • Umsatzsteuer
  • Einkommensteuer
  • Gewerbesteuer
  • Körperschaftssteuer
  • Schenkungs- und Erbschaftssteuer

Der Steuersatz wird als Geldbetrag pro Werteinheit (z.B. 5 € pro 100 € Einkommen) angegeben. Grundsätzlich kann er aber auch als Prozentsatz der Berechnungsgrundlage (5 Prozent des Einkommens) beschrieben werden.

Der Steuersatz in Deutschland kann grundsätzlich zwischen 14  und 45 Prozent des eigenen Einkommens betragen. Steuerpflichtig ist man als Arbeitnehmer ab einem Einkommen von 9.168 € pro Jahr (Stand: 2019). Jede Einnahme unter dieser Bemessungsgrundlage fällt in die Steuerfreiheit des Grundfreibetrags.

Steuersatz der Einkommensteuer

Für die Einkommensteuer gilt der eben erwähnteprogressive Einkommensteuersatz von 14  bis 42 Prozent. Bei besonders hohem Einkommen ist auch eine Erweiterung auf 45 Prozent möglich. Das nach EStG zu versteuernde Einkommen setzt sich wie folgt zusammen:

  • Einkünfte aus selbständiger und nicht selbständiger Arbeit
  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung

Steuersatz der Gewerbesteuer

Die tatsächliche Höhe des Steuersatzes bei der Gewerbesteuer hängt von Ort der Gewerbeanmeldung ab. Für ganz Deutschland einheitlich geregelt ist hier nur die Steuermesszahl von 3,5 Prozent sowie der Freibetrag von 24.500 €. Die tatsächliche Höhe entscheidet sich durch den sogenannten Hebesatz.

Der Hebesatz wird zur Ermittlung der Steuerschuld mit dem Steuermessbetrag multipliziert und kann von jeder Kommune nach eigenem Ermessen festgesetzt werden. Die durchschnittlichen Hebesätze liegen in Deutschland zwischen 250 und 400 Prozent.

Beispiel

Berlin: Hebesatz 410 %Zu versteuerndes Einkommen nach Abzug des Freibetrags: 25.500 €

Steuermesszahl (3,5 %) 892,5 €

Hebesatz (410 %) 3659,25 €Der Gewerbesteuersatz würde hier 14,35 % des zu versteuernden Einkommens entsprechen.

Steuersatz der Umsatzsteuer

Auch für die Umsatzsteuer gelten in Deutschland je nach Ware oder Produkt unterschiedliche Steuersätze. Der Regelsteuersatz für die Umsatzsteuer beträgt 19 %. Diese Steuer wird auf Lieferungen von Waren sowie Dienstleistungen erhoben und richtet sich an Unternehmer, die solche Leistungen gegen Entgelt anbieten. Die Umsatzsteuer ist an das Finanzamt zu entrichten. Getragen wird die Steuer allerdings nicht von Unternehmer, sondern vom Endverbraucher (= Steuerzahler) beim Kauf der Ware.

Umsatzsteuer-Voranmeldungen (UVA) müssen monatlich oder vierteljährlich abgegeben werden, um eine bereits entstandene Umsatzsteuer an das Finanzamt zu melden, anschließend sind diese dem Finanzamt abzuführen.

Für welche Waren und Dienstleistungen gilt ein ermäßigter Steuersatz?

Für bestimmte Produkte gilt in Deutschland ein ermäßigter Steuersatz von 7 Prozent . Zu diesen Waren oder Leistungen zählen die folgenden:

  • Milch und Milchmischgetränke
  • Lebensmittel
  • Bücher und Zeitungen
  • Personennahverkehr
  • Eventtickets
  • Übertragung von Urheberrechten
  • Nächtigungskosten in Hotels, Hostels und auf Campingplätzen

Fürlandwirtschaftliche Erzeugnisse und Forsterzeugnisse gelten abweichende Steuersätze von 5,5 % und 10,7 %.

Im Rahmen des Entlastungsgesetzes 2010 wurden auch für die Gastronomie neue Regelungen bezüglich Umsatzsteuer getroffen. Das Essen einer Speise im Restaurant wird demnach anders (19 %) besteuert, als würde man dieselbe Speise mitnehmen (7 %).

