Dividenden-Aristokraten: Definition, Vor- und Nachteile

Dividenden-Aristokraten: Definition, Vor- und Nachteile
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Beim Investment in Aktien entscheiden sich immer mehr Anleger und Aktionäre dafür, gezielt in Wertpapiere mit einer guten Dividende (Anteil am Gewinn eines Unternehmens) anzulegen. Deshalb fällt die Wahl oftmals auf sogenannte Dividenden-Aristokraten mit regelmäßigen Dividendenzahlungen, die auch kurz als Aristokraten oder auf Englisch Aristocrats bezeichnet werden. 

In unserem Beitrag möchten uns damit beschäftigen, was Dividenden-Aristokraten sind und warum sie sich einer großen Beliebtheit erfreuen. Ferner gehen wir darauf ein, was die Vor- und Nachteile dieser Aktienwerte sind. Zudem beschäftigen wir uns mit der Frage, ob es auch ETFs mit Dividenden-Aristokraten gibt.

Das Wichtigste zu Dividendenaristokraten

  • Dividenden-Aristokraten sind Aktien, bei denen die Dividende des Unternehmens über einen langen Zeitraum steigt oder mindestens stabil bleibt.
  • Geeignet sind diese Wertpapiere für ein langfristiges Investment mit kalkulierbaren Erträgen.
  • Vorteile der Dividenden-Aristokraten sind das Dividendenwachstum, geringere Kursschwankungen und regelmäßige Ausschüttungen durch das Unternehmen.
  • Nachteile können eine trügerische Sicherheit, zum Teil geringeres Wachstum; und auch niedrige Volatilität kann ein Nachteil sein.

Was sind Dividenden-Aristokraten?

Eine weltweit gültige, einheitliche Definition der Dividenden-Aristokraten gibt es nicht. Allgemein werden Aktien als Aristokraten bezeichnet, bei denen das Unternehmen die jährliche Dividende über einen Zeitraum von mindestens 25 Jahren entweder jährlich erhöht oder zumindest keine Dividendenkürzung im Vergleich zum vorherigen Jahr vorgenommen hat. Diese Definition gilt vor allen Dingen für Aktien aus den Vereinigten Staaten. 

Verschiedene Definitionen von Dividenden-Aristokraten

Weltweit betrachtet werden Dividenden-Aristokraten allerdings durchaus unterschiedlich definiert, wobei es insbesondere die folgenden drei Definitionen gibt:

  • Mindestens 25 Jahren in Folge stetig eine Dividendenerhöhung
  • Mindestens 25 Jahre in Folge Dividendenerhöhung oder stabile Dividende (ohne Dividendenkürzung)
  • Mehr als 10 Jahre Dividendenerhöhung oder stabile Dividende

Öfter wird statt Dividenden-Aristokraten auch der Begriff der Dividendenaktien genutzt, wobei es sich dabei allerdings „lediglich“ um Wertpapier handelt, die eine gute Dividendenrendite haben. Bei den Dividenden-Aristokraten kommt es allerdings auf die Langfristigkeit und die Höhe der Dividende im Vergleich zu den vorherigen Jahren an. Es darf zumindest keine Dividendenkürzung in der Vergangenheit stattgefunden haben.

Warum sind Dividenden-Aristokraten so beliebt?

Dass Dividenden-Aristokraten mittlerweile sehr beliebt sind, hängt vor allem mit der kontinuierlichen Dividendenzahlung in mindestens gleichbleibender Höhe zusammen. Anleger können somit sehr gut die Erträge und damit auch ihre Rendite kalkulieren.

Neben der oft guten Dividendenrendite kommt bei den Dividenden-Aristokraten noch hinzu, dass es oft ein Wachstum bei den Ausschüttungen gibt und der Zeitraum relativ lang ist, innerhalb dessen eine stabile oder steigende Dividende gezahlt wurde. 

Was sind die Vorteile von Dividenden-Aristokraten?

