NEO: Was bringt Chinas Kryptowährung für Anleger?

Neo Kryptowährung – winst2014 ado

Chinas führende Blockchain NEO ist weiter auf dem Vormarsch - Was ist für Anleger drin? (Foto: winst2014 / Adobe Stock)

Das Blockchain-Projekt NEO wird gerne als „Ethereum Chinas“ bezeichnet. Zunächst im Jahr 2014 als AntShares (ANS) gestartet, folgte Mitte 2017 die Umbenennung in NEO (NEO). Mit der Umbenennung folgte auch eine Art Neuausrichtung, die NEO als führende Smart Economy Plattform etablieren soll. Mit Erfolg: Der Kurs der Kryptowährung NEO und des zugehörigen Tokens GAS hat sich innerhalb kürzester Zeit vervielfacht.

Ziel der AntShares Blockchain ist es, physische Vermögenswerte (Geld, Immobilien, Firmenanteile etc.) zu digitalisieren und auf der Blockchain handelbar zu machen.

Was ist NEO Blockchain?

NEO New Economy
Quelle: Antshares Presentation

Das in Shanghai ansässige Blockchain Projekt NEO (gemeinnützige Organisation) wird von den beiden NEO-Gründern Da Hongfei und Erik Zhang vorangetrieben. Ziel ist der Aufbau einer sogenannten Smart Economy. Dies bedeutet: Auf der NEO Blockchain sollen digitale Assets (Dokumente, Spiele, Kryptowährungen etc.) sowie digitale Identitäten und smarte Verträge dezentral verwaltet werden. Damit werden digitale Assets ähnlich wie bei Ethereum über sogenannte Smart Contracts gemanagt.

Die Grundidee dahinter: Auf NEO sollen Privatnutzer die Blockchain weitgehend kostenlos nutzen können, während Unternehmen für das Aufsetzen und Ausführen von Smart Contracts zahlen müssen. Technisch gesehen kann NEO 1o.000 Transaktionen pro Sekunde (TX/s) auf seiner Blockchain verarbeiten.

Wie viel kostet ein NEO?

Am 16. September 2021 war ein NEO 51.06 Euro wert. Anfang 2021 betrug die Marktkapitalisierung von NEO etwa 2 Milliarden US-Dollar und belegte damit den 34. Platz der Rangliste der wertvollsten Kryptowährungen. Gehandelt werden Antshares-Münzen (Kürzel: ANT) auf der Bitcoin-Börse Bittrex, sowie auf diversen chinesischen Online-Marktplätzen.

NEO: Token-Modell, GAS-Generierung & Co.

NEO hat sich bei seinem Blockchain-Projekt für ein 2-Token-Modell entschieden: NEO und GAS. Der NEO Token repräsentiert einen Teil der Blockchain und ist nicht teilbar, während GAS de facto der „Treibstoff“ auf der NEO Blockchain ist, um Smart Contracts einzurichten und auszuführen.

NEO-Besitzer erwerben mit dem Token einen Teil der Blockchain und werden somit sozusagen zu Aktionären, denn an jedem NEO Token sind Stimmrechte gebunden. NEO-Besitzer können zum Beispiel für Nodes (Rechner im Netzwerk) stimmen, die neue Blocks generieren und zudem entscheiden, wie sich die Blockchain insgesamt weiterentwickeln soll.

Dazu gehören zum Beispiel Abstimmungen bezüglich der Servicegebühren auf der NEO Blockchain. Grundsätzlich generiert jeder NEO Token 22 Jahre lang GAS, wobei die GAS-Generierung im Laufe der Zeit abnimmt.

Wie viel NEO sind im Umlauf?

Insgesamt ist die Zahl der NEO und GAS Token auf jeweils 100 Millionen beschränkt. Mitte 2021 sind bereits über 70,5 Millionen NEO im Umlauf. Pro Block (Blockzeit zwischen 15 und 25 Sekunden) werden 8 NEO GAS generiert. Das bedeutet: 1 NEO wirft damit 8/100.000.000 GAS pro Block ab.

Hinweis: Um GAS zu erhalten, ist es wichtig, dass Anleger NEO in einer entsprechenden Wallet (z.B. NEON) halten.

Anleger müssen zudem wissen, dass das NEO Council selbst etwa 50 Millionen NEO Tokens hält, die nach und nach ausgeschüttet werden, um das Ökosystem weiter zu entwickeln.

