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Aktien als Investment: Vorteile und Nachteile im Überblick

Aktien als Investment: Vorteile und Nachteile im Überblick
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Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Zu den Vorteilen der Anlage in Aktien zählen zum Beispiel eine große Auswahl an Wertpapieren, eine durchschnittlich gute Rendite sowie hohe Flexibilität
  • Ebenfalls profitieren Anleger beim Aktienhandel von einem Inflationsschutz, der Aussicht auf zuverlässige Erträge in Form von Dividenden und eine Teilhaberschaft am Unternehmen
  • Zu den Nachteilen der Anlage in Aktien zählen vor allem das Risiko inklusive Totalverlustrisiko sowie teilweise nicht kalkulierbare Kursschwankungen

Der Aktienkauf ist sowohl mit Vorteilen als auch Nachteilen verbunden. Diese treffen meistens sowohl auf Einzelaktien als auch auf einen Aktiensparplan zu.

Was sind die Vorteile des Aktienhandels? 6 Vorzüge von Aktien 

Ein Aktienkauf ist für Anleger sowohl mit Vorteilen als auch Nachteilen verbunden. Für die meisten Investoren und Trader überwiegen die Vorzüge beim Aktienhandel, sodass die Wertpapiere prinzipiell interessant sind. Wir möchten uns in den nächsten Abschnitten zunächst mit den Vorzügen beschäftigen, diese Sie beim Aktienkauf und Investment in die Wertpapiere haben.

Vorteil 1: Sehr gute Renditechancen bei Aktien

Den größten Vorteil sehen die meisten Anleger beim Aktienhandel darin, dass die Wertpapiere mit einer durchschnittlich sehr guten Rendite ausgestattet sind. Gemessen am Risiko handelt es sich um eine der renditestärksten Anlageformen überhaupt. Allerdings können Einzelaktien von der durchschnittlichen Rendite her deutlich abweichen, da zum Beispiel Kursgewinne immer von den einzelnen Wertpapieren abhängig sind. 

Welche Rendite Sie im Durchschnitt mit Aktien erzielen können, zeigt zum Beispiel ein Blick auf den Deutschen Aktienindex. Dieser wird seit 1987 notiert und konnte seinen Punktestand innerhalb der letzten 35 Jahre um etwa 1.200 Prozent steigern. Das bedeutet, dass Sie zum Beispiel mit DAX Werten im Durchschnitt eine Jahresrendite zwischen acht und neun Prozent erzielen konnten.

Vorteil 2: Große Auswahl bei den Wertpapieren

Ein weiterer Vorteil besteht beim Aktienkauf darin, dass Sie eine große Auswahl an Wertpapieren haben. Weltweit werden an den Börsen viele Tausend Aktienwerte gehandelt, zwischen denen Sie sich entscheiden können. Wenn Sie zum Beispiel an einer deutschen Börse den Aktienhandel betreiben möchten, dann stehen Ihnen grundsätzlich aus folgenden Kategorien die entsprechenden Aktienwerte zur Verfügung:

  • Inländische Standardwerte
  • Inländische Nebenwerte
  • Ausländische Standardwerte
  • Ausländische Nebenwerte

Standardwerte sind in aller Regel die Aktien der großen Aktiengesellschaften, wie zum Beispiel die 40 DAX Titel. Nebenwerte hingegen sind die Aktien kleinerer und mittelständischer Unternehmen, die dann zum Beispiel im SDAX notiert werden.

Vorteil 3: Inflationsschutz durch Sachwertanlage in Aktien

Insbesondere in Zeiten hoher Inflationsraten kommt ein weiterer Vorteil der Aktien zum Tragen, nämlich der Inflationsschutz. Die Wertpapiere zählen zu den Sachwertanlagen, weil Sie faktisch in die Vermögenswerte der Aktiengesellschaft investieren. Dazu gehört unter anderem auch das Anlagevermögen, welches zum Beispiel aus Grundstücken, Gebäuden, Maschinen und Fahrzeugen bestehen kann. 

