EUR/USD – jetzt kann die Talfahrt beginnen!

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Jetzt haben die Bären das Ruder in der Hand und können theoretisch bis 1,08 durchziehen. Diese Zone werden wir nicht in diesem Jahr mehr erreichen. (Foto: Romolo Tavani / Shutterstock.com)

Wie sich da wohl die Aktionen der Notenbanken bemerkbar machen werden! Die Schuldengrenze in den USA wurde erneut angehoben. Immer dasselbe Theater. Und doch sagt der Chart, dass der US-Dollar in den nächsten Monaten wieder an Stärke gegenüber zum Euro zunehmen kann.

EUR/USD im Wochenchart

Ich hatte es Ihnen bereits angekündigt: Wenn wir unter die aktuelle Unterstützung fallen, können wir in der Zukunft den Euro wieder bei etwa 1,08 US-Dollar sehen. Der Euro verliert dem Chart zufolge in den kommenden Monaten deutlich an Wert.

Das sagt der Kaffeesatz des Charts, wenn wir in die mögliche Zukunft blicken. Zuletzt waren wir in dem möglichen Zielbereich, als die Corona-Krise ihren Höhepunkt hatte.

Blicken wir noch einen Schluck weiter in die Vergangenheit, sehen wir einen ähnlich Topping-Bereich wie aktuell in der Zone um 1,24. Die haben wir in diesem Jahr gar nicht mehr erreicht. Das ist insofern ein weiteres Argument dafür, dass wir uns eher nach unten orientieren sollten.

Es sind allerdings immer noch Währungspaare. Das heißt übergeordnet bestimmen die Notenbanken die Richtung. Wer also seine eigene Währung mehr verwässert, lässt die andere im Wert steigen.

Das könnte der Chart so gesehen auch anzeigen. Vielleicht muss der Euro in Massen gedruckt werden und alleine deshalb steigt der Wert des US-Dollars. Da muss die EZB sich allerdings ranhalten. Wer das Wettdrucken gegen den USD gewinnen will, sollte noch ein paar Bazookas mehr aus dem Schrank holen. Draghi kann da sicher Tipps geben.

Was spricht dagegen?

Wenn ich mir den Tageschart per Heikin Ashi Kerzen anschaue, gibt es einen blauen Punkt, also ein Ende der Verkaufspanik. Das war jedoch schon Anfang der Woche und die Kurse sind seitdem noch weiter gefallen. Ein Gegenargument sieht definitiv anders aus.

Im 4-Stunden-Chart haben wir ebenfalls einen blauen Punkt. Der kam vorgestern. Seitdem halten die Kurse das Niveau. Trotzdem sind wir auf Wochensicht immer noch unter dem eingezeichneten Bereich und das ist einfach bärisch. Da kann auch ein kleiner Punkt im H4 nicht gegenankämpfen.

Wenn, dann müssten wir direkt in der nächsten Woche wieder über 1,16 steigen. Noch besser wäre über 1,165. Wenn das passiert, ist die Short-Idee sofort abgehakt. Vielleicht bietet sich später dann noch einmal ein Einstieg.

Das ist aber nur für den Fall der Fälle. Jetzt haben die Bären das Ruder in der Hand und können theoretisch bis 1,08 durchziehen. Diese Zone werden wir nicht in diesem Jahr mehr erreichen. Es sei denn, es passiert etwas Dramatisches. Aber im nächsten Jahr oder sogar erst 2023 ist das durchaus denkbar.

Wir betrachten ja oben im Chart das große Zeitfenster. Da braucht es ein wenig Geduld.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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