Die Goldreserve der Notenbanken

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So gut wie jeder Staat auf der Welt besitzt eine Goldreserve. Notenbanken sind zum Großteil für die Aufbewahrung des goldenen Edelmetalls zuständig. (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

So gut wie jeder Staat auf der Welt besitzt eine Goldreserve. Notenbanken sind zum Großteil für die Aufbewahrung des goldenen Edelmetalls zuständig.

Früher wurde Gold hauptsächlich dafür genutzt, die Währung eines Landes komplett durch zugrunde liegende Sachwerte abzudecken. Jede ausgegebene Banknote musste daher im gesamten Wert von Gold abgedeckt werden.

Der Goldstandard zur Währungsdeckung

Diese Maßnahme ist als reiner Goldstandard bekannt. Eingeführt wurde diese Regelung gegen Mitte des 19. Jahrhunderts, als das britische Empire mit riesigen Rohstoffvorkommen weltweit eine wirtschaftliche Vormachtstellung innehatte.

Um den Handel zwischen den einzelnen Staaten und eine Vermischung von Münzen unterschiedlichen Wertes zu verhindern, einigten sich die Europäer darauf, ihre Währungen in Gold zu konvertieren.

In der Folge wurden Münzen für mehrere Jahre vorrangig aus Gold hergestellt, während Banknoten auf einen zugrunde liegenden Goldwert ausgestellt wurden.

Im Zuge des Ersten Weltkrieges verlor der Goldstandard an Bedeutung und wurde in vielen Ländern aufgehoben, um mit dem Gold Kriegsgüter bezahlen zu können.

In den folgenden Jahrzehnten wurde die Ära des Goldstandards durch weitere Krisen beendet.

Goldreserven der Notenbanken sichern Unabhängigkeit

Die Goldreserven der Notenbanken haben heute also nur noch das Ziel, die finanzielle Unabhängigkeit eines Staates auch in Krisenzeiten zu sichern. Auch heute kann Gold jederzeit als Zahlungsmittel eingesetzt werden.

Viele Staaten haben durch den Einsatz des Edelmetalls aus ihren Reserven in den vergangenen Jahren versucht, die Staatsschulden zu reduzieren.

Der Anteil des Goldes an den gesamten Währungsreserven ist dadurch in den letzten 30 Jahren deutlich gesunken. Lag er im Jahre 1980 noch bei 60%, sank er bis Mitte der 2000er Jahre auf rund 10% ab.

In Deutschland liegt er jedoch weiterhin bei mehr als 72%.

Mit dem weiter steigenden Goldpreis ist die Bedeutsamkeit des Edelmetalls seitdem jedoch wieder um wenige Prozentpunkte gestiegen.

Goldreserve der Notenbanken: So wird der Goldpreis gehalten

Um den Wert des Goldes in den vergangenen Jahren jedoch erhalten zu können, mussten sich die größten Notenbanken auf klare Regeln und Grenzen für den Verkauf einigen.

Würden die Notenbanken ihre Goldreserven alle zum gleichen Zeitpunkt verkaufen, würde der Goldpreis drastisch fallen und die Erlöse weit unter den eigentlichen Marktwert fallen.

In verschiedenen Central Bank Gold Agreements wurden daher die Verkäufe auf maximal 400 bzw. 500 Tonnen pro Jahr begrenzt.

In Deutschland ist die Bundesbank verantwortlich für die Aufbewahrung und den Verkauf der deutschen Goldbestände. Da sie als unabhängiges Organ agiert, muss sie dafür keine Erlaubnis durch die Bundesregierung einholen.

Mehr zum Thema: Die Entstehung der Notenbanken

Deutsche Notenbank mit zweitgrößter Goldreserve

Nach den USA (8.133,5 Tonnen) besitzt Deutschland mit rund 3.400 Tonnen die größten Goldreserven der Welt, sogar noch vor dem Internationalen Währungsfonds.

Insgesamt werden auf dem Globus aktuell rund 30.000 Tonnen des Goldes in staatlichen Notenbanken aufbewahrt. Die größten Goldreserven befinden sich inzwischen jedoch in Privatbesitz.

Schätzungen gehen davon aus, dass insgesamt mehr als 170.000 Tonnen des Edelmetalls gefördert wurden.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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