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Pfandbrief kaufen – einfach erklärt + Chancen & Risiken

Nahaufnahme eines Hypothekenpfandbriefes einer Hypothekenbank.
Björn Wylezich | Adobe Stock
Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zu Pfandbriefen in Kürze

  • Bei Pfandbriefen handelt es sich um besondere Schuldverschreibungen, die gedeckt durch Sachwerte sind und auf dem Pfandbriefgesetz (PfandBG) basieren.
  • Es gibt verschiedene Arten von Pfandbriefen, insbesondere öffentliche Pfandbriefe, Hypothekenpfandbriefe sowie Flugzeug- und Schiffspfandbriefe.
  • Ausgegeben werden die Pfandbriefe von speziellen Pfandbriefbanken, die sich durch das Kapital der Anleger eine Refinanzierung verliehener Kredite verschaffen.
  • Pfandbriefe sind vom Anleger nicht vorzeitig kündbar, können jedoch vor Fälligkeit an der Börse veräußert werden.
  • Aufgrund der hohen Sicherheit sind die Zinsen bei Pfandbriefbanken zwar garantiert, aber im Vergleich mit einer Reihe anderer Anleihen eher unterdurchschnittlich.

Im Bereich der festverzinslichen Wertpapiere finden Anleger an den Märkten eine sehr große Auswahl vor. Die Rentenpapiere unterscheiden sich vor allem im Hinblick auf die Rendite, die Sicherheit und die Konditionen. Zu den beliebtesten Schuldverschreibungen zählen die sogenannten Pfandbriefe.

Sie erfahren in unserem Beitrag, worum es sich bei einem Pfandbrief handelt und wie Pfandbriefe funktionieren. Wir gehen ferner auf die unterschiedlichen Arten ein, welche Eigenschaften ein Pfandbrief besitzen muss, wo Sie diese Anleihen handeln können und worin die Vorteile sowie Risiken der Geldanlage bestehen.

Was ist ein Pfandbrief einfach erklärt?

Bei einem Pfandbrief handelt es sich um eine spezielle Schuldverschreibung, die gedeckt ist. Die Grundlage für die Emission der Pfandbrief ist das Pfandbriefgesetz (PfandBG). Dort ist unter anderem festgehalten, dass eine Pfandbriefbank die Erlaubnis besitzt, diese Wertpapiere auszugeben.

Emittiert werden Pfandbriefe in erster Linie dazu, um einen Kredit zu refinanzieren, der von den Pfandbriefbanken vergeben wurde. Die Besonderheit beim Pfandbrief besteht darin, dass die Kredite und somit Forderungen des Anlegers durch Sachwerte abgedeckt sind, wie zum Beispiel durch eine Hypothek auf eine Immobilie.

Kennzeichnend für Pfandbriefe ist ebenso die relativ lange Laufzeit, die meistens zehn Jahre und darüber hinaus beträgt. Anleger erhalten einen – meistens jährlich gezahlten – Zinssatz, der in den Anleihebedingungen festgelegt ist. Grundsätzlich handelt es sich bei Pfandbriefen um gewöhnliche, verzinsliche Wertpapiere, allerdings mit der bereits erwähnten Besonderheit der Deckung.

Wichtig: Pfandbriefe gelten als besonders sicher, weil als Deckung ein Sachwert existiert. Das sind meistens Immobilie, können aber auch Flugzeuge und Schiffe sein. Daher ist das Ausfallrisiko für Anleger deutlich geringer als bei gewöhnlichen Anleihen.

Wie funktionieren Pfandbriefe?

Bei Pfandbriefen sind an dem gesamten Vorgang stets drei Parteien beteiligt, nämlich:

  • Anleger
  • Pfandbriefbank
  • Kunde der Pfandbriefbank (Kreditnehmer)

Im Detail läuft ein Pfandbriefgeschäft nach dem folgenden Schema ab. Im ersten Schritt gibt es einen Anleger, der gerne in Pfandbrief investieren möchte. Somit leiht er der Pfandbriefbank sein Geld, nämlich durch den Kauf der Pfandbriefe. Im zweiten Schritt kann die Pfandbrief- oder Hypothekenbank dieses Geld nun an ihren Kunden verleihen, nämlich in Form eines Kredites. Der Anleger wiederum erhält im Gegenzug für sein bereitgestelltes Kapital Zinsen. Zudem wird das Geld bei Fälligkeit zurückgezahlt. Im letzten Schritt zahlt der Kunde der Pfandbriefbank seinen Kredit zurück, also Tilgung nebst Zinszahlung.

