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Testament: Kosten, Sonderformen & Co. Alle Infos

Testament: Kosten, Sonderformen & Co. Alle Infos
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Inhaltsverzeichnis

Testament und Erbe im √úberblick

  • Definition Testament: Dokument, welches das Eigentum eines Verstorbenen (Erblassers) regelt.
  • Definition Beglaubigung: Offizielle Best√§tigung eines Notars.
  • Definition Testierf√§higkeit: F√§higkeit des Erblassers zur Erstellung eines Testaments.
  • Formen eines Testaments:¬†
    • Handschriftliches Testament
    • Notarielles Testament (durch Notar beglaubigt)
    • Gemeinschaftliches Testament
    • Berliner Testament (Einheitsl√∂sung, Trennungsl√∂sung)
    • Behindertentestament
    • Nottestament
  • Unterschied zwischen Verm√§chtnis und Erbe:
    • Verm√§chtnis (Legat):¬†Zuwendung einzelner Verm√∂gensgegenst√§nde
    • Erbe:¬†Gesamtverm√∂gen (Rechte und Pflichten), welches auf Erben √ľbergeht
  • Folgen ohne Testament: Das Erbe wird gem√§√ü der gesetzlichen Erbfolge verteilt.
  • Testamentkosten bei Notar: Richten sich nach der H√∂he des Nachlasses.

Definition: Was ist ein Testament?

Ein¬†Testament¬†bestimmt,¬†welches Eigentum¬†des Erblassers im Todesfall¬†an wen √ľbergeht.

F√ľr ein g√ľltiges Testament muss der Erblasser testierf√§hig¬†sein, sowie das Testament selbst handschriftlich verfasst oder zumindest¬†unterzeichnet haben.¬†Die Testierf√§higkeit regelt, welche Voraussetzungen f√ľr die Erstellung eines rechtskr√§ftigen Testaments erf√ľllt sein m√ľssen.

Testament Erbe Statistik

Ein Testament kann im Nachhinein geändert werden. Liegt kein Testament vor, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft.

Sonderformen sind beispielsweise das Berliner Testament und das öffentliche Testament.

Wann ist ein Testament sinnvoll?

Ein Testament zu verfassen ist dann sinnvoll, wenn die¬†gesetzliche Erbfolge nicht eingehalten werden soll. Empfehlenswert ist ein Testament, wenn gr√∂√üere Verm√∂genswerte vererbt werden sollen. Sobald man ein Testament verfasst, entf√§llt die gesetzliche Erbfolge teilweise.¬†Auch f√ľr junge Menschen, die heiraten oder in einer eingetragenen Partnerschaft leben, ist ein Testament sinnvoll.

Es erben am Ende nur diejenigen, die im Testament erwähnt werden. Die Ausnahme sind sogenannte Pflichtteilsberechtigte des Nachlasses. Diese haben auch bei Aufsetzung eines Testaments, in dem deren Name nicht erscheint, das Recht auf den sogenannten Pflichtteil.

Was ist ein Erbe?

Der Erbe¬†ist die Person, die im Erbfall das Verm√∂gen, also den Nachlass,¬†des Erblassers als Ganzes entweder alleine oder zusammen mit anderen erh√§lt. Da der Erbe in alle Rechte und Pflichten des Erblassers eintritt,¬†wird er auch ‚ÄěGesamtrechtsnachfolger des Erblassers‚ÄĚ genannt.

Der Erwerb des Nachlasses erfolgt unmittelbar mit dem Erbfall und ohne, dass es der Annahme der Erbschaft bedarf.

Eine Person wird zum Erben, indem folgende Situationen eintreten:

  • Erbeinsetzung¬†in einem Testament
  • Gesetzliche Erbfolge

Auf Antrag erteilt das Nachlassgericht der erbenden Person einen Erbschein, welches sein Erbrecht und etwaige Beschränkungen ausweist. Im Falle von mehreren erbenden Personen entsteht eine Erbengemeinschaft.

Die Regelung der gesetzlichen Erbfolge

Neben dem Ehepartner werden nach der gesetzlichen Erbfolge die Angehörigen in Erbenordnungen eingeteilt.

  • Ordnung ersten Grades:¬†Hierzu z√§hlen alle Personen, die vom Verstorbenen abstammen. Dazu geh√∂ren Kinder ‚Äď auch adoptierte und nichteheliche Kinder -, Enkel und Urenkel. Demgegen√ľber werden Zieh- und Stiefkinder nicht zu den Erben gerechnet.
  • Ordnung zweiten Grades:¬†Hierzu geh√∂ren die Eltern des verstorbenen Erblassers und deren Abk√∂mmlinge. Dies sind Vater, Mutter, Bruder, Schwester, Neffe, Nichte, Gro√üneffe, Gro√ünichte.
  • Ordnung dritten Grades:¬†Zu dieser Ordnung der gesetzlichen Erbfolge z√§hlen die Gro√üeltern des Erblassers und die hier von abstammenden Personen wie Gro√üvater, Gro√ümutter, Onkel, Tante, Cousin, Cousine.
  • Ordnung vierten Grades:¬†Die letzte Ordnung der gesetzlichen Erbfolge setzt sich zusammen aus den Urgro√üeltern des Erblassers und deren Abk√∂mmlingen. Also Urgro√üvater, Urgro√ümutter, Gro√üonkel, Gro√ütante, Gro√üneffe, Gro√ünichte.

Testament: G√ľltigkeit und Beglaubigung

In einem ersten Schritt sollte man sich mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen der Testamentserrichtung befassen, um hierbei keine Fehler zu machen, die die G√ľltigkeit der Verf√ľgung in Frage stellen w√ľrden.

Rechtssicherheit bei Testamenten ‚Äď Beglaubigung durch einen Notar

Es empfiehlt sich das Studium rechtssicherer Muster und Vorlagen, um so die einzelnen Bestimmungen n√§her zu kennen. Aufgrund der Vielzahl an juristischen Bestimmungen und den immer wieder stattfindenden Reformen des Erbrechts sollten Laien einen Notar hinzuzuziehen.¬†Ein besonderes Ma√ü an Sicherheit bietet die Erstellung und¬†Beglaubigung¬†des Testaments, denn hierdurch best√§tigt ein anerkannter Notar, dass der Erblasser ihm gegen√ľber seinen letzten Willen erkl√§rt hat und die Verf√ľgung von Todes wegen somit dessen letzten Willen enth√§lt.

