Was ist der Unterschied zwischen Makro- und Mikroökonomie?

Die Mikroökonomie analysiert im kleinen, die Makroökonomie im großen Rahmen – dabei wirken beide Untersuchungsfelder komplementär. (Foto: Siriwat Sriphojaroen / Shutterstock.com)

Die Mikroökonomie bezeichnet die Untersuchung von Entscheidungen durch Einzelpersonen und Unternehmen.

Dagegen beschäftigt sich die Makroökonomie mit höheren Landes- und Regierungsentscheidungen.

Mikro-, Makroökonomie sowie ihr großes jweiliges Spektrum an zugrunde liegenden Konzepten sind schon oft in der Literatur diskutiert worden.

Das Studiengebiet ist riesig, doch ein kleiner Überblick soll Ihnen verdeutlichen, was die jeweilige Wissenschaft abdeckt:

Die Mikroökonomie untersucht Entscheidungen, die Menschen und Unternehmen fällen, bezüglich dem Einsatz von Ressourcen und den Preisen von Gütern und Dienstleistungen.

Demnach werden auch Steuern und Bestimmungen durch die Regierung miteinbezogen.

Dabei ist die Mikroökonomie auf Angebot und Nachfrage fokussiert, sowie auf alle anderen Kräfte, die das Preisniveau in der Wirtschaft bestimmen.

Beispielsweise versucht diese Wissenschaft herauszufinden, wie ein bestimmtes Unternehmen ihre Produktion und Kapazitäten maximieren kann, sodass Preise gesenkt und die Konkurrenzfähigkeit gesteigert werden können.

Im Gegensatz dazu untersucht die Makroökonomie das Verhalten der Wirtschaft als Ganzes, in Form von gesamten Industrien und Wirtschaften.

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Damit werden gesamtwirtschaftliche Phänomene untersucht, wie zum Beispiel das Bruttoinlandsprodukt (BIP), sowie seine Wirkung auf die Arbeitslosenquote, das Bruttonationaleinkommen (BNE), die Wachstumsrate und das Preisniveau.

Ein Beispiel: In diesem Zusammenhang wird untersucht, wie ein Anstieg oder Rückgang bezüglich des Nettokapitalexports das Gesamtkapital des Landes beeinflusst.

Ebenso kann auch die Wirkung des BIP in Bezug auf die Arbeitslosenquote unter die Lupe genommen werden.

Obwohl beide Untersuchungsfelder komplett unterschiedlich erscheinen, sind sie doch von einander abhängig und ergänzen sich, da viele sich überlappende Themen zwischen den beiden Feldern existieren.

Zum Beispiel verteuert eine erhöhte Inflationsrate (Makro-Effekt) die Rohstoffpreise für Unternehmen, so dass sich dies im Endeffekt auch auf den Produktpreis auswirkt.

Schließlich verfolgen beide Wissenschaften verschiedene Ansätze: So untersucht die Mikroökonomie „von unten nach oben“ („bottoms-up approach“), während die Makroökonomie „von oben nach unten“ analysiert („top-down approach“).

Nichtsdestotrotz stellen beide Ansätze fundamentale Hilfsmittel für jeden Finanzexperten dar.

Dabei sollten sie in Kombination gelernt werden, um insgesamt zu verstehen, wie Unternehmen arbeiten und Einnahmen erwirtschaften, beziehungsweise wie letztendlich die gesamte Wirtschaft kontrolliert und aufrechterhalten wird.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.