In aller Regel werden die meisten Pfandbriefe ausgegeben, damit die Pfandbriefbank davon einen Immobilienkredit refinanzieren kann. Dieser ist mit Hypotheken bzw. Grundschulden abgesichert, sodass es sich in dem Fall um Hypothekenpfandbriefe handelt. Allerdings gibt es noch weitere Arten von Pfandbriefen, auf die wir im folgenden Abschnitt näher eingehen.

Welche Arten von Pfandbriefen gibt es?

Auch nach dem Pfandbriefgesetz gibt es mehrere Arten von Pfandbriefen, die von den Pfandbriefbanken emittiert werden. Im Wesentlichen lassen sich die folgenden Varianten voneinander unterscheiden:

  • Öffentlicher Pfandbrief
  • Hypothekenpfandbrief
  • Flugzeugpfandbrief
  • Schiffspfandbrief
  • Jumbo-Pfandbrief

Öffentliche Pfandbriefe

Mit die gängigste Form der Pfandbriefe sind öffentliche Pfandbriefe, die auch als Kommunalobligationen bezeichnet werden. Dabei handelt es sich um Schuldverschreibungen, die in erster Linie dazu dienen, Investitionen und sonstige Ausgaben der Städte, Gemeinden und Kommunen zu finanzieren. Die Sicherheiten sind in dem Fall Kreditforderungen gegen den Staat und Kommunen.

Hypothekenpfandbriefe

Ebenfalls sehr häufig kommen in der Praxis die Hypothekenpfandbriefe vor. Diese werden von den Pfandbrief- und Hypothekenbanken genutzt, um das Kapital der Anleger als Immobilienkredite zu vergeben. Sie dienen dementsprechend der langfristigen Immobilienfinanzierung.

Flugzeug- und Schiffspfandbriefe

Nicht ganz so geläufig sind den meisten Anlegern die Flugzeug- und Schiffspfandbriefe. Allerdings funktionieren sie nach dem gleichen Prinzip wie andere Pfandbriefarten. So findet zum Beispiel die Besicherung von Schiffspfandbriefen durch ein Schiff statt. Gleiches gilt für Flugzeugpfandbriefe, die entsprechend mit einer Schiffshypothek besichert sind.

Jumbo-Pfandbriefe

Eine in den letzten Jahren immer beliebter gewordene Art der Pfandbriefe sind die sogenannten Jumbo-Pfandbriefe. Diese zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass das Mindestvolumen sich auf eine Milliarde Euro beläuft.

Wichtig: Bei den Pfandbriefarten nehmen öffentliche Pfandbriefe sowie Hypothekenpfandbriefe insgesamt einen Marktanteil von über 95 Prozent an sämtlichen Pfandbriefen ein. Demgegenüber machen Flugzeug- und Schiffspfandbriefe nur einen sehr kleinen Teil des gesamten Pfandbriefmarktes aus.

Welche Charakteristika müssen Pfandbriefe besitzen?

Bei Weitem nicht jede Schuldverschreibung darf als Pfandbrief emittiert werden. Stattdessen gibt es bestimmte Anforderungen, die entsprechende Wertpapiere erfüllen können müssen. Das sind in erster Linie:

  • Deckungsstockfähigkeit
  • Mündelsicherheit
  • Lombardfähigkeit

Durch die Deckungsfähigkeit ist es Versicherungsgesellschaften gestattet, Pfandbriefe für deren Sicherungsvermögen zu nutzen. Auf diese Weise können Ansprüche von Versicherungsnehmer abgedeckt werden. Demgegenüber heißt Mündelsicherheit, dass die Pfandbriefe als geeignete Geldanlage genutzt werden können und von einem Vormund für sein Mündel in Anspruch genommen werden dürfen.

Wer emittiert Pfandbriefe?