Ein beglaubigtes Testament ist demnach im Gegensatz zu einem gew√∂hnlichen, eigenh√§ndigen Testament noch zus√§tzlich abgesichert. Die Beglaubigung stellt der deutschen Gesetzgebung entsprechend einen wesentlichen Bestandteil eines √∂ffentlichen Testaments dar und unterscheidet dieses von anderen Varianten der letztwilligen Verf√ľgung.

So wird ausschließlich ein öffentliches Testament durch einen Notar beglaubigt, das aus diesem Grund auch als notarielles Testament bezeichnet wird.

√Ėffentliche Testamente

Ob man ein √∂ffentliches Testament gemeinsam mit dem Notar erstellt oder die Testamentserstellung selbst √ľbernimmt und dem Notar lediglich das verschlossene Testament mit der Erkl√§rung, dass es sich hierbei um den letzten Willen handelt, √ľbergibt, bleibt dem Testator selbst √ľberlassen.

Insbesondere wenn Unsicherheiten bestehen, erweist es sich aber als sinnvoll, die Testamentserstellung gemeinsam mit dem Notar in Angriff zu nehmen. Zudem bescheinigt der Notar im Falle, dass man das Testament allein erstellt lediglich die Richtigkeit der Unterschrift, nicht des Inhalts.

Im Rahmen der Erstellung eines √∂ffentlichen Testaments besteht die zentrale Aufgabe des Notars darin, seiner gesetzlichen Pflicht nachzukommen. Folglich f√ľhrt der Notar zun√§chst eine umfassende Beratung des k√ľnftigen Erblassers durch und informiert diesen ausf√ľhrlich √ľber die Testamentserrichtung.

Vorgehensweise bei einem öffentlichen Testament:

  • Sofern der Testator keine verschlossene Schrift √ľbergibt, ist es au√üerdem die Aufgabe des Notars, sicherzustellen, dass dem letzten Willen des Erblassers im betreffenden Testament rechtswirksam und eindeutig Ausdruck verliehen wird.
  • Zudem liegt es ebenfalls in der Verantwortung des Notars festzustellen, ob der Erblasser gesch√§ftsf√§hig¬†und somit¬†testierf√§hig ist. Die¬†Testierf√§higkeit¬†ist eine grundlegende Voraussetzung und verhindert eine¬†Anfechtung.
  • Nachdem das Testament schriftlich verfasst wurde, muss dieses nat√ľrlich noch vom Testator unterzeichnet werden. Der Notar muss dem beiwohnen und daraufhin mit seiner eigenen Unterschrift best√§tigen, dass der Erblasser die Verf√ľgung von Todes wegen unterzeichnet hat.
  • Die Unterschrift des Notars dient hierbei demnach als finale Best√§tigung des √∂ffentlichen Testaments und bildet dessen Beglaubigung. Folglich ist die Beglaubigung einer letztwilligen Verf√ľgung nur dann m√∂glich, wenn es sich dabei um ein √∂ffentliches Testament handelt.

Wer beispielsweise ein eigenhändiges Testament errichtet und dieses beglaubigen lassen möchte, muss sich an einen Notar wenden und macht aus dem eigenhändigen Testament ein öffentliches Testament.

Hinweis

Bei Unsicherheiten bei der Testamentserstellung ist es ratsam, einen Notar in Erwägung zu ziehen, der bei der Erstellung des Testaments aktiv miteingebunden ist. Nur dann kann das Testament auch beglaubigt werden und gilt als öffentliches Testament.

Sonderform: Berliner Testament

Im Berliner Testament setzen sich Ehepartner gegenseitig als Alleinerben ein und schlie√üen andere von der Erbfolge aus. Stirbt einer der beiden Ehepartner, geht dessen Verm√∂gen auf den Hinterbliebenen √ľber.¬†Das hat den Vorteil, dass der Hinterbliebene bis¬†zum Lebensende finanziell abgesichert ist. Gemeinsam bestimmen die Eheleute einen Schlusserben. Dies k√∂nnen beispielsweise ihre Kinder sein. Diese erben erst nach dem Tod des zweiten Ehepartners.

Das Berliner Testament ist eine Sonderform des¬†gemeinschaftlichen Testaments oder¬†des¬†Ehegattentestaments. In Deutschland geh√∂rt es zu den g√§ngigsten M√∂glichkeiten, um nach dem Tod eines Partners f√ľr den hinterbliebenen Ehepartner vorzusorgen.

Besonderheiten des Berliner Testaments:

  • Ein Verm√∂gen wird zweimal vererbt.
  • Die Ehepartner setzen sich¬†gegenseitig als alleinige Erben¬†ein.
  • Stirbt einer der beiden, geht sein Verm√∂gen vollst√§ndig auf den hinterbliebenen Partner √ľber.

Andere Erben sind von der¬†Erbfolge ausgeschlossen. Erst wenn der zweite Ehepartner verstirbt, geht das Verm√∂gen an den Schlusserben √ľber.

Die Ehepartner können den Nachlass aber auch anderen Verwandten, Stiftungen oder karitativen Einrichtungen vererben. Kinder und andere nahe Verwandte haben jedoch einen Pflichtteilsanspruch. Das bedeutet wiederum, dass ihnen ein bestimmter Teil des Erbes gesetzlich zusteht.

  • Ehepartner und eingetragene Lebensgemeinschaften regeln mit einem Berliner Testament ihren Nachlass gemeinsam.
  • Ziel ist, den hinterbliebenen Partner bis zu seinem Lebensende finanziell abzusichern.
  • Eheleute k√∂nnen ein Berliner Testament nur gemeinsam verfassen, √§ndern oder aufheben.
  • Das Berliner Testament setzt im Regelfall den √ľberlebenden Ehepartner als Alleinerben ein. Alle anderen Berechtigten sind vorerst von der Erbfolge ausgeschlossen.
  • Wer beim Tod des zweiten Gatten welchen Verm√∂gensanteil erbt, bestimmt das Ehepaar individuell. Kinder und nahe Verwandte haben jedoch immer einen gesetzlichen Anspruch auf ihren Pflichtteil.
  • Das Berliner Testament bringt steuerliche Nachteile mit sich, da sowohl der Alleinerbe als auch der Schlusserbe das Verm√∂gen versteuern muss.
  • Alternativen zum Berliner Testament: Ehevertrag, Nutzungsrecht

Es gibt zwei Varianten des Berliner Testaments:

  • Einheitsl√∂sung
  • Trennungsl√∂sung

Die Einheitslösung im Berliner Testament: Ja oder Nein?

