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6 wichtige Praxistipps für Freiberufler

6 wichtige Praxistipps für Freiberufler
contrastwerkstatt
Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Freiberufler profitieren von Vorteilen gegenüber Gewerbetreibenden, wie zum Beispiel den Wegfall der Gewerbesteuerpflicht
  • An wichtige Versicherungen sollten Freiberufler unbedingt denken, wie zum Beispiel eine Berufshaftpflicht und eine spezielle Rechtsschutzversicherung
  • Freiberufler können zum Beispiel durch Factoring dafür sorgen, dass sie jederzeit eine ausreichende Liquidität haben
  • Wer gutes Zeit- und Organisationsmanagement nutzt, kann als Freiberufler effizienter arbeite

Freiberufler sind Selbstständige, die nicht dazu verpflichtet sind, ein Gewerbe anzumelden und dementsprechend auch keine Gewerbesteuer zahlen müssen. Manche Berufsgruppen sind typisch für Freiberufler, wie zum Beispiel Ärzte, Architekten oder Journalisten.

In unserem Beitrag erfahren Sie zunächst, worum es sich bei einem Freiberufler handelt und welche Tätigkeiten typisch sind. Anschließend geben wir eine Reihe nützlicher Tipps für die Praxis, wenn Sie entweder bereits Freiberufler sind oder es noch werden möchten.

Was sind Freiberufler und welche Tätigkeiten sind charakteristisch?

Grundsätzlich handelt es sich bei Freiberuflern um Selbstständige, die allerdings keine Gewerbetreibenden im klassischen Sinne sind. Deshalb müssen Freiberufler kein Gewerbe anmelden und demzufolge auch keine Gewerbesteuer zahlen. Ansonsten handelt es sich um Selbstständige, die in vollem Umfang für ihr eigenes Business verantwortlich sind.

Viele Freiberufler finden sich in den sogenannten kreativen Berufen und nahezu ausschließlich im Dienstleistungssektor wieder. Im direkten Vergleich mit Gewerbetreibenden haben Freiberufler einige Vorteile, auf die wir später im Verlauf des Beitrages noch näher eingehen werden. Es gibt eine Reihe beruflicher Tätigkeiten, die bestens für Freiberufler geeignet und sogar typisch sind. Die klassischen Berufsfelder für Freiberufler lassen sich unter anderem in drei Gruppen einteilen, nämlich: 

  • Schreib- und Kulturberufe
  • Heilberufe
  • Rechts- und Steuerberufe

Zu den Schreib- und Kulturberufen zählen beispielsweise Journalisten, Autoren und Lektoren. In der Gruppe der Heilberufe fallen natürlich in erster Linie Ärzte, Physiotherapeuten und andere Therapeuten. Zu den Rechts- und Steuerberufen gehören vor allem Rechtsanwälte und Steuerberater. Darüber hinaus handelt sich unter anderem auch bei Künstlern, Architekten und Wirtschaftsberatern sehr häufig um Freiberufler.

Nachfolgend 6 Praxistipps für (werdende) Freiberufler:

Tipp 1: Vorteile gegenüber Gewerbetreibenden nutzen

Oftmals stehen zukünftig Selbstständige vor der Entscheidung, ob sie Freiberufler werden oder ein Gewerbe anmelden sollen. In der Hinsicht gilt es, sich über die Vor- und Nachteile der entsprechenden Tätigkeit zu informieren. Im direkten Vergleich zwischen einer freiberuflichen und einer selbstständigen Tätigkeit mit Gewerbeschein profitieren Freiberufler von den folgenden Vorzügen:

  • Anmeldung eines Gewerbes nicht notwendig
  • Keine Pflicht zur doppelten Buchführung
  • Kein Pflichtmitglied bei der IHK werden müssen
  • Keinen Eintrag ins Handelsregister vornehmen lassen

Ein weiterer Vorteil besteht natürlich darin, dass Sie als Freiberufler keine Gewerbesteuer zahlen müssen. Bei größeren Einnahmen kann das durchaus zu einer deutlichen Ersparnis gegenüber Gewerbetreibenden führen. 

