Deutsche Staatsanleihen kaufen: Viele Gläubiger sind im Ausland

Viele Gläubiger von deutschen Staatasanleihen sitzen im Ausland und sparen dadurch steuern. Ein Steuersparmodell, das wir NICHT empfehlen. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Allein bis 2013 werden “wir” 320 Mrd. Euro neue Schulden auftürmen. Insgesamt sind das dann bereits mehr als 2 Billionen.

Viele Gläubiger von deutschen Statasanleihen sitzen im Ausland und sparen dadurch Steuern. Ein Steuersparmodell, das wir NICHT empfehlen.

Gläubiger von deutsche Staatsanleihen wollen verborgen bleiben

Eine Gläubigerliste für deutsche Staatsanleihen gibt es nicht. Das immerhin ist auch verständlich – wer auch immer sich dahinter verbirgt, hat das Recht auf Anonymität. Unser privatrechtliches Eigentumsverständnis ist da unzweideutig.

Trotzdem darf ich einmal spekulieren: Bekannt ist, dass ungefähr die Hälfte der Gläubiger im Ausland sitzen. Immerhin. Nicht alles aber wird an Ausländer gehen:

Deutsche, die über ausländische Konten Staatsanleihen kaufen, werden – je nach Sitz der Bank – die Einkünfte nicht angeben.

Das heißt: sie sparen Steuern. Hier liegt auch der Hase begraben: würden nur Inländer Anleihen kaufen, würde der Staat zumindest mehr Steuern kassieren als bisher.

Bricht der Staat sein Schweigen, wird es teuer

So aber muss er a) auf Steuern verzichten und b) darf darüber noch nicht einmal lauthals lamentieren. Verlieren Gläubiger das Vertrauen in das deutsche “Bankgeheimnis” (hier also Schuldnergeheimnis), zeichnen sie noch weniger Anleihen als ohnehin schon.

Folglich müsste der Staat sein Zinsangebot weiter steigern. Und verliert noch mehr Geld.

Dieses “Steuersparmodell” deutscher Investoren ist nicht ganz legal. Deshalb können wir es Ihnen nicht empfehlen.

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Überhaupt: kaufen Sie keine deutschen Staatsanleihen mehr mit einer Laufzeit von mehr als vier Jahren. Wir befürchten

  • a) Kursverluste während der Laufzeit und
  • b) sogar Rückzahlungsschwierigkeiten.

Deutsche Staatsanleihen: Zinsen zu niedrig für Gewinne

Wer jetzt noch sichere Anlagen sucht – meide bitte unbedingt deutsche Staatsanleihen. Eine Zinsbombe, wie ein Blick auf die Daten zeigt. Anders gesagt: mit Bundesanleihen werden Sie ärmer.

Deutsche Staatsanleihen: niedrige Zinsen und niedrige Rendite

Stellen Sie sich vor, Sie möchten Ihr Geld für 3 Jahre anlegen. Nach guter alter Sitte kommen auch deutsche Staatsanleihen in Frage – sicher sind die. Leider ist das alles Geschichte.

Aktuell bringen diese Anleihen gerade einmal 0,77% jährlich. Für 3 Jahre – ein Witz, allerdings ein schlechter. Wenn Sie die Ein-Jahres-Anleihe kaufen, erzielen Sie sogar nur eine Rendite von 0,59%. Selbst für 9 Jahre erhalten Sie gerade einmal 2,13%.

Die Rendite- und Steuerfalle

Da die Renditen so niedrig sind, kommt es auf jeden Cent an. Leider zahlen Sie immer noch 28% Abgeltungsteuer. Das ist absolut betrachtet bei den niedrigen Zinsen nicht mehr viel, reduziert aber den Ertrag der 3-jährigen jährlich noch einmal um 0,26%-Punkte auf nur noch etwa 0,50%.

Damit fangen Sie keine Inflationsrate mehr ab. Das ist systematische Kapitalvernichtung.

Besser sind Unternehmensanleihen, wenn Sie auf Anleihen setzen wollen. Aktuell gut ist “Hornbach” mit 5% Zinsen. Diese Anleihe ist sicherer als das Rating es zeigt.


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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.