Grundstück verkaufen in 2026: Worauf müssen Sie achten?
Wer ein Grundstück vererbt oder überschrieben bekommt und dafür keine Verwendung hat, der kann es verkaufen. Insbesondere in vielen Großstädten sind verfügbare Grundstücke selten und bei steigender Nachfrage lassen sich je nach Lage und Grundstücksart gute Renditen erzielen.
Doch wer ein Grundstück verkaufen möchte, sollte sich frühzeitig einen Überblick verschaffen: Welchen Wert hat das Grundstück? Welche Kosten entstehen beim Verkauf? Und lohnt sich der Verkauf im Jahr 2026 überhaupt?
Ist 2026 ein guter Zeitpunkt für einen Grundstücksverkauf?
Nach den Zinssteigerungen in den Jahren 2022 bis 2024 haben sich die Immobilienmärkte in Deutschland in 2026 stabilisiert. Wer ein Grundstück verkaufen will, findet 2026 unterschiedliche Bedingungen vor. In strukturstarken Regionen sowie deutschen Ballungsräumen herrscht nach wie vor eine hohe Nachfrage nach Bauland. In strukturschwachen, ländlicheren Regionen ist das Interesse jedoch zurückgegangen. Somit hängt es klar davon ab, wo genau ein Grundstück liegt.
Insbesondere Baugrundstücke in Lagen mit einer guten Infrastruktur sowie einem klaren Bebauungsplan können weiterhin gute Preise erzielen. Handelt es sich jedoch um ein Grundstück in einer Randlage oder ist die Bebaubarkeit nicht gesichert, dann können Abschläge die Folge sein.
Was bestimmt den Wert eines Grundstücks?
Wer ein Grundstück zum Verkauf anbieten will, muss den Wert realistisch einschätzen. Wichtig ist, um welche Art Grundstück es sich handelt.
- Bauerwartungsland: Ist ein Grundstück als Bauerwartungsland kategorisiert, darf es für den Moment noch nicht bebaut werden, wird aber in der Zukunft baureif. Die Preise für Bauerwartungsland im Unterschied zu Bauland liegen oft 30 bis 60 Prozent niedriger.
- Bauland bzw. Rohbauland: Handelt es sich um Bauland, liegt bereits ein rechtsgültiger Plan für die Bebauung vor. Mit dem Hausbau müssen die Grundstückskäufer jedoch warten, bis das Grundstück hinsichtlich Stroms, Wasser und Abwasser an die Gemeinde angeschlossen ist.
- Baugrundstück: Für ein Baugrundstück lässt sich der beste Preis erzielen, denn es ist voll erschlossen, es gibt einen Bebauungsplan und es ist bereits an die örtlichen Ver- und Entsorgungssysteme angeschlossen. Bei einem Baugrundstück kann sofort mit der Bebauung begonnen werden, was es für Interessenten besonders attraktiv für den Kauf macht.
Liegt noch kein Bebauungsplan vor, sollten Eigentümer bei der zuständigen Baubehörde eine Bauvoranfrage stellen. Auf diese Weise lässt sich verbindlich klären, ob und in welchem Umfang ein Grundstück bebaut werden kann. Das kann sich positiv auf den Grundstückswert auswirken.
Eine weitere Art Grundstück ist die landwirtschaftliche Fläche. Da es für dafür kein Baurecht gibt, ist der Wert in der Regel deutlich niedriger.
Was gilt für bebaute Grundstücke?
Neben den unbebauten Grundstücken gibt es auch noch bebaute Grundstücke, auf denen bereits ein oder mehrere Immobilien stehen. Welche Preise sich für diese Grundstücke erzielen lassen, hängt auch stark davon ab, in welchem Zustand die Immobilie ist.
Handelt es sich um eine Immobilie, die genutzt oder bewohnt werden kann, lassen sich andere Preise aufrufen, als wenn das Gebäude baufällig ist und erst einmal abgerissen werden muss, damit das Grundstück genutzt werden kann.
Bei einem bebauten Grundstück mit Immobilie ist der Verkauf nochmal aufwändiger als bei einem unbebauten Grundstück. Schließlich will auch die Immobilie bewertet, mit inseriert und rechtssicher übertragen werden.
Weitere Faktoren, die den Grundstückswert bestimmen
Mit dem Bodenrichtwert wird der amtlich ermittelte Durchschnittswert für Grundstücke in einer bestimmten Lage pro Quadratmeter angegeben. Gutachterausschüsse ermitteln und aktualisieren den Bodenrichtwert regelmäßig. Über das zentrale Bodenrichtwertinformationssystem der Bundesländer (BORIS-D) kann er kostenlos abgerufen werden. Der Bodenrichtwert ist eine wichtige Orientierung, aber kein Garant dafür, dass der tatsächliche Grundstückspreis auch tatsächlich dementsprechend gezahlt wird. Schließlich sind die Nachfrage sowie die Bebaubarkeit des Grundstücks weitere relevante Faktoren.
