+++ GRATIS Online-Sendung: Money Movement - Der neue Börsenstammtisch für Anleger | am 06.02, 18 Uhr +++

Spread bei Aktien: Was ist die Geld-Brief-Spanne?

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Spread handelt es sich um die Differenz zwischen dem Kauf- und dem Verkaufskurs
  • Oft ist der Spread identisch mit der sogenannten Geld-Brief-Spanne
  • Beim Handel kann der Spread einen Kostenfaktor darstellen
  • Angegeben werden Spreads entweder Pips, Punkten oder Ticks

Wenn Sie schon einmal Aktien gehandelt haben, wird Ihnen als Marktteilnehmer vermutlich aufgefallen sein, dass es zu jedem Wertpapier zwei Kurse gibt. Zum einen ist das der Kaufkurs und zum anderen der Verkaufskurs, alternativ als Geld- und Briefkurs bezeichnet. Die Differenz zwischen diesen zwei Kursen trägt den Namen Spread.

In unserem Beitrag erfahren Sie, worum es sich beim Spread handelt und was die Geld-Brief-Spanne ist. Ferner gehen wir darauf ein, wie Spreads angegeben werden, was die Geld-Brief-Spanne ist und wir verdeutlichen die Kursdifferenz anhand von Beispielen.

Was ist der Spread?

Spread aus dem Englischen übersetzt bedeutet soviel wie Sprühen, im weiteren Sinne Differenz. Tatsächlich handelt es sich beim Spread um die Differenz zwischen zwei Kursen. An den Finanzmärkten betrifft das zum einen den Geldkurs und zum anderen den Briefkurs. Alternativ wird einerseits vom Kauf- und andererseits vom Verkaufskurs gesprochen.

Der Spread ist – je nach Finanzinstrument – mitunter gleichbedeutend mit der Geld-Brief-Spanne, hat allerdings zum Teil noch eine zusätzliche Bedeutung. Darauf gehen wir im nächsten Abschnitt etwas näher ein. Den Spread gibt es deshalb, weil entweder Banken und Broker zwei unterschiedliche Kurse stellen oder sich schlichtweg aufgrund von Angebot und Nachfrage, zum Beispiel bei den Aktienkursen, zwei unterschiedliche Kurse am Markt finden. Der Spread kommt als Geld-Brief-Spanne allerdings nicht nur beim Handel mit Aktien zum Tragen, sondern ebenfalls bei den folgenden Finanzprodukten: 

  • Devisen
  • Derivate wie CFDs
  • Verschiedene andere Wertpapiere, beispielsweise Anleihen

Was ist die Geld-Brief-Spanne?

Der Begriff Geld-Brief-Spanne wird oft beim Handel mit Aktien verwendet. An den Börsen gibt es immer zwei Kurse, die sich auf die Aktie als Finanzinstrument beziehen. Zum einen ist das der Geldkurs und zum anderen der Briefkurs. Der Geldkurs ist im direkten Vergleich mit dem Briefkurs stets niedriger, sodass sich aus dieser Differenz die Geld-Brief-Spanne ergibt. Wenn Sie zum Beispiel Aktien kaufen möchten, müssten Sie das zum Briefkurs tun, denn zu diesem werden die entsprechenden Wertpapiere angeboten. 

Der Briefkurs ist dementsprechend ein Angebotskurs, der Geldkurs demgegenüber ein Nachfragekurs. Kurz haben wir im vorherigen Abschnitt beschrieben, dass der Spread die Differenz zwischen dem Geld- und dem Briefkurs ist, also zwischen einem Kauf- und einem Verkaufskurs, darstellt. In dieser Hinsicht ist der Spread demzufolge beim Handel mit Aktien und auch im Bereich des Devisenhandels tatsächlich das Gleiche wie die Geld-Brief-Spanne.

Dennoch hat das der Spread bei manchen Handelsinstrumenten eine zusätzliche Bedeutung. Das wird insbesondere am Beispiel CFD Trading deutlich. Dort stellt der Broker bei den jeweiligen Differenzkontrakten auf Grundlage des Basiswertes ebenfalls zwei Kurse, nämlich einen Kauf- und einen Verkaufskurs. Für Trader handelt es sich gleichzeitig um Transaktionskosten im weiteren Sinne, weil sie eben die entsprechenden CFDs zu einem höheren Kurs kaufen als Sie diese verkaufen können. Deshalb ist der Spread in dem Fall für den Broker eine Einnahmequelle, für Sie als Trader hingegen ein Kostenfaktor. 

