Warren Buffett kauft im großen Stil Apple-Aktien: Das sind die Gründe

Warren Buffett hat jahrelang den Technik-Sektor gemieden, warum steigt der Star-Investor plötzlich bei Apple ein? (Foto: Francesco Marino - Fotolia)

Star-Investor Warren Buffett hat nicht nur seine Meinung über die Airline-Industrie revidiert, sondern auch über die Tech-Branche. Schon im Jahr 2011 kaufte sich Buffett für über 10 Mrd. US-$ beim US-Technologiekonzern IBM ein.

Ein Novum, hatte Buffett jahrzehntelang den Technik-Sektor gemieden. In 2016 folgte die nächste Überraschung: Warren Buffett kaufte für seine Investment-Holding Berkshire Hathaway erstmals im großen Stil Apple-Aktien, im Januar 2017 stockte der Star-Investor seinen Apple-Bestand um weitere 76 Millionen Apple-Aktien auf und vervierfachte damit seine Apple-Position.

Damit hielt Berkshire Hathaway zuletzt rund 2,5 % am Mac-Hersteller bzw. rund 133 Millionen Apple-Aktien im Wert von 18,6 Mrd. US-$. Dadurch ist Apple inzwischen zur zweitgrößten Position hinter Wells Fargo (29 Mrd. US-$) im Investment-Portfolio von Berkshire Hathaway avanciert.

Warum kauft Warren Buffett Apple-Aktien?

Doch woher kommt der plötzliche Sinneswandel des Oracle of Omaha, wie Buffett gerne bezeichnet wird? Im Interview mit dem US-Fernsehsender CNBC gibt Buffett Aufschluss über die Entscheidung, so massiv in Apple-Aktien zu investieren.

Warren Buffett selbst besitzt zwar kein iPhone, nur ein iPad, dennoch findet der Star-Investor das Smartphone von Apple als sehr nützlich im Alltag. Zudem hat Apple über sein iPhone eine starke Kundenbindung aufgebaut, die seinesgleichen sucht. Inzwischen wurden seit Markteinführung im Jahr 2007 mehr als eine Milliarde iPhones weltweit verkauft.

Daneben ließ sich der Chairman und Chef von Berkshire Hathaway vom Investor Philip Fisher und dessen im Jahr 1958 erschienen Buch „Common Stocks and Uncommon Profits“ inspirieren. In dem Buch geht es vor allem darum, herauszufinden, wie Konsumenten über ein Produkt wirklich denken. Und genau das hat Buffett im Fall von Apple getan.

Der Star-Investor versuchte so viel wie möglich herauszufinden, wie die Leute über das iPhone denken, insbesondere was die emotionale Bindung zum Produkt angeht (Scuttlebutt-Methode). Unter anderem die Ergebnisse dieser Untersuchungen führten dann dazu, im großen Stil bei Apple einzusteigen.

Darum passt die Apple-Aktie in Buffetts Beute-Schema

Doch die starke Kundenbindung dürfte nur die halbe Wahrheit sein, warum Warren Buffett zuletzt Apple-Aktien kaufte. Der iPhone-Hersteller zahlt inzwischen auch eine stabile Dividende von 57 US-Cent je Aktie (Dividendenrendite 1,6 %), zudem kauft Apple massiv eigene Aktien zurück. Allein seit 2012 summierten sich die Aktienrückkäufe von Apple auf rund 144 Mrd. US-$.

Trotz der massiven Aktienrückkäufe sitzt der iPhone-Erfinder noch immer auf Barreserven von 246 Mrd. US-$, rund 230 Mrd. US-$ liegen im Ausland.

War Apple in den letzten Jahren noch stark von seinem iPhone-Geschäft abhängig, so beginnt sich auch diese Abhängigkeitsverhältnis zu verändern. Das Service-Geschäft rund um Apple Pay, Apple Music, Apple Care und dem App Store nimmt zunehmend an Fahrt auf und wächst deutlich schneller (18 % Wachstum) als das klassische Hardware-Geschäft. Inzwischen zeichnet das Service-Geschäft für rund 13 % des Apple-Umsatzes verantwortlich und dürfte auch in naher Zukunft weiter zweistellig wachsen.

Zudem kann der Mac-Hersteller so auf stetig wiederkehrende Einnahmen hoffen, ganz unabhängig davon, wie sich das nächste iPhone verkaufen wird. Apple ist also in einer deutlich stärkeren Position als noch vor 3 bis 5 Jahren.

Buffett wird seinem Ruf als großer Investment-Stratege gerecht

Warren Buffett hat mit seinem Apple-Investment wieder einmal alles richtig gemacht. Die Apple-Aktie legte allein in den letzten 6 Monaten um mehr als 20 % zu, zudem scheint der Mac-Hersteller durch sein wachsendes Servicegeschäft auch für Zukunft gut positioniert.

Die Marke Apple genießt unter Konsumenten weiter einen sehr hohen Stellenwert, wodurch der Konzern in der Lage ist, deutlich mehr Geld für seine Produkte zu verlangen als die Konkurrenz. Dies wirkt sich wiederum positiv auf die Gewinnmargen von Apple und die laufenden Erträge aus.

Solange sich Apple beim kommenden iPhone keinen großen Patzer leistet und sein Servicegeschäft weiter ausbauen kann, dürfte Apple weiter auf Kurs bleiben und damit nicht nur Warren Buffett eine ansehnliche Rendite bescheren.


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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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