Bei der Einheitslösung handelt es sich um die gängige Variante dieser Form. Beide Ehepartner setzen sich darin gegenseitig als Alleinerben ein und schließen andere nahe Verwandte zunächst von der Erbfolge aus. Zusammen bestimmen sie einen oder mehrere Schlusserben, die nach dem Tod des zweiten Ehepartners das gesamte Vermögen erben. Sehr oft sind es die gemeinsamen Kinder.

Mit dem Tod des ersten Ehepartners verschmilzt dessen Verm√∂gen mit dem Besitz des √ľberlebenden Ehepartners. Es entsteht ein¬†gemeinsames Verm√∂gen, √ľber das der hinterbliebene Partner frei verf√ľgen kann. Nach dem Tod des zweiten Ehepartners erbt der Schlusserbe das Verm√∂gen. Ist das Erbe mit Schulden belastet, kann der Schlusserbe es ausschlagen.

  • Vorteil der Einheitsl√∂sung:¬†Der hinterbliebene Partner muss das gemeinsame Eigentum nicht f√ľr eine¬†Erbauseinandersetzung¬†verkaufen, um Miterben auszuzahlen. Er wird so vor finanziellen Schwierigkeiten bewahrt und kann seinen gewohnten Lebensstandard weiterf√ľhren.
  • Nachteil der Einheitsl√∂sung: Da Kinder im ersten Erbfall zun√§chst enterbt werden, k√∂nnten sie ihren gesetzlichen¬†Pflichtteilsanspruch geltend machen. Eine Klausel im Testament kann die Durchsetzung zwar erschweren, jedoch nicht verhindern.

Trennungslösung im Berliner Testament: Ja oder Nein?

In der¬†Trennungsl√∂sung setzen sich die Ehepartner¬†wechselseitig als¬†Vorerben¬†ein, ihre Kinder als¬†Nacherben. Stirbt ein Partner, geht sein Verm√∂gen an den hinterbliebenen Partner √ľber.¬†Dieser ist aber nur Verwalter und muss es strikt von seinem eigenen Verm√∂gen trennen. Das bedeutet, dass zwei Verm√∂gensmassen entstehen.

Der hinterbliebene Partner wird zum Vorerben. Er erbt auf Zeit. Sein eigenes Verm√∂gen darf er frei ausgeben, √ľber das¬†Verm√∂gen¬†des verstorbenen Partners jedoch nur¬†eingeschr√§nkt verf√ľgen.¬†Beispielsweise darf er geerbtes Barverm√∂gen nicht auf das eigene Konto einzahlen oder Immobilien aus dem Nachlass verkaufen.

  • Vorteil der Trennungsl√∂sung:¬†Durch die Verm√∂genstrennung wird das Erbe der Nacherben gesch√ľtzt. Die Trennungsl√∂sung eignet sich daher gut, wenn einer der Partner ein bedeutend gr√∂√üeres Verm√∂gen besitzt und sicherstellen m√∂chte, dass nach seinem Tod bestimmte Teile davon erhalten bleiben.
  • Nachteil der Trennungsl√∂sung:¬†Durch die Verf√ľgungsbeschr√§nkung des hinterbliebenen Ehepartners k√∂nnen Probleme entstehen, wie etwa wenn dieser pflegebed√ľrftig wird, aber keinen Zugriff auf das geerbte Verm√∂gen besitzt, um einen Pflegeheimplatz zu finanzieren. Auch hier bleibt zudem der Pflichtteilsanspruch der Kinder erhalten.

Was ist ein Legat im Testament?

Verm√§chtnisse, auch¬†Legate¬†genannt, sind neben der Einsetzung als Erbe¬†ein¬†Element der¬†Testamentsgestaltung. Verm√§chtnisse k√∂nnen f√ľr vielf√§ltige Bed√ľrfnisse zugeschnitten werden.¬†Mit einem Legat¬†erh√§lt die jeweilige Person oder Institution einen bestimmten Verm√∂gensvorteil. Das k√∂nnen teilweise Geldbetr√§ge sein, aber auch Kunstgegenst√§nde, Mobiliar,¬†Schmuckst√ľcke, Aktien und Grundst√ľcke.¬†

Mit Legaten werden neben Privatpersonen h√§ufig gemeinn√ľtzige Institutionen bedacht, die steuerbefreit sind. Dementsprechend wird der Legatsmarkt hart umk√§mpft. Organisationen, die sich f√ľr Kinder oder kranke Menschen, f√ľr Natur, Umwelt und Tiere, Gesundheit und Forschung einsetzen, umwerben h√§ufig verm√∂gende Personen, um so ihren ‚ÄěSpendentopf‚ÄĚ zu erg√§nzen.

Der Verm√§chtnisnehmer ist dabei¬†nicht Mitglied der Erbengemeinschaft. Er hat seinen Anspruch gegen√ľber den Erben geltend zu machen, sobald er die Verm√§chtnisanzeige vom Gericht erhalten hat.¬†Zwischen Erben und Verm√§chtnisnehmer entsteht somit ein gesetzliches Schuldverh√§ltnis, was gelegentlich zu Streitigkeiten f√ľhrt.

Legat: Kann ein Vermächtnis ausgeschlagen werden?

Auch ein Vermächtnis kann ausgeschlagen werden. Zu achten ist darauf, dass dem Erben eine Frist zur Annahme des Vermächtnisses gesetzt werden kann. Nimmt der Vermächtnisnehmer dieses nicht an, so entfällt der Vermächtnisanspruch.