Sie legen Ihr Geld beim Aktienkauf also in das Unternehmen an und werden somit zum Miteigentümer, auch über die zuvor genannten Vermögenswerte. Da die Kurssteigerungen und Kursschwankungen bei Aktien unabhängig von der Entwicklung der Zinsen sind, greift an dieser Stelle der beliebte Inflationsschutz.

Vorteil 4: Miteigentümer am Unternehmen und Mitspracherecht 

Für manche Anleger ist es ein weiterer Vorteil eines Aktieninvestments, dass sie dadurch Miteigentümer an einem Unternehmen werden und entsprechendes Mitspracherecht besitzen. Dieses können Sie auf der jährlich stattfindenden Hauptversammlung ausüben. Dort werden diverse Abstimmungen getätigt, wie zum Beispiel über die Ausschüttung einer Dividende auf Grundlage des aktuellen Geschäftsjahres. Sie haben dann auf der Hauptversammlung pro Aktie ein Stimmrecht und können so – natürlich in begrenztem Umfang – Einfluss auf die Entscheidungen des Unternehmens nehmen.

Vorteil 5: Hohe Liquidität beim Aktienhandel 

Für Anleger ist eine möglichst jederzeitige Verfügbarkeit Ihres angelegten Kapitals wichtig und damit eine hohe Liquidität. In dieser Rubrik können Aktienwerte definitiv punkten. Sie haben jederzeit die Möglichkeit, die Wertpapiere an einer Börse oder auch im außerbörslichen Handel zu veräußern. Dementsprechend dauert es in der Regel keine 24 Stunden, bis Sie Ihr in Aktien angelegtes Kapital liquidiert haben. Ausnahmen sind lediglich exotischere Nebenwerte, bei denen zum Teil über Tage hinweg kein Börsenhandel stattfindet.

Vorteil 6: Spannendes Investment in Wertpapiere

Nicht zuletzt entscheiden sich manche Anleger auch deshalb für den Aktienhandel, weil es sich durchaus um eine spannende Investition handelt. Das gilt insbesondere für den Fall, dass Sie selbst die Einzelaktien auswählen, die Sie kaufen möchten. Manchen Anlegern macht es schlichtweg Spaß, sich mit den Wertpapieren zu beschäftigen, Research zu betreiben und dann letztendlich zu entscheiden, welche Wertpapiere gekauft werden. Dabei können häufig Hilfen in Anspruch genommen werden, wie zum Beispiel die Chart- oder Fundamentalanalyse

Im Folgenden möchten wir noch einmal die Vorteile des Aktienhandels zusammenfassen und übersichtlich die wichtigsten Vorzüge eines Aktieninvestments nennen:

  • Durchschnittlich sehr gute Rendite
  • Große Auswahl an Aktien werden
  • Inflationsschutz
  • Schnelle Verfügbarkeit des Kapitals
  • Miteigentum an Unternehmen
  • Spannende Geldanlage
  • Flexibilität
  • Aussicht auf Kursgewinne und regelmäßige Erträge durch Dividenden

Was sind die Nachteile des Aktienhandels? 4 Nachteile von Aktien 

Für meisten Anleger überwiegen zwar die Vorteile des Aktienhandels, aber natürlich sollten Sie auch die Nachteile kennen, die mit Aktieninvestments verbunden sind.

Nachteil 1: Risiko von Verlusten bis hin zum Totalverlust

Das Hauptrisiko besteht bei einem Aktieninvestment sicherlich darin, dass Kursverluste entstehen können. Börsenkurse bilden sich bekanntlich auf Grundlage von Angebot und Nachfrage. Dementsprechend gibt es eine Reihe von Einflussfaktoren, die zum Beispiel zu einer sinkenden Nachfrage bei den Wertpapieren führen können. Das wiederum hat in der Regel einen Kursrückgang bei den betroffenen Aktienwerten zur Folge.

Kursschwankungen und damit auch Kursverluste kann es bei den Wertpapieren faktisch jederzeit geben. Sogar einen Totalverlust Ihres investierten Kapitals können Sie nicht ausschließen, sollte die entsprechende Aktiengesellschaft insolvent werden. Sogar große Unternehmen sind davor nicht vollständig geschützt, wie zum Beispiel der Fall Wirecard in der jüngsten Vergangenheit leider eindrucksvoll bewiesen hat. Das Risiko von Kursverlusten wird allerdings über die Jahre hinweg immer geringer, je längerfristiger der Anlagehorizont ist.

