Aktien kaufen leicht gemacht: Definitionen, Erklärungen & Tipps für Einsteiger

Aktienkauf billigst

Aktien kaufen kann für Anfänger eine schwierige Sache sein. Unser Artikel verrät Ihnen die 10 wichtigsten Tipps für einen erfolgreichen Börsen-Start und gute Gewinne. (Foto: iQoncept | Adobe Stock)

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Aktien kaufen erscheint vielen Börsen-Neulingen wie eine undurchschaubar komplizierte Wissenschaft. Doch das muss nicht so sein! Neue Anleger erhalten in diesem Artikel die wichtigsten Grundlagen und Tipps, um den Einstieg ins Aktiengeschäft professionell zu meistern.

In diesem Artikel führen wir Sie Schritt für Schritt durch die wichtigsten Planungspunkte und machen den Aktienkauf für Sie zu einem leicht verständlichen Instrument der Vermögenspflege.

Definition Aktie: Eine Aktie ist ein Wertpapier, durch dessen Erwerb Sie Gesellschafter einer AG oder KGaA werden.

Technische Voraussetzungen: Um Aktien zu kaufen benötigt man ein Wertpapierdepot, entweder über seine Hausbank oder über einen Online Broker.

WKN: Bedeutet Wertpapierkennnummer und ist eine 6-stellige Nummer aus Zahlen und Buchstaben, die jedes Wertpapier eindeutig identifizierbar macht.

ISIN: An internationalen Börsen lassen sich Aktien und andere Wertpapiere anhand der ISIN (International Security Identification Number) unterscheiden.

Was ist eine Aktie?

Eine Aktie ist ein Wertpapier – eine Art Urkunde, die den Anteil an einer Aktiengesellschaft (AG) oder einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) verbrieft. Aktien sind Finanzinstrumente, mit denen sich eine AG oder KGaA Eigenkapital beschaffen kann. Dies geschieht, indem Anteilseigner, auch Aktionäre genannt, Aktien auf dem Aktienmarkt kaufen. Durch den Kauf einer Aktie wird ein Aktionär gleichzeitig Gesellschafter der AG oder KGaA.

In wie viele Aktien das Grundkapital einer AG oder KGaA aufgeteilt wird, wird bereits bei der Gründung festgelegt. Aktien werden in Nennwertaktien und Stückaktien unterschieden:

  • Nennwertaktie / Nennbetragsaktie: Wird mit einem festen, aufgedruckten Nennwert ausgegeben. Beispiel: 1.000 Aktien zu je 100 Euro.
  • Stückaktie / Nennwertlose Aktie: Besitzt keinen festen Nennwert, sondern entspricht einem Anteil am Grundkapital (z.B. 0,2 % am Grundkapital). Theoretisch besitzen auch diese Aktien einen rechnerischen Nennwert.

Der Wert einer Aktie zum Bilanzstichtag wird wie folgt berechnet:

Buchwert: Eigenkapital : Anzahl der Aktien

Warum lohnt es sich Aktien zu kaufen?

Die Frage, warum man Aktien kaufen sollte und warum sich das lohnt, ist einfach beantwortet: Investitionen in Aktien und andere Wertpapiere ist die beste Möglichkeit sein Vermögen aufzubauen. Gerade aufgrund von Niedrigzinsen, sind Aktien durch ihre Rendite ein alternativloses Mittel, um sein Geld langfristig zu vermehren.

Die Investition in Aktien bietet darüber hinaus eine gute Möglichkeit, seine Altersvorsorge zu verbessern.

Wo vollzieht sich der Aktienhandel?

Grundsätzlich gibt es in Deutschland 8 Wertpapierbörsen, eine Devisenbörse, eine Wertpapierterminbörse und eine Warenterminbörse.

Ein Großteil des Aktienhandels wird in Deutschland über die Frankfurter Wertpapierbörse (FWB), welche die wichtigste deutsche Börse ist, und XETRA abgewickelt. Xetra ist eine elektronische Handelsplattform, über die inzwischen ein sehr großer Teil der Börsenumsätze abgewickelt wird.

Die Wertpapierbörse wird auch als Aktien- oder Effektenbörse bezeichnet. Sie ist eine Börse, an der Wertpapiere, Aktien und Derivate im Sinn des jeweiligen nationalen Wertpapierhandelsgesetzes gehandelt werden.