Miterben haften meist als Gesamtschuldner f√ľr die Erf√ľllung des Verm√§chtnisses. Unter sich tragen die Miterben dann die Verm√§chtnislast entsprechend den Erbteilen. Auch ein Verm√§chtnisnehmer kann seinen¬†Pflichtteil oder seinen Zusatzpflichtteil¬†verlangen.

Verlangt der Pflichtteilsberechtigte vom Erben den Pflichtteil, kann der Erbe das Verm√§chtnis im Verh√§ltnis des Wertes des Verm√§chtnisses zum Wert des Nachlasses k√ľrzen.

Welche Arten des Testaments gibt es?

Arten des Testaments

Das handschriftliche Testament

Das handschriftliche Testament wird vom Erblasser mit einem Stift auf einem Blatt Papier aufgesetzt. Ein Notar ist dabei nicht erforderlich, das Testament kann aber bei diesem hinterlegt werden.

Um rechtskr√§ftig zu sein, muss das Testament folgende Punkte erf√ľllen:

  • Rein handschriftlich verfasst
  • Enth√§lt Ort und Datum der Aufsetzung
  • Eigenh√§ndige Unterschrift des Erblassers

Das notarielle Testament

Das notarielle, oder auch √∂ffentliche Testament genannt, wird mithilfe eines Notars aufgesetzt. Entscheidet man sich f√ľr ein notarielles Testament, sollte man beachten, dass eine Verwahrung im Notariat oder beim zust√§ndigen Nachlassgericht unumg√§nglich ist.

Kommt es zum Erbfall, werden die Erben √ľber die Erbschaft benachrichtigt und zur Verlesung des Testaments eingeladen.

Das gemeinschaftliche Testament

Das gemeinschaftliche Testament kann ausschließlich von Ehepartnern und eingetragenen Lebenspartnern aufgesetzt werden. Statt zwei individuelle Testamente wird der letzte Wille beider Partner in einem Testament verfasst.

Wichtig hierbei ist, dass f√ľr die G√ľltigkeit die Unterschriften beider Partner erforderlich sind.

Das Berliner Testament

Das¬†Berliner Testament¬†ist eine Sonderform des gemeinschaftlichen Testaments und dient der finanziellen Absicherung von Ehepartner oder eingetragenen Lebenspartnern im Todesfall.¬†Dabei setzen sie sich gegenseitig als¬†Alleinerben¬†ein. Beim Tod eines Partners geht der Nachlass an den Hinterbliebenen √ľber. Somit ist dieser alleinige Erbe.

Erst wenn der zweite Partner stirbt, geht das Erbe auf die¬†Nacherben¬†√ľber. Meist werden die Kinder als Nacherben eingesetzt. Sie erhalten den Nachlass somit erst mit dem Tod des zweiten Elternteils.

Das Berliner Testament ist mit besonderen inhaltlichen Anforderungen verbunden:

  • Die Partner m√ľssen sich ausdr√ľcklich als Alleinerben einsetzen.
  • Schlusserben m√ľssen benannt werden.

Das Behindertentestament

Ein¬†Behindertentestament¬†kommt f√ľr Erblasser in Frage, unter dessen Erben sich ein behinderter oder pflegebed√ľrftiger Angeh√∂riger befindet, f√ľr dessen Pflege der Staat aufkommt.

Diese Testamentsart dient der Absicherung des behinderten oder pflegebed√ľrftigen Familienmitglieds und soll verhindern, dass der Staat das Erbe als Ausgleich f√ľr die Leistungen einfordert.

Bei der Aufsetzung eines Behindertentestaments m√ľssen folgende Punkte beachtet werden:

  • Erbeinsetzung: Es sollte klar ersichtlich sein, ob der behinderte Erbe als Vorerbe eingesetzt wird und wer Nacherbe ist.
  • Teilungsanordnung: Besteht das Erbe aus mehreren Gegenst√§nden, regelt die Teilungsanordnung, welche Erben welchen Anteil erhalten. Sollen alle Erben in gleichem Ma√üe erben, stellt die Teilungsanordnung sicher, dass der behinderte Erbe nicht vernachl√§ssigt wird.
  • Einsetzung eines Testamentsvollstreckers: Der Testamentsvollstrecker verwaltet den Nachlass f√ľr den behinderten Erben.

Das Nottestament

Ein Nottestament darf ausschließlich in Notsituationen aufgesetzt werden, etwa wenn sich der Erblasser in einer lebensbedrohlichen Situation befindet und kein Testament mehr aufsetzen kann.

Voraussetzung ist allerdings die Testierfähigkeit des Erblassers sowie drei Zeugen, die den letzten Willen des Erblassers festhalten und dann das Testament nochmals zur Bestätigung vorlesen. Anschließend ist es von den Zeugen zu unterschreiben.

Das Nottestament verliert seine G√ľltigkeit, wenn der Erblasser drei Monate nach der Aufsetzung noch lebt.

Folgende Formen des Nottestaments lassen sich unterscheiden:

  • Dreizeugentestament: Der letzte Wille eines Erblassers wird vor drei Zeugen erkl√§rt, die das Testament verfassen und unterschreiben.
  • B√ľrgermeistertestament: Auch ein B√ľrgermeister in Anwesenheit von zwei Zeugen kann das Testament errichten.
  • Seetestament: Befindet sich der Erblasser auf einem deutschen Schiff au√üerhalb eines inl√§ndischen Hafens, so kann in Anwesenheit von drei Zeugen eine m√ľndliche Erkl√§rung √ľber seinen letzten Willen erfolgen.

Testament Vorlagen: Wie schreibt man ein Testament eigenhändig?

Gerade das Erstellen eines Testaments ist f√ľr die richtige Weitergabe des Verm√∂gens sehr wichtig, um besonders juristische Erbrechtsstreitigkeiten in der Familie vorzubeugen.

Grunds√§tzlich ist das Aufsetzen eines Testaments nicht schwierig. Man sollte allerdings auf einige wesentliche Punkte achten, um Fehler zu vermeiden. Insbesondere sollte man sich √ľberlegen, welche Testamentsart die richtige ist.

