3 Windkraft-Aktien im Vergleich

Hier zeige ich Ihnen, wie sich die schwächere Nachfrage und der Preisverfall auf die drei von mir beobachteten Windkraft-Aktien auswirken. (Foto: fokke baarssen / shutterstock.com)

Nordex erzielte 2017 einen Umsatz von 3,08 Mrd. € und ein bereinigtes operatives Ergebnis (EBITDA) von 242 Mio. €. Das entspricht einer EBITDA-Marge von 7,9%.

Unter Berücksichtigung der Einmalaufwendungen für das Kostensenkungsprogramm 45 by 18 betrug das EBITDA 200,7 Mio. € und die Marge 6,5%. Der Gewinn brach auf 0,3 Mio. € ein. Nordex installierte 932 Turbinen mit einer Leistung von 2,7 GW in 17 Ländern. Das Segment Service entwickelte sich mit einem Umsatzanstieg von 14% positiv und trug über 10% zum Gesamtumsatz bei. Insgesamt betreute Nordex zum Jahresende 6.858 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 16,4 GW über langjährige Serviceverträge.

Nordex erzielte im Segment Projekte Neuaufträge in Höhe von 2,2 Mrd. € und lag damit 33% unter dem Vorjahreswert

Rund 90% der Aufträge kamen aus den internationalen Märkten. Zum Jahresende lag der Auftragsbestand bei 3,7 Mrd. €, davon entfielen 1,7 Mrd. € auf das Turbinengeschäft und 2,0 Mrd. € auf den Service. Im laufenden Jahr verspricht sich der Konzern durch die im Sommer 2017 eingeführten neuen Produkte N149/4.0-4.5 und AW140/3000 Rückenwind für den Auftragseingang.

Nordex startete mit einer soliden Bilanz in das Jahr 2018

So stieg die Eigenkapitalquote von 31,4 auf 32,7%; die Liquidität betrug 623 Mio. € und lag damit knapp unter dem Vorjahreswert. 2017 wurde in Deutschland ein neues Auktionssystem eingeführt, das vorübergehend zu deutlich geringeren Auftragseingängen führte. Vor diesem Hintergrund sieht Nordex 2018 als herausfordernd an und erwartet einen Umsatz zwischen 2,4 bis 2,6 Mrd. €.

Unternehmensporträt

Nordex ist einer der technologisch führenden Anbieter von Windkraftanlagen und profitiert besonders vom Trend zur Großanlage. Das Produktprogramm reicht bis zur derzeit größten Serien-Windkraftanlage der Welt (N80/2.500 kW). Damit verfügt Nordex über praxiserprobte, effiziente Hochleistungs-Windturbinen für das Festland. Das Unternehmen ist weltweit in 18 Ländern mit Büros und Tochtergesellschaften vertreten.

PNE Wind AG hat 2017 operativ wie finanziell erfolgreich abgeschlossen

Die Gesamtleistung belief sich auf rund 187 Mio. € (2016: 259 Mio. €) bei einem operativen Ergebnis (EBIT) von 23,1 Mio. € (2016: 97 Mio. €). Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Zahlen aus 2016 durch den anteiligen Verkauf des Windparkportfolios außergewöhnlich positiv waren. 2017 war das operative Geschäft von der Entwicklung und Realisierung von Windparks an Land und von Projektverkäufen sowie von Erfolgen bei Windenergie auf See geprägt.

Insgesamt hat PNE Wind AG in Deutschland, Frankreich, Schweden und den USA Windparks an Land mit 233,6 MW Nennleistung fertiggestellt, mit deren Bau begonnen oder die Projektrechte veräußert. Außerdem wurden Projektrechte für einen Windpark auf See mit geplanten 584 MW veräußert. Das von PNE Wind AG entwickelte und bereits veräußerte Projekt Gode Wind 3 in der Nordsee erhielt in der ersten Ausschreibungsrunde für Windenergie auf See einen Zuschlag.

