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Asset backed securities (ABS) – einfach erklärt

Beitragsbild zum Artikel "Asset backed securities". Ein Piktogramm auf der rechten Seite zeigt einen Mann, der mit verschiedenen Wertpapieren und Anlagen arbeitet.
Inhaltsverzeichnis

Dass es am Finanzmarkt eine Vielzahl unterschiedlicher Wertpapiere gibt, zeigen die Asset backed securities (ABS) als gutes Beispiel. In erster Linie sind es institutionelle Anleger, die in die Papiere investieren. In unserem Beitrag erfahren Sie, was Asset backed securities sind, wie sie entstehen und worin der Unterschied zu Mortgage backed securities besteht. Wir gehen ebenso auf die Vor- und Nachteile ein, die mit den ABS Securities verbunden sind.

Das Wichtigste zu Asset backed securities in Kürze

  • Asset backed securities (ABS) sind durch Vermögenswerte oder Forderungen abgesicherte Wertpapiere.
  • Die ABS Securities entstehen durch den Verkauf von Kreditansprüchen der Banken an Zweckgesellschaften.
  • Zu unterscheiden sind Asset backed securities (ABS) von den sogenannten Mortgage backed securities.
  • Vorteile der ABS Securities sind die Erhöhung der Eigenkapitalquote, geringere Kosten als bei anderen Fremdfinanzierungen sowie die Verkürzung der Bilanz.
  • Investoren von Asset backed securities sind vor allem institutionelle Anleger und Versicherungsgesellschaften.

Was sind Asset backed securities?

Per Definition stammt Asset backed securities (ABS) aus dem englischsprachigen Raum und bedeutet übersetzt so viel wie Wertpapiere, die mit Vermögenswerten oder Forderungen abgesichert sind. Alternativ wird im deutschsprachigen Raum auch von forderungsbesicherten Wertpapieren gesprochen. Die Emittenten solcher ABS Securities sind in aller Regel Zweckgesellschaften und es handelt sich um verzinste Wertpapiere. Das wesentliche Merkmal der Asset backed securities ist, dass die Besicherung durch Forderungen stattfindet. Diese wiederum entstehen, wenn insbesondere Banken Teile ihrer Kreditforderungen an Zweckgesellschaften veräußert.

Wie entstehen Asset backed securities?

Im ersten Schritt verkaufen Banken ihre Kreditansprüche gegenüber ihren Kunden an sogenannte Zweckgesellschaften. Der Hintergrund ist, dass die Kreditinstitute gesetzlich dazu verpflichtet sind, mindestens acht Prozent ihrer vergebenen Kredite an Eigenmitteln zur Verfügung zu halten. Deshalb veräußern sie Kreditansprüche, um anschließend weitere Darlehen vergeben zu können. Durch das Veräußern tauchen diese Forderungen nicht mehr in der Bilanz der Bank auf, was ein Vorteil ist. Die Zweckgesellschaft hat anschließend die Möglichkeit, mit den Wertpapieren zu handeln, welche durch die Forderungen besichert sind. Die Absicherung gibt es durch die Forderungen gegenüber den originären Kreditnehmern.

Bevor man in ABS investieren kann, gibt es also zuvor einen bestimmten Ablauf. Zunächst hat die Zweckgesellschaft die Aufgabe, den Kaufpreis bis zum Abschluss der Transaktion zu refinanzieren. Das nimmt das Unternehmen vor, indem die Emission der Wertpapiere am Markt durchgeführt wird. Vorher benötigt der Emittent ein Rating, damit sich mögliche Investoren ein Bild zum Kreditausfallrisiko machen können. Existiert diese Bewertung einer Rating-Agentur, beauftragt das Unternehmen eine einzelne Bank oder ein Konsortium, damit die Wertpapiere am Markt platziert werden. Wer die Anleihen nun kauft, transferiert den Kaufbetrag indirekt an die Zweckgesellschaft.

Wer ist an Asset backed securities beteiligt?