Diese Fragen sollte man sich vor der Erstellung des Testaments stellen:

  • Welche M√∂glichkeiten gibt es bei der Erstellung eines Testaments √ľberhaupt?
  • Wo soll man das Testament aufbewahren?
  • Zu welchem Zeitpunkt sollte man ein Testament erstellen?
  • Ben√∂tigt man daf√ľr einen Notar?

Was schreibt man in das Testament?

Wenn man sich um seinen Nachlass k√ľmmert, gibt es einiges zu beachten.¬†Bevor man sich Gedanken √ľber die genauen Regeln bei der Testamentsverfassung macht, sollte man¬†sich √ľberlegen, was man m√∂chte. Die einfachste Variante beim Vererben ist die Wahl der gesetzlichen Erbfolge. Diese ist im B√ľrgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. Das Gesetz regelt klar, wer zu welchen Anteilen das Erbe bekommt.

Im BGB wird grob zwischen zwei Erben unterschieden:

  • Verwandtschaft
  • Ehepartner

Regeln f√ľr die spezielle Nachlassregelung

Entscheidet man sich gegen die gesetzliche Erbfolge, kann man den Nachlass selbst regeln. Die spezielle Nachlassregelung auf verschiedene Art und Weise erfolgen: 

  • Handschriftliches Testament
  • Notarielles Testament
  • Erbvertrag

Die gängigste Variante ist das handschriftliche Testament. Hierbei sollte man folgende Regeln beachten:

  • Kennzeichnung als ‚ÄěTestament‚ÄĚ oder ‚ÄěLetzer Wille‚ÄĚ in der √úberschrift
  • Mit Datum versehen
  • Mit Unterschrift versehen
  • Auf die richtige Wortwahl achten

Am besten ist es, wenn man den Angehörigen mitteilt, wo man das Testament verwahrt. Alternativ gibt man es beim zuständigen Nachlassgericht in Verwahrung.

Vorgehensweise bei einem notariellen Testament

Bei einem notariellen Testament kann man sich darauf verlassen, dass die Regelungen unmissverständlich verfasst sind. Der Notar hilft dabei, den letzten Willen genau zu formulieren. Der letzte Wille wird amtlich verwahrt. Nach dem Tod findet automatisch die Testamentseröffnung statt.

Man sollte sich dar√ľber bewusst sein, dass diese Qualit√§t auch ihren Preis hat. Wie hoch dieser ist, richtet sich nach der Verm√∂genssumme, die vererbt wird.

Vorgehensweise bei einem Erbvertrag

Auf einen¬†Erbvertrag¬†zur√ľckzugreifen lohnt sich nur dann, wenn man mit dem Erben eine gegenseitige Vereinbarung treffen m√∂chte. Dem Erben sollte bewusst sein, dass mit diesem Vertrag auch Pflichten einhergehen. Das k√∂nnte beispielsweise die Vererbung des Betriebes an das eigene Kind sein.

Der Erbvertrag wird ebenfalls von einem Notar aufgesetzt und bringt deshalb auch Kosten mit sich.

Die Wortwahl im Testament

Nur wenn man sein Testament mit genauen Regeln zu den einzelnen Positionen erstellt, passiert nach dem eigenen Ableben, was man vorgesehen hat. Hier kommt es nicht nur darauf an, genaue Zuordnungen zu treffen, sondern auch wie diese formuliert werden.

Die Begriffe ‚Äěvererben‚ÄĚ und ‚Äěvermachen‚ÄĚ werden zum Beispiel h√§ufig gleichwertig genutzt. Sie haben aber eine unterschiedliche Bedeutung.

  • ‚ÄěVererben‚ÄĚ bedeutet, dass sowohl die Rechte als auch die Pflichten auf den Erben √ľbergehen. Es geht in der Regel um einen Gro√üteil des Nachlasses.
  • ‚ÄěVermachen‚ÄĚ dr√ľckt nur den Anspruch des Erben auf die Herausgabe des Verm√§chtnisses aus.

H√§ufig werden Wertgegenst√§nde ‚Äěvermacht‚ÄĚ. Wenn man etwa einen langj√§hrigen Begleiter, wie eine Sekret√§rin oder ein Kinderm√§dchen in seinem Testament ber√ľcksichtigen m√∂chten, kann man einzelne Gegenst√§nde vermachen.

Personen vom Erbe ausschließen

Es gibt auch den Fall, dass Menschen vom Erbe ausgeschlossen werden sollen. Diese werden also enterbt. Das muss ebenfalls ausdr√ľcklich im Testament benannt werden.

Achtung

Um auszuschlie√üen, dass beispielsweise der Ex-Ehepartner √ľber das Erbe der Kinder verf√ľgt, muss die sogenannte Pflegschaft im Testament ausdr√ľcklich¬†jemand anderem zugewiesen werden.

Bei jungen Hinterbliebenen, denen ein größeres Erbe zufällt, ist es sinnvoll, dieses an einen Zweck zu binden. Oft wird das an eine Ausbildung oder ein Studium gebunden. Dazu gibt man den jeweiligen Zweck einfach im Testament mit an.

Damit sind etwa beispielsweise Kinder gebunden, das Verm√∂gen im Sinne des Erblassers einzusetzen. Die Zweckerf√ľllung wird gerichtlich kontrolliert.

Wichtig

Pflichtanteile k√∂nnen mit keiner Formulierung eliminiert werden, beispielsweise der Pflichtanteil eines Kindes, das man enterben will. Es hat Anspruch auf die H√§lfte der Summe, die ihm aus der gesetzlichen Erbfolge zustehen w√ľrde.

√úberblick: Testament richtig erstellen

  • Nachlass unbedingt regeln

Nicht immer ist die gesetzliche Erbfolge erw√ľnscht und sinnvoll. Man kann also verhindern, dass das eigene Verm√∂gen √ľber die gesetzliche Erbfolge verteilt wird. Dazu wird lediglich ein Testament oder ein Erbvertrag ben√∂tigt. Alle Verm√∂gensgegenst√§nde m√ľssen dabei der jeweiligen Person zugeordnet werden, der man vererben oder vermachen will. Mit einer genauen Zuordnung des Erbes an gewisse Personen kann man Streitigkeiten unter den Erben vermeiden.