Die Geld-Brief-Spanne: Beispiel für Anleger

Im Folgenden möchten wir anhand eines Beispiels verdeutlichen, wie Sie sich die Geld-Brief-Spanne im täglichen Handel an den Börsen bei Aktien vorstellen können. Dazu gehen wir von folgenden Daten und Zahlen aus: 

Verkaufskurs (Bid) Aktien: 214 Euro

Kaufkurs (Aks): 212 Euro

Geld-Brief-Spanne: 2 Euro

Wenn an einer Börse nur diese zwei Aufträge vorliegen würden, würden diese nicht matchen, wenn beide Handelsakteure und Marktteilnehmer ein entsprechendes Limit vorgeben haben. In solchen Fällen wird in der Regel ein sogenannter Mittelkurs gebildet, der in dem Fall bei 213 Euro liegt. Zu dem Kurs könnte der Auftrag auf beiden Seiten ausgeführt werden, wenn natürlich zusätzlich die Stückzahl kompatibel ist. In dem Fall ist die Geld-Brief-Spanne als Spread für die Marktakteure allerdings kein direkter Kostenfaktor, wie es beim Handel mit CFDs der Fall wäre.

Wie werden die Spreads angegeben? 

Während zum Beispiel auf Xetra neben dem Geldkurs und dem Briefkurs eben auch die Geld-Brief-Spanne daraus abgeleitet zu erkennen ist, findet die Angabe des Spreads bei manch anderen Finanzinstrumenten auf eine etwas andere Art und Weise statt. Nehmen wir den Devisenhandel und den Handel mit Differenzkontrakten (CFDs) als Beispiele, dann findet die Angabe des Spreads insbesondere in den folgenden Formen statt:

  • Pips 
  • Punkte
  • Ticks

Der Begriff Punkte oder auch Pips kommt vor allen Dingen bei Aktien und Index-CFDs zum Tragen, also beispielsweise bei DAX-CFDs. Da der Deutsche Aktienindex in Punkten notiert, wird der Spread in dem Fall auch in Punkten (Pips) angegeben. Wie das in der Praxis aussieht, möchten wir ebenfalls an einem kurzen Beispiel veranschaulichen.

Punkte (Pips) als Beispiel

  • Kaufkurs DAX-CFD: 13.203 Punkte
  • Verkaufskurs DAX-CFD: 13.200 Punkte
  • Spread: 3 Pips (Punkte)

Sie erkennen hier am Spread, dass Sie bei DAX-CFDs in dem Fall etwas mehr, nämlich drei Punkte (gleichbedeutend mit drei Euro) zahlen müssen, als wenn Sie die gleichen CFDs veräußern. Die Differenz ist demzufolge der Spread von drei Punkten. 

Wenn Sie statt CFDs zum Beispiel Devisen handeln, dann nicht von Pips oder Punkten, sondern von sogenannten Ticks gesprochen. In diesem Fall kennzeichnet ein Tick die kleinstmögliche Preisänderung hinter dem Komma. Bei Punkten bzw. Pips hingegen geht es um die kleinstmögliche Preisänderung vor dem Komma. Auch zu den

Ticks als Spread Angabe – Beispiel

  • Kaufkurs US-Dollar (vs. Euro): 1,5304 Dollar
  • Verkaufskurs US-Dollar: 1,5308 Dollar
  • Spread: 4 Ticks (=0,04 Cent)

In dem Fall besteht der Spread aus vier Ticks, also einer Kursdifferenz in der vierten Nachkommastelle. 

Was gilt als hoher Spread?

Die Höhe der Spreads ist sowohl bei Devisen als auch CFDs und anderen Finanzprodukten in größerem Umfang davon abhängig, wie liquide der Markt und damit die Finanzinstrumente sind. Bei einer relativ guten Liquidität sind die entsprechenden Spreads meistens moderat. Handelt es sich hingegen um einen – zumindest kurzfristig – nicht liquiden Markt, gehen auch die Spreads deutlicher in die Höhe. 

Allerdings lässt sich pauschal nur schwer definieren, was nun ein (besonders) hoher und was ein guter, also für Trader günstiger Spread ist. Bei den bereits erwähnten DAX-CFDs zum Beispiel stellen viele CFD Broker einen Spread zwischen zwei bis vier Punkten, was als vergleichsweise niedrig und somit günstig gilt. Bei exotischeren Indizes sind hingegen Spreads zwischen 10 und 20 Punkten durchaus keine Seltenheit. Es hängt also definitiv stets vom entsprechenden Basiswert und Finanzprodukt ab, wann ein Spread hoch oder für den Trader günstig ist.