Variable Kosten: Grenzkosten entscheiden über möglichen Gewinn

Das Ziel eines Unternehmens ist die Gewinnmaximierung. Die Grenzkosten geben Auskunft darüber, ob dieses Ziel erreicht wurde. (Foto: hywards / Shutterstock.com)

Die Kosten für die Produktion eines Gutes lassen sich in fixe Kosten und variable Kosten unterteilen. Die Fixkosten fallen hierbei immer an, also unabhängig davon, ob ein Unternehmen 10 oder 10.000 Einheiten seines Produktes herstellt.

Die Gehälter von Festangestellten, Mieten oder Versicherungen zählen zu den Fixkosten, da der Umfang der Produktion zunächst keinen Einfluss auf diese Kosten hat.

Anders sieht es hingegen bei den variablen Kosten aus. Diese verändern sich je nach Zahl der produzierten Einheiten eines Gutes. Von besonderem Interesse müssen hierbei die Grenzkosten sein. Diese sind entscheidend dafür, wie hoch gegebenenfalls der Gewinn eines Unternehmens ausfällt und ob dieser sich noch steigern lässt.

Grenzkosten: Definition

Als Grenzkosten bezeichnet man den Kostenzuwachs, der entstehen würde, wenn ein Unternehmen genau eine zusätzliche Einheit eines Produktes produzieren würde. Stellt also ein Hersteller bereits 10.000 Einheiten seines Produktes her, so geben die Grenzkosten an, wie viel Geld der Hersteller ausgeben müsste, um die 10.001. Einheit zusätzlich zu produzieren.

In der Praxis sind die Grenzkosten häufig identisch mit den sogenannten variablen Stückkosten. Das heißt, dass für den Hersteller lediglich die Kosten anfallen, die er aufbringen muss, um beispielsweise die nötigen Rohstoffe einzukaufen, die für die zusätzliche Produkteinheit notwendig sind.

Es gibt jedoch Fälle, in denen Grenzkosten und variable Stückkosten nicht identisch sind. Dies kann dann der Fall sein, wenn durch eine zusätzliche Einheit Mehrkosten entstehen, die über die variablen Kosten hinausgehen.

Wann Grenzkosten steigen und fallen können

Grenzkosten können beispielsweise fallen, wenn ein Zulieferer einen Mengenrabatt gewährt. Muss ein Hersteller zum Beispiel 5 € pro Gütereinheit an Rohstoffen zahlen, bekommt ab der 10.000. Einheit jedoch einen Rabatt von 0,50 €, so bedeutet das: Die Grenzkosten liegen bei einer Produktion bis 10.000 Stück bei 5 €, bei jeder weiteren Einheit jedoch nur noch bei 4,50 €.

Grenzkosten können jedoch auch steigen, wenn beispielsweise die Kapazitätsgrenze der Produktion überschritten wird. Ist eine Fabrik zum Beispiel darauf ausgelegt, höchstens 10.000 Einheiten eines Produkts herzustellen, so kann eine zusätzliche Einheit hohe zusätzliche Kosten verursachen.

Dies kann in Form von variablen Kosten (Überstundenzuschläge, Maschinen-Wartung) der Fall sein. Es können jedoch auch neue Fixkosten entstehen, wenn die gesamte Produktion ausgebaut werden muss.

Wofür die Grenzkosten wichtig sind

Für Unternehmen sind die Grenzkosten wichtig, da mit ihrer Hilfe ermittelt werden kann, ob sich der Unternehmensgewinn weiter maximieren lässt. Dafür werden die Grenzkosten dem Verkaufserlös gegenübergestellt. Das Ergebnis dieser Gegenüberstellung gibt an, ob eine Ausweitung der Produktion den Gewinn weiter steigert.

So lange die Grenzkosten einer zusätzlich produzierten Einheit unterhalb des Erlöses liegen, lohnt sich die Produktion dieser Einheit. Überschreiten die Grenzkosten jedoch den Erlös – zum Beispiel wegen der zuvor erwähnten zusätzlichen Kosten –  wird ein Verlust erzielt.

Das Ziel einer unternehmerischen Tätigkeit ist es deshalb, die Produktion dahingehend zu optimieren, dass Grenzkosten und der Grenzerlös auf demselben Niveau sind. Ist dies der Fall, ist das Gewinnmaximum erreicht.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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