Was ist ein Handelsdefizit und welche Auswirkungen hat es auf den Aktienmarkt?

Ein Handelsdefizit, welches oftmals auch unter dem Namen „Nettoexporte“ geläufig ist, beschreibt eine wirtschaftliche Situation, in der ein Land mehr […] (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Ein Handelsdefizit, welches oftmals auch unter dem Namen „Nettoexporte“ geläufig ist, beschreibt eine wirtschaftliche Situation, in der ein Land mehr Waren importiert als exportiertt.

Das Defizit berechnet sich aus dem Warenwert der importierten Güter abzüglich des Exportwertes und wird immer in der Landeswährung des betroffenen Staates angegeben.

Importiert Deutschland beispielsweise Waren im Wert von 900 Milliarden Euro, exportiert jedoch nur 850 Milliarden Euro im Warenwert, hat das Handelswert eine Höhe von 50 Milliarden Euro.

Die Berechnung der Nettoimporte und –exporte kann schwierig sein, da zahlreiche Bereiche der Investitionen berücksichtigt werden müssen. Diese unterteilen sich in Leistungs. und Kapitalbilanzen, welche schlussendlich zusammengerechnet werde, um die Handelsbilanz zu erstellen.

Die Leistungsbilanz gilt als Maßeinheit für alle Geldbeträge, die in den Im- und Export von Waren und Serviceleistungen involviert sind. Darunter fallen auch Zinsen, die im Ausland erwirtschaftet werden und die jegliche Geldtransfers zwischen einzelnen Ländern.

Die Kapitalbilanz erstellt sich aus dem gesamten Austausch von aus- und inländischem Eigentum. Die Nettobeträge dieser Bilanzen werden dann in die Handelsbilanz eingetragen.

Ein länger anhaltendes Handelsdefizit kann negative Auswirkungen auf den Aktienmarkt haben. Importiert ein Land über längere Zeit mehr Waren als es exportiert, nimmt es Schulden auf (genau wie ein privater Haushalt).

Investoren werden die niedrigen Einkaufszahlen von inländischen Unternehmen bemerken, ws negative Auswirkungen auf die Aktienpreise dieser Unternehmen haben wird. Hält dieser Negativtrend dauerhaft an, werden Anleger zukünftig in ausländische Aktien investieren, wo die Renditechancen größer sind.

Hierdurch sinkt die Nachfrage am inländischen Markt und schadet somit der gesamten Börsensituation.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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