Steuersatz der Körperschaftssteuer

Die Körperschaftssteuer richtet sich an juristische Personen wie Kapitalgesellschaften, Vereine oder Genossenschaften. Sie ist der Gegenpart zur Einkommensteuer, welche natürliche Personen besteuert. Der Steuersatz der Körperschaftssteuer liegt in Deutschland bei 15 Prozent des zu versteuernden Einkommens. Zu diesem wird der Solidaritätszuschlag hinzugerechnet, sodass die Gesamtbelastung bei 15,825 % liegt. Im Gegensatz zur Einkommensteuer gibt es bei der Körperschaftssteuer keine Freibeträge.

Steuersatz der Erbschaftssteuer

Die Erbschaftssteuer besteuert die Übertragung von Vermögenswerten einer verstorbenen natürlichen Person an den Erben. Bei der Erbschaftssteuer hat der Gesetzgeber großzügige Freibeträge eingeräumt. Je nach Verwandtschaftsgrad ist eine Staffelung der Steuersätze vorgesehen.

Freibeträge bei der Erbschaftssteuer je nach verwandtschaftlichem Grad:

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Steuerprogression: Als Grafik in Tabellen dargestelltJe höher das Einkommen, desto mehr Steuern sind zu zahlen. Die Steuerprogressions-Tabelle zeigt genau, ab welchem Einkommen welche Prozentsätze greifen.  › mehr lesen

  • Ehegatte und Lebenspartner: 500.000 €
  • Kinder, Stiefkinder, Adoptivkinder: 400.000 €
  • Enkelkinder: 200.000 €
  • Eltern und Großeltern: 100.000 €
  • Eltern, Großeltern, bei Erwerb durch Schenkung für Geschwister, Kinder der Geschwister, Stiefeltern, Schwiegerkinder, Schwiegereltern, geschiedene Ehepartner: 20.000 €
  • Geschwister, Kinder der Geschwister, Stiefeltern, Schwiegerkinder: 20.000 €
  • Nicht verwandte Erben: 20.000 €

Steuersatz der Schenkungssteuer

Die Regeln der Schenkungssteuer gestalten sich fast ident zu jenen der Erbschaftssteuer. Auch hier wird der Steuersatz nach unterschiedlichen Schenkungssteuerklassen bestimmt. Die Freibeträge der Schenkungssteuer entsprechen jenen der Erbschaftssteuer.

Einkommen: Wie wird der Steuersatz berechnet?

In Deutschland gilt für verschiedenen Steuerarten das Leistungsfähigkeitsprinzip. Das bedeutet, dass jeder Steuerzahler nach seiner individuellen ökonomischen Leistungsfähigkeit besteuert wird. Vereinfacht ausgedrückt: Wer wenig verdient, zahlt einen geringeren Steuersatz als Menschen mit hohem Einkommen.

Abrechnungszeitraum ist in der Regel das Kalenderjahr. In Ausnahmefällen kann bei Gewerbetreibenden auch das Wirtschaftsjahr angenommen werden.

Entscheidend für die Feststellung des persönlichen Steuersatzes ist für den Steuerzahler das zu versteuernde Einkommen. Dieses ergibt sich aus der Summe der Einkünfte aus selbständiger oder nichtselbständiger Arbeit sowie Kapitaleinkünften oder Einkünften aus Vermietung oder Verpachtung.

Abzuziehen sind Freibeträge für Kinder, Versorgungsaufwendungen sowie weitere Sonderausgaben und Freibeträge.

Beispiel

Redakteur verdient 36.000 € im Jahr. Dadurch ergibt sich entsprechend der obenstehenden Steuertabelle ein Steuerbetrag von 7.200 €. Der individuelle Steuersatz für den Redakteur beträgt demnach 20 Prozent.

Zuständig für die Festsetzung und Erhebung der Einkommensteuer ist nach § 19 Abgabenordnung das Finanzamt, in dessen Bezirk der Steuerpflichtige seinen ordentlichen Wohnsitz hat.

Tarifzone 1:

Die Nullzone: Bei einem jährlich zu versteuerndem Einkommen von 0 € bis 9.168 € (Stand: 2019) müssen keine Steuern gezahlt werden. Für verheiratete Paare verdoppelt sich dieser Freibetrag auf 18.336 € wegen des Ehegattensplittings.