Nordex: Nachfrage boomt und verleiht Aktie in 2015 FlügelDie Nordex-Aktie hat 2014 einen ordentlichen Lauf hingelegt und ihren Wert um fast 60 Prozent gesteigert – ist nun die Luft raus oder geht der Aufwind 2015 erst richtig los?  › mehr lesen

PNE Wind AG hat damit begonnen, eine Optimierung des bewährten Geschäftsmodells umzusetzen

Das Unternehmen entwickelt sich von einem Projektierer von Windparks zu einem Anbieter von Lösungen für saubere Energie. Neben der Windenergie sollen zukünftig Photovoltaik, Speicherung und die Power-to-Gas-Technologie Teil des operativen Geschäfts werden. Außerdem rücken neben den etablierten Märkten in Europa und Amerika künftig auch Schwellenländer etwa in Lateinamerika sowie im Mittleren und Fernen Osten in den Fokus.

Unternehmensporträt

Die PNE Wind AG plant, konzipiert und errichtet Windkraftanlagen zur Stromerzeugung. Seit dem Jahr 2000 ist das Unternehmen, außer im Kerngeschäft Windkraft, auch in den Bereichen Sonne und Biomasse aktiv und erzeugt Strom und Wärme mittels Biomassekraftwerke, Photovoltaik- und Solarthermieanlagen. PNE Wind sieht die Zukunft in Offshoreanlagen auf hoher See, in Wasserkraft und Geothermie.

Vestas Wind Systems leidet wie seine Wettbewerber unter der schwächeren Nachfrage und dem Preisverfall

Im Geschäftsjahr 2017 ging das Geschäft weiter zurück, allerdings erhöhte sich der Auftragsbestand von 10.494 auf 11.176 Megawatt (MW). Beim Umsatz erreichte der Windturbinenhersteller knapp 10 Mrd. € und erreichte damit die ursprüngliche Prognose. Im Vergleich zum Vorjahr war der Umsatz rückläufig.

Auch das operative Ergebnis (EBIT) lag mit 1,23 Mrd. € rund 13% unter dem Vorjahreswert; hier war Vestas zuvor noch etwas optimistischer. Unterm Strich hat Vestas 7,4% weniger verdient. Für 2017 wird die Dividende um 5% auf 1,24 € je Aktie gekürzt. Das entspricht einer Ausschüttung von rund 30% des Gewinns.

Großauftrag aus Kasachstan

Vestas hat im Januar einen Großauftrag aus Kasachstan erhalten, der zugleich die erste Order aus diesem Land ist. Auftraggeber ist der Energieversorger Capec Green Energy. Vestas liefert Windturbinen mit einer Gesamtkapazität von 52 MW. Die Turbinen sind für das Windprojekt Astana gedacht. Dieses Windprojekt ist ein wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung dieses vielversprechenden Wind-Marktes. Kasachstan hat großes Windenergie-Potential.

Der Konzern hatte jüngst für rund 100 Mio. $ die Akquisition von Utopus Insights angekündigt, um die digitale Transformation zu beschleunigen. 2018 rechnet Vestas mit einem Umsatz in der Bandbreite von 10 bis 11 Mrd. €. Dabei wird der Umsatz aus Dienstleistungen voraussichtlich zunehmen. Bei der EBIT-Marge werden 9 bis 11% angepeilt.

Unternehmensporträt

1979 installierte Vestas die erste Windenergieanlage. Seitdem spielt das Vestas eine aktive Rolle in der Windenergiebranche. Vom Branchenpionier hat sich Vestas zu einem Marktführer in der Herstellung von hochtechnologischen Lösungen für Windenergie entwickelt. Zum Kerngeschäft gehören die Entwicklung, Produktion, Vermarktung, der Vertrieb und die Instandhaltung von Windenergieanlagen, die Windenergie in elektrischen Strom umwandeln.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.