  • Genaue Abwicklung festlegen

Neben der genauen Zuordnung der Vermögensgegenstände ist es ratsam, auch eine Person zu bestimmen, die den Erbfall abwickelt. Man kann der Person des Vertrauens im Testament diese Aufgabe erteilen. Sie vollzieht dann die Verteilung des Vermögens auf die Erben. Dabei hat man die Wahl zwischen Freunden und Verwandten oder sogar einem Testamentsvollstrecker. Das kommt ganz auf das Vertrauen und die Komplexität des Erbes an.

  • Pflichtteilanspr√ľche beim Erbrecht ber√ľcksichtigen

Welchen Menschen man welche Anteile des Vermögens vererben möchte, kann man relativ frei entscheiden. Man hat beispielsweise die Möglichkeit, einen Alleinerben zu bestimmen. Allerdings gibt es eine Einschränkung: den Pflichtanteil. Wenn man beispielsweise einen Sohn von seinem Erbe ausschließen möchte, kann man diesen Wunsch im Testament festhalten.

Dennoch geh√∂rt dieser zu den sogenannten Pflichtanteilserben. Auch wenn man den Sohn im Testament √ľbergeht oder ausdr√ľcklich enterbt, hat dieser einen Anspruch auf die Herausgabe seines Pflichtanteils. Der Pflichtanteil ist die H√§lfte des Erbes, das dem Sohn nach der gesetzlichen Erbfolge zugestanden h√§tte. Anspruch auf den Pflichtanteil hat jeder, der nach der gesetzlichen Erbfolge erben w√ľrde. Dazu z√§hlen Kinder, Enkel und Urenkel, Eltern und deren Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner.

  • Familienheim vererben

Das Familienheim kann steuerfrei an Ehepartner, Kinder, Stiefkinder oder Enkel vererbt werden. Und das sogar dann, wenn dessen Wert deutlich h√∂her ist als der Freibetrag. Mit dieser M√∂glichkeit m√∂chte der Gesetzgeber verhindern, dass Hinterbliebenen ihre Wohnst√§tte wegen unerf√ľllbarer Steueranspr√ľche genommen wird.

Die Voraussetzungen: Man muss als Erblasser dauerhaft in dem Haus gelebt haben und der Erbe muss das Haus anschließend mindestens 10 Jahre bewohnen.

  • Zu Lebzeiten schenken

Im Falle einer Schenkung unterliegen Wertzuw√§chse in der Zukunft nicht mehr der Erbschaftsteuer. Deshalb ist es sinnvoll, das Verm√∂gen noch zu Lebzeiten auf die n√§chste Generation zu √ľbertragen. Wer hier z√∂gert, bef√ľrchtet wom√∂glich seine eigene wirtschaftliche Grundlage zu verschlechtern. Doch dem kann man entgegenwirken, etwa indem ein unentgeltliches Nutzungsrecht auf das Grundst√ľck eingetragen wird. Das ist auch dann m√∂glich, wenn man das Grundst√ľck bereits vererbt hat.

  • Freibetr√§ge richtig nutzen

Wie viel im Endeffekt vom Erbe an die n√§chste Generation √ľbergeht, h√§ngt auch von den Freibetr√§gen ab. Je weiter diese √ľberschritten werden, desto mehr Erbschaftssteuer f√§llt an. Das Erbe bleibt also steuerfrei, wenn der Freibetrag nicht √ľberschritten wird. Deshalb ist es sinnvoll, die gesetzlichen Freibetr√§ge voll auszunutzen. Eine √úberschreitung gilt es zu vermeiden. Ehegatten und eingetragene Lebenspartner k√∂nnen bis zu 500.000 ‚ā¨ erben, ohne Steuern daf√ľr zu zahlen, Kinder bis zu 400.000 ‚ā¨. Die steuerfreie Erbsumme der Enkelkinder hat 200.000 ‚ā¨ als Obergrenze.

  • Verm√§chtnisse hinterlassen

Der Erblasser hat die M√∂glichkeit, gewisse Gegenst√§nde aus der Erbmasse herauszul√∂sen. Diese k√∂nnen als Verm√§chtnis bestimmten Personen √ľberlassen werden, denen man etwa seine Dankbarkeit ausdr√ľcken m√∂chte.¬†Der Vorteil dabei ist, dass der Verm√§chtnisnehmer nicht zum Erben wird.

Deshalb ist es wichtig, dass man die Begriffe ‚Äěvermachen‚ÄĚ und ‚Äěvererben‚ÄĚ im Testament genau unterscheidet. H√§ufig werden diese W√∂rter als Synonyme verwendet. Wenn man etwa schreibt ‚Äěich vererbe‚ÄĚ, darf der Empf√§nger in vollem Umfang √ľber den Nachlass bestimmen. Er erbt alle Rechte und Pflichten. Mit der Formulierung ‚Äěich vermache‚ÄĚ geht die Bedeutung einher, dass der Erbe lediglich einen Anspruch auf die Herausgabe des vermachten Gegenstandes hat.

Nachlass ohne Notar regeln

Hinweis

Liegt weder ein Testament noch ein Erbvertrag vor, wird im Todesfall das Vermögen nach der gesetzlichen Erbfolge aufgeteilt.

  • 1. Ordnung: Gem√§√ü B√ľrgerlichem Gesetzbuch erh√§lt der Ehepartner die H√§lfte und alle Kinder gemeinsam ebenfalls die H√§lfte des Nachlasses. Bei mehreren Kindern teilt sich dieser Anteil auf die Anzahl der Kinder auf. Bei zwei Kindern erh√§lt der Ehepartner also die H√§lfte und jedes Kind jeweils ein Viertel des Nachlasses.
  • 2. Ordnung: Sind weder Ehepartner noch Kinder oder Enkelkinder vorhanden, erben die Eltern und danach die Geschwister des Verstorbenen oder deren Kinder und Kindeskinder, also Nichten und Neffen.
  • 3. Ordnung: Sind auch derartige Nachkommen nicht vorhanden, erben die Gro√üeltern oder bei deren Tod deren Nachkommen, also Onkel und Tanten des Verstorbenen.
  • Gibt es keine gesetzlichen Erben, erbt automatisch der Staat, wenn der Verstorbene kein Testament oder keinen Erbvertrag hinterlassen hat.