In der Regel sind drei Parteien an den Asset backed securities beteiligt. Zum einen ist das die Bank, die ihre Kreditansprüche verkauft, zum anderen die Zweckgesellschaft, welche diese ankauft und dann Wertpapiere ausgibt. Die dritte Partei sind Investoren, welche die Asset backed securities handeln, vor allem Versicherer und Unternehmen als institutionelle Anleger.

Was ist der Unterschied zu den Mortgage backed securities?

Wenn es um die Besicherung gibt, gibt es verschiedene Varianten von Kreditforderungen. Im Unterschied zu den Asset backed securities handelt es sich bei den sogenannten Mortgage backed securities, kurz MBS, um durch Immobilienkredite besicherte Wertpapiere, die wieder durch ein Grundpfandrecht abgesichert sind. ABS Securities hingegen sind in erster Linie durch Forderungen besichert, die zum Beispiel aus klassischen Konsumentenkrediten an Privatpersonen stammen.

Vorteile: Warum Asset backed securities?

Sowohl für die Emittenten als auch Investoren haben ABS mehrere Vorteile. Das gilt ebenfalls für die Zweckgesellschaft als das Unternehmen, welches die Wertpapiere letztendlich ausgibt, ebenfalls für die Bank. Die wichtigsten Vorzüge für Bank, Investoren und Zweckgesellschaft (Unternehmen) der Asset backed securities sind:

  • Erhöhen der Eigenkapitalquote
  • Bilanzverkürzung
  • Schaffung zusätzlicher, liquide Mittel
  • Bank überträgt zum Teil das Ausfallrisiko auf die Zweckgesellschaft
  • Niedrigere Kosten bei der Finanzierung über ABS
  • Steuerliche und handelsrechtliche Vorteile für die Bank

Ein großer Vorteil für die Bank ist die Entlastung des Eigenkapitals. Dadurch wird mehr Platz für weitere Kredite geschaffen und es findet eine Erhöhung der liquiden Mittel statt. Zudem ist die Finanzierung für die Zweckgesellschaft günstiger als die meisten anderen Formen einer Fremdfinanzierung, zum Beispiel in Form eines klassischen Bankdarlehens.

Risiken und Nachteile von ABS

Gegenüber den ABS-Vorteilen gibt es ebenfalls einige Nachteile, die im Zusammenhang mit Asset backed securities zu beachten sind:

  • Relativ komplizierte Handhabung
  • Externe Faktoren beeinflussen die erfolgreiche Platzierung
  • Hoher Aufwand
  • Bank ist weiterhin für einen Teil des Ausfallrisikos verantwortlich
  • Wenig geeignet als Investment für Privatanleger

Die gesamte Abwicklung der Asset backed securities ist relativ kompliziert und erfordert einen hohen Zeitaufwand, was definitiv zu den Nachteilen zählt. Zudem ist der Erfolg der Platzierung der Wertpapiere von mehreren externen Faktoren abhängig, die wenig oder gar nicht beeinflusst werden können. Dazu gehören zum Beispiel die Nachfrage am Markt, die jeweils aktuellen Zinssätze sowie bestimmte Erwartungen seitens der Investoren. Zudem gibt die Bank ihr Ausfallrisiko nicht komplett ab, sondern ist weiter für einen Teil selbst verantwortlich.

Wer kann in ABS investieren?

Als Investoren kommen weniger Privatpersonen infrage, sondern in erster Linie handelt es sich um Versicherungsgesellschaften sowie institutionelle Anleger. Vorrangig sind es Investoren, die ein limitiertes Risikobudget haben und zumindest kleine zusätzliche Erträge durch das Investment in Asset backed securities erzielen möchten. Trotzdem ist der Markt den privaten Anlegern nicht grundsätzlich verschlossen, denn auch diese haben die Möglichkeit, die Wertpapiere zu erwerben. Das Hindernis sind meistens eher die hohen Volumina und für viele Anleger im privaten Bereich ebenso die nicht einfach zu verstehende Struktur der Wertpapiere. Zudem sind die Zinsen im Vergleich nicht unbedingt attraktiv.