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Fremdwährungsanleihe: Chancen, Risiken & Tipps für Anleger

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Inhaltsverzeichnis

Besonders groß ist die Vielfalt an Angeboten am Markt im Bereich der Anleihen. Die meisten Rentenpapiere, die Sie an der Börse handeln können, werden in Euro emittiert. Es gibt jedoch ebenfalls Anleihen, die in einer Fremdwährung ausgegeben werden und bei denen ebenfalls die Rückzahlung in dieser Fremdwährung erfolgt. Das sind die sogenannten Fremdwährungsanleihen.

In unserem Beitrag gehen wir darauf ein, worum es sich bei einer Fremdwährungsanleihe handelt und wie diese Anleihen mit fremden Währungen funktionieren. Wir erläutern ferner, worin die Chancen und Risiken bestehen, ob Sie Gewinne versteuern müssen sowie, für wen sich Fremdwährungsanleihen eignen.

Das Wichtigste zu Fremdwährungsanleihen zusammengefasst

  • Bei einer Fremdwährungsanleihe bezieht sich der Nominalwert stets auf eine Währung aus dem Ausland.
  • In aller Regel wird die Fremdwährungsanleihe nicht nur in der ausländischen Währung ausgegeben und zurückgezahlt, sondern gleiches gilt für die Zahlung der Zinsen.
  • Mit einer Fremdwährungsanleihe können Anleger Währungsgewinne erzielen, allerdings ebenso Währungsverluste erleiden.
  • Ein Grund für das Investment in Fremdwährungsanleihen ist das eventuell höhere Zinsniveau im Land des Emittenten.
  • Häufig vorkommende Währungen, in denen eine Währungsanleihe ausgegeben wird, sind Dollar, Schweizer Franken und britisches Pfund.

Was sind Fremdwährungsanleihen?

Bei einer Fremdwährungsanleihe handelt es sich um ein Rentenpapier, das entweder einen festen oder variablen Zins hat. Die Besonderheit besteht bei einer Fremdwährungsanleihe darin, dass diese in einer Fremdwährung ausgegeben wird, beispielsweise in Dollar. Die Rückzahlung an den Anleger erfolgt seitens des Emittenten ebenfalls in dieser Fremdwährung.

Grundsätzlich kann es sich bei Fremdwährungsanleihen sowohl um Unternehmensanleihen als auch Staatsanleihen handeln.

Die Laufzeit ist je nach Fremdwährungsanleihe unterschiedlich. In den meisten Fällen bewegt sich die Laufzeit allerdings eher im langfristigen Bereich zwischen fünf und zehn Jahren, manchmal darüber hinaus. Bevor Anleger Geld in eine Fremdwährungsanleihe investieren, sollten sie sich für die Risiken und Chancen informieren. Das wesentliche Risiko ist, dass sich der Kurs der Fremdwährung gegenüber dem Euro im Laufe der Jahre nachteilig entwickelt.

Was sind Doppelwährungsanleihen?

Eine Doppelwährungsanleihe ist eine spezielle Variante der Fremdwährungsanleihe. Kennzeichnend ist, dass bei diesen Rentenpapieren die Zinsen in einer anderen Währung gezahlt werden, als später die Rückzahlung erfolgt bzw. der Nennwert ist, auf den die Anleihe lautet. Daher beinhalten Doppelwährungsanleihen stets zwei verschiedene Währungen, in unterschiedlichen Konstellationen.

Wie funktioniert eine Fremdwährungsanleihe?

Wenn Sie sich für ein Investment in Fremdwährungsanleihen entscheiden, müssen Sie beim Kauf die Fremdwährung nicht selbst besitzen. Die Zahlung kann hingegen in Euro erfolgen, da eine Umrechnung dieses Betrages automatisch in die entsprechende Fremdwährung vorgenommen wird. Diese Umrechnung macht zum Beispiel die Börse, wenn Sie die Fremdwährungsanleihen unter anderem in Frankfurt erwerben. Dabei ist der aktuelle Wechselkurs die Grundlage für die Umrechnung der Währungen.

Grundsätzlich ist die Funktionsweise einer Fremdwährungsanleihe nicht viel anders als bei anderen Rentenpapieren, die auf Euro laufen, zum Beispiel bei Unternehmensanleihen oder Staatsanleihen in Deutschland.

Ablauf einer Investition in Fremdwährungsanleihe

Der Ablauf der Fremdwährungsanleihe kennzeichnet die Funktionsweise und stellt sich wie folgt dar:

  1. Anleger kauft die Fremdwährungsanleihe zu einem bestimmten Nennwert
  2. Umrechnung des Betrages in Euro zur Fremdwährung
  3. Regelmäßige Zinsen in der Fremdwährung, meistens jährlich
  4. Rückzahlung der Anleihe zu 100 Prozent zum Nominalwert in der Fremdwährung

Beispiel-Rechnung für eine Fremdwährungsanleihe

Wie eine Fremdwährungsanleihe im Detail funktioniert, möchten wir gerne am folgenden Beispiel erläutern. Wir gehen davon aus, dass Sie tendenziell damit rechnen, dass der Wert des US-Dollar gegenüber dem Euro in den kommenden Jahren zunehmen wird. Deshalb entscheiden Sie sich für den Kauf einer Währungsanleihe in Dollar. Wir gehen von den folgenden Zahlen und Daten zur Anleihe aus:

  • Fremdwährung: US-Dollar
  • Nominalbetrag: 10.000 Dollar
  • Laufzeit: 10 Jahre
  • Zinsen: 3,5 Prozent (jährlich)
  • Kurs des Dollars bei Kauf der Fremdwährungsanleihe: 1,09 Dollar
  • Kaufpreis in Euro: 9.174 Euro

Nehmen wir nun an, dass Sie bis zur Rückzahlung der Anleihe warten. Der Kurs des US-Dollar gegenüber dem Euro beläuft sich nach zehn Jahren auf 1,01 Dollar. Das bedeutet, dass der Dollar gegenüber dem Euro an Wert gewonnen hat.

Während Sie beim Kauf umgerechnet 9.174 Euro aufwenden mussten, bekommen Sie bei Fälligkeit der Fremdwährungsanleihe durch den Wertgewinn des Dollars umgerechnet 9.900 Euro gutgeschrieben.

Im Beispiel erzielen Sie somit einen Währungsgewinn in Höhe von rund 700 Euro – plus der gutgeschriebenen Zinsen als weitere Rendite.

Was sind die Risiken und Nachteile einer Fremdwährungsanleihe?

Bevor Sie sich für oder gegen Fremdwährungsanleihen entscheiden, informieren Sie sich am besten über die Risiken und Chancen bzw. Vor- und Nachteile. Zu den wesentlichen Risiken der Anleihen in einer fremden Währung zählen:

  • Insolvenz des Emittenten (Emittentenrisiko)
  • Wechselkursrisiko (Währungsrisiko)
  • Tendenziell höheres Ausfallrisiko
  