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Garantiezertifikat – was ist das und wie funktioniert es?

Eine Aktenorder mit der Aufschrift "Garantie-Zertifikat" liegt auf einem Tisch neben bunten Charts-Symbolen.
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Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zum Garantiezertifikat zusammengefasst

  • Bei einem Garantiezertifikat handelt es sich um besondere Zertifikate, bei denen ein Kapitalschutz existiert.
  • Garantiezertifikate zählen mit zu den sichersten Zertifikatearten am Markt.
  • Diese Sicherheit hat allerdings den Nachteil einer vergleichsweise geringen Rendite, die Sie mit einem Garantiezertifikat erzielen.
  • Die Kosten sind bei einem solchen Zertifikat recht hoch und liegen nicht selten oberhalb von 1,5 Prozent.
  • Beim Vergleich unterschiedlicher Garantiezertifikate sollten Sie auf verschiedene Punkte achten, zum Beispiel den Basiswert, die Partizipationsrate und die Restlaufzeit.

Wer sich für Zertifikate entscheidet und dort eine besonders hohe Sicherheit haben möchte, wählt am besten sogenannte Garantiezertifikate. Anleger profitieren von einem hohen Kapitalschutz, auch wenn der Kurs des Basiswertes zum Ende der Laufzeit des Zertifikats fallen sollte. In unserem Beitrag erfahren Sie, was ein Garantiezertifikat ist und wie es funktioniert. Wir gehen ferner auf die Vor- sowie Nachteile ein und erläutern an einem Beispiel, wie ein Garantiezertifikat in der Praxis funktioniert.

Was ist ein Garantiezertifikat?

Bei einem Garantiezertifikat handelt es sich um eine spezielle Schuldverschreibung des Emittenten, die mit einem Kapitalschutz versehen ist. Bei diesen Zertifikaten erhalten Anleger auch dann ihr Geld am Laufzeitende zurück, wenn der Kurs des Basiswertes gefallen ist, der Basiswert sich also schlechter als erhofft entwickelt hat. Wichtig zu betonen ist, dass diese Kapitalgarantie ausschließlich bezogen auf das Ende der Laufzeit greift.

Bei einem Garantiezertifikat bewegen sich die Laufzeiten im Durchschnitt zwischen zwei und vier Jahren. Der Anleger erhält dann zu einem bestimmten Zeitpunkt sein investiertes Kapital zurück, zum Beispiel zu 100 Prozent bei einem Garantiezertifikat, welches die volle Kapitalabsicherung beinhaltet. Durch die speziellen Eigenschaften unterscheidet sich das Garantiezertifikat von anderen Zertifikaten, beispielsweise von Discount- und Hebelzertifikaten.

Merkmale eines Garantiezertifikates

Die wichtigsten Merkmale eines Garantiezertifikates zusammengefasst lauten:

  • Kapitalgarantie zum Ende der Laufzeit hin
  • Relativ hohe Sicherheit für ein Zertifikat
  • Renditechancen sind limitiert
  • Geeignet für sicherheitsorientierte Anleger
  • Handelbar an der Börse

Wie funktioniert ein Garantiezertifikat?

Zunächst funktioniert ein Garantiezertifikat für Anleger wie die meisten, anderen Zertifikate ebenfalls. Das bedeutet, dass sich auch Garantiezertifikate stets auf einen bestimmten Basiswert beziehen. Das sind in aller Regel:

  • Aktien
  • Indizes
  • Devisen
  • Rohstoffe

Wenn sich das Garantiezertifikat zum Beispiel auf Aktien als Basiswert bezieht, entwickelt sich der Wert des Zertifikats meistens 1:1 im Verhältnis zur Kursveränderung bei den Aktien. Steigt also der Aktienkurs zum Beispiel um drei Prozent, wird normalerweise auch der Preis der Garantiezertifikate an der Börse um drei Prozent ansteigen.

Die Garantie, also der Kapitalschutz des Zertifikats, bezieht sich allerdings immer nur auf das Ende der Laufzeit. Sollten Sie hingegen Ihre Zertifikate vorher veräußern, gilt der dann aktuellen Preis des Zertifikats.

Ebenfalls ein wichtiger Teil der Funktionsweise von Garantiezertifikaten ist die sogenannte Partizipationsrate. Damit legt der Emittent fest, welche bis zu welcher Schwelle das Zertifikat die Kurssteigerungen beim Basiswert mitmacht bzw. der Anleger beteiligt wird. Diese Partizipationsraten sind relativ individuell und können zum Beispiel zwischen 50 bis 90 Prozent betragen.