Testamentkosten bei Notar

Die Kosten f√ľr ein notariell erstelltes Testament richten sich nach der H√∂he des Nachlasswerts. Ausschlaggebend ist dabei der Zeitpunkt der Erstellung. Wieviel ein Testament kostet, richtet sich danach, ob es sich um ein einzelnes oder gemeinschaftliches Testament, oder um einen Erbvertrag handelt.¬†Bei Ersterem wird eine 1,0-fache Geb√ľhr f√§llig, bei Letzterem eine 2,0-fache.

Allgemein gilt:¬†Je gr√∂√üer das Verm√∂gen, desto h√∂her die Kosten f√ľr den Notar.

NachlasswertEinzeltestament (1,0-fache Geb√ľhr) Gemeinschaftliches Testament/Erbvertrag

(2,0-fache Geb√ľhr)
10.000,00 ‚ā¨75,00 ‚ā¨150,00 ‚ā¨
25.000,00 ‚ā¨115,00 ‚ā¨230,00 ‚ā¨
50.000,00 ‚ā¨165,00 ‚ā¨330,00 ‚ā¨
250.000,00 ‚ā¨535,00 ‚ā¨1.070,00 ‚ā¨
500.000,00 ‚ā¨935,00 ‚ā¨1.870,00 ‚ā¨

Abh√§ngig von der gew√§hlten Testamentsart k√∂nnen¬†unterschiedliche Kosten¬†anfallen ‚Äď etwa f√ľr die Erstellung, die Aufbewahrung oder nachtr√§gliche √Ąnderungen.

Testament: Wieviel kostet eine Beglaubigung?

Ein privatschriftliches Testament muss nicht zwingend beglaubigt werden. M√∂chte man dies dennoch tun, beglaubigt ein Notar das Testament mit seiner Signatur. Eine¬†Beglaubigung¬†bedeutet, dass ein¬†Notar¬†oder eine andere berechtigte Person die¬†Echtheit¬†einer¬†Unterschrift¬†unter einem¬†Dokument¬†bescheinigt,¬†nicht aber¬†den¬†Inhalt pr√ľft.

Die Kosten f√ľr die Beglaubigung ergeben sich aus einer gesetzlich festgelegten Kostenordnung. Nach dieser Ordnung kann f√ľr eine Beglaubigung 25 % einer vollen Geb√ľhr, jedoch h√∂chstens ein Betrag von 130,00 ‚ā¨ verrechnet werden.¬†Der Berechnung wird das zum Zeitpunkt der Beglaubigung vorhandene Verm√∂gen zugrunde gelegt.

NachlasswertBeglaubigung beim Notar (0,25-fache Geb√ľhr)
10.000,00 ‚ā¨18,75 ‚ā¨
25.000,00 ‚ā¨28,75 ‚ā¨
50.000,00 ‚ā¨41,25 ‚ā¨
250.000,00 ‚ā¨130,00 ‚ā¨
500.000,00 ‚ā¨130,00 ‚ā¨

Kann man ein Testament auch zuhause aufbewahren?

Das privatschriftliche Testament kann zuhause aufbewahrt werden. Daf√ľr fallen keinerlei Kosten an. Eine √∂ffentliche Verwahrung beim Amtsgericht ist jedoch auch m√∂glich.¬†Mit einer solchen Verwahrung ist immer eine Registrierung des Testaments im Zentralen Testamentsregister der Bundesnotarkammer verbunden. Dort werden vom Notar oder Amtsgericht gemeldete erbfolgerelevante Unterlagen gesammelt.

F√ľr die Hinterlegung wendet man sich entweder an einen Notar oder direkt an das zust√§ndige Amtsgericht vor Ort. Wird das Dokument vom Erblasser pers√∂nlich beim Amtsgericht eingereicht, f√§llt auch hier die Geb√ľhr von 75,00 ‚ā¨ f√ľr die Hinterlegung an.

Durch die verpflichtende Registrierung des Testaments beim Zentralen Testamentsregister stellt die Bundesnotarkammer dem Erblasser dar√ľber hinaus eine Geb√ľhr von 18,00 ‚ā¨ in Rechnung. Die Geb√ľhr f√ľr die Registrierung ist in diesem Fall h√∂her, da sie direkt mit dem Erblasser abgerechnet wird und nicht √ľber den Notar.

Enterben im Testament

Der Erblasser kann jeden gesetzlichen Erben von der Erbfolge ausschließen. Ebenso kann er den quotenmäßigen Anteil des oder der gesetzlichen Erben senken.

Um einen gesetzlichen Erben zu enterben, reicht bereits ein sogenanntes¬†negatives Testament¬†aus. Dies bedeutet, dass der gesetzlich Erbberechtigte ausdr√ľcklich ausgeschlossen wird.¬†Es gen√ľgt aber auch, dass¬†andere Personen¬†als Erben berufen werden. Der Enterbte muss in diesem Fall nicht einmal genannt werden. √úblicherweise treten dann die¬†Abk√∂mmlinge¬†des Enterbten an seine Stelle.¬†Schlie√üt der Erblasser den ganzen¬†Stamm¬†von der Erbfolge aus, wachsen die Erbteile der √ľbrigen gesetzlichen Erben anteilig an. Wird ein Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner enterbt, kommen die Verwandten zum Zug, so als w√§re der Erblasser unverheiratet.

Wer enterbt ist, wird von der Vermögensnachfolge ausgeschlossen, was wiederum bedeutet, dass dieser im Todesfall keine Berechtigung an dem Nachlass erhält. Oftmals kann der Enterbte aber einen Pflichtteil geltend machen. Dann steht diesem ein Anspruch in Geld gegen den Alleinerben oder die Erbengemeinschaft zu.

Enterbt der Testierende seinen Ehegatten im gesetzlichen G√ľterstand der¬†Zugewinngemeinschaft, so steht dem Ehegatten au√üerdem meistens der Zugewinnausgleich zu. Dieser wird dann aber nicht pauschal berechnet, sondern √§hnlich wie bei einer Scheidung tats√§chlich ermittelt.

Was passiert, wenn es kein Testament gibt?