Tarifzone 2

Erste Progressionszone oder auch Steilzone: Bei einem zu versteuernden Einkommen von 9.169 € bis 14.254 € (Stand: 2019) steigt der Steuersatz sehr schnell an. Im Eingangsbereich der Tarifzone 2 gilt ein Grenzsteuersatz von 14%. Anschließend steigt der Steuersatz bis zu einem zu versteuerndem Einkommen von 14.254 € linear auf 24% an. Bei verheirateten Paaren liegt der Einkommensgrenzwert bei 28.508 € (Stand: 2019).

Tarifzone 3

Zweite Progressionszone: Bei einem zu versteuernden Einkommen von 14.255 € bis 54.960 € (Stand: 2019) gibt es einen gleichmäßigen Anstieg auf bis zu 42%. Hier ist die Steigung jedoch nicht so steil wie in der Tarifzone 2. Auch hier haben Verheiratete einen Steuervorteil.

Tarifzone 4

Erste Proportionalzone: Bei einem zu versteuernden Einkommen von 54.961 € bis zu 265.326 € (Stand: 2019) bleibt der Grenzsteuersatz konstant bei 42%.

Tarifzone 5

Zweite Proportionalzone: Bei einem zu versteuerndenEinkommen ab 265.327 € (Stand: 2019) beträgt der Steuersatz 45%.

Einkommensteuer: Der Eingangssteuersatz

Der Eingangssteuersatz gibt den prozentuellen Anteil des ersten zu versteuernden Euros oberhalb der Grundfreibetrag-Grenze an, welcher dann als Steuer zu entrichten ist.

Somit lässt sich derEingangssteuersatz als Grenzsteuersatz bei einem Einkommen in der Höhe des Freibetrages plus einem Euro beschreiben.

Oberhalb des Grundfreibetrages beträgt der Eingangssteuersatz 14 %. Dies entspricht dem Grenzsteuersatz bei dieser Einkommenshöhe.

Da die tatsächlich zu zahlende Steuerschuld jeweils auf ganze Summen gerundet wird, ergibt sich bei einem Euro kein Unterschied in der Steuerbelastung.

Vereinfacht (mathematisch allerdings nicht ganz korrekt) lässt sich der Eingangssteuersatz auf die nächsten 100 € des Einkommens beziehen. So ergibt sich beispielsweise bei einem Einkommen von 10.168 € eine Steuerbelastung von 14 €.

Welcher Eingangssteuersatz gilt für Eheleute?

Eheleute haben die Möglichkeit, sich beim Abführen der Steuern für eine Einzelveranlagung oder eine gemeinsame Veranlagung zu entscheiden. Oft lohnt sich aus steuerlicher Sicht eine gemeinsame Veranlagung, da diese meist geringere Steuerbelastungen mit sich bringt.

Bei der gemeinsamen Veranlagung versteuert jede Partei nur die Hälfte des Gesamteinkommens beider Eheleute. Die Einkommensteuer wird anschließend am halben Gesamteinkommen berechnet und entsprechend der Grundtabelle der Einkommensteuersatz bemessen.
Tipp

Am höchsten ist der Vorteil dieses Einkommenssplittings, wenn die Einkommen der Eheleute weit auseinander gehen.

Der Splittingtarif kann unter folgenden Voraussetzungen angewandt werden:

  • Bei Ehepartnern
  • Bei steuerpflichtigen Witwen/ Witwern im Todesjahr des Ehepartners
  • Nach einer Scheidung, sofern die Geschiedenen im selben Kalenderjahr die Voraussetzungen für eine Zusammenlegung der Einkommen erfüllten
  • Bei Wiederheirat eines Ehepartners im laufenden Kalenderjahr nach einer Scheidung oder dem Tod des einstigen Ehepartners

Einkommensteuer: Der Durchschnittssteuersatz

Der Durchschnittssteuersatz gibt an, welcher Prozentsatz des gesamten zu versteuernden Vermögens vom Steuerzahler zu entrichten ist. Nicht verwechselt werden darf der Durchschnittssteuersatz mit dem Grenzsteuersatz.

Der Durchschnittssteuersatz kann errechnet werden, indem man den Steuerbetrag durch das zu versteuernde Einkommen teilt.