Eine Partizipationsrate von 60 Prozent würde zum Beispiel bedeuten, dass der Anleger durch das Zertifikat den Kursanstieg des Basiswertes von zum Beispiel 10 Prozent zu 60 Prozent mitmacht. Anders ausgedrückt würde der Anleger in diesem Fall eine Rendite von sechs Prozent generieren.

Aus Sicht des Emittenten funktionieren Garantiezertifikate so, dass ein Großteil des Kapitals in abgezinste Anleihen investiert wird. Durch die Zinszahlung, die garantiert ist, wird im Normalfall eine Absicherung in vollem Umfang erreicht. Den restliche Teil des Kapitals investieren Emittenten in aller Regel an der Börse, größtenteils in Optionen, die einen Index wie den DAX oder den Dow Jones als Basis haben.

Unterschiedliche Partizipationsraten bei Garantiezertifikaten

Beim Vergleich der Garantiezertifikate ist es wichtig, dass Sie einen Blick auf die Partizipationsraten werfen. Diese bestimmen immerhin, welche maximale Beteiligung Sie an der Rendite mit dem Investment in ein Garantiezertifikat erzielen können.

Was sind die Vorteile der Garantiezertifikate?

Garantiezertifikate sind bei Anlegern durchaus beliebt, sodass viele Investoren ihre Bank damit beauftragen, solche Zertifikate an der Börse zu erwerben. Dafür verantwortlich sind einige Vorteile der Zertifikate, wie zum Beispiel:

  • relativ sichere Anlage
  • große Auswahl an Garantiezertifikaten
  • Flexibilität
  • jederzeitige Verfügbarkeit des angelegten Kapitals
  • Kapitalerhalt auch bei negativer Kursentwicklung des Basiswertes
  • von Kursgewinnen des Basiswertes profitieren

Die meisten Anleger nennen vor allem die relativ hohe Sicherheit beim Zertifikat als Vorteil, aber auch die Flexibilität aufgrund der Möglichkeit, durch den Verkauf an der Börse das angelegte Kapital jederzeit liquidieren zu können.

Was sind die Nachteile der Garantiezertifikate?

Neben den Vorteilen gibt es ebenso einige Nachteile und Risiken, woran einige Anleger nicht denken, weil sie zu viel Gewicht auf die Garantie bei diesen Zertifikaten legen. Folgende Nachteile und Risiken sollten Sie daher nicht außer Acht lassen, wenn Sie sich für oder gegen ein Zertifikat dieser Art entscheiden:

  • Limitierung der möglichen Renditen
  • Garantie nicht immer 100 Prozent
  • kein Anspruch auf Dividendenausschüttung
  • Emittentenrisiko
  • Währungsrisiko bei ausländischen Indizes als Basis
  • relativ hohe Kosten
  • Kapitalgarantie bezieht sich ausschließlich auf das Laufzeitende

Was zum Beispiel nicht wenige Anleger vergessen, ist, dass es bei Garantiezertifikat zwar eine Garantie in Bezug auf das investierte Kapital gibt (sollte sich der Kurs des Basiswertes negativ entwickeln), dennoch existiert bei diesen Zertifikaten ein Emittentenrisiko, denn auch ein Garantiezertifikat ist eine Schuldverschreibung. Sollte also beispielsweise die Bank als Emittenten insolvent werden, droht dem Anleger ein Totalverlust.

Ein weiterer Nachteil der Garantiezertifikate ist die Begrenzung der Gewinnbeteiligung durch die Partizipationsraten. Darüber hinaus sind diese Zertifikate oft mit einem Ausgabeaufschlag versehen, was zu relativ hohen Kosten führt. Diese wiederum senken die mögliche Rendite zusätzlich. Ferner sind nicht alle Garantiezertifikate mit einer Kapitalgarantie von 100 Prozent ausgestattet, sodass Sie durchaus bei manchen Zertifikaten Verluste erleiden können.

Kapitalgarantie nicht automatisch bei 100 Prozent

Wenn Sie sich für ein bestimmtes Garantiezertifikat entscheiden, sollten Sie beim Vergleich unbedingt auf die Höhe der Kapitalgarantie achten. Nicht immer ist die vollständiger Rückzahlung Ihres investierten Kapitals garantiert, sondern manchmal ist die Garantie zum Beispiel auf 90 Prozent begrenzt.