Die Aristokraten sind demzufolge vor allem aufgrund der folgenden Vorteile bei Anlegern als spezielle Aktien sehr beliebt:

  • stabile oder steigende Dividende des Unternehmens über einen Zeitraum von vielen Jahren,
  • gut kalkulierbare Erträge,
  • stetige Beteiligung der Aktionäre am Gewinn der Aktiengesellschaft, 
  • meistens hohe Stabilität im Unternehmen,
  • dauerhaft gut funktionierendes Geschäftsmodell der Aktiengesellschaft,
  • meistens ein Dividendenwachstum und
  • interessante Dividendenrendite.

Ein weiterer Vorteil bei den Dividenden-Aristokraten ist, dass der Wert der Aktien in geringerem Umfang schwankt, als es oft bei anderen Aktientiteln der Fall ist. Die Volatilität ist im Durchschnitt geringer als die anderen Unternehmen, was den Kurs der Wertpapiere betrifft. Zudem sind es natürlich die regelmäßigen Ausschüttungen über einen Zeitraum von vielen Jahren hinweg, die für Anleger sehr attraktiv sind.

Was sind die Nachteile der Dividenden-Aristokraten?

Bei Dividenden-Aristokraten existieren jedoch ebenfalls Nachteile, die Sie nicht aus dem Blick verlieren sollten. Die Hauptnachteile der Aristokraten, die allerdings so nicht zwangsläufig auf jede Aktie zutreffen, sind:

  • keine Garantie der Rendite für die Zukunft,
  • geringere Volatilität als Nachteil für chancenorientierte Trader,
  • keine einheitliche Definition der Dividendenaktien als Dividenden-Aristokraten,
  • geringeres Wachstum und damit oft keine überdurchschnittlichen Gewinne (Kursgewinne) und
  • starker Fokus auf US-Dividendentitel.

Der zuletzt genannte Punkt wird von einigen Anlegern als Nachteil angesehen. Die überwiegende Mehrheit sämtlicher Dividenden-Aristokraten stammt nämlich aus den Vereinigten Staaten. Das bedeutet, wenn Sie sich gezielt auf Aristokraten konzentrieren, werden in Ihrem Depot US-Aktien deutlich übergewichtet sein müssen. Sie fokussieren sich damit also in erster Linie auf den US-amerikanischen Markt. 

Welche Dividenden-Aristokraten gibt es?

Wenn wir uns einmal die weltweite Verteilung echter Dividenden-Aristokraten in Prozent betrachten, dann nimmt die USA mit Abstand den ersten Platz mit den meisten Werten ein. Schätzungsweise 80 Prozent aller Dividendenaristokraten nach enger Definition (mindestens 25 Jahre stabile oder steigende Dividende), haben ihren Hauptsitz in den USA. Das sind etwas 120 Unternehmen.

In unserer folgenden Tabelle nennen wir Ihnen einige, sehr bekannte Dividenden-Aristokraten.

NameISINBrancheSeit….JahrenMarktkapitalisierung
FreseniusDE0005785604Medizintechnik29ca. 15 Milliarden Euro
HenkelDE0006048432Konsumgüter22ca. 26,7 Milliarden Euro
L’OrealFR0000120321Konsumgüter39ca. 200 Milliarden Euro
Roche HoldingCH0012032048Pharma35ca. 234 Milliarden Euro
3MUS88579Y1010Technologie63ca. 57 Milliarden Euro
Exxon MobileUS30231G1022Mineralöl39ca. 428 Milliarden Euro
McDonaldsUS5801351017Fast Food36ca. 183 Milliarden Euro
Johnson & JohnsonUS4781601046Pharma & Konsum40ca. 407 Milliarden Euro

Kann ich mittels eines ETF in Dividenden-Aristokraten investieren?

Anstatt in einzelne Dividenden-Aristokraten zu investieren, bietet sich alternativ die Möglichkeit an, dass Sie in bestimmte ETFs Geld anlegen. Mittlerweile gibt es einige Exchange Traded Funds (kurz: ETFs), die auf den Dividenden-Aristokraten basieren. Das bedeutet, dass der jeweilige Fonds ausschließlich – meistens auf Basis eines bestimmten Aktienindex – solche Aristokraten im Portfolio hat. 

