Was ist der Big Mac Index?

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Was ist der Big Mac Index? Lesen Sie hier die Antwort! (Foto: 8th creator / shutterstock.com)

Der Big Mac Index: Ein Burger erklärt die Wirtschaft 

Klingt lecker und ist praktisch: Der Big Mac Index! Dieser Index, der auch unter dem Namen Big Mac PPP bekannt ist, wird immer zu Jahresbeginn vom britischen Wirtschaftsmagazin „The Economist“ veröffentlicht und zeigt wie viel der Fastfood-Klassiker von McDonalds wo kostet. 

Entwickelt wurde der Index von der Redakteurin Pam Woodall. Mit Hilfe des Big-Mac-Index, der zum ersten Mal im September 1986 herausgegeben wurde, wollte sie nicht nur die Thematik der Wechselkurse und des Kaufkraftparitätenkurses auch Laien leicht verständlich zugängig machen, sondern auch die Über- und Unterbewertungen einzelner Währungen aufzeigen.  

Die Bedeutung der Kaufkraftparität

Die Kaufkraftparität gehört zu den theoretischen Grundlagen der internationalen Makroökonomie und beruht auf folgendem Gedanken: Sie wird erst erreicht, wenn der Außenwert und der Binnenwert einer Währung übereinstimmen.  

Der Außenwert kommt an den Finanzmärkten zustande. Der Binnenwert bezeichnet grob gesagt das, was man im jeweiligen Land damit kaufen kann. Normalerweise liegen beide mehr oder weniger weit auseinander. 

Die Kaufkraftparität vergleicht also die Preise von gleichen Gütern und ermöglicht so die Identifikation von Über- und Unterbewertungen von Währungen. 

Bic Mac Index: Kaufkraftparität gemessen an einem Hamburger 

Der Big Mac Index bewertet die Kaufkraftparität (purchasing power parity = PPP) verschiedener Nationen gemessen am Preis eines Big Macs. Dieser nimmt die gängige Methode des PPP auf, laut der sich Änderungen am Wechselkurs zweier Währungen auch direkt auf den Preis einer Einkaufstüte mit diversen Lebensmitteln niederschlagen. 

Der Big Mac Index ersetzt diese Einkaufstüte durch den weltweit bekannten Hamburger. Und das aus gutem Grund: 

Der Big Mac ist in über 140 Ländern erhältlich ist. Außerdem besteht er seit über 40 Jahren aufgrund strenger Auflagen durch Franchiseverträge international fast überall standardmäßig aus den gleichen Zutaten: Sesambrötchen, Rinderhackfleisch, Schmelzkäse, Salat, Gewürzgurken, Zwiebeln und Sauce. 

Diese Tatsachen machen ihn einfach vergleichbar. 

Big Mac Index: Ein einfaches Vergleichsinstrument 

Bei der von “The Economist” erhobenen Studie werden die Preise für einen Big Mac in unterschiedlichen Ländern in der inländischen Währung erhoben und werden durch die Umrechnung zu dem zu der Zeit herrschenden Wechselkurs in US-Dollar vergleichbar gemacht. 

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Der Big Mac Index gibt dem Anleger also ein einfaches, transparentes und sehr plausibles Instrument an die Hand, um zu zeigen, ob eine bestimmte Währung zu teuer oder zu billig ist und, um letztlich zu entscheiden, in welchen Währungsraum es sich zu investieren lohnt und in welchen nicht. 

Als Beispiel: der Preis eines Big Macs in den Vereinigten Staaten beträgt 3,57$, verglichen mit 3,64€ in Deutschland. 

Daher ist zu erwarten, dass die Wechselkursrate 0,98 beträgt (3,57/3,64 = 0,98). Liegt der Wechselkurs von Dollar in Euro nun höher, würde der Big Mac Index anzeigen, dass der Euro überbewertet ist – und umgekehrt. 

Kritik am Big Mac Index: Ein Prinzip mit Schwächen 

Mit dem Big Mac Index will der Economist seit 1986 das Zusammenspiel von Kaufkraftunterschieden, Wechselkursen und Über- bzw. Unterbewertungen jedermann einfach und übersichtlich nahe bringen. 

Er räumt aber auch ein, dass er nicht alles abdecken kann, was von Bedeutung ist. Etwa die vielfältigen Faktoren, die je nach Region den Big Mac-Preis unterschiedlich beeinflussen. 

Insgesamt zeigt er zwar schnell wo Auf- und Abwertungsdruck besteht. Doch die Kaufkraftparität ist hier nur recht einfach dargestellt. Sie beinhaltet weder Transportkosten noch politische Faktoren. Zudem ist der Einfluss von Waren auf den Devisenmarkt äußerst gering. 

Der Big Mac ist nicht eindeutig 

Der Index ist also nicht wirklich genau. So wird der Preis eines Big Macs stets vom Hersteller McDonald’s bestimmt. Aus kulturellen Gründen werden in manchen Ländern des Weiteren andere Zutaten verwendet, wie das Beispiel in Indien zeigt. Der Maharaja Mac, das indische Äquivalent zum Big Mac, wird mit Hähnchenfleisch zubereitet. 

Zudem unterscheidet sich auch die Größe des Burgers von Land zu Land. Und auch wenn die Zutaten stimmen sollten: Der Service ist allerdings nicht eins zu eins vergleichbar – ein chinesischer McDonald’s Angestellter verdient um einiges weniger als die Bedienung in einem Restaurant in der Schweiz. 

Trotz der Schwächen wird der Big Mac Index dennoch von vielen Schulen als einfaches Beispiel für die Berechnung der Kaufkraftparität genutzt. 


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.