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Nordex streicht Prognose zusammen - Aktie bricht ein!

Inhaltsverzeichnis

Der in Hamburg ansässige Windkraftanlagenbauer Nordex hat gestern seine erst Ende März veröffentlichte Jahresprognose deutlich nach unten korrigiert. Als Grund für diesen Rückzieher nannte Nordex die unvorhersehbaren Auswirkungen des Ukraine-Kriegs sowie Einmalaufwendungen für die Umstrukturierung der Produktion.

Bevor ich näher auf die korrigierte Jahresprognose und die Gründe dafür eingehe, möchte ich Ihnen den Windenergiekonzern aus dem hohen Norden Deutschlands kurz vorstellen.

Nordex SE im Kurzporträt

Die 1985 gegründete Nordex SE gehört zu den Pionieren im Bereich Windenergie. Seit dem Zusammenschluss mit Acciona Windpower im Jahr 2016 ist die Nordex Group laut eigenen Angaben einer der größten Hersteller von Windenergieanlagen weltweit.

Dabei konzentriert sich das Unternehmen auf die Entwicklung, Herstellung, Projektentwicklung und Wartung von Windenergieanlagen im Onshore-Bereich. Konkret liegt der Schwerpunkt des Windanlagenbauers auf Windenergieanlagen der 3 bis 6+ Megawatt (MW)-Klasse.

Nordex betreibt Produktionsstätten in Deutschland, Spanien, Brasilien, den USA und Indien. Dort fertigt die Nordex Group Maschinenhäuser, Rotorblätter und Betontürme. Darüber hinaus ist das Unternehmen mit Niederlassungen und Büros in mehr als 30 Ländern vertreten. Insgesamt hat die Nordex Group über 39 Gigawatt (GW) Windenergieleistung in über 40 Märkten installiert.

Jahresprognosen nach unten korrigiert

Rund zwei Monate nach Veröffentlichung der Jahresprognose musste der Windanlagenbauer seine Aussagen jetzt deutlich nach unten korrigieren. Anstatt eines für 2022 erwarteten Jahresumsatzes von 5,4 bis 6,0 Mrd. Euro und einer Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA-Marge) von +1,0 bis 3,5% rechnen die Hamburger jetzt nur noch mit einen Umsatz von 5,2 bis 5,7 Mrd. Euro und einer EBITDA-Marge von -4 bis 0%.

Als Ursache für diese Korrektur nennt der Windanlagenbauer mehrere Gründe. Da sind zum einen die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf das Geschäft der Nordex Group. Das Unternehmen rechnet damit, dass man Umsätze von rund 200 Mio. Euro mit den entsprechenden Margen verlieren wird.

Darüber hinaus nennt Nordex die hohe Volatilität und die anhaltenden Störungen in der Lieferkette und Logistik als Belastungsfaktor. Konkret bereiten hier die hohen Preissteigerungen bei Seefrachtbuchungen sowie erhebliche Engpässe bei Stahl und anderen kritischen Komponenten Probleme.

Die Umstrukturierung der Produktion, z.B. die Schließung einer spanischen Produktionsstätte und die geplante Beendigung der Produktion von Rotorblättern in Deutschland, wird als ein weiterer Grund für die Prognosekorrektur genannt.

Hinzu kommt schließlich noch die Cyber-Attacke Ende März 2022, die Nordex zwang, verschiedene IT-Systeme herunterzufahren. Auch dadurch wurde das operative Geschäft deutlich beeinträchtigt, so Nordex in seiner Mitteilung.

Infolge der Gewinnwarnung verlor die Nordex-Aktie im heutigen Handel bisher rund 18% an Wert. Seit Jahresbeginn sind es sogar -29%. Viele andere Aktien aus dem Bereich der regenerativen Energien machten da deutlich mehr Spaß in den vergangenen Monaten. Daher habe ich auch andere Favoriten aus diesem Bereich als die Nordex-Aktie. Sie finden meine Favoriten in meinen Börsendiensten „Mittelstands-Depot“ und „Übernahme-Gewinner“.