Praxisbeispiel für ein Garantiezertifikat

Die Informationen zu den Garantiezertifikaten mögen für manche Anleger relativ theoretisch sein, insbesondere, was die unterschiedlichen Zahlen und Daten bei einem Garantiezertifikat angeht. Deshalb möchten wir an der Stelle durch ein Praxisbeispiel verdeutlichen, wie es um die Sicherheit und die mögliche Rendite bei diesen Zertifikaten bestellt ist. Dazu gehen wir von folgenden Fakten aus:

  • Investitionsbetrag: 3.000 Euro
  • Basiswert: Deutscher Aktienindex (DAX)
  • Partizipation: 80 Prozent
  • Kosten: 2 Prozent
  • Kapitalgarantie: 90 Prozent

Nun gibt es mehrere Möglichkeiten, wie sich der Kurs des Basiswertes entwickelt und welche Auswirkungen das auf Ihr Garantiezertifikat haben kann. Szenarien sind insbesondere die folgenden:

  • Szenario 1: Bis zum Laufzeitende des Zertifikats entwickelt sich der DAX negativ und liegt bei Fälligkeit des Garantiezertifikates fünf Prozent unter dem Wert, den der Deutsche Aktienindex beim Kauf des Zertifikates hatte. Das führt jedoch dazu, dass Sie dennoch Ihr investiertes Kapital zurückerhalten, jedoch nur zu 90 Prozent, also 2.700 Euro. Eine Rendite erzielen Sie somit natürlich nicht, sondern müssen zum Kapitalverlust noch die Kosten in Höhe von 60 Euro tragen.
  • Szenario 2: Der Deutsche Aktienindex entwickelt sich sehr positiv und verzeichnet ein Plus bis zum Laufzeitende des Zertifikates von 20 Prozent. Bezogen auf Ihren Kapitaleinsatz wäre das ein Gewinn in Höhe von von 600 Euro. Da Sie allerdings nicht zu 100, sondern stattdessen zu 80 Prozent an den Gewinnen aufgrund der Partizipationsraten profitieren, führ das bei Ihnen zu einem Gewinn in Höhe von 480 Euro. Allerdings müssen Sie ebenfalls die Kosten für das Zertifikat tragen, sodass ein Nettogewinn (vor Steuern) von 420 Euro bleibt.

Neben diesen gibt es noch eine Reihe anderer Konstellationen, die sich unterschiedlich auf die Zertifikate auswirken können, weil häufiger die Partizipationsrate und die prozentuale Absicherung in Form der Garantie abweichend sind. Manche Zertifikate enthalten zum Beispiel lediglich einen Garantieschutz von 90 statt 100 Prozent.

Worauf sollte ich bei der Wahl des Garantiezertifikates achten?

Es gibt eine große Anzahl von Zertifikaten diese Art am Markt, bei denen sich allerdings die Bedingungen und Konditionen häufiger unterscheiden. Deshalb ist es wichtig, dass Sie die Angebote vergleichen und dabei insbesondere auf die folgenden Aspekte achten:

  • Emittentenrisiko (Bonität des Emittenten)
  • Basispreis im Vergleich zum aktuellen Kurs des Basiswertes
  • Partizipationsrate
  • Höhe des Kapitalschutzes
  • Laufzeit bzw. Restlaufzeit

Sehr wichtig ist zum Beispiel, in welchem Verhältnis der Basispreis des Zertifikates gegenüber dem aktuellen Kurs des Basiswertes steht. Handelt es sich zum Beispiel beim Basiswert um eine Aktie und beläuft sich der Basispreis auf 90 Euro, der aktuelle Kurs beträgt jedoch 80 Euro, ist die Chance nicht besonders groß, dass Sie mit diesem Zertifikat eine Rendite erzielen.

Ebenfalls sollten Sie sich über die Laufzeit bzw. Restlaufzeit informieren sowie die Partizipationsrate, denn diese ist gleichzeitig die Begrenzung für ihren eventuellen Gewinnanteil.

Für wen eignen sich Garantiezertifikate?

Garantiezertifikate sind vorrangig für Anleger geeignet, die mit einer relativ hohen Sicherheit investieren möchten. Zudem besteht der Wunsch der Anleger meistens darin, unabhängig von der tatsächlichen Kursentwicklung des Basiswertes zumindest das investierte Kapital am Laufzeitende zurückzuerhalten.

Wie und wo erhält man Garantiezertifikat?

Wenn Sie Garantiezertifikate erwerben möchten, können Sie das jederzeit an der Börse tun. Sie geben entsprechend einen Kaufauftrag an Ihre Bank oder Ihren Broker, bei dem Sie Ihr Wertpapierdepot führen.

Da der Emittent des Zertifikates durchgängig Rücknahmekurse stellt, ist es auch bei einem relativ illiquiden Börsenhandel bezüglich des Wertpapiers möglich, die Garantiezertifikate jederzeit im Rahmen des außerbörslichen Direkthandels wieder zu veräußern.

Gleiches gilt für den Kauf, denn auch dort ist neben dem Börsenhandel der sogenannte OTC-Handel eine Alternative.