Konsensus-Modell dBFT: Was sind die Unterschiede zwischen NEO und Ethereum?

NEO unterscheidet sich von Ethereum vor allem durch die Design-Philosophie. Während Bitcoin und Ethereum zensur-resistent sind, will NEO vor allem Compliance Anforderungen erfüllen und damit die echte Welt mit der virtuellen so verbinden, sodass keine rechtlichen Probleme auftreten.

Ferner setzt NEO auf ein anderes Konsensus-Modell mit dem Namen Delegated Byzantine Fault Tolerance (dBFT). Dieser Konsensus-Mechanismus ist de facto eine Abwandlung von Proof of Stake (PoS).

Anleger können sich dies so vorstellen: Auf der NEO Blockchain wählen die Token-Besitzer Delegierte wie im Parlament, die dann abstimmen und gewisse Entscheidungen treffen. Damit muss nicht mehr jeder einzelne Token-Besitzer abstimmen, was die Geschwindigkeit im Netzwerk erhöht.

Ein weiterer Vorteil von dBFT: Die NEO Blockchain ist immun gegen einen Netzwerk-Split (Fork). Zudem unterstützt die NEO Blockchain verbreitete Programmiersprachen wie C#, Java, JavaScript, Python und künftig auch Go, mit denen Smart Contracts auf NEO programmiert werden können.

Was sind die Vorteile von NEO und des Algorithmus dBFT?

Der Algorithmus Delegated Byzantine Fault Tolerance (dBFT) gilt als schneller und sicherer als die klassischen Proof of Work bzw. Proof of Stake Algorithmen anderer Kryptowährungen. Der Clou: dBFT Algorithmen erkennen beide Seiten der Blockchain, sowohl die professionellen Node-Betreiber als auch die gewöhnlichen Anwender.

Auch in Sachen Compliance besitzt NEO einige Vorteile, denn die Kryptowährung kommt mit integriertem KYC (Know your Customer) und AML (Anti-Money Laundering) daher, wodurch die Überprüfung persönlicher Daten von Neukunden auf der Plattform möglich ist.

Das NEO-Team arbeitet eigenen Angaben mit Microsoft im Bereich Forschung und Entwicklung zusammen. Zudem bestehen noch Partnerschaften mit den Blockchain-Spezialisten Wings und Bancor. Als Ökosystem-Partner gelten auch noch Nest und Weangle.

Offchain-Lösung Trinity

Während Ethereum mit dem Raiden Network und Plasma seine eigenen Skalierungslösungen vorantreibt, gibt es auch bei NEO eine vergleichbare Lösung: das Trinity Network. Trinity soll NEO beim Skalieren helfen, aber auch gleichzeitig sofortige und private Zahlungen ermöglichen. Ziel ist es später bis zu 1 Million Transaktionen pro Sekunde über die NEO Blockchain abzuwickeln.

Erreicht wird dies durch sogenannte State Channels, die als eine weitere Protokoll-Ebene (Layer) über die aktuelle NEO Blockchain gelegt werden. Das bedeutet: Nicht mehr jede Transaktion wird auf der Blockchain eingetragen, sondern viele kleine Transaktionen können über private Channels laufen, die nicht auf der Blockchain erscheinen.

Fazit: NEO präsentiert sich als starke Alternative zu Ethereum

NEO gehört bereits zur zweiten Generation an Blockchain-Lösungen und ist mehr als nur eine ICO-Plattform. Über NEO sollen sämtliche digitalen Vermögenswerte abgebildet und gehandelt werden können. Die Schnelligkeit der NEO Blockchain sowie die Vielzahl von unterstützten Programmiersprachen machen NEO insbesondere für Entwickler und Unternehmen interessant. Auch für Privatnutzer und Anleger ist NEO interessant, da diese anders als bei Ethereum NEO und GAS (derzeit) kostenfrei von einer Wallet-Adresse zur nächsten transferieren können und gleichzeitig von der GAS-Generierung des NEO Tokens profitieren.

Ansonsten sollten Anleger beachten, dass Kryptowährungen nach wie vor sehr volatil sind und stark im Kurs schwanken können. Hohe Kursgewinne können sehr schnell wieder hohe Verluste nach sich ziehen, die sogar bis zum Totalverlust reichen können. Zudem ist der Anleger selbst für die Sicherheit seiner Kryptowährungen verantwortlich.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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