Nachteil 2: Keine fest kalkulierbaren Erträge beim Aktieninvestment

Als weiteren Nachteil sehen manche Anleger bei einem Aktieninvestment die nicht fix kalkulierbaren Erträge an. Mit Kursgewinnen oder Kursverlusten lässt sich ohnehin nicht rechnen. Aber auch bei einer Ausschüttung von Dividenden ist nicht unbedingt gewiss, wie hoch die Dividende im nächsten Jahr ausfallen wird. Bei sogenannten Dividendentiteln haben Sie allerdings zumindest die Möglichkeit, ungefähr einschätzen zu können, wie hoch Ihre Erträge im Zuge der nächsten Dividendenzahlung ausfallen könnten.

Nachteil 3: Teilweise unkalkulierbare Einflussfaktoren auf Aktienmärkte

Ein weiterer Nachteil des Aktienhandels besteht darin, dass es zum Teil unkalkulierbare und nicht vorhersehbare Einflussfaktoren gibt, die sich auf die Börsenkurse und damit auch auf die Kurse von Aktien auswirken. Jüngste Beispiele sind zum einen die Corona-Pandemie und zum anderen der russische Angriffskrieg in der Ukraine. Mit beiden Ereignissen konnte man nicht rechnen, jedoch haben die Börsen – zumindest vorübergehend – jeweils sehr heftig im negativen Sinne reagiert. 

Sowohl zu Beginn der Corona-Pandemie als auch zum Anfang des Ukraine-Krieges gab es an den Börsen teilweise deutliche Kursverluste. Derartige und andere Ereignisse können immer wieder und ohne Vorwarnung auftreten, sodass Kursschwankungen bei Aktien wortwörtlich von heute auf morgen auftreten können. Aus dem Grund empfehlen Experten, beim Aktienhandel eher etwas längerfristiger zu denken, denn dann können – vorübergehende – Kursverluste oft einfach ignoriert werden.

Nachteil 4: Keine Steuervorteile mehr bei Aktien

Ein weiterer Nachteil der Anlage in Aktien ist im Prinzip der Wegfall eines Vorteils, den es bis einschließlich 2008 gab. Zu diesem Zeitpunkt waren Kursgewinne aus dem Handel mit Aktien nämlich unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei. Das galt insbesondere, wenn zwischen dem Kauf und dem Verkauf der Wertpapiere ein Zeitraum von mindestens einem Jahr lag. 

Da allerdings die Spekulationssteuer für Wertpapiere im Jahre 2009 abgeschafft und entsprechend durch die Abgeltungssteuer ersetzt wurde, müssen seither Gewinne aus Aktiengeschäften in vollem Umfang versteuert werden. In dem Zusammenhang greift die Abgeltungssteuer, die einen Steuersatz von 25 Prozent für Privatanleger beinhaltet.

Im Folgenden möchten wir auch die Nachteile noch einmal übersichtlich für Sie zusammenfassen, sodass Sie bestens über die Vor- und Nachteile eines Aktieninvestments informiert sind:

  • Verlustrisiko bis hin zum möglichen Totalverlust
  • Keine fest kalkulierbaren Erträge
  • Zum Teil unkalkulierbare Einflussfaktoren auf Kurse
  • Wegfall der ehemaligen Steuervorteile
  • Je nach Aktienwert hohe Volatilität

Fazit zu Vorteilen und Nachteilen des Aktienhandels

Letztendlich muss jeder Anleger selbst entscheiden, ob für ihn die Vor- oder Nachteile beim Aktienhandel überwiegen. Objektiv betrachtet gibt es mehr Vorzüge als Nachteile, sodass Aktien in der Summe eine interessante Geldanlage darstellen. Zu den großen Vorteilen gehören die jederzeitige Verfügbarkeit des Kapitals und eine durchschnittlich gute Rendite. Hauptnachteile sind zum einen das Verlustrisiko bis hin zum Totalverlustrisiko und nicht kalkulierbare Einflussfaktoren auf die Kurse.