Zeitwert ermitteln – So funktioniert es

Jeder, der einmal einen Schadensersatz fordern möchte, muss dafür den Zeitwert von Gegenständen ermitteln.

Im Normalfall ist dieser Wert geringer als der Anschaffungswert. Er ist zudem von der Gebrauchsdauer und dem Zustand des Gegenstandes abhängig.

Der Zeitwert dient als Grundlage, um die Höhe des Schadensersatzes festzulegen.

Welche Informationen notwendig sind

Für die Ermittlung des Zeitwertes benötigt man verschiedene Informationen.

Dazu gehören u. a. der Anschaffungswert, das Alter, die durchschnittliche Gebrauchszeit sowie der Erhaltungs-Zustand des Gegenstandes.

Die notwendigen Angaben zum Zeitwert müssen belegt oder können alternativ auch aus den dafür vorgesehenen Tabellen entnommen werden.

Es gibt hierfür eine allgemeingültige Tabelle des Bundesfinanzministeriums, die je nach Gebrauchsgegenstand variiert.

Nachweise benötigt

Die Höhe des Anschaffungswertes des Gegenstandes muss angegeben und belegt werden.

Sollte der Kunde jedoch keinen Beleg vorlegen können, gibt es allerdings auch die Möglichkeit den Wert zu schätzen. Im Streitfall kann dann auch eine Schiedsstelle hinzugezogen werden.

Mit dem Ausdruck „Durchschnittliche Gebrauchszeit“ ist der Zeitraum gemeint, in dem der Gegenstand aus modischer und ästhetischer Sicht verwendbar ist.

Ein zeitloser Gegenstand ist also bei gleicher Beanspruchung verwendungsfähiger als ein hochmodischer Artikel.

Der Zeitpunkt des Einkaufs mit den dazugehörigen Unterlagen muss entweder belegt oder aber das Alter des Gegenstandes muss geschätzt werden.

Besonders wichtig für die Beurteilung des Zeitwertes ist außerdem der Erhaltungs-Zustand des Gegenstandes.

Daher muss der Artikel, welcher ersetzt werden soll, auch diesbzgl. bewertet werden. Die Einstufung des Erhaltungs-Zustandes eines Gegenstandes gliedert sich dabei in die folgenden Kategorien auf:

  • sehr gut,
  • durchschnittlich
  • und schlecht.

Die Berechnung des Zeitwertes

Den Zeitwert zu ermitteln ist nicht ganz einfach, da es darauf ankommt, um was für einen Gegenstand es sich handelt. Beispielsweise verlieren Elektrogeräte sehr viel schneller an Wert als Textil-Gegenstände.

Mithilfe der Informationen über den Gebrauchsgegenstand kann ganz einfach in den Zeitwert-Tabellen des Bundesfinanzministeriums der prozentuale Zeitwert nachgesehen werden.

Mit dieser Prozentzahl kann dann der Zeitwert ermittelt werden. Die Formel dafür lautet:

Zeitwert (in Euro) = (Anschaffung x prozentualer Zeitwert) : 100

Wichtig ist darüber hinaus auch, dass diese Formel je nach Gegenstand ein wenig variieren kann.

Den Zeitwert ermitteln: Ein Beispiel

Nehmen wir an, Herrn Müller wurde eine Jacke zerrissen. Er hat nun Anspruch auf Schadensersatz.

Herr Müller hat die Jacke für 150 € gekauft (Anschaffungspreis). Durch die Zeitwert-Tabelle erfährt er, dass der prozentuale Zeitwert 70% beträgt.

Die Rechnung würde in diesem Fall wie folgt aussehen:

(150 x 70) : 100 = 105 €

Der Zeitwert beträgt also 105 €.

Für jeden, der herausfinden möchte, wie viel ein gebrauchter Gegenstand noch wert ist, ist diese Rechnung also sehr nützlich.

14. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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