Investoren fragen sich häufig, wer Pfandbriefe ausgibt und wo diese gehandelt werden. Zunächst einmal ist die Emission der Pfandbriefe nur wenigen Kreditinstituten gestattet, den sogenannten Pfandbriefbanken. Im gesamten Bundesgebiet gibt es etwas mehr als 40 Pfandbriefbanken, denen es gestattet ist, diese speziellen Schuldverschreibungen zu emittieren.

Wo werden Pfandbriefe gehandelt?

Der Handel der Pfandbriefe findet an der Wertpapierbörse statt. Allerdings sind es im Verhältnis auf Käuferseite nicht so viele Privatanleger, sondern in erster Linie professionelle Investoren, welche diese Anlageform verstärkt nutzen. Dazu zählen beispielsweise Versicherungsgesellschaften, aber auch Pensionsfonds. Dennoch können Sie als Privatanleger diese Schuldverschreibungen jederzeit an der Börse verkaufen und natürlich zuvor ebenfalls dort erwerben.

Welche Chancen bieten Pfandbriefe?

Pfandbriefe sind bei Anlegern sehr beliebt, da sie sich durch mehrere Vorteile auszeichnen können. Diese sind vor allem bei sicherheitsorientierten Anlegern ein Pluspunkt. Im Überblick gibt es die nachfolgenden Vorzüge beim Pfandbrief:

  • Hohe Sicherheit
  • Feste Zinsen
  • Mündelsicherheit
  • Deckungsfähigkeit
  • Vorzeitiger Verkauf an der Börse möglich

In erster Linie ist es somit die hohe Sicherheit, die der große Vorteil der Pfandbriefe ist. Das ist nicht nur für Privatanleger wichtig, sondern ebenfalls für Versicherer oder Pensionsfonds, die zum Beispiel auf die Deckungsstockfähigkeit angewiesen sind. Darüber hinaus profitieren auch Privatanleger von einem festen Zinssatz und der Tatsache, dass sie die Pfandbriefe bei vorzeitigem Kapitalbedarf an der Börse veräußern können.

Welche Risiken haben Pfandbriefe?

Neben den genannten Vorteilen haben Pfandbriefe allerdings ebenfalls Nachteile und Risiken. Den größten Nachteil sehen die meisten Anleger darin, dass die Zinsen im Vergleich zu sonstigen Anlegern häufig überdurchschnittlich niedrig ausfallen. Das ist wiederum auf die hohe Sicherheit zurückzuführen.

Darüber hinaus gibt es trotz der Sicherheit einige Risiken, nämlich:

  • Emittentenrisiko
  • Liquiditätsrisiko
  • Zinsänderungsrisiko
  • Inflationsrisiko
  • Währungsrisiko

Bei Pfandbriefen gibt es – wie bei allen Schuldverschreibungen – ein Emittentenrisiko. Das bedeutet, sollte der Emittent zahlungsunfähig werden, ist es nicht garantiert, dass Anleger ihr gesamtes Kapital zurückerhalten. Allerdings ist das zumindest wahrscheinlicher als bei anderen Anleihen, nämlich aufgrund der Absicherung durch die Deckungsmasse.

Darüber hinaus beinhalten Pfandbriefe ein Liquiditätsrisiko. So kann es manchmal schwierig sein, die Papiere vor Fälligkeit an der Börse zu veräußern, weil es eventuell nicht genügend Nachfrage gibt.

Zwar weisen Pfandbrief einen festen Zins auf, aber dennoch gibt es ein Zinsänderungsrisiko. Sollten sich nämlich die Marktzinsen verändern, kann dies wiederum positive oder negative Auswirkungen auf die Kurse der Pfandbriefe haben.

Ein Währungsrisiko gibt es bei Pfandbriefen allerdings nur dann, wenn Sie diese Wertpapiere in einer anderen Währung erwerben.

Wie hoch ist die Rendite beim Pfandbrief?

Die Rendite der Pfandbriefe hängt von den gewöhnlichen Einflussfaktoren ab, welche auch für andere Anleihen gelten. In erster Linie orientieren sich die Pfandbriefbanken auf bei der Ausgabe der Pfandbriefe am EZB Leitzins.

Ist das allgemeine Zinsniveau also sehr niedrig, erhalten Sie auch bei Pfandbriefen nur einen geringen Zins.

