US-amerikanische Einkommensteuer 2026: Aktuelle Tarife und Berechnung
Die Einkommensteuer in den USA (Federal Income Tax) wird zentral vom Bund erhoben, während viele Bundesstaaten und Gemeinden zusätzlich eigene Steuern verlangen. Erst im Jahr 1913 wurde die amerikanische Einkommensteuer auf Bundesebene durch den 16. Zusatzartikel zur Verfassung fest verankert. Zuvor gab es heftige politische Konflikte über die Verfassungsmäßigkeit einer direkten Bundessteuer.
Trotz der verfassungsrechtlichen Klärung bleibt die Steuerpolitik ein zentrales Streitthema zwischen den US-Parteien, insbesondere hinsichtlich der Entlastung mittlerer Einkommen versus der Besteuerung von Spitzenverdienern. Neben natürlichen Personen unterliegen auch Kapitalgesellschaften der Bundeseinkommensteuer, wobei hier seit 2018 ein reformiertes System gilt.
Einkommensteuer in den USA: Die aktuellen Steuersätze 2025/2026
Für natürliche Personen gilt in den USA das Prinzip der Steuerprogression: Mit steigendem Einkommen erhöht sich der anzuwendende Steuersatz. Im Steuerjahr 2025 (für die Erklärung im Jahr 2026) bewegen sich die Grenzsteuersätze zwischen 10 % und 37 %. Die Einkommensschwellen werden jährlich an die Inflation angepasst, um die sogenannte kalte Progression abzumildern.
- 37 % für Einkommen über 626.350 USD (751.600 USD für verheiratete Paare)
- 35 % für Einkommen über 250.525 USD (501.050 USD für verheiratete Paare)
- 32 % für Einkommen über 197.300 USD (394.600 USD für verheiratete Paare)
- 24 % für Einkommen über 103.350 USD (206.700 USD für verheiratete Paare)
- 22 % für Einkommen über 48.475 USD (96.950 USD für verheiratete Paare)
- 12 % für Einkommen über 11.925 USD (23.850 USD für verheiratete Paare)
- 10 % für Einkommen bis 11.925 USD (23.850 USD für verheiratete Paare)
Im Gegensatz zu Deutschland wird bei der US-Einkommensteuer eine reine Stufenrechnung (Marginal Tax Rates) angewandt. Das bedeutet, dass nicht das gesamte Einkommen mit dem Höchstsatz besteuert wird, sondern nur der Teil, der die jeweilige Schwelle überschreitet.
Wie wird die Einkommensteuer in den USA konkret ermittelt?
Die Berechnung folgt einer klaren Logik: Verdient ein Single beispielsweise 45.000 USD (steuerpflichtiges Einkommen), zahlt er für die ersten 11.925 USD genau 10 %. Der Restbetrag bis 45.000 USD wird mit 12 % versteuert. Ein Steuersatz von 22 % würde erst für jeden Dollar fällig, der die Grenze von 48.475 USD überschreitet. Veraltete Sätze wie 15 % existieren im aktuellen System nicht mehr.
Die Bemessungsgrundlage ist das Bruttoeinkommen (Gross Income). Bestimmte Einnahmen sind jedoch von vornherein steuerfrei. Dazu zählen unter anderem Zinsen aus kommunalen Anleihen (Municipal Bonds), Auszahlungen aus Lebensversicherungen im Todesfall sowie Arbeitgeberbeiträge zur Krankenversicherung.
Vom Bruttoeinkommen werden im ersten Schritt bestimmte Posten abgezogen, um das „Adjusted Gross Income“ (AGI) zu erhalten. Hierzu gehören beispielsweise Beiträge zu Rentenkonten (IRA), Umzugskosten für Militärangehörige oder bestimmte Zinsen für Bildungskredite.
Vom AGI wird schließlich der wichtigste Abzug vorgenommen: Steuerzahler wählen zwischen der „Standard Deduction“ (Pauschalbetrag), die 2026 für Singles bei 15.750 USD liegt, oder den „Itemized Deductions“ (Einzelnachweisen für Hypothekenzinsen, Spenden etc.). Erst nach diesem Abzug steht die endgültige Bemessungsgrundlage fest.
Körperschaftsteuer: Besteuerung von Unternehmen in den USA
Die Bemessungsgrundlage für Unternehmen ist der steuerpflichtige Gewinn, nicht der Umsatz. Seit der Steuerreform (TCJA) beträgt der Bundessatz für die Corporate Income Tax flach 21 %. Die USA nutzen ein weitgehend territoriales Steuersystem: Gewinne ausländischer Tochtergesellschaften können oft steuerfrei als Dividende vereinnahmt werden, während bestimmte immaterielle Auslandsgewinne (GILTI) dennoch besteuert werden.
Unternehmen können zudem verschiedene Steuergutschriften (Tax Credits) nutzen, etwa für Forschung und Entwicklung oder die Einstellung von Personen aus bestimmten Zielgruppen (Work Opportunity Tax Credit). Zu beachten ist, dass auf Ebene der Anteilseigner bei Gewinnausschüttungen zusätzlich Steuern auf Dividenden anfallen können.
Um die Doppelbesteuerung zu vermeiden, wurde bereits 1958 durch den Revenue Act die sogenannte „S-Corporation“ (Subchapter S) eingeführt. Ihre Popularität stieg nach dem Tax Reform Act von 1986 drastisch an, da dieser die individuellen Steuersätze unter die der Körperschaftsteuer senkte. Bei dieser Rechtsform werden Unternehmensgewinne nach dem Pass-Through-Prinzip anteilsmäßig auf die Inhaber verteilt und direkt auf deren persönlicher Ebene besteuert.
