Opening-Only-Orders: Der frühe Vogel fängt den Wurm

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Opening-Only-Orders ermöglichen es Anlegern, die Gültigkeit ihres Auftrags zum Kauf oder Verkauf von Aktien auf einen ganz bestimmten Zeitraum zu begrenzen.

Auf den Handelsbeginn kommt es an

Kursrelevante Informationen wie beispielsweise die Marktzulassung eines gewinnträchtigen Medikaments können auch veröffentlicht werden, wenn die Börsen schon geschlossen sind. Der Aktienkurs eines von diesen Nachrichten betroffenen Unternehmens kann erst am nächsten Morgen darauf reagieren. Da der Aktienkurs die neuen Informationen innerhalb kürzester Zeit widerspiegelt, muss ein Anleger möglichst schnell die Aktie erwerben, bevor das Gewinnpotenzial erloschen ist.

Opening-Only-Orders ermöglichen den Start aus der Pole Position

Wie der Name schon sagt, sind Opening-Only-Orders nur bei Börseneröffnung gültig. Wenn man in dieser Form einen Kaufauftrag tätigt, bekommt man die Aktien entweder zum Eröffnungskurs oder aber der Kaufauftrag erlischt. An bestimmten Börsentagen ist es den Börsenhändlern nämlich aufgrund außergewöhnlicher Situationen nicht möglich, alle Opening-Only-Orders zu erfüllen. Die nicht erfüllten Aufträge werden automatisch storniert. Dies ist allerdings nur die Ausnahme. In den meisten Fällen kommt der Anleger dank dieser Orderformen als erstes zum Zug. Wenn Anleger die Ausführung ihrer Kauf- und Verkaufsaufträge zum Eröffnungskurs garantiert bekommen möchten, müssen sie eine sogenannte MOO-Order („Market-on-open-Order“) tätigen. MOO-Orders beinhalten nämlich den Anspruch, dass sie vom Börsenmakler als allererste ausgeführt werden. Sie genießen daher gegenüber den Opening-Only-Orders Priorität. Weitergehende Informationen zu MOO-Orders finden Sie hier: Was bedeutet Market on Open?

Opening-Only-Orders müssen vor Börsenbeginn erteilt werden

Da die Order zum Eröffnungskurs ausgeführt werden soll, muss sie selbstverständlich schon vor Eröffnung der Börsen erteilt werden. Der Eröffnungskurs wird dabei stark durch die Tendenz der Aktie am Vortag beeinflusst. Wenn die Aktie also eher verkauft wurde, ist es wahrscheinlich, dass sie am neuen Börsentag auch schwächer notiert. Umgekehrt ist ein starker Börsenschluss mit höheren Notierungen ein Indiz, dass die Aktie am nächsten Tag an Wert gewinnt. Zusätzlich fließen in den Eröffnungskurs auch die offenen Kauf- und Verkaufsaufträge ein, die über Nacht erteilt worden sind. Der eigentliche Eröffnungskurs ist dann der Kurs, zu dem erstmals Aktien an einem neuen Tag den Besitzer wechseln.

Ausführung als Markt- oder Limitorder

Zur Erinnerung: Eine Marktorder wird ohne Beschränkungen zum nächstverfügbaren Kurs ausgeführt. Eine Limitorder wird nur ausgeführt, wenn sich der betreffende Aktienkurs in der gewünschten Preisspanne bewegt. Eine Opening-Only-Order als Marktorder wird daher zum Eröffnungskurs ausgeführt; unabhängig davon, wie hoch oder tief der Eröffnungskurs letztendlich ist. Eine Opening-Only-Order als Limitorder wird dagegen nur ausgeführt, wenn der Eröffnungskurs die festgelegten Vorgaben erfüllt. Ein Kaufauftrag mit Limit pro Aktie in Höhe von 20,50 Euro wird daher nur ausgeführt, wenn der Eröffnungskurs bei maximal 20,50 Euro oder darunter liegt. Wenn man dagegen einen Verkaufsauftrag mit einem Limit in Höhe von 18,00 Euro aufgegeben hat, wird dieser nur ausgeführt, wenn der Eröffnungskurs bei mindestens 18,00 Euro oder darüber liegt.

Präzise Auftragsgestaltung möglich

Alles in allem wird dem Anleger durch dieses Instrument ein großer Gestaltungsraum und viel Kontrolle über seine Kauf- bzw. Verkaufsaufträge  gegeben. Bereits zum Eröffnungskurs seine Orders ausgeführt zu wissen, kann in manchen Situationen einen großen Vorteil darstellen. Anleger sollten daher individuell für das jeweilige Investment entscheiden, ob sie ihre Order mit dem Zusatz „Opening-Only“ versehen.