Neben der Lage innerhalb einer Stadt oder Region ist auch die unmittelbare Umgebung relevant für den Wert. Die Nähe zu Schulen, zum ÖPNV, eine Autobahnanbindung oder Versorgungseinrichtungen wie Supermärkte oder Ärzte in der Nähe, haben eine wertsteigernde Wirkung.
Grundstück verkaufen: Schritt für Schritt
Um ein Grundstück zu verkaufen, müssen Eigentümer verschiedene Aspekte berücksichtigen und sich um einiges kümmern:
1.Unterlagen zusammenstellen
Für den Verkauf eines Grundstücks brauchen Eigentümer folgende Dokumente:
- Grundbuchauszug, das die Eigentumsverhältnisse ausweist
- Flurkarte bzw. Liegenschaftskatasterauszug
- Flächennutzungsplan
- Bebauungsplan der Gemeinde
- Erschließungsnachweis
- Altlastenverzeichnis
- Baulastenauskunft
- Foto- oder Videoaufnahmen des Grundstücks
- Exposé
2.Wert des Grundstücks ermitteln
Makler oder Immobiliengutachter können eine professionelle Werteinschätzung abgeben. Mit der Feststellung des Bodenrichtwerts lässt sich ein erster Anhaltspunkt setzen, er ersetzt aber keine individuelle Bewertung des Grundstücks.
3.Makler oder Privat? Für einen Verkaufsweg entscheiden
Wer sein Grundstück privat verkaufen möchte, spart sich die Maklergebühr, was die Rendite erhöht. Dafür müssen die Inserierung, Besichtigungen, Verhandlungen mit Interessenten etc. in Eigenregie organisiert werden. Außerdem sollte Marktkenntnis vorhanden sein.
Wer sich für einen Makler entscheidet, muss sich um all diese Dinge nicht kümmern. Dafür wird aber eine Provision für die Leistung des Maklers fällig, die die Rendite schmälert.
4.Anzeige schalten
Um das Grundstück zu verkaufen, muss es sichtbar gemacht werden. Mit einer aussagekräftigen Anzeige lassen sich Informationen zur Lage, zur Grundstücksgröße, zum Bodenrichtwert, zur Bebaubarkeit, dem Erschließungszustand, zum Grundstückspreis sowie Fotos teilen. Eine Anzeige sollte so vollständig wie möglich sein, um ernsthafte Interessentenanfragen anzuziehen. Die Anzeige kann auf einschlägigen Online-Portalen geschaltet werden. Wichtig ist, bei der Anzeigenerstellung die Zielgruppe zu berücksichtigen. Bei einem klassischen Baugrundstück melden sich oft private Interessenten, während größere Flächen oder Grundstücke mit Entwicklungspotenzial häufiger Bauträger oder Investoren anziehen.
5.Kaufvertrag notariell beurkunden lassen
Hat sich ein Käufer gefunden, muss der Kauf zwingend notariell beurkundet werden. Der Gang zum Notar ist also ein fester Bestandteil des Verkaufsprozesses, andernfalls ist der Kauf rechtlich unwirksam. Der Notar überprüft das Grundbuch und sorgt auch dafür, dass die Eigentumsübertragung korrekt erfolgt.
Mit welchen Kosten müssen Eigentümer und Käufer rechnen?
Ein Grundstücksverkauf bedeutet nicht nur Gewinn, sondern auch Kosten. Diese werden je nach Posten vom Käufer oder vom Verkäufer gezahlt:
| Kosten bei Kauf und Verkauf | Wer muss sie bezahlen? | Wie hoch? |
| Notarkosten | Meist der Käufer | 1-1,5 Prozent des Kaufpreises |
| Grundbuchkosten | Käufer | 0,5 Prozent des Kaufpreises |
| Kosten für Makler | Meist 50:50 Käufer und Verkäufer | 3,57 Prozent pro Partei bei 50:50 Aufteilung |
| Kosten für Gutachter | Verkäufer | Mind. 500 Euro für Kurzgutachten, 0,5-1,5 Prozent des Grundstückswertes für ausführlichere Verkehrswertgutachten |
Hinzu kommen gegebenenfalls noch Vermessungskosten, Kosten für die Beseitigung von Altlasten, für Bauvoranfragen und vieles mehr. Diese Posten sollten beim Verkauf des Grundstücks mit einkalkuliert werden, um böse Überraschungen zu vermeiden.
Fazit: Ein Grundstück in 2026 zu verkaufen kann sich lohnen
2026 ist unter bestimmten Umständen ein guter Zeitpunkt für den Grundstücksverkauf. Entscheidend ist die Lage des Grundstücks, aber auch, wie es um seine Bebaubarkeit steht. So ist ein Baugrundstück wertvoller als Bauland, welches immer noch wertvoller ist als Bauerwartungsland. Eine Immobilie auf dem Grundstück verändert den Verkaufsprozess grundlegend. Eigentümer sollten den Grundstücksvorkauf gründlich vorbereiten. Dafür sollten sie den Grundstückspreis kennen, alle Unterlagen für den Verkauf zusammen haben und alle anfallenden Kosten einkalkulieren.