Drei Möglichkeiten, um Aktien zu kaufen

Sie haben drei Möglichkeiten, Aktien zu kaufen: Entweder über Ihre Hausbank, eine Direktbank oder über einen Online Broker. Bei der Hausbank können Sie direkt mit einem Bankberater sprechen und das Wertdepot eröffnen und ggf. verwalten lassen. Um eine Order zu erteilen, haben Sie dann mehrere Möglichkeiten: via Telefon, über das Internet, per Fax oder persönlich vor Ort.

Gleiches gilt bei Direktbanken: Hier können Sie mithilfe eines Online-Antrags ein Wertpapierdepot eröffnen. Direktbanken haben in den meisten Fällen keine Filialen, woraus niedrigere Kontoführungsgebühren und zusätzliche Online-Dienstleistungen Deutschland beliebet Direktbanken sind u. a.:

Die dritte Möglichkeit ein Wertpapierdepot zu eröffnen sind Online Broker. Diese spezielle Finanzdienstleister gelten als besonders günstig. Online Broker bieten für den einfachen Kauf und Verkauf von Aktien Apps an, die sie über Ihr Smartphone steuern können.

Was sind die besten Online Broker für den Aktienkauf?

© s-motive | Adobe Stock

Mittlerweile haben sich zahlreiche Online Broker etabliert. Bei der Auswahl eines Online Brokers sollten Sie u. a. auf die Kosten pro Ausführung achten. Manche Broker bieten eine Flatrate an, bei anderen müssen Sie pro Order zahlen. Zudem sollten Sie schauen, welche Aktien oder ETFs angeboten werden. Sind Sie an einem Sparplan interessiert, sollten Sie vorab schauen, welche Sparpläne bei den unterschiedlichen Online Brokern angeboten werden.

Auf dem deutschen Markt erfolgreich etablierte und beliebte Online Broker sind u. a.:

Aktien kaufen: Welche Angaben sollte man kennen?

Unabhängig davon, auf welchem Weg Sie Ihre Order abgeben, benötigen Sie bei jeder Order die folgenden Angaben:

  • die Angabe, ob es sich um einen Kauf oder Verkauf handelt
  • die genaue Bezeichnung des Wertpapiers/Kontraktes mit der Wertpapierkennnummer (WKN mit 6 Stellen) oder der Internationalen Wertpapierkennnummer (ISIN mit 12 Stellen)
  • das exakte Ordervolumen (Stückzahl)
  • die Gültigkeit der Order
  • den Börsenplatz, an dem Sie Ihre Order platzieren wollen
  • etwaige Orderzusätze (wie ein Kauf- oder Verkaufslimit)

Börsenwissen: Wie kommen Aktienkurse zustande?

Ein Kurs wird durch Angebot (Verkäufer von Aktien) und Nachfrage (Käufer von Aktien) bestimmt. Die „klassische“ Variante der Kursermittlung läuft folgendermaßen ab: Für jede Aktie werden alle eingehenden Kauf- und Verkaufsaufträge im Orderbuch gesammelt.

Stimmt die Preisvorstellung von Käufer (Kauflimit) und Verkäufer (Verkaufslimit) überein, findet der Handel statt – und zwar zu dem Kurs, zu dem der maximale Umsatz (= gehandelte Aktienanzahl) zustande kommt.

Die Aktienbörse ist eine kontinuierliche Auktion. Angebotene Aktien werden an die meistbietenden Marktteilnehmer verkauft. Ist das Angebot einer Aktie höher als die Nachfrage nach ihr, müssen sich die Anbieter mit einem niedrigeren Preis begnügen, wenn sie ihre Aktien losschlagen möchten. Ist hingegen die Nachfrage in einer Aktie höher als das Angebot, dann müssen die Kaufwilligen aufgrund der höheren Konkurrenz mehr Geld bieten, wenn Sie die Aktien besitzen möchten.

Das bedeutet: Wenn Sie Aktien kaufen, die im Kurs gesunken sind, dann kaufen Sie Aktien, die immer weniger Marktteilnehmer haben wollen und die deshalb sehr wahrscheinlich noch weiter absinken. Da Sie indes nur dann mit dem Kauf einer Aktie Geld verdienen, wenn diese im Kurs steigt, ist es folglich wesentlich lukrativer auf Aktien zu setzen, deren Kurs in jüngster Zeit gestiegen ist. Denn genau das dokumentiert anhaltende Nachfrage.

Definition: Kassamarkt vs. Terminmarkt

Auf dem Kassamarkt (auch Spotmarkt genannt) vollzieht sich der Aktienhandel, ebenso wie der Handel mit Waren oder Anleihen – auch Basiswerte genannt werden. Als Kassageschäft wird also der Vertragsabschluss über den Kauf oder Verkauf von beispielsweise Aktien bezeichnet.

