Die Top 10 der größten Sportartikelhersteller der Welt 2026

Blaue Sportschuhe mit gelber Sohle neben einer offenen, orangefarbenen Box.
Yevheniian / Adobe Stock
Inhaltsverzeichnis

Sportartikel haben sich längst von reiner Funktionsbekleidung zu einem zentralen Pfeiler der globalen Lifestyle- und Modeindustrie entwickelt. Im Jahr 2026 sind sie mehr denn je modisches Statement, begehrte Sammlerobjekte und ein Treiber der Direct-to-Consumer-Revolution (D2C). Ob im professionellen Performance-Segment oder als ‚Athleisure‘ im Alltag – der weltweite Markt wächst stetig weiter. Die Branchenriesen erzielen heute den Großteil ihrer Gewinne durch die geschickte Verknüpfung von technischer Innovation, Nachhaltigkeitsstrategien und digitalem Vertrieb.

Die wirtschaftliche Gewichtung ist eindeutig: Textilien und insbesondere Schuhe generieren weitaus höhere Margen als klassische Sportgeräte. Während US-Konzerne das Feld massiv dominieren, behaupten sich die deutschen Traditionsmarken Adidas und Puma erfolgreich in der Weltspitze. Der Markt hat sich seit den frühen 2020er Jahren konsolidiert, wobei Faktoren wie Kreislaufwirtschaft und digitale Kundenbindung (Loyalty-Apps) über den Erfolg entscheiden. Hier ist das aktuelle Ranking der umsatzstärksten Akteure (Stand: Geschäftsjahre 2024/2025), in dem Adidas mit ca. 24,8 Mrd. Euro und New Balance mit einem Rekord von 7,1 Mrd. Euro neue Maßstäbe setzen.

10. ASICS, Japan (ca. 4,5 Mrd. US-Dollar / 4,1 Mrd. Euro)

ASICS ist der Inbegriff für technisches Laufschuh-Know-how. Das 1949 in Kobe gegründete Unternehmen leitet seinen Namen vom lateinischen „Anima Sana In Corpore Sano“ ab – ein gesunder Geist in einem gesunden Körper. Mit einem Fokus auf Biomechanik und Materialinnovationen konnte ASICS seinen Umsatz bis 2025 auf ca. 4,5 Mrd. US-Dollar steigern. Die Aktie wird primär in Tokio gehandelt, ist jedoch aufgrund der starken Marktposition im Marathon-Segment auch für europäische Investoren ein Begriff. Nachhaltige Produktionslinien (Circular Series) sind heute ein Kernbestandteil der Konzernstrategie.

9. Under Armour, USA (ca. 5,1 Mrd. US-Dollar / 4,7 Mrd. Euro)

Under Armour durchlief nach einem kometenhaften Aufstieg eine Phase der Konsolidierung. Das 1996 in Baltimore gegründete Unternehmen fokussiert sich heute verstärkt auf Margenstabilität statt auf aggressives Volumenwachstum. Mit einem Umsatz von zuletzt ca. 5,1 Mrd. US-Dollar bleibt UA ein Schwergewicht, insbesondere im Bereich American Football, Basketball und Training. Die Aktie ist aktuell im S&P MidCap 400 gelistet. Das Unternehmen setzt massiv auf digitale Fitness-Ökosysteme, um die Bindung zur sportaffinen Zielgruppe zu vertiefen und die operative Profitabilität zu steigern.

8. New Balance, USA (ca. 7,8 Mrd. US-Dollar / 7,1 Mrd. Euro)

New Balance ist der große Gewinner des jüngsten Sneaker-Booms. Das 1906 in Boston gegründete Unternehmen hat seinen Umsatz massiv gesteigert und erzielte 2024 einen Rekordumsatz von ca. 7,8 Mrd. US-Dollar. Durch eine geschickte Mischung aus Performance-Running und ikonischen Lifestyle-Modellen (z. B. die 550er- oder 2002R-Serien) hat sich die Marke fest in der Popkultur verankert. New Balance agiert weiterhin als privates Unternehmen ohne Börsennotierung, was dem Management erlaubt, langfristig in Qualität und lokale Produktion („Made in USA/UK“) zu investieren.

7. Skechers, USA (ca. 9,0 Mrd. US-Dollar / 8,2 Mrd. Euro)

Skechers hat sich zu einem der profitabelsten Akteure der Branche entwickelt. Gegründete 1992 in Kalifornien, punktet das Unternehmen vor allem durch hohen Tragekomfort und ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit über 5.300 Verkaufsstellen (Stand Ende 2024) und einem massiven Ausbau des Online-Geschäfts konnte der Umsatz 2024 auf den Rekordwert von knapp 9,0 Mrd. US-Dollar gesteigert werden. Skechers profitiert global vom Trend zur Bequemlichkeit und festigt seine Position als Nummer 3 der Welt bei Sportschuhen nach Volumen. Die Aktie wird stabil an der NYSE gehandelt.

6. Anta Sports, China (ca. 9,8 Mrd. US-Dollar / 8,9 Mrd. Euro)

Anta Sports aus Jinjiang hat sich zum unangefochtenen Marktführer in China entwickelt und agiert längst als globaler Player. Mit einer aggressiven Multi-Brand-Strategie und der Mehrheitsbeteiligung an Amer Sports (Salomon, Arc’teryx, Wilson) treibt der Konzern die Internationalisierung voran. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Anta einen Rekordumsatz von umgerechnet ca. 9,8 Mrd. US-Dollar (70,8 Mrd. RMB). Die Gruppe profitiert massiv vom wachsenden Sportbewusstsein im asiatischen Raum und setzt auf hocheffiziente Lieferketten sowie eine starke digitale Präsenz auf Plattformen wie Tmall und JD.com.

