Limit Order: Anwendung und Beispiel

Limit Order: Anwendung und Beispiel
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Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Limit Order ist ein sehr häufig genutzter und in den meisten Fällen sinnvoller Orderzusatz im Wertpapierhandel
  • Mit Limit Orders können Höchstkurse für den Kauf und Mindestkurse für den Verkauf von Wertpapieren festgelegt werden
  • Limit Orders können mit anderen Orderarten kombiniert werden

Werden Aktien über einen Börsenplatz gekauft, so ist es als Anleger möglich, die Handelsaufträge um bestimmte Orderzusätze zu ergänzen. Die Limit Order wird von allen Ordertypen dabei am häufigsten angewendet. Sie stellt zugleich die einfachste Variante von Orderzusätzen dar.

Das Setzen von Limit Orders ist in den meisten Fällen sinnvoll, sowohl beim Kauf, als auch beim Verkauf von Aktien. Welche Vorteile Limit Orders haben, wodurch sie sich von Stop Orders unterscheiden und mit welchen anderen Orderarten sie kombiniert werden können, erläutern wir in diesem Beitrag.

Was ist eine Limit Order?

Eine Limit Order ist eine Anweisung an den Broker, einen Trade zu einem bestimmten Limitpreis auszuführen. Im Falle einer Kauforder legt man mit der Limit Order einen Höchstkurs fest, zu dem man bereit ist, eine Aktie zu kaufen. Bei einer Verkaufsorder legt man mit einer Limit Order hingegen den Mindestkurs fest, ab dem man bereit ist, eine Aktie zu verkaufen. Damit unterscheidet sich die Limit Order von der Market Order, bei der Käufe und Verkäufe zum aktuellen Marktpreis erfolgen.

Durch das Setzen von Limits wird garantiert, dass eine Order niemals zu einem schlechteren Preis als dem Limitpreis ausgeführt wird. Werden Wertpapierhandelsaufträge ohne Limits abgegeben, so geht man das Risiko ein, dass ein Trade unter Umständen zu einem sehr ungünstigen Preis ausgeführt wird.

Das Setzen von Limit Orders ist üblicherweise kostenlos. Solange eine Limit Order noch nicht ausgeführt wurde, kann sie in der Regel ganz einfach wieder storniert werden. Es ist auch möglich, einen Zeitrahmen zu wählen. So kann man festlegen, dass eine Limit Order nur innerhalb eines bestimmten Zeitraums ausgeführt wird und danach verfällt.

Anwendungsbeispiel für die Limit Order

Da die Aktie von Coca-Cola innerhalb eines Jahres um über 10 % gesunken ist, möchte man die Möglichkeit nutzen, 10 Aktien möglichst günstig nachzukaufen. Der aktuelle Preis von 54,62 Euro erscheint einem jedoch noch etwas zu hoch, weshalb eine Limit Order bei 52 Euro gesetzt wird.

Sobald der Kurs der Aktie unter 52 Euro fällt, wird der Kaufauftrag ausgeführt. Fällt die Aktie allerdings nur bis 52,01 Euro und steigt danach wieder, so bleibt die Limit Order weiterhin aktiv und es kommt zu keinem Aktienkauf.

Möchte man sich beispielsweise von 10 Coca-Cola Aktien trennen und erhofft sich einen höheren Verkaufskurs als den aktuellen von 54,62 Euro, so kann man für den Verkauf ebenfalls eine Limit Order aufsetzen, beispielsweise bei 61 Euro, dem Höchststand der Aktie vor einem Jahr.

Steigt der Kurs des Basiswerts auf über 61 Euro, so wird die Limit Order ausgeführt. Erreicht die Aktie diesen Kurs allerdings nicht, so bleibt die Limit Order aufrecht oder verfällt am Ende des zuvor festgelegten Zeitrahmens.

Wann sollte man eine Limit Order setzen?

Es gibt viele Gründe, mit einer Limit Order zu handeln, da sie Anlegern mehrere Vorteile bieten. Zum einen entlastet sie den Anleger, da es nicht notwendig ist, ständig den Markt zu beobachten, um gegebenenfalls rasch reagieren zu können.

Möchte man eine Aktie nur zu einem bestimmten Preis kaufen oder verkaufen, so ist es durch das Erteilen einer Limit Order möglich, sein Vorhaben einfach und automatisch umsetzen zu lassen.

Ein großer Vorteil besteht zudem darin, dass man durch das Setzen von Limit Orders dabei unterstützt wird, eine bestimmte Handelsstrategie umzusetzen und weniger Gefahr läuft, irrational zu handeln. Im besten Fall überlegt man sich gut, zu welchen Preisen man kaufen oder verkaufen möchte und erteilt dann die entsprechenden Aufträge. So muss man sich dem emotional aufwühlenden Auf und Ab der Börse erst gar nicht aussetzen.

Ein weiterer Anwendungsfall wäre der Handel von Aktien mit geringem Volumen. Da es bei Aktien mit nur wenigen Besitzern (etwa von kleinen Unternehmen) sehr lange dauern kann, bis eine Market Order ausgeführt wird, kann es sehr hilfreich sein, stattdessen mit einer Limit Order zu arbeiten.