Der Kassamarkt ist ein Teilmarkt einer Börse, welcher bei der Abwicklung eines Geschäfts unmittelbar nach dessen Abschluss stattfinden muss. In Deutschland ist dieser Zeitraum auf zwei Tage festgelegt. Das bedeutet: zwei (Börsentage) später wird Ihr Konto beim Kauf mit dem Kaufpreis belastet und die Aktie oder die Anleihe in Ihr Depot eingebucht.

Der Terminmarkt bildet das Komplement zum Kassamarkt. Während das Geschäft beim Kassamarkt spätestens nach zwei Handelstagen erfüllt sein muss, muss es am Terminmarkt mindestens drei Handelstage nach dem Geschäftsabschluss beidseitig erfüllt sein. An Terminmärkten werden Wertpapiere, Devisen, Metalle und weitere Derivate gehandelt.

Zehn Tipps für Aktieneinsteiger

Tipp 1) Verstehen Sie zuerst den Aktienhandel

Der erste Tipp mag vielleicht etwas überflüssig wirken, ist aber in Wahrheit für viele Anleger der Schlüssel zum erfolgreichen Start an der Börse: Wer Aktien kaufen möchte, sollte den gesamten Mechanismus des Wertpapierhandels kennen und verstanden haben.

Schon der legendäre Börsen-Guru Warren Buffett predigte einst, dass man immer nur in Produkte investieren solle, die man auch begreift. Dieser Ratschlag gilt natürlich in besonderem Maße für die Grundlage des Investments selbst, also die Aktien.

Tipp 2) Investieren Sie nur freies Geld in Aktien

Aktien sind insbesondere langfristig eine ertragreiche Geldanlage. Die Aktienmärkte haben in den vergangenen 20 Jahren weltweit im Durchschnitt rund 8% Rendite pro Jahr gebracht – trotz aller Krisen. Inflationsbereinigt fällt dieser Wert zwar etwas niedriger aus. Dennoch sind Aktieninvestments in der heutigen Niedrig-Zins-Phase attraktiver denn je.

Stellen Sie sicher, dass Ihr Startkapital nicht anderweitig benötigt wird – und das weder heute noch in einigen Jahren.

Tipp 3) Definieren Sie vor dem Aktienkauf Ziele

Ein Aktienkauf muss auf Grundlage einer soliden Planung erfolgen.

Daher sind die folgenden Fragen von entscheidender Bedeutung für Ihren Erfolg als Anleger:

  • Was sind Sie bereit zu investieren?
  • Wie hoch ist Ihr finanzielles Polster?
  • Was sind die minimalen und maximalen Summen, die Sie investieren wollen?
  • Würden Sie es verkraften, Geld zu verlieren?

Das führt uns auch direkt zum nächsten Punkt: Wie hoch soll Ihr Gewinn sein? Allgemein gilt die Faustregel „hohe Rendite gleich hohes Risiko“. Wollen Sie viel Rendite erwirtschaften? In diesem Fall sollten Sie im Ernstfall nicht zu sehr an Ihrem Geld hängen.

Tipp 4) Mehrere Aktien kaufen und Risiko streuen

Für Anfänger lohnt der Gedanke der Diversifikation. Ihr Geld sollte möglichst breit gestreut angelegt werden. Kaufen Sie hierfür nicht nur eine Einzel-Aktie, sondern mehrere, denn eine Streuung verteilt die Risiken und bringt mehr Sicherheit.

Die Mischung hängt vom persönlichen Risiko-Rendite-Profil und dem verfügbaren Anlagekapital ab. Ein Aktienportfolio muss aber auch gepflegt werden. Mit der Verwaltung zu vieler Akten kommt man schnell an seine Grenzen. Deshalb sollten gerade Anfänger nicht mehr als 10 bis 15 Aktien kaufen und in ihrem Depot halten.

Tipp 5) Informieren, kaufen, verwalten

Nach dieser Grundplanung geht es an die konkrete Auswahl verschiedener Aktien. Hierzu muss man sich vorab gründlich über die einzelnen Unternehmen informieren, die für einen Aktienkauf infrage kommen. Wichtig hierbei sind:

  • Kennzahlen
  • Marktchancen
  • Marktumfeld
  • Analysen
  • Bewertungen bzw. Empfehlungen von Analysten

Wer von einem bestimmten Unternehmen Aktien kaufen will, der muss es genau kennen. Hilfe können Sie dabei von aktuellen Aktien- und Unternehmensberichten erwarten, die auf Finanzportalen kostenlos angeboten werden.

