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Gold bleibt im inflationären Umfeld interessant

Inhaltsverzeichnis

Gold gilt gemeinhin als Krisenwährung, als sicherer Hafen in schwierigen Zeiten. Da liegt jetzt natürlich die Frage auf der Hand: Warum präsentiert sich der Goldpreis in der aktuellen Börsenphase so schwach? Trotz Inflationsraten, wie wir sie zuletzt vor fast einem halben Jahrhundert hatten.

Taugt Gold nach wie vor als Kriseninvestment und als Absicherung in Zeiten hoher Inflation? Dieser Frage möchte ich heute für Sie auf den Grund gehen.

Goldpreis prallt erneut an der 2.000-Dollar-Marke ab

Nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs reagierte der Goldpreis zunächst so, wie man das eigentlich erwarten würde – mit Aufschlägen. Der Preis für die Feinunze kletterte auf rund 2.070 Dollar und damit knapp unter sein Rekordhoch. Doch wie schon während der Corona-Krise im August 2020 konnte sich der Goldpreis erneut nicht dauerhaft über der runden 2.000-Dollar-Marke etablieren.

Es folgte eine deutliche Korrektur. Obwohl die Inflationsrate in den USA im März auf 8,5% und damit auf den höchsten Stand seit mehr als 40 Jahren stieg, fiel der Goldpreis zeitweise bis auf unter 1.800 Dollar zurück. Eine Erklärung dafür liefern der starke Dollar und die gestiegenen Zinsen.

Parallelen zu den 1970er-Jahren

Eine wirkliche Zinswende wird es zwar nicht geben. Zunächst stehen aber weitere Zinsschritte an. Schon dieser moderate Anstieg gefährdet die konjunkturelle Entwicklung. So ist die US-Wirtschaft im ersten Quartal bereits leicht geschrumpft. Ein vorübergehender Rutsch in die Rezession ist nicht auszuschließen. Das böse Wort heißt „Stagflation“. Davon spricht man, wenn die Inflation hoch ist und die Wirtschaft gleichzeitig stagniert oder schrumpft.

Wenngleich das Zinsniveau damals weitaus höher war, gibt es diesbezüglich gewisse Parallelen zu den 1970er-Jahren. Ende 1974 stieg die Inflationsrate in den USA infolge der Ölkrise auf über 12%, Anfang 1980 in der Spitze sogar auf fast 15%. Die Wirtschaft stagnierte. In dieser Zeit erlebte der Goldpreis einen gigantischen Höhenflug. Von Januar 1970 bis Januar 1980 stieg die Notierung von 35 auf 875 Dollar und das 25-Fache.

Gold bleibt ein interessantes Absicherungsinstrument

Eine derartige Entwicklung ist diesmal sicher nicht zu erwarten. In einem Umfeld hoher Inflation, möglicherweise mit stagflationären Tendenzen, ist Gold für sicherheitsorientierte Anleger aber nach wie vor ein interessantes Instrument, um das Depot breiter aufzustellen. Auch wegen der geringen Korrelation zum Aktienmarkt. Goldpreis und Aktienkurse bewegen sich meist eher gegenläufig.

Einen klaren Trend gibt es bei Gold derzeit nicht. Der Preis wackelte zuletzt eher unentschlossen um die 200-Tage-Linie. Dennoch bleibt das gelbe Edelmetall in einem inflationären Umfeld ein sinnvolles Investment. Über kurz oder lang sollte es dem Goldpreis gelingen, die runde 2.000-Dollar-Marke hinter sich zu lassen.