SMA Solar-Aktie stemmt sich gegen negativen Markttrend

SMA Solar-Aktie stemmt sich gegen negativen Markttrend
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Nachdem der deutsche Solarkonzern in den zurückliegenden Jahren öfter mit zurechtgestutzten Prognosen auffiel, zeigt sich das Unternehmen derzeit erstaunlich robust. Laut Firmenboss Jürgen Reinert erlebt der Konzern derzeit einen Solarboom wie noch nie. Deutlich niedrigere Kosten, ein höheres Bewusstsein für den Klimawandel und ehrgeizige Ausbauziele der Politik sorgten zuletzt für kräftigen Rückenwind.

Das macht sich auch im Aktienkurs bemerkbar. Im Börsenjahr 2022 liegen die Papiere von SMA Solar rund 10% in der Gewinnzone und haben damit den breiten Aktienmarkt deutlich abgehängt. Zum Vergleich: Der deutsche TEC-DAX, in dem auch die SMA-Aktie enthalten ist, verzeichnete im gleichen Zeitraum einen Wertverlust von 26%.

SMA Solar – Spezialist für Solarwechselrichter….

SMA Solar entwickelt, produziert und vertreibt Komponenten für die Photovoltaikindustrie. Die Unternehmensgruppe konzentriert sich dabei auf die Herstellung von Solarwechselrichtern. Diese werden benötigt, um den aus Solarmodulen erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom umzuwandeln, der ins Stromnetz eingespeist werden kann.

Das Angebotsspektrum ist dabei nicht auf einzelne Modultypen oder Leistungsgrößen beschränkt, sondern an sämtliche auf dem Markt erhältliche Typen anpassbar. Neben Wechselrichtern für netzgekoppelte Anwendungen werden auch Wechselrichter für den Insel- und Backup-Betrieb angeboten. Zum Portfolio gehören außerdem Produkte zur Überwachung und zum Energiemanagement von PV-Anlagen.

….mit Umsatzrückgang zum Jahresstart

Im abgelaufenen ersten Quartal gingen bei SMA Solar 221 Millionen Euro an Umsatz durch die Bücher, was einem Rückgang um 8% zum Vorjahr entspricht. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) sank bei den Münchenern sogar um rund ein Viertel auf 14,8 Millionen Euro. Die anhaltenden Lieferkettenprobleme und der Chipmangel belasten die Zahlen von SMA Solar nach wie vor. Am Ende stand ein nur ein hauchdünner Gewinn von 3 Millionen Euro in den Büchern (vs. Vorjahresquartal 8 Millionen Euro).

Verdopplung der Produktionskapazitäten geplant

Die hohe Nachfrage spiegelt sich derzeit noch nicht in der Geschäftsentwicklung wider. Zwar sind die Auftragsbücher prall gefüllt und laut Aussagen des Firmenchefs Reinert könnte der Konzern das Zwei- bis Dreifache produzieren. Um die hohe Nachfrage zu bedienen, baut SMA Solar an seinem Standort im nordhessischen Niestetal eine neue Fabrik. Dadurch soll die Produktionskapazität bis zum Jahr 2024 auf 40 Gigawatt beinahe verdoppelt werden.

Der Baubeginn ist für Ende des Jahres geplant, 200 Arbeitsplätze sollen dadurch entstehen. Mit der Investition will SMA Solar Lieferketten sichern und eine größere Unabhängigkeit gewinnen.

Pläne der Politik sorgen für kräftigen Schub

Grundsätzlich sieht es für die nächsten Jahre gut aus für die Solarbranche: Die Politik hat beschlossen, dass sich bis 2030 die installierte Leistung von 54 auf rund 215 Gigawatt vervierfachen soll. Bis zu 15 Milliarden Euro könnten laut Experten pro Jahr in den Markt fließen. Das würde die gesamte Branche beflügeln. Unter dem Strich dürfte sich damit sowohl für Hersteller von Solarzellen und Modulen, Projektentwickler und Anlagenbetreiber die Nachfrage dynamisieren.

Milliarden-Marke im Visier

Unterdessen hält der Konzern an seinen Jahreszielen fest. Im Gesamtjahr soll ein Umsatz von 900 Millionen Euro bis 1,05 Milliarden Euro erwirtschaftet werden. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) wird in einer breiten Spanne zwischen 10 bis 60 Millionen Euro erwartet. Die Anleger zeigen sich momentan von den Perspektiven überzeugt. Auch am gestrigen extrem schwachen Handelstag konnte sich die SMA Solar-Aktie gegen den Trend stemmen und im Plus abschließen.