Sie sollten sich zuvor auch über die Gebühren beim Aktienkauf und Aktienhandel informieren. Direktbanken sind günstiger und sparen Kosten. Alle Gebühren und Transaktionskosten, die beim Aktien kaufen und natürlich auch dem späteren Verkauf entstehen, schmälern den erstrebten Gewinn.

Experten-Tipp: Eröffnen Sie nicht automatisch bei Ihrer jahrelang genutzten Bank ein Depot. Informieren Sie sich vorher über die Konditionen und vergleichen Sie die Angebote.

Kommen wir nun in die Testphase: Testen Sie sich selbst und ihre Unternehmensaktien in einem sicheren Umfeld. Zu diesem Zweck gibt es mittlerweile mehrere Online-Simulatoren, mit denen Sie den Aktienhandel „nachspielen” können. Sie erhalten ein Kontingent, investieren, und sehen, was passiert, ohne tatsächlich Verluste zu erleiden.

Tipp 6) Höchst-/ Mindestkurs für Kauf und Verkauf festlegen

Wichtig: Für den Aktienhandel sollten Sie sich immer feste Grenzen setzen, also einen Höchst- bzw. Mindestkurs für Kauf und Verkauf festlegen. Damit bleiben Sie stets im planbaren Bereich und vermeidet Verluste bei Kursausschlägen. Feste Grenzen bewahren vor der eigenen Gier. Lieber Gewinne innerhalb der Grenzen mitnehmen und sicher reinvestieren als hinterher mit völlig leeren Händen dazustehen.

Tipp 7) Vorsicht bei Bankempfehlungen

Wie wichtig es ist, sich selbst gut zu informieren, zeigt sich auch beim Bankberater. Hier heißt es, aufpassen, mitdenken und sich nicht zu Entscheidungen drängen lassen. Berater, die Provisionen erhalten oder Vorgaben der Bank umsetzen müssen, empfehlen nicht immer das, was der Anleger braucht. Auch bei der Beratung gilt das Prinzip der Diversifikation: Ein breit gestreutes Spektrum verschiedener Informationsquellen hilft dabei, Risiken zu vermeiden.

Tipp 8) Bleiben Sie am Aktienmarkt investiert

Experten sehen mehrheitlich die Gefahr, dass die Risiken am Aktienmarkt über- und die Risiken für den Anleihenmarkt unterschätzt werden. In den vergangenen Jahren sind große Investitionssummen in die vermeintlich sicheren Staatsanleihen geflossen; zunächst weil die Renditen noch attraktiv waren, dann weil die Angst vor weiteren Krisen eine Fluchtbewegung raus aus Aktien und hinein in Anleihen ausgelöst hat.

Mittlerweile reichen die Zinsen am Anleihemarkt kaum aus, um überhaupt die bislang niedrigen Inflationsraten zu erwirtschaften. Dieses Problem am Anleihenmarkt begünstigt auf der anderen Seite den Aktienmarkt-Aufschwung, der von Anlegern wieder zunehmend als Alternative in Betracht gezogen werden sollte.

In den kommenden Jahren werden die Kapitalströme in den Aktienmarkt-Aufschwung weiter tragen. Bleiben Sie also trotz kurzfristiger Rücksetzer investiert.

Tipp 9) Vermeiden Sie zu offensive Aktien

Viele Anleger waren lange Zeit in Aktien unterinvestiert und versuchten dann durch sehr offensive Aktien das Verpasste aufzuholen. Doch vergessen werden darf nicht, dass auch ein lange Zeit bestehender Aufschwung einmal ein Ende hat. Das Risiko besteht, dass der Aktienmarkt im reifen Stadium eines Aufschwungs selektiver ansteigt als zuvor.

Vermeiden Sie in solchen Zeiten hochriskante Aktien mit fragwürdigen Geschäftsmodellen und setzen Sie auf Aktien von Qualitätsunternehmen.

Tipp 10) Ignorieren Sie das politische Tagesgeschehen

Fokussieren Sie sich auf das, was die Märkte wirklich bewegt. Und das ist letztlich vor allem der Verlauf der Konjunktur, die sich politischem Geschehen auch weiterhin in einer Aufschwungphase befinden kann. Schenken Sie politischen Themen und geopolitischen Ereignissen also nicht mehr Bedeutung als angemessen.

Wall Street – shutterstock_267083465 Matej Kastelic

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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