Limit Orders sind allerdings nicht immer die beste Wahl. In volatilen Märkten bzw. bei schnellen Kursbewegungen werden Limit Orders unter Umständen nicht ausgeführt. In solchen Fällen können Market Orders besser geeignet sein, um zu garantieren, dass Aufträge möglichst schnell ausgeführt werden.

Es gibt zudem noch eine Reihe anderer Orderzusätze, die Anleger dabei unterstützen, bestimmte Handelsstrategien umzusetzen, die zum Teil auch mit Limit Orders kombiniert werden können. Einige davon werden wir im Folgenden Abschnitt näher erläutern.

Was ist der Unterschied zu einer Stop Order?

Stop Orders stellen eine ganze Gruppe von Ordervarianten dar. Der Begriff „Stop Order“ kann dabei für Verwirrung sorgen, da mit dieser Orderart eine Aktion ausgelöst und nicht gestoppt wird. Stop Orders werden manchmal auch als Stop Market Order bezeichnet, da aus dieser Bezeichnung ersichtlich wird, dass sich eine Stop Order in eine Market Order umwandelt, sobald der Kurs des gehandelten Wertpapiers den festgelegten Stoppkurs erreicht. Sofern der Auftrag nicht um ein Limit ergänzt wird, wird bei einer Stop Order also immer bei der nächsten Gelegenheit gehandelt, wobei der Kauf- oder Verkaufspreis natürlich vom Stoppkurs abweichen kann.

Eine Stop Order kann eingegeben werden als

Die Stop Loss Order

Eine Stop Loss Order wird beim Verkauf eines Wertpapiers eingesetzt. Sie dient dazu, sich gegen fallende Kurse abzusichern und bereits erzielte Gewinne mitzunehmen. Sie wird ausgeführt, sobald ein festgelegter Kurs, der Stoppkurs, erreicht oder unterschritten wird. Der Verkauf erfolgt dann zum bestmöglichen Preis.

Die Stop Buy Order

Die Stop Buy Order dient dazu, eine Aktie zu kaufen, sobald ein vorher festgelegter Kurs erreicht wird. Der Kauf wird dabei als Market Order zum günstigsten Preis ausgeführt, unabhängig davon, ob sich der Kurs über oder unter dem vorher festgelegten Stoppkurs der Stop Buy Order befindet. Dadurch ergibt sich ein gewisses Risiko für den Anleger, da der Kauf zum nächstmöglichen Preis ausgeführt wird, auch wenn der Kurs der Aktie plötzlich rasant in die Höhe schießt.

Da der Begriff „Stop“ vor allem für Neueinsteiger verwirrend sein kann (schließlich erfolgt ein Kauf und kein Stopp), sind einige Broker dazu übergegangen, den Begriff „Stop Buy Order“ durch „Start Buy Order“ zu ersetzen, da dieser besser zum Ausdruck bringt, was bei diesem Orderzusatz tatsächlich passiert.

Die Stop Limit Order

Die Stop Limit Order ist eine Weiterentwicklung der Stop Order und kombiniert eine Stop Order mit einer Limit Order. Sie kann sowohl bei Käufen als auch Verkäufen eingesetzt werden. Möchte ein Anleger beispielsweise eine Aktie verkaufen, so gibt er zwei Limits an: das Stop Loss Limit, ab welchem Kurs die Aktie zum Verkauf gestellt werden soll, und das Limit für den Verkauf. Das erste Limit aktiviert somit den zweiten Auftrag.

Im Unterschied zu einer gewöhnlichen Stop Loss Order erfolgt hier also kein unlimitierter Verkauf, sondern es handelt sich um eine Verkaufsorder mit Limit. Die Limit Order sieht vor, dass die gewünschte Aktion nur stattfinden darf, wenn die Aktie den gewünschten Limitkurs erreicht hat.

Die Trailing Stop Order

Mit einer Trailing Stop Order erfolgt eine dynamische Anpassung des Stoppkurses nach unten oder nach oben, getreu dem Motto „Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen“. Auch hier kann zwischen Stop Buy Orders und Stop Loss Orders unterschieden werden.

Eine Trailing Stop Loss Order wird gesetzt, wenn mit steigenden Kursen gerechnet wird. Der Stoppkurs für den Verkauf passt sich automatisch und dynamisch den steigenden Kursen an. Dazu kann entweder ein fester Betrag oder ein Prozentsatz festgesetzt werden.

Sinkt der Aktienkurs hingegen, so verändert sich der Stoppkurs nicht. So können Verluste begrenzt werden ohne das Gewinnpotenzial von Kurssteigerungen zu limitieren. Wird die Schwelle erreicht, erfolgt die Orderausführung zum bestmöglichen Marktpreis.

Bei einer Trailing Stop Buy Order verhält es sich umgekehrt. Hier wird der Kaufkurs im gewünschten Abstand nach unten verfolgt und angepasst, während der Stoppkurs bei steigenden Kursen bestehen bleibt. So kann man bei einer beginnenden Aufwärtsbewegung in ein Wertpapier einsteigen. Wird die Schwelle erreicht, erfolgt die Orderausführung billigst.

Möchte man verhindern, dass die Ausführung bestens (Trailing Stop Loss Order) oder billigst (Trailing Stop Buy Order) erfolgt, so können diese Ordertypen weiters um einen Limitzusatz ergänzt werden (Trailing Stop Limit Order).