Einkommensteuer: Die tragende Säule des US-Bundeshaushalts
Grundsätzlich unterliegen alle weltweiten Einkünfte von US-Staatsbürgern sowie in den USA ansässigen Personen („Resident Aliens“ wie Green-Card-Inhaber) der US-Einkommensteuer. Dies gilt unabhängig vom tatsächlichen Wohnsitz. Um eine doppelte Belastung zu vermeiden, existieren zahlreiche Doppelbesteuerungsabkommen (DBA), unter anderem mit Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Bei Angestellten wird die Einkommensteuer als Quellensteuer („Withholding Tax“) direkt vom Bruttogehalt einbehalten. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, diese Beträge einzubehalten und an den Internal Revenue Service (IRS), die zentrale Steuerbehörde des US-Finanzministeriums, abzuführen.
Unternehmen und Selbstständige müssen ihre Steuerschuld schätzen und quartalsweise vorauszahlen. Privatpersonen reichen ihre Steuererklärung regulär bis zum 15. April ein. Für das Steuerjahr 2026 haben Steuerpflichtige die Wahl zwischen der „Standard Deduction“ (einem Pauschalbetrag von 16.100 USD für Singles bzw. 32.200 USD für gemeinsam Veranlagte) oder den „Itemized Deductions“, bei denen einzelne Abzüge wie Hypothekenzinsen oder Spenden nachgewiesen werden, sofern diese die Pauschale übersteigen.
Einkommenssteuer in den US-Bundesstaaten 2026
Die Einkommensteuer ist die bedeutendste Einnahmequelle des Bundes, doch auch die meisten Bundesstaaten und Kommunen erheben eigene Steuern. Aktuell (Stand 2026) gibt es neun Bundesstaaten, die keine Einkommensteuer auf Arbeitseinkommen erheben: Alaska, Florida, Nevada, South Dakota, Tennessee, Texas, Washington, Wyoming sowie New Hampshire, welches die Besteuerung von Zinsen und Dividenden zum 1. Januar 2025 vollständig abgeschafft hat.
| Bundesstaat | Steuersystem | Steuersatz (ca.) |
| Alabama | Progressiv | 2,00 % – 5,00 % |
| Alaska | Keine Steuer | 0 % |
| Arizona | Flat Tax | 2,50 % |
| Arkansas | Progressiv | 2,00 % – 3,90 % |
| California | Progressiv | 1,00 % – 14,40 % (inkl. Zuschläge) |
| Colorado | Flat Tax | 4,25 % |
| Connecticut | Progressiv | 2,00 % – 6,99 % |
| Delaware | Progressiv | 2,20 % – 6,60 % |
| Florida | Keine Steuer | 0 % |
| Georgia | Flat Tax | 4,99 % |
| Hawaii | Progressiv | 1,40 % – 11,00 % |
| Idaho | Flat Tax | 5,3 % (ab 2025 meist pauschal) |
| Illinois | Flat Tax | 4,95 % |
| Indiana | Flat Tax | 2,95 % |
| Iowa | Flat Tax | 3,80 % (neu ab 2026) |
| Kansas | Progressiv | 3,10 % – 5,70 % |
| Kentucky | Flat Tax | 3,50 % |
| Louisiana | Progressiv | 1,85 % – 4,25 % |
| Maine | Progressiv | 5,80 % – 7,15 % |
| Maryland | Progressiv | 2,00 % – 5,75 % |
| Massachusetts | Stufen / Flat | 5,00 % (Zuschlag für Reiche: +4 %) |
| Michigan | Flat Tax | 4,25 % |
| Minnesota | Progressiv | 5,35 % – 9,85 % |
| Mississippi | Flat Tax | 4,00 % |
| Missouri | Progressiv | bis ca. 4,70 % |
| Montana | Progressiv | 4,70 % – 5,90 % |
| Nebraska | Progressiv | 2,46 % – 5,20 % |
| Nevada | Keine Steuer | 0 % |
| New Hampshire | Keine Steuer | 0 % (Steuer auf Zinsen/Dividenden abgeschafft) |
| New Jersey | Progressiv | 1,40 % – 10,75 % |
| New Mexico | Progressiv | 1,70 % – 5,90 % |
| New York | Progressiv | 4,00 % – 10,90 % |
| North Carolina | Flat Tax | 3,99 % |
| North Dakota | Progressiv | 1,10 % – 2,50 % |
| Ohio | Flat Tax | 2,75 % (Einkommen > 26.050 $) |
| Oklahoma | Progressiv | 0,25 % – 4,75 % |
| Oregon | Progressiv | 4,75 % – 9,90 % |
| Pennsylvania | Flat Tax | 3,07 % |
| Rhode Island | Progressiv | 3,75 % – 5,99 % |
| South Carolina | Progressiv | 0,00 % – 6,00 % |
| South Dakota | Keine Steuer | 0 % |
| Tennessee | Keine Steuer | 0 % |
| Texas | Keine Steuer | 0 % |
| Utah | Flat Tax | 4,55 % |
| Vermont | Progressiv | 3,35 % – 8,75 % |
| Virginia | Progressiv | 2,00 % – 5,75 % |
| Washington | Keine Steuer* | 0 % (*Kapitalertragsteuer für sehr hohe Einkommen) |
| Washington D.C. | Progressiv | 4,00 % – 10,75 % |
| West Virginia | Progressiv | 2,36 % – 5,12 % |
| Wisconsin | Progressiv | 3,50 % – 7,65 % |
| Wyoming | Keine Steuer | 0 % |