Zu den entsprechenden ETFs, die Sie vor diesem Hintergrund unter anderem kaufen können, zählen zum Beispiel folgende Werte:

  • SPDR S&P Euro Dividend Aristocrats UCITS ETF (WKN: A1JT1B)
  • SPDR S&P U.S. Dividend Aristocrats ETF (WKN: A1JKS0)
  • SPDR S&P Pan-Asia Dividend Aristocrats ETF (WKN: A1T8GC)

Wie finde ich möglichst gute Dividenden-Aristokraten?

Es gibt einige Kriterien, anhand derer Sie Dividenden-Aristokraten mit größerer Wahrscheinlichkeit erkennen und gute von weniger attraktiven Aktien aus dieser Kategorie unterscheiden können. Zu den typischen Auswahlkriterien bei diesen Unternehmen zählen unter anderem:

  • Dividendenwachstum,
  • Ausschüttungsquote,
  • Dividendenrendite,
  • Volatilität,
  • Marktposition und Geschäftsmodell des Unternehmens und
  • Zeitraum der stabilen oder wachsenden Dividende.

Lassen Sie uns kurz auf diese Punkte etwas näher eingehen. Dividendenwachstum ist sicherlich ein Hauptkriterium für einen guten Dividenden-Aristokraten, auch wenn nach mancher Definition eine stabile Dividende ausreichen würde. Dennoch ist es natürlich für Anleger deutlich attraktiver, wenn die Dividende tatsächlich von Jahr zu Jahr etwas steigt. 

Dabei sollte es allerdings nicht nur auf die nominale Dividende ankommen, sondern Sie sollten ebenfalls stets einen Blick auf die Dividendenrendite werfen. Diese setzt nämlich die Dividende ins Verhältnis zum Kurs und zeigt Ihnen, welche Rendite Sie mit dem Investment tatsächlich erzielen. Darüber hinaus sollten Sie sich stets die historische Kursentwicklung betrachten. Eine Aktie kann nämlich ein noch so guter Dividenden-Aristokrat sein. Sind allerdings die Kurse sehr volatil sind oder sogar innerhalb der letzten Jahre eher tendenziell gefallen? Dann erzielen Sie zwar auf der einen Seite Erträge durch die Dividende, erleiden jedoch andererseits Kursverluste. 

Darüber hinaus ist auch die sogenannte Ausschüttungsquote eine durchaus wichtige Kennzahl. Es ist relativ wichtig, dass die Dividende des jeweiligen Unternehmen nicht aus der Unternehmenssubstanz gezahlt wird, sondern stattdessen tatsächlich aus einem erzielten Gewinn stammt. Im Idealfall sollte die Ausschüttungsquote daher zwischen 25 Prozent und 45 Prozent liegen. 

Lohnt sich ein Investment in Dividenden-Aristokraten?

Ob sich ein Investment in Dividenden-Aristokraten lohnt oder nicht, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehört zum Beispiel, welches Ziel Sie mit der Anlage verfolgen und welcher Sie Anlegertyp sind. Stehen bei Ihnen kontinuierliche und gut kalkulierbare Erträge im Vordergrund, sind Dividendentitel und speziell Dividenden-Aristokraten sicherlich sehr gut geeignet. Das gilt vor allem unter der Voraussetzung, dass Sie nach einem langfristigen Investment suchen.

Sind Sie allerdings eher ein chancenorientierter Anleger und möchten demnach in möglichst kurzer Zeit hohe Gewinne erzielen, sind Dividenden-Aristokraten nicht zwangsläufig die beste Wahl. Dann sollte Ihr Augenmerk mehr auf chancen- und stark wachstumsorientierten Aktien von Unternehmen liegen. Da die meisten Anleger ertragsorientiert sind, also beim Investment in Aktien eine Mischung aus guter Rendite und Stabilität wünschen, ist unter Umständen eine Diversifizierung sinnvoll. Das bedeutet, dass Sie Ihr Portfolio zum Beispiel aus chancenorientierten Aktien und Dividenden-Aristokraten zusammensetzen.