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LKW-Markt: Wasserstoff versus Batterie

LKW-Markt: Wasserstoff versus Batterie
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Inhaltsverzeichnis

Der Konflikt rund um die Ukraine beschäftigt die Börsen nach wie vor – und wird es voraussichtlich auch noch eine Weile tun. Darüber hinaus lasten weiterhin Zins-Ängste und Inflations-Sorgen auf den Märkten.

Diese Gemengelage führt dazu, dass beispielsweise die drei bekannten deutschen Aktien-Indizes MDax, SDax und TecDax seit Jahresanfang zweistellig im Minus liegen. Der TecDax befindet sich per Definition sogar bereits in einem Bärenmarkt, da er ausgehend von seinen vorherigen Höchstständen über 20% im Minus liegt.

Das ist der Blick in den Rückspiegel. Was Sie aber stets im Blick haben sollten: An den großen Trends unserer Zeit ändert weder der Ukraine-Konflikt etwas noch die Zins-Ängste oder die Inflations-Sorgen. Das bedeutet auch: Für mittel- und vor allem längerfristig orientierte Anleger bieten sich in dem aktuell schwachen Marktumfeld teils sehr attraktive Chancen im Bereich der neuen Technologien.

Zukunftstrend Mobilitätswende

Kommen wir zu einem der besagten großen Trends: Der Mobilitätswende. Hier wird immer wieder die Frage gestellt, ob man auf Wasserstoff oder auf die Batterie setzen sollte. Im PKW-Bereich ist die Entscheidung für die kommenden Jahre meines Erachtens bereits gefallen.

Hier hat die Politik entschieden, dass man auf die Batterie setzt. Das Thema Wasserstoff wird im PKW-Bereich voraussichtlich nicht über den Außenseiterstatus hinauskommen – zumindest in den kommenden 5 bis 10 Jahren. Verfügen die Länder mittelfristig über eine intakte Wasserstoff-Infrastruktur, muss neu gerechnet werden.

Anders sieht es im Bereich der Nutzfahrzeuge aus. Im LKW-Sektor setzen einige Anbieter schon jetzt auf Wasserstoff und Batterielösungen. Es gibt gute Gründe, dort auf zwei Säulen zu setzen. Schauen wir uns die Vor- und die Nachteile beider Technologie-Lösungen im Detail an.

Vor- und Nachteile von Wasserstoff und Batterielösungen

Laut der VW-Nutzfahrzeugtochter Traton, die ausschließlich auf batterieelektrische LKW setzt, überwiegen bei Wasserstoff die Nachteile. Weltmarktführer Daimler hält jedoch dagegen. Daimler setzt zwar auch, aber eben nicht nur, auf die Batterie und baut mit dem Konkurrenten Volvo eine Brennstoffzellenfabrik auf.

Warum aber setzt auch Daimler auf Wasserstoff und Traton nur auf die Batterie? Traton-Strategiechef Andreas Kammel macht folgende Rechnung auf: Im Jahr 2030 wird ein Batterietruck etwa 200.000 Euro kosten. Bei einem Wasserstofftruck soll es ähnlich sein.

Aber: Der Batterietruck soll nach Einschätzung von Kammel während seiner Lebensdauer rund 250.000 Euro an Stromkosten verursachen, während dieser Kostenblock bei dem Wasserstofftruck bei rund 500.000 Euro liegen soll.

Bei Daimler hingegen betont man, dass der Wasserstofftruck vor allem im harten Fernverkehreinsatz eine sinnvolle Option für die Kunden sein kann – vor allem in Bezug auf die Gesamtbetriebskosten.

Und weil man bei Daimler so überzeugt davon ist, dass es sinnvoll ist, auf beide Säulen zu setzen, will Daimler zusammen mit seinen Partnern Volvo, Iveco, OMV, Shell, TotalEnergies und Linde dem Wasserstoff-LKW europaweit zum Durchbruch verhelfen.

Da Wasserstoff meines Erachtens vor allem im LKW-Bereich und bei Bussen zum Einsatz kommen wird, ist die Daimler-Truck-Aktie – wenn Sie auf das Thema Wasserstoff setzen wollen – eine interessante Investitions-Idee.