Tipp 2: Wichtige Versicherungen nicht vergessen

Mit Beginn der freiberuflichen Tätigkeit rückt auch eine erweiterte Absicherung in den Vordergrund, sodass die bisher vielleicht schon vorhandenen privaten Versicherungen nicht mehr ausreichen. Die freiberufliche Tätigkeit zieht als selbstständige Tätigkeit mehrere Risiken nach sich, die in Verbindung mit der Ausübung des Berufs stehen. Empfehlenswerte Versicherungen, mit denen Sie sich als (zukünftiger) Freiberufler beschäftigen sollten, sind vor allem:

  • Berufs- und/oder Betriebs-Rechtsschutzversicherung
  • Berufs- und/oder Betriebshaftpflichtversicherung
  • Vermögensschadenshaftpflicht
  • Betriebsausfallversicherung

Neben diesen privaten Versicherungen müssen Sie sich als Freiberufler natürlich auch um eine Krankenversicherung kümmern. Sie haben grundsätzlich aufgrund der selbstständigen Tätigkeit das Recht, sich sowohl für die gesetzliche als auch für eine private Krankenversicherung zu entscheiden. Das gilt allerdings nur dann, wenn die Freiberuflichkeit Ihr Hauptjob ist. Beim Nebenjob als Freiberufler sind Sie in der Regel über den Hauptjob als normales Angestelltenverhältnis krankenversichert. 

Tipp 3: Mitgliedschaft in einem Versorgungswerk wie der Künstlersozialkasse nutzen

Für eine Reihe von Freiberuflern gibt es sogenannte Versorgungswerke, in denen die Mitgliedschaft zum größten Teil sogar Pflicht ist. Ein typisches Beispiel ist die sogenannte Künstlersozialkasse. Dort können / müssen sich vor allem Publizisten und Künstler versichern, was allerdings kein Nachteil, sondern in aller Regel einen Vorteil darstellt.

Nehmen wir die Künstlersozialkasse als Beispiel: Es handelt sich um eine Art virtuellen Arbeitgeber, denn die Künstlersozialkasse zahlt die Hälfte der Beiträge zur Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung. Dadurch sparen Freiberufler Geld im Vergleich dazu, dass sie die Krankenversicherung vollem Umfang zahlen müssten. Zudem müssten Sie sich dann noch um eine Altersvorsorge kümmern oder freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Beides gilt natürlich wiederum unter der Voraussetzung, dass Sie mit ihrem Haupt- oder Nebenjob als Freiberufler ein gewisses Einkommen generieren.

Tipp 4: Organisations- und Zeitmanagement nutzen

Bei Freiberuflern gibt es natürlich nicht nur die reine fachliche Tätigkeit. Darüber hinaus ist eine gute Organisation des eigenen Business unumgänglich. Als besonders effektiv haben sich sogenannte Organisations- und Zeitmanagements erwiesen. In diesem Fall können Sie – mittels entsprechender Hilfsmittel und Tools – zum Beispiel eine Personalplanung vornehmen und Ihr eigenes Zeitmanagement aufstellen. Dazu gehört unter anderem auch die Büroorganisation, die Sie zum Beispiel für Abrechnungen und sonstige Verwaltungstätigkeiten benötigen. 

Tipp 5: Steuerberater in Anspruch nehmen

Zwar müssen Freiberufler keine Gewerbesteuer zahlen, dafür aber eine Einkommensteuer und ab gewissen Umsätzen auch eine Umsatzsteuer. Damit sie sich möglichst auf Ihr Business konzentrieren können, ist es für Freiberufler oft empfehlenswert, dass sich ein Steuerberater um die steuerlichen Angelegenheiten kümmert. Dadurch sparen Sie Aufwand und Zeit, sodass Sie sich in vollem Umfang um Ihre eigentliche, freiberufliche Tätigkeit kümmern können.

Tipp 6: Liquidität sichern durch Factoring

Für Freiberufler ist es genauso wichtig wie für Gewerbetreibende, andere Selbstständige und Unternehmen, möglichst stets liquide zu sein. Oftmals versenden Freiberufler Rechnungen, die Endkunden zahlen sollen. Da dies nicht immer fristgerecht passiert, können offene Rechnungen durchaus ein Problem darstellen. 

Aus dem Grund ist es ein sinnvoller Tipp für Freiberufler, Liquidität durch das Factoring zu erhalten. Beim Factoring kauft eine Factoring-Gesellschaft offene Rechnungen an und übernimmt dann das finanzielle Risiko, dass die entsprechende Rechnung eventuell nicht bezahlt wird. Dadurch fließt Freiberuflern sofort Liquidität zu, die für den gesamten Geschäftsbetrieb wichtig ist.