Der Verlauf des Durchschnittssteuersatzes in Deutschland lässt sich anhand der untenstehenden Grafik zeigen.

Einkommensteuer: Der Grenzsteuersatz

Als Grenzsteuersatz (auch marginaler Steuersatz) wird jener Einkommensteuersatz bezeichnet, mit dem die nächste Einheit der Bemessungsgrundlage belastet wird.

In der Praxis findet der Grenzsteuersatz vor allem bei den progressiven Einkommensteuertarifen Anwendung. Der Grenzsteuersatz ist jeweils von der Höhe des zu versteuernden Einkommens als Bemessungsgrundlage abhängig.

Der Grenzsteuersatz hilft dem Steuerzahler bei der Frage, ob es sich lohnt, das zu versteuernde Einkommen zu steigern oder aber durch Ausgaben wie Betriebsausgaben, Werbekosten oder Freibeträge) zu verringern, um die Grenze nicht zu erreichen.

Der Steuersatz für Rentner

Seit dem Jahr 2005 wird die vorgelagerte Rentenbesteuerung auf die nachgelagerte Besteuerung umgestellt. Das bedeutet, dass seither auch die Rente besteuert werden muss. Wie hoch der zu versteuernde Anteil der Rente ist, hängt mit dem Renteneintrittsjahr zusammen.

Der Steuersatz für Rentner ändert sich jährlich um 2 %. Gestartet wurde im Jahr 2005 mit einer Besteuerung von 50 %. Die gesamte Umstellung auf eine volle (100 %) Besteuerung wird somit 25 Jahre dauern.

Ziel der Steuerumstellung soll sein, dass sowohl die Arbeitnehmer als auch die Rentner in gleichem Maße von der Neuregelung profitieren. Als Ausgleich zur Besteuerung der Rente wird die Besteuerung des Einkommens verringert. Man muss daher während seiner Zeit als Arbeitnehmer weniger in die Steuerkasse einzahlen.

Der Steuersatz bei einer Abfindung

Eine Abfindung für den verlorenen Arbeitsplatz soll für den Arbeitnehmer eine Entschädigung darstellen. Allerdings wird diese auch dem Einkommen hinzugerechnet, was den Steuersatz in die Höhe treiben kann.

Lange Zeit wurden Abfindungen nur bis zur Hälfte besteuert. Seit dem Jahr 2006 werden Abfindungen komplett besteuert und dem Einkommen bzw. Jahresverdienst hinzugerechnet.

Um den Durchschnittssteuersatz aufgrund der Auszahlung einer Abfindung nicht plötzlich in die Höhe schnellen zu lassen, werden Abfindungen als außerordentliche Einkünfte deklariert. Diese Sonderkategorisierung von Abfindungen führt zu einer steuerlichen Besserstellung. Die Abfindungszahlung wird so aufgeteilt, dass die Steuer nicht komplett anfällt. Für die Berechnung geht man von einem Fünftel der Abfindungssumme aus. Die Abfindungszahlung wird fiktiv auf fünf Jahre verteilt. Jeweils ein Fünftel werden zum Jahreseinkommen hinzugerechnet und besteuert.

Dieses Verfahren wird Fünftel-Regelung genannt. Es mildert die Gesamtbelastung etwas ab. Aufgrund der Steuerprogression führt sie allerdings bei höheren Einkommen nur mehr zu minimalen Einsparungen.

Alternative Möglichkeiten die Steuerbelastung etwas zu senken, wären folgende:

  • Abfindung aufteilen und in Raten über zwei Jahre strecken. Die Höhe der Abfindung halbiert sich und der Steuersatz steigt entsprechend weniger an.
  • Abfindung wird erst im auf die Kündigung nachfolgenden Jahr ausbezahlt. Dies kann sinnvoll sein, wenn der Arbeitnehmer davon ausgeht, dass er dann arbeitslos ist und dementsprechend geringere Einkünfte hat.

Welches für die individuellen Voraussetzungen beste Lösung ist, hängt einerseits von der individuellen Steuerbelastung ab, andererseits spielen auch eine ganze Reihe steuerrelevanter Faktoren eine Rolle. Im Einzelfall sollte das jeweilige Szenario mit dem Steuerberater durchgegangen und kalkuliert werden-.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.