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Fill or Kill: Limit-Order mit sofortiger Ausführung oder Löschung

Fill or Kill - Infografik mit Sanduhr
Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zum Fill-or-Kill in Kürze

  • Die Bezeichnung Fill-or-Kill stellt einen Orderzusatz dar.
  • Die Fill-or-Kill-Order fällt in die Rubrik der sogenannten Limit-Orders.
  • Mit der Order Fill-or-Kill erteilen Sie der Bank oder dem Broker den Auftrag, dass die Order entweder sofort vollständig ausgeführt oder gelöscht wird.
  • Die Anweisung zur Ausführung der Order ist mit einem bestimmten Zeitrahmen versehen.
  • Oft wird der Zusatz Fill-or-Kill bei einer Order genutzt, um die schnelle Ausführung der Order sicherzustellen.

Im Zusammenhang mit Orders für den Handel von Aktien oder anderen Wertpapieren gibt es eine Reihe von Einstellungen, die Trader vornehmen können. Dazu zählen nicht nur ein bestimmtes Kurslimit oder die Anzahl der für den Handel vorgesehenen Aktien, sondern ferner gibt es sogenannte Orderzusätze. Dazu gehört unter anderem der Orderzusatz mit der Bezeichnung „Fill-or-Kill“.

In unserem Beitrag gehen wir darauf ein, was dieser Orderzusatz bedeutet. Sie erfahren ferner, warum die Fill-or-Kill-Order genutzt wird, welche Vor- sowie Nachteile es gibt, wie eine solche Order in der Praxis funktioniert und wie Sie den Orderzusatz einsetzen.

Was bedeutet der Orderzusatz Fill-or-Kill?

Ins Deutsche übersetzt bedeutet der Orderzusatz Fill-or-Kill so viel wie ein „Füllen oder Vernichten“. Gemeint ist damit, dass der Anleger mit der Order die Anweisung gibt, dass der Auftrag entweder sofort und vollständig ausgeführt oder stattdessen gelöscht wird. Das Löschen wird unter der Voraussetzung vorgenommen, dass die vollständige Ausführung des Auftrages vom Broker oder der Bank nicht realisiert werden kann.

Entgegen einer weiter verbreiteten Meinung kann es mittels einer Fill-or-Kill-Order dennoch zu Teilausführungen kommen. Das liegt daran, dass Orders durchaus in mehreren Teilen ausgeführt werden dürfen, wenn sich das Volumen auf mehrere, unterschiedliche Kontrahenten verteilt. Eine Order mit dem Zusatz Fill-or-Kill darf anschließend nicht mehr geändert werden. Zudem gibt es nur die Möglichkeit, dass die Order eine taggleiche Ausführung hat – oder eben gelöscht wird. Die Fill-or-Kill-Order muss stets mit einem Limit versehen werden. In Deutschland werden Orders mit einem solchen Zusatz ausschließlich auf XETRA ausgeführt.

Zusammengefasst zeichnet sich der Orderzusatz Fill-or-Kill, kurz FOK, durch folgende Eigenschaften aus:

  • Order wird vollständig ausgeführt oder gelöscht
  • Order muss mit einem Limit versehen werden (Limit-Order)
  • Ausschließlich taggleiche Ausführung möglich
  • Orderzusatz nur auf XETRA (elektronische Börse in Deutschland) zu verwenden

Was ist ein Orderzusatz?

Bei einem Orderzusatz handelt es sich um eine Vorgabe des Traders an den Broker oder die Bank, dass die Ausführung eines Auftrages mit einer bestimmten Bedingung verbunden ist. So sagt der Orderzusatz FOK, dass dieser Auftrag entweder sofort vollständig ausgeführt oder – wenn das nicht möglich sein sollte – alternativ gelöscht wird.

Warum werden Fill-or-Kill-Orders genutzt?

Häufig wird der Orderzusatz FOK im Zusammenhang mit dem Kauf oder Verkauf von Aktien sowie anderen Basiswerten genutzt, weil sich die Umsetzung innerhalb einer Strategie kurzfristig anbietet. In solchen Fällen erfordert es die Handelsstrategie manchmal, dass eine Mindestanzahl von Aktien gekauft wird. Mit der Fill-or-Kill-Order kann sichergestellt werden, dass nur ein Teil des gewünschten Volumens ausgeführt wird. Die Fill-or-Kill-Order wird entweder vollständig ausgeführt oder es erfolgt eine Löschung.

Zudem bestünde ein Risiko der teilweisen Ausführung darin, dass es zu unerwünschten Kursschwankungen am Markt kommt, was durch eine sofortige und vollständige Ausführung der Order nicht gegeben ist. Möchten Sie beispielsweise insgesamt 10.000 Aktien der Telekom handeln, kann die Order den Markt beeinflussen. Wird Ihr Auftrag sofort und vollständig ausgeführt, ändert sich Ihr Kurs dadurch noch nicht. Würde es hingegen Teilausführungen geben, müssten Sie eventuell bei der zweiten oder dritten Teilausführung schon zu einem höheren Kurs kaufen. Exakt dieses Szenario verhindern Sie mit dem Orderzusatz FOK.