Das Erbrecht regelt, wer das Verm√∂gen eines Verstorbenen erh√§lt und wie dies geschieht. Der Erbe tritt¬†automatisch mit dem¬†Tod des Erblassers in dessen Fu√üstapfen. Alles an Verm√∂gen, wie Immobilien, Wertpapiere, Bargeld, aber auch alle Schulden, gehen auf den oder die Erben √ľber. Dazu m√ľssen die Erben die Erbschaft nicht einmal annehmen.

Viele vertrauen darauf, dass das B√ľrgerliche Gesetzbuch das N√∂tige festlegt. In einigen F√§llen sind die Regelungen zur gesetzlichen Erbfolge gut geeignet. Oft passen sie nicht, vor allem wenn der Erblasser neben der Familie auch Freunden etwas zukommen lassen will. Wer diesen Personen Verm√∂gen hinterlassen m√∂chte, muss ein¬†Testament¬†aufsetzen.

Wenn ein Ehegatte verstirbt, erbt nicht automatisch der andere alles. Gibt es Kinder, bekommt er nach dem Ehegattenerbrecht die eine Hälfte des Vermögens, die andere steht den Kindern zu. Es entsteht eine Erbengemeinschaft.

Allen Erben geh√∂rt alles gemeinsam.¬†Und das m√ľssen die Erben dann teilen und sich dar√ľber einigen, wer was bekommt und was wom√∂glich verkauft wird. Nicht in den Nachlass f√§llt die Auszahlung einer¬†Lebensversicherung. Diese geht an den sogenannten Bezugsberechtigten.

Erbfolge ohne Testament

Anfechtung des Testaments

Damit man ein Testament anfechten kann, muss ein triftiger Grund vorliegen.

Die folgenden Anfechtungsgr√ľnde kommen dabei in Frage:

  • Erkl√§rungsirrtum

Weicht die im Testament festgehaltene Erklärung von dem ab, was der Verstorbene eigentlich erklären wollte, liegt ein Erklärungsirrtum vor und man kann ein Testament anfechten.

  • Inhaltsirrtum

Dieser liegt vor, wenn der Erblasser Verf√ľgungen getroffen hat, die er nicht treffen wollte. Wichtig dabei ist die Annahme, dass der Erblasser bei Kenntnis √ľber die richtige Sachlage ein anderes Testament verfasst h√§tte. Geht der Erblasser etwa davon aus, dass seine Geschwister zu gesetzlichen Erben geh√∂ren und er diesen daraufhin den gesamten¬†Nachlass¬†zuspricht, liegt ein Inhaltsirrtum vor.

  • Motivirrtum

Hat der Erblasser sein Testament verfasst, weil er irrt√ľmlicherweise von bestimmten Umst√§nden ausgegangen ist, die aber dann nicht vorliegen, besteht ein Motivirrtum. Hier kann man ein Testament anfechten.

  • Arglistige T√§uschung

Von dieser kann ausgegangen werden, wenn der Erblasser absichtlich √ľber Tatsachen get√§uscht wird und auf dieser Grundlage Verf√ľgungen im Testament trifft. Eine solche T√§uschung f√ľhrt in der Regel zu einem Erkl√§rungs-, Inhalts- oder Motivirrtum.

  • Drohung

Hat ein Erblasser ein Testament unter Androhungen verfasst, kann man das Testament anfechten.

  • Sittenwidrigkeit

Verfasst der Erblasser sein Testament unter einer Zwangslage wie einer Krankheit, ist das Testament sittenwidrig und kann angefochten werden.

  • Nichtbeachtung eines Pflichtteilsberechtigten

Laut Gesetz kann man ein Testament anfechten, wenn der Erblasser einen Pflichtteilsberechtigten √ľbergangen hat. Das gilt auch, wenn der Erblasser nichts von dieser Person wusste.

  • Bindung des Erblassers an fr√ľhere Erbvertr√§ge oder Testamente

In manchen F√§llen sind Erblasser an √§ltere Verf√ľgungen gebunden und dann bei der Erstellung eines Testaments eingeschr√§nkt. Das gilt vor allem beim gemeinschaftlichen Testament, weil der Erblasser die Verf√ľgungen in der Regel nicht allein aufheben kann.

  • Kurzfristige Anpassungen

Wurde das Testament kurz vor dem¬†Erbfall¬†ver√§ndert, kann man das Testament anfechten, wenn der Erblasser zu diesem Zeitpunkt etwa testierunf√§hig war oder einer der √ľbrigen Anfechtungsgr√ľnde vorliegt.

  • Scheidung vom im Testament bedachten Ehepartner

Ist ein Ehepartner im Testament bedacht, obwohl die Ehe bereits geschieden ist oder der Erblasser der Scheidung zugestimmt hat, kann man das Testament anfechten.

  • Formfehler

Erf√ľllt das Testament nicht s√§mtliche formalen Anforderungen, weil etwa die Unterschrift des Erblassers fehlt, ist es wom√∂glich ung√ľltig und man kann das Testament anfechten.

  • F√§lschung

Wurde das Testament gefälscht, kann es angefochten werden. Dazu ist ein Sachverständiger nötig, der die Fälschung bestätigt.

  • Testierunf√§higkeit

Grundsätzlich haben Erblasser Testierfreiheit und sind testierfähig. Dies ist eingeschränkt, wenn der Erblasser minderjährig ist oder unter einer geistigen Störung leidet. Unter solchen Umständen verfasste Testamente sind meist anfechtbar.

  • Erbunw√ľrdigkeit¬†des Erben

Testamente k√∂nnen angefochten werden, wenn eine¬†Erbunw√ľrdigkeit¬†eines der Erben vorliegt. Das ist der Fall, wenn der Erbe den Erblasser get√∂tet hat, t√∂ten wollte oder so sch√§digte, dass er bis zu seinem Tod keine Testaments√§nderung mehr vornehmen konnte. Aus diesem Grund kann das Testament angefochten werden.

  • Unwirksamkeit des Testaments

Sind einzelne Teile des Testaments unwirksam, ist das gesamte Testament unwirksam, wenn Berechtigte das Testament anfechten. Bedingung daf√ľr ist, dass der Erblasser die √ľbrigen Verf√ľgungen ohne die unwirksamen nicht getroffen h√§tte.