5. VF Corporation, USA (ca. 9,5 Mrd. US-Dollar / 8,7 Mrd. Euro)

Die VF Corporation aus Denver bleibt ein Kraftzentrum der Outdoor-Industrie, auch wenn sich das Portfolio zuletzt veränderte. Nach dem Verkauf der Streetwear-Ikone Supreme an EssilorLuxottica im Jahr 2024 konzentriert sich der Konzern wieder auf seine Kernmarken The North Face, Vans und Timberland. Trotz Herausforderungen bei Vans bleibt der Konzern mit einem Umsatz von ca. 9,5 Mrd. US-Dollar ein dominanter Akteur im S&P 500. Besonders The North Face fungiert als Wachstumsmotor im High-End-Outdoor-Segment und treibt die Innovationsrate bei technischer Funktionsbekleidung voran.

4. Puma, Deutschland (ca. 9,6 Mrd. US-Dollar / 8,8 Mrd. €)

Puma hat unter dem Leitbild „Forever Faster“ eine beeindruckende Wachstumsstory hingelegt. Nachdem sich der Kering-Konzern 2018 weitgehend zurückzog, agiert das Unternehmen aus Herzogenaurach erfolgreich eigenständig. Mit einem Umsatz von ca. 8,8 Mrd. Euro im Jahr 2024 hat Puma seine Marktposition in den Bereichen Fußball, Running und Motorsport weiter gefestigt. Die Aktie ist eine feste Größe im MDAX. Ein besonderer Fokus liegt auf der Nachhaltigkeitsstrategie „10FOR25“, die Puma zu einem Branchenführer in Sachen ESG gemacht hat.

3. Lululemon Athletica, Kanada (ca. 10,5 Mrd. US-Dollar / 9,6 Mrd. Euro)

Lululemon Athletica ist das Musterbeispiel für den Aufstieg des Athleisure-Segments. Was 1998 als Yoga-Nischenanbieter in Vancouver begann, ist heute ein globaler Gigant mit einem Umsatz von rund 10,5 Mrd. US-Dollar. Durch eine extrem loyale Community, hohe Produktqualität und eine konsequente D2C-Strategie erzielt Lululemon Branchen-Spitzenmargen. Das Wachstum wird aktuell durch die Expansion in den Herrenmarkt sowie den massiven Ausbau der Präsenz in Europa und Asien getrieben. Die Aktie an der Nasdaq spiegelt die hohe Profitabilität und das konstante zweistellige Wachstum wider.

2. Adidas, Deutschland (ca. 27,0 Mrd. US-Dollar / 24,8 Mrd. €)

Adidas befindet sich unter CEO Bjørn Gulden auf einem klaren Erholungskurs. Nachdem das Unternehmen 2023 infolge des Yeezy-Aus einen Nettoverlust von 58 Mio. € (aus fortgeführten Geschäftsbereichen) vermelden musste, zeigt die Neuausrichtung Wirkung: Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz auf den vorläufigen Rekordwert von 24,81 Mrd. €. Mit gut 62.000 Mitarbeitenden festigt der Konzern aus Herzogenaurach seine Position als weltweite Nummer zwei. Der Aktienkurs hat sich stabilisiert und notiert im Februar 2026 bei rund 150 € – gestützt durch ein neues 1-Mrd.-€-Aktienrückkaufprogramm, bleibt jedoch deutlich hinter den Allzeithochs von 2021 zurück. Die Markenhistorie bleibt eng mit der Rivalität der Dassler-Brüder verknüpft, die nach der Gründung der gemeinsamen Schuhfabrik 1924 später getrennte Wege gingen – Rudolf Dassler gründete daraufhin Puma.

Ein entscheidender strategischer Schritt zur Fokussierung auf die Kernmarke war der Verkauf von Reebok. Adidas veräußerte die Tochter im Jahr 2022 für rund 2,1 Mrd. € an die Authentic Brands Group (ABG). Zwar trat Basketball-Legende Shaquille O’Neal als prominenter Partner und Anteilseigner der ABG bei der Übernahme in Erscheinung, doch rein rechtlich ging Reebok vollständig in das Portfolio des Markenmanagement-Spezialisten ABG über. Dieser Schritt ermöglichte Adidas die dringend notwendige Reduzierung der Komplexität im Konzern und setzte Ressourcen frei, um die eigene Innovationskraft im Performance-Bereich wieder auf das Niveau der Weltspitze zu heben.

1. Nike, USA (ca. 46,3 Mrd. US-Dollar / 42,8 Mrd. Euro)

Nike, beheimatet in Beaverton, Oregon, bleibt der unangefochtene Branchenprimus, sieht sich jedoch strukturellen Herausforderungen gegenüber. Nachdem der Umsatz im Geschäftsjahr 2024 noch bei über 51 Mrd. US-$ gelegen hatte, verzeichnete der Konzern im Geschäftsjahr 2025 einen Rückgang auf 46,31 Mrd. US-$ (ca. 42,8 Mrd. €). Aktuell steht Nike unter dem neuen CEO Elliott Hill vor der Aufgabe, Marktanteile gegen hochdynamische Performance-Marken wie On oder Hoka zu verteidigen. Mit weltweit rund 77.800 Mitarbeitenden und einer „Win Now“-Offensive korrigiert das Management die radikale D2C-Strategie der Vorjahre und stärkt wieder die Partnerschaften mit dem Großhandel. Die Aktie bleibt ein Schwergewicht im S&P 500 und Dow Jones, während der Fokus verstärkt auf Innovation und „Brand Heat“ im Kernsportsegment liegt.