Oftmals ist die Rendite der Pfandbriefe ohnehin im Durchschnitt geringer als bei den meisten anderen, festverzinslichen Wertpapieren.

Wie wird die Rendite beim Pfandbrief berechnet?

Die Rendite eines Pfandbriefs lässt sich wie bei Anleihen mit dem Effektivzins berechnen.

Der Effektivzinssatz ist ein Terminus, der im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von Krediten und bei Investitionen wie beispielsweise Anleihen verwendet wird. Er zeigt an, welchen Gesamtkosten ein Kredit unterliegt beziehungsweise welche Rendite bei einer Investition zu erwarten ist.

Wie bei einer Kuponanleihe verfügt auch ein Pfandbrief über einen Nominalzins und einen nominalen Wert, also einen definierten Rückkaufwert.

Will man nun also den Effektivzins errechnen, so sind folgende Werte von Bedeutung: der Kaufkurs, der Nominalzins, die Restlaufzeit sowie der Rückkaufwert. Diese Werte müssen mit Hilfe einer Faustformel in ein Verhältnis zueinander gesetzt werden, um die Effektivverzinsung des Pfandbriefs näherungsweise zu berechnen.

Was ist der Unterschied zwischen Pfandbrief und Anleihen?

Beim Pfandbrief handelt es sich auf der einen Seite um eine Schuldverschreibung, also um eine Anleihe. Trotzdem gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen einem Pfandbriefe und einer gewöhnlichen Anleihe. Dieser besteht darin, dass klassische Anleihen normalerweise nicht mit Sicherheiten hinterlegt sind.

Beim Pfandbrief hingegen ist das obligatorisch, denn diese müssen bei Ausgabe durch Pfandbriefbanken mit Sicherheiten (meistens in Form von Sachwerten) gedeckt sein.

Diese Sicherheitsanforderungen greifen vor allen Dingen bei einer möglichen Insolvenz des Emittenten. Bei gewöhnlichen Anleihen ist das Risiko hoch, dass Anleger einen Großteil Ihres Kapitals verlieren.

Bei Pfandbriefen hingegen ist es vorgeschrieben, dass bei Insolvenz der Deckungsstock nur zur Befriedigung der Ansprüche dienen darf, welche die Pfandbriefinhaber haben. Deshalb ist es selbst bei einer Insolvenz wahrscheinlicher, dass Sie einen größeren Teil Ihres investierten Geldes oder sogar Ihr gesamtes Kapital zurückerhalten.

Für wen eigenen sich Pfandbriefe?

Aufgrund der hohen Sicherheit sind Pfandbriefe in erster Linie für sicherheitsorientierte Investoren geeignet. Diese möchten eine Geldanlage mit einem möglichst geringen Risiko haben, was bei Pfandbriefen der Fall ist. Demgegenüber sind Pfandbriefe keine geeignete Anlageform unter der Voraussetzung, dass Sie größeren Wert auf sehr gute Erträge legen und Ihr Kapital jederzeit und schnell verfügbar halten möchten.

Wie sinnvoll sind Pfandbriefe?

Wenn wir uns die Vor- und Nachteile von Pfandbriefen sowie deren Risiken betrachten, lässt sich als Fazit festhalten, dass Pfandbriefe definitiv für eine Gruppe von Anlegern sehr sinnvoll sind. Das sind in erster Linie sicherheitsorientierte Kunden, zu denen auch institutionelle Investoren wie Versicherer und Pensionsfonds zählen. Weniger sinnvoll ist eine Anlage in Pfandbriefe allerdings, wenn Sie sich von Ihrer Anlage einen mindestens durchschnittlichen, wenn nicht überdurchschnittlichen Ertrag versprechen.

Zudem haben Pfandbriefe sehr lange Laufzeiten, auch wenn eine Veräußerung über die Börse möglich ist. Trotzdem sind sie daher nicht unbedingt sinnvoll, wenn Sie Ihr Kapital täglich flexibel verfügbar halten möchten. Aus dem Grund werden Pfandbriefe vor allem von relativ langfristig orientierten Anlegern genutzt und sind sehr sinnvoll für Versicherungsgesellschaften und Pensionsfonds, eben aufgrund der bereits angesprochenen Deckungsstockfähigkeit.