Notenbanken: Aufgaben und Ziele

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Notenbanken haben viele Aufgaben rund um die Geld- und Währungspolitik. Die wichtigste Aufgabe ist das Monopol zur Ausgabe von Banknoten. (Foto: Sergey Nivens / Adobe Stock)

Eine Notenbank ist eine Institution, welche für die Geld- und Währungspolitik eines bestimmten Währungsraumes oder eines Staates verantwortlich ist.

Eine der Hauptaufgaben einer Noten- oder auch Zentralbank ist es, dafür zu sorgen, das Preisniveau und den Geldwert stabil zu halten. So hat beispielsweise die Bundesbank mit der Einführung des Euro die Geldpolitik an die Europäische Zentralbank (EZB) abgegeben.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Aufgaben und Zuständigkeiten von Zentralbanken.

Notenbanken und ihre Aufgaben

Welche Aufgaben einer Notenbank im Einzelnen zugewiesen sind, hängt von der rechtlichen Regelung des jeweiligen Landes ab. So kann es sein, dass die Zuständigkeiten der verschiedenen Notenbanken stark voneinander abweichen. Dennoch ist es möglich, vier grundsätzliche Notenbankfunktionen herauszustellen. Diese sollen näher in diesem Beitrag erläutert werden.

Es handelt sich hierbei konkret um diese Punkte:

  • Währungsreserven festlegen und managen
  • Bankenhierarchien
  • Die Funktion als Kreditgeber
  • Kontrolle des Banknotenumlaufs, Einfluss auf die Währungs- und Geldpolitik mit Blick auf Zinsen

Währungsreserve in der Hinterhand

Der prominenteste Vertreter einer Zentralbank in Europa ist ohne Zweifel die Europäische Zentralbank. Die mit ihren vielfältigen Aufgaben eine hohe Bandbreite an Bereichen unter einem Dach vereint.

Eine Zentralbank hält die Währungsreserve eines Währungsraumes. Zu den Währungsreserven zählen der Bestand an Gold und die Goldforderungen sowie konvertible Devisen.

Hierbei handelt es sich um umtauschbare Währungen, welche vor allem aus diesen Formen für die Forderungen in Fremdwährungen bestehen:

  • Bargeld
  • Bankguthaben
  • Wertpapieren
  • Auslandskredite

Es muss also immer genau ermittelbar sein, welcher Wert in welchem entsprechenden Gegenwert vorliegt und was es damit im Detail auf sich hat. Ebenso ist es wichtig, dass Reserven zurückgehalten werden, die bei bestimmten Ereignissen, Vorkommnissen oder Erlassen von Regierungen zu flüssigen Mitteln umgewandelt und eingesetzt werden können. So wie viele kleine Unternehmen oder Privatpersonen in Zeiten von Kurzarbeit auf ihr Sparbuch zurückgreifen müssen, steuern Zentralbanken diesen Prozess auf Ebene des entsprechenden Währungsraumes.

An der Spitze der Bankenhierarchie: Die Geschäftsbank der Geschäftsbanken

Die Zentralbank steht an der Spitze des Bankensystems eines Landes. Somit bietet sie den Geschäftsbanken die Möglichkeit, sich bei ihr Geld zu verschaffen, um den normalen Zahlungsverkehr am Laufen halten zu können. Diesen Vorgang nennt man Refinanzierung.

Darüber hinaus können Geschäftsbanken ihre überschüssigen Liquiditätsreserven auf Girokonten der Zentralbank anlegen. Außerdem gilt die Zentralbank als letzte Refinanzierungsstelle. In wirtschaftlichen Krisensituationen soll die zuständige Notenbank Liquidität zur Verfügung stellen, um einen Vertrauensverlust in das Kreditwesen und das Bankensystem zu verhindern. Neben diesem Vertrauensverlust geht es natürlich auch um die Sicherung der Geldmittel.

Die Notenbank als Kreditgeber: Hausbank für den Staat

Neben den bereits genannten Geschäftsbanken gehört auch der Staat zu den Kreditnehmern bei der Zentralbank. In vielen Fällen gewährt die Bank dem Staat Kredite und unterstützt den öffentlichen Sektor somit bei der Finanzierung seiner Aufgaben. Hierüber steuern Regierungen zudem die Einnahmen und Ausgaben des jeweiligen Staates oder des ganzen Währungsraumes, wenn es sich um ein größeres Projekt in einem Staatenbund wie der EU handelt.

Darüber hinaus fungiert die Notenbank als Hausbank des Staates, das heißt, der Staat führt seine Guthaben überwiegend bei der Zentralbank. Ähnlich wie private Anleger dies bei ihrem Kreditinstitut tun. Somit werden unter anderem Steuerinnamen und -ausgaben über Zentralbanken verwaltet.

Notenemission: Namensgeber und Monopolfunktion der Notenbanken

Der Bankennotenumlauf ist ein besonderes Merkmal der Notenbank, welchem sie ihren Namen verdankt. Die Zentralbank hat die alleinige Befugnis und somit das Monopol, Banknoten zu emittieren und in Umlauf zu bringen. Außerdem liegt es in der Verantwortung der Notenbank die Qualität des Bargeldes aufrechtzuerhalten.

Im Klartext bedeutet das:

  • Falschgeld aussondern
  • beschädigte Münzen und Geldscheine ersetzen
  • Inflation steuern
  • Leitzins festlegen

Hand in Hand mit dieser Funktion geht die Unmöglichkeit einer Notenbank, binnenwirtschaftlich illiquide zu werden. Dies ist nur in einer Fremdwährung möglich, da die Zentralbank keine Herstellungsgewalt über fremde Zahlungsmittel hat. So kann die EZB nicht beeinflussen, ob Dollar oder Yen gedruckt und geprägt werden. Sie hat nur Einfluss auf den Euro.

Instrumente der Notenbanken zur Aufgabenerfüllung

Damit die Notenbank ihre Aufgaben und Ziele erfüllen kann, stehen ihr verschiedene Instrumente zur Verfügung. So kann eine Notenbank beispielsweise Zinshöhen sowie Geldmengen steuern, um aktiv Einfluss auf die Währungs- und Geldpolitik innerhalb und außerhalb des Währungsraums nehmen zu können.

Hierunter fällt der eben erwähnte Leitzins, von dem unter anderem auch Zinsen für Sparer und Kredite im privaten Rahmen abhängen. Auch Unternehmen sind von diesen Regelungen betroffen.

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MM Autor – Rido Ado
Von: Markus Müller. Über den Autor

Markus Müller ist Experte für Vermögenaufbau und –absicherung und großem Interesse an genereller Finanzthematik.

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