Verwandschaftsgrad: Ab wann man Erbschaftssteuer zahlen muss

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Ab wann jemand Erbschaftssteuer zahlen muss, ist in Deutschland im Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz geregelt. (Foto: Marco Rullroetter / Shutterstock.com)

Falls im nahen Umkreis jemand stirbt, ist das in erster Linie traurig. Häufig ist mit einem Todesfall, gerade im Kreis der Familie, eine Erbschaft verbunden. Das heißt, dass die verstorbene Person ihr Vermögen einer oder mehreren Personen ihrer Wahl vermacht. Darüber hinaus gibt es noch Pflichtanteile, die die Kinder und der Ehegatte der Person in jedem Fall erhalten.

Ab wann Erben Erbschaftssteuer zahlen müssen, ist im Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz geregelt. Denn je nach Verwandschaftsgrad zwischen Erblasser und Begünstigtem gibt es unterschiedliche Freigrenzen. Bei Erbschaften, die über diese Beträge hinaus gehen, verdient der Staat am Nachlass ordentlich mit. Wie hoch die Freigrenzen tatsächlich sind und was bei einer Erbschaft beachtet werden muss, ist für die Begünstigten interessant zu wissen.

Ab wann Erbschaftssteuer gezahlt werden muss

Die Erbschaftssteuer wurde erstmalig im Jahr 1906 im Deutschen Reich eingeführt, seitdem mehrfach reformiert und hat sich bis heute gehalten. Die Erbschaftssteuer ist im deutschen Steuerrecht ähnlich der Schenkungssteuer geregelt, die verhindern soll, dass ein Vermögen schon unter Lebenden verteilt wird, ohne dass der Fiskus davon profitiert.

Für die Erbschaftssteuer gelten je nach Verwandschaftsgrad unterschiedliche Erbschaftssteuerklassen, die wiederum verschiedene Freigrenzen aufweisen.

Erbschaftssteuerklasse 1: So hoch sind die Freibeträge

Zur Erbschaftsklasse 1 gehören alle Erben, die in einem direkten Verhältnis zu dem Erblasser stehen. Dazu gehören:

  • Ehepartner und Lebenspartner
  • Leibliche und adoptierte Kinder
  • Enkelkinder
  • Eltern
  • Großeltern

Ehepartnern oder Lebenspartnern (Klasse I) dürfen bis zu 500.000 Euro vererbt werden, ohne dass dafür Steuern gezahlt werden müssen. Jedes leibliche oder adoptierte Kind beziehungsweise Stiefkind darf steuerfrei bis zu 400.000 Euro erben. Jedes Kind eines verstorbenen Kindes oder Stiefkindes darf ebenfalls bis zu 400.000 Euro erben, ohne dass der Staat einen Anteil daran erhält. Enkelkinder hingegen wird eine Freigrenze von 200.000 Euro zugewiesen. Jede sonstige Person aus der Klasse I, also Eltern oder Großeltern, darf 100.000 Euro ohne Steuerabzug erben.

Erbschaftssteuerklasse 2 und 3: Diese Freibeträge gelten

Zu der Erbschaftssteuerklasse 2 zählen entferntere Verwandte wie zum Beispiel Lebensgefährten, Geschwister, Neffen, Schwiegerkinder sowie Stiefeltern. Diese Personen erhalten einheitlich einen Freibetrag von 20.000 Euro. Erst bei einem Erbe über diesen 20.000 Euro müssen Steuern gezahlt werden.

Personen, die nicht mit dem Erblasser verwandt sind wie beispielsweise Freunde gehören zur Erbschaftssteuerklasse 3 und erhalten im Nachlass ebenfalls einen Freibetrag von 20.000 Euro ohne Steuerabzug.

Alle Freibeträge nach Verwandtschaftsgrad und Erbschaftssteuerklasse auf einen Blick

VerwandtschaftsgradErbschaftssteuerklasseHöhe des Freibetrages (pro Person)
Ehepartner und eingetragene Lebenspartner1500.000 Euro
Leibliche, adoptierte Kinder und Stiefkinder1400.000 Euro
Enkelkinder1200.000 Euro
Eltern1100.000 Euro
Großeltern1100.000 Euro
Lebensgefährten220.000 Euro
Geschwister220.000 Euro
Neffen220.000 Euro
Schwiegerkinder220.000 Euro
Stiefeltern220.000 Euro
Freunde320.000 Euro

Wie hoch sind die Steuersätze bei der Erbschaftssteuer?

Nicht nur die Freibeträge messen sich am Verwandtschaftsverhältnis, das zu der verstorbenen Person besteht, und der damit einhergehenden Erbschaftssteuerklasse. Auch der Steuersatz, der für den über der Freigrenze liegenden Betrag noch an den Staat gezahlt werden muss, wird je nach Verhältnis zu der verstorbenen Person festgelegt.

Steuersätze bei der Erbschaftssteuerklasse 1

Bis 75.000 Euro über dem jeweiligen Freibetrag zahlen Ehegatten, Lebenspartner, Kinder, Enkel und Eltern im Erbfall 7 Prozent Steuern. Bis 300.000 Euro hingegen sind 11 Prozent Steuern, bis 600.000 Euro 15 Prozent Steuern und bis 6 Millionen Euro 19 Prozent Steuern zu entrichten.

Bis 13 Millionen Euro werden für die genannte Gruppe 23 Prozent Steuern fällig, bis 26 Millionen 27 Prozent und bei allem über 26 Millionen Euro liegt der Betrag immer bei 30 Prozent, die an den Staat gehen.

Steuersätze bei der Erbschaftssteuerklasse 2

Bei Geschwistern, Neffen oder auch geschiedenen Partnern, die in die Klasse II eingruppiert werden, liegt der Steuersatz etwas anders: Bei 75.000 Euro über Freibetrag werden 15 Prozent fällig, bis 300.000 Euro 20 Prozent, bis 600.000 Euro 25 Prozent, bis 6 Millionen Euro 30 Prozent, bis 13 Millionen Euro 35 Prozent, bis 26 Millionen Euro 40 Prozent und ab 26 Millionen Euro immer 43 Prozent.

Steuersätze bei der Erbschaftssteuerklasse 3

Für alle übrigen Personen, bei denen der Freibetrag bei 20 Prozent liegt, werden bis zu einem Betrag von 6 Millionen Euro 30 Prozent Steuern fällig; alles darüber wird mit 50 Prozent versteuert.

Für Personen, die also in nächster Zeit etwas erben werden, ist es daher wichtig, dass sie die Höhe der Erbschaft kennen. Dann können sie in Anbetracht des Verwandtschaftsverhältnis zu der verstorbenen Person berechnen, wie viel Geld letztlich für sie übrig bleiben wird und wie viel der Staat erhält.

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Alle Steuersätze nach Erbschaftssteuerklasse auf einen Blick

Wert der Erbschaft über dem FreibetragSteuersatz
Erbschaftssteuerklasse 1Erbschaftssteuerklasse 2Erbschaftssteuerklasse 3
Bis zu 75.000 Euro7 %15 %30 %
Bis zu 300.000 Euro11 %20 %30 %
Bis zu 600.000 Euro15 %25 %30 %
Bis zu 6.000.000 Euro19 %30 %30 %
Bis zu 13.000.000 Euro23 %35 %50 %
Bis zu 26.000.000 Euro27 %40 %50 %
Mehr als 26.000.000 Euro30 %43 %50 %

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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