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Encavis: Wieder in der Anlegergunst

Encavis: Wieder in der Anlegergunst
V. Franz Metelec – Fotolia.com
Inhaltsverzeichnis

Sicherlich ist es Ihnen schon aufgefallen: Seit einigen Wochen sind Aktien aus dem Bereich der erneuerbaren Energien wieder in der Anlegergunst. Einen dieser Werte möchte ich Ihnen heute vorstellen: die Encavis AG.

Encavis AG: ein Kurzportrait

Die Encavis AG entstand 2017 durch den Zusammenschluss der Capital Stage AG und der CHORUS Clean Energy AG. Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg betreibt über 300 Solarkraftwerke und Windparks in Deutschland sowie in acht weiteren europäischen Ländern. Dabei wird in Nordeuropa auf Windkraft und in Südeuropa überwiegend auf Solaranlagen gesetzt.

Jahreszahlen 2021 übertreffen Prognosen

Encavis hat mit Vorlage seiner Jahreszahlen überzeugt. Trotz ungünstiger Wetterverhältnisse konnte der Betreiber von Solar- und Windparks die eigenen Prognosen klar übertreffen. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um +3% auf 330 Mio. Euro (Prognose: mehr als 320 Mio. Euro) und das operative Ergebnis (EBIT) kletterte um +7% auf 148 Mio. Euro (Prognose: mehr als 138 Mio. Euro).

Verantwortlich für die guten Jahreszahlen war ein sehr starkes Schlussquartal. Im 4. Quartal steigerte Encavis seinen Umsatz um +22% auf 71 Mio. Euro. Dies liegt 9% über den durchschnittlichen Analystenerwartungen.

Im Schlussquartal profitierte das Unternehmen von gestiegenen Strompreisen. Ein Trend, der sich 2022 fortsetzen wird. Wobei sich allerdings Strompreissteigerungen nur unterproportional in Umsatzsteigerungen bemerkbar machen. Denn der Großteil der Stromlieferungen von Encavis ist – wie in der Branche üblich – über langfristige Verträge gesichert. Aber natürlich werden sich steigende Strompreise langfristig positiv auf die Geschäfte von Encavis auswirken, da es bei neuen Verträgen bessere Konditionen gibt.

Aktien aus der Branche profitieren von der Suche nach Alternativen zu russischem Gas  

Aktien aus dem Bereich erneuerbare Energien profitieren von der Abkehr vom russischem Gas. Inzwischen wird es immer offenkundiger, in was für ein Terrorregime Vladimir Putin sein Land inzwischen gewandelt hat. Das will und wird der Westen nicht mehr finanzieren. Kurzfristig werden sich russische Energierohstoffe nur durch andere fossile Brennstoffe wie Flüssiggas ersetzen lassen, aber langfristig müssen die erneuerbaren Energien massiv ausgebaut werden.

Die Börse hat diese Entwicklung z.T. bereits vorweggenommen und den Aktien aus den Bereichen Solarenergie und Windkraft zu einem starken (und überfälligen) Comeback verholfen. In den Monaten zuvor hatten Titel aus diesen Branchen unter einer schwachen Anlegerstimmung gelitten. Durch den Krieg bzw. die Reaktionen des Westens hat sich dies auf einen Schlag grundlegend geändert. Davon hat u.a. auch die Encavis-Aktie kräftig profitiert.

Langfristige Perspektiven stimmen

Derzeit legt die Encavis-Aktie eine Verschnaufpause ein – was angesichts von rund 50% Zugewinn innerhalb weniger Wochen nicht ungewöhnlich ist. Aber mit den nachhaltig verbesserten Aussichten für die Branche dürfte dies nicht das Ende der Fahnenstange sein. Für risikobereite Anleger, die sich nicht an starken Kursschwankungen stören, ist die Aktie auf jeden Fall einen näheren Blick wert.