Was sind die Vorteile der Fill-or-Kill-Order?

Zusammengefasst zeichnet sich eine Fill-or-Kill-Order als Auftrag an die Bank oder den Broker durch die folgenden Vorteile aus:

  • Schutz vor nicht gewünschten Teilausführungen.
  • Order wie geplant mit dem angedachten Kurs ausgeführt.
  • Sie erfahren gleich, oft der Auftrag ausgeführt wurde.
  • Auf Basis der Strategie notwendigen Mindestanzahl an Aktien kann 1:1 umgesetzt werden.

Was sind die Nachteile der Fill-or-Kill-Oder?

Neben diesen Vorteilen hat die Fill-or-Kill-Order ebenfalls einige Nachteile. Ein Nachteil besteht darin, dass es trotz des Auftrags zur vollständigen Ausführung der Order zu Teilausführungen kommen kann. Das geschieht zwar eher selten, lässt sich jedoch nicht generell vermeiden. Teilausführungen wiederum können mit zusätzlichen Kosten verbunden sein, wenn pro Ausführung eine bestimmte Gebühr zu zahlen ist.

Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass es mit dem Orderzusatz Fill-or-Kill nur schwer möglich ist, dass sich Trader spontan an Bewegungen am Markt beteiligen.

Beispiel: Wie funktioniert die FOK-Order?

Lassen Sie uns an einem Beispiel verdeutlichen, wie der Handel mit einer Fill-or-Kill-Order in der Praxis an der Börse funktioniert. Dazu nehmen wir an, dass Sie gerne 500 Telekom-Aktien erwerben möchten, die momentan einen Kurs von 20 Euro je Aktie haben. Sie möchten die Aktien jedoch nur kaufen, wenn der Kurs nicht mehr als 20,20 Euro beträgt. Da Sie zudem sicherstellen möchten, dass die Order entweder sofort vollständig ausgeführt oder ansonsten gelöscht wird, entscheiden Sie sich dafür, eine Fill-or-Kill-Order an die Börse zu geben. Im Hinblick auf diesen Orderzusatz gibt es nun mehrere Möglichkeiten, je nachdem, wie sich die mögliche Gesamtausführung und auch der Kurs an der Börse darstellen:

  • Es findet sich ein Gegenpart, sodass der Broker die 500 Telekom-Aktien an der Börse sofort zu einem Kurs von 20,10 Euro kaufen → Fill-or-Kill-Order wird ausgeführt.
  • Der Broker findet zwar einen Kontrahenten für die 500 Aktien, jedoch liegt der Kurs der Aktien bei 20,30 Euro → FOK-Order wird nicht ausgeführt und somit gelöscht.
  • Es findet sich lediglich ein Gegenpart für 480 Telekom-Aktien → Fill-or-Kill-Order wird gelöscht.

Was bedeutet Fill-or-Kill bei Aktien?

Die Fill-or-Kill-Order lässt sich im Grunde bei allen handelbaren Finanzprodukten anwenden. Somit erfüllt sie zum Beispiel bei Aktien die gleiche Funktion wie bei ETFs oder Derivaten, nämlich dass der Auftrag entweder vollständig oder gar nicht ausgeführt wird.

Gibt es Alternativen zur FOK-Order?

Es gibt im Wesentlichen zwei Alternativen zur FOK-Order, wenn Sie möchten, dass ein Auftrag entweder ausgeführt oder bei Nichterfüllung einer Bedingung (teilweise) gelöscht wird. Zum einen ist das die Immediate-or-Cancel (IOC) und zum anderen die Good-Til-Canceled (GTC) Order.

  • Inhalt der IOC-Order ist, dass ein Teil sofort ausgeführt wird, während der Rest vom Broker gelöscht und somit storniert wird.
  • Stattdessen bleibt die GTC-Order über einen so langen Zeitraum offen, bis eine Ausführung zum definierten Kurs möglich ist.

Wann Fill-or-Kill einsetzen und wie?

In der Praxis eingesetzt wird die Fill-or-Kill-Order meistens dann, wenn Trader große Volumen einer bestimmten Aktie handeln möchten und dabei eine zeitige Ausführung mit einem Limit erfolgen soll.

Wenn Sie die FOK-Order an der Börse einsetzen möchten, sind folgende Schritte notwendig:

  • Wählen Sie die Aktie oder ein anderes Wertpapier für die Order aus.
  • Entscheiden Sie sich für eine Kauf- oder Verkaufsorder.
  • Wählen Sie als Handelsplatz XETRA aus (nur dort funktioniert die FOK-Order).
  • Geben Sie die Stückzahl von Aktien ein, die Sie kaufen oder verkaufen möchten.
  • Geben Sie ein Limit vor, zu dem Sie die Aktien maximal kaufen oder verkaufen.
  • Wählen Sie den Orderzusatz „Fill-or-Kill“ aus.

Nach dem Prüfen der Eingaben versenden Sie den Auftrag über das Handelssystem des Brokers. Anschließend wird die Order an die Börse weitergeleitet. Der Auftrag wird entweder sofort vollständig ausgeführt oder wieder gelöscht.