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Die 13 wichtigsten Kriterien bei der Aktienauswahl

Die 13 wichtigsten Kriterien bei der Aktienauswahl
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Inhaltsverzeichnis

Aktien sollten Sie nicht aus dem Bauch heraus auswählen, sondern sich nach bestimmten Kriterien richten. Meistens ist die Aktienanlage erfolgreicher, wenn Sie die Selektion der einzelnen Aktientitel anhand festgelegter Kriterien vornehmen. 

In unserem Beitrag möchten wir daher die aus unserer Sicht wichtigsten Kriterien bei der Aktienauswahl nennen, die vielleicht auch Ihnen dabei helfen können, zukünftig möglichst erfolgreich beim Aktienkauf und generell beim Investment in die Wertpapiere zu sein.

1. Positiver Kursverlauf in der Vergangenheit

Die Chartanalyse spielt eine wichtige Rolle für Anleger, die sich darauf basierend für oder gegen bestimmte Aktien entscheiden. Daher sollten Sie bei der Aktienauswahl durchaus darauf achten, dass die Kursentwicklung in der Vergangenheit positiv gewesen ist und Sie mit einem Investment in die Wertpapiere rückblickend rentabel gearbeitet hätten. Die Wahrscheinlichkeit einer auch zukünftig positiven Kursentwicklung ist definitiv bei solchen Aktien besser, als wenn sich das Wertpapier in der Vergangenheit durch häufigere oder größere Kursverluste sowie eine hohe Volatilität im negativen Sinne ausgezeichnet hätte.

2. Bevorzugen Sie Marktführer in einer Branche

Neben der Charttechnik sind es insbesondere die fundamentalen Daten und Zahlen, die ebenfalls zu den wichtigsten Kriterien bei der Aktienauswahl zählen. Erfolg versprechend ist es zum Beispiel, wenn Sie auch solche Aktientitel auswählen, zu denen die entsprechende Aktiengesellschaft in ihrer Branche zu den Marktführern zählt. Ein Vorteil besteht darin, dass es nur sehr schwer möglich sein wird, dass die jeweiligen Aktiengesellschaften von ihren Mitbewerbern am Markt verdrängt werden. 

Ein weiterer Vorteil, durch den sich Marktführer innerhalb einer Branche meistens auszeichnen können, ist ein größerer Spielraum bei der Preisgestaltung der eigenen Produkte oder Dienstleistungen. Das wiederum kann zu höheren Gewinnmargen führen, die sich dann unter Umständen – für Anleger interessant – in Form höherer Dividendenausschüttungen auswirken können.

3. Global Player mit geringerem Risiko

Bei der Auswahl Ihrer zukünftigen Aktientitel sollten Sie darauf achten, dass es sich um möglichst große Unternehmen handelt, sogenannte Global Player. Das Unternehmen sollte demnach international tätig sein und nicht nur in einer Region die entsprechenden Produkte oder Dienstleistungen anbieten. Bei Global Playern ist das Risiko geringer, weil bei einem Einbruch den regionalen Märkten dieser nicht selten durch bessere Gewinne auf anderen Märkten in anderen Regionen ausgeglichen werden kann.

4. Aktiengesellschaften mit Produkten des täglichen Bedarfs

Im Rahmen der Aktienauswahl sollten Sie auch auf die Branche achten, in welcher das entsprechende Unternehmen tätig ist. Hier empfehlen viele Experten, dass Anleger solche Aktiengesellschaften favorisieren sollten, die sogenannte Produkte des täglichen Bedarfs produzieren. Der Grund besteht darin, dass diese Waren immer benötigt werden, auch in Krisenzeiten. Dazu gehört zum Beispiel die folgenden Güter:

  • Getränke
  • Grundnahrungsmittel
  • Hygieneartikel wie Toilettenpapier
  • Tierfutter

5. Unternehmen mit stetigen Wachstumsraten bevorzugen 

Besonders positiv sind auch im Rahmen der Aktienauswahl solche Unternehmen, die sich durch ein kontinuierliches Umsatz- und Gewinnwachstum auszeichnen können. Sind die Gewinne zum Beispiel in den letzten Jahren stetig immer mehr gestiegen, spricht das eindeutig für ein gesundes Unternehmen. Daher ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch in den nächsten Jahren Gewinne erzielt werden können.

6. Wählen Sie Dividendentitel

Immer mehr Anlegern ist beim Investment in Aktien nicht nur der Kursgewinn wichtig, sondern auch ein kontinuierlicher Ertrag. Deshalb entscheiden sich Investoren zunehmend für sogenannte Dividendentitel. Dabei handelt es sich um Aktiengesellschaften, die auf der Basis des Kurses und der ausgeschütteten, nominalen Dividende, eine überdurchschnittlich gute Dividendenrendite haben. Allerdings sollten Sie nicht nur auf die Höhe der nominalen Dividende achten, sondern definitiv auf die Dividendenrendite sowie ebenso auf die Kontinuität der Dividendenzahlung in der Vergangenheit.

7. Unternehmen mit hoher Eigenkapitalquote bevorzugen

Wie eingangs bereits erwähnt, spielen insbesondere fundamentale Daten eine große Rolle bei den Kriterien zur Aktienauswahl. Sie sollten unter anderem bevorzugt solche Unternehmen wählen, die eine relativ hohe Eigenkapitalquote haben. Dementsprechend ist nämlich auf der anderen Seite der Verschuldungsgrad mit Fremdkapital relativ gering, was vor allen Dingen in Krisenzeiten sehr positiv ist. Die meisten Experten raten dazu, dass das Eigenkapital mindestens 30 Prozent an der Bilanzsumme ausmachen sollte, die Eigenkapitalquote dann also bei 30 Prozent liegen würde.

8. Nur in Aktien investieren, bei denen Sie das Angebot der AG verstehen

Grundsätzlich sollte man nicht in Produkte bzw. Wertpapiere investieren, bei denen man nicht versteht, was das dahinter stehende Unternehmen eigentlich in der Praxis macht. Auf eine Aktiengesellschaft bezogen bedeutet das, dass Sie nur solche Aktientitel erwerben sollten, bei denen Sie die Geschäftstätigkeit des Unternehmens komplett verstehen. Sie sollten also beispielsweise wissen, welche Produkte hergestellt werden oder welche Dienstleistungen die Aktiengesellschaft offeriert.

9. Achten Sie auf unterbewertete Aktien mit niedrigem KGV

Bei der Aktienauswahl sollten Sie auch auf solche Wertpapiere achten, die ein möglichst niedriges KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) haben. Dann handelt es sich nämlich um – rein rechnerisch – unterbewertete Aktientitel, sodass die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass es zukünftig Kurssteigerungen geben wird. Das KGV können Sie sehr einfach berechnen, indem Sie nämlich den Kurs der Aktie durch den Gewinn je Aktie dividieren.

10. Kaufen Sie Aktien mit geringer Volatilität

Falls Sie nicht spekulativ eingestellt sind, sollten Sie bei Aktien als weiteres Auswahlkriterium auf eine möglichst geringe Volatilität (Schwankungsbreite) des entsprechenden Wertpapiers achten. Eine hohe Volatilität ist nämlich stets mit einem ebenfalls höheren Risiko gleichzusetzen. Bei Aktienwerten mit einer relativ starken Schwankungsbreite können sich insbesondere wirtschaftliche Entwicklungen, aber auch politische Ereignisse und Krisen, deutlich negativer im Kurs niederschlagen, als es bei Aktienwerten mit einer verhältnismäßig geringen Volatilität der Fall ist.

11. Wählen Sie Unternehmen mit hohem Cashflow

Ebenfalls zu den interessanten Unternehmenskennzahlen zählen neben der Eigenkapitalquote, dem KGV und der Eigenkapitalrendite der Cashflow. Es handelt sich dabei um den Geldzufluss eines Unternehmens, der innerhalb eines bestimmten Zeitraums gemessen wird. Grundsätzlich steht ein guter Cashflow für eine ausreichende Liquidität, was für Unternehmen grundsätzlich von großer Bedeutung ist. Zudem sagt ein positiver Cashflow zum Beispiel aus, dass es sich um ein vergleichsweise finanzstarkes Unternehmen handelt.

12. Aktien aus einer Wachstumsbranche wählen

Wenn Sie mit einem Blick in die Zukunft investieren und entsprechend interessante Aktienwerte auswählen möchten, dann sollten Sie darauf achten, dass das Unternehmen sich in einer sogenannten Wachstumsbranche befindet. Dann sind nämlich die Aussichten gut, dass nicht nur aktuell Gewinne erzielt werden, sondern dies voraussichtlich auch für die Zukunft gilt. Wachstums- bzw. Zukunftsbranchen, die es Ende 2022 gibt, sind zum Beispiel:

  • IT- und Technologiesektor
  • Biotechnologie
  • Nachhaltigkeit
  • Digitalisierung
  • Online-Handel
  • Erneuerbare Energien

In diesen Wachstumsbranchen sind die Unternehmen beim Anstieg von Umsätzen und Gewinnen nicht selten im mittleren, zweistelligen Prozentbereich, angesiedelt. Das bedeutet meistens auch für die entsprechenden Aktien eine sehr positive Kursentwicklung.

13. Unternehmen mit Preisfestsetzungsmacht

Der Begriff der Preisfestsetzungsmacht haben Sie in der Form vielleicht noch nicht gehört. Gemeint ist damit, dass das jeweilige Unternehmen aufgrund einer guten Marktstellung die Möglichkeit besitzt, zum Beispiel während einer Inflation die Preise – auch über einen längeren Zeitraum – anzuheben, aber trotzdem kein nennenswerter Rückgang der Verkaufszahlen festzustellen ist. Eine solche Preisfestsetzungsmacht existiert meistens ab einem bestimmten Marktanteil oder die angebotenen Produkte bzw. Dienstleistungen haben ein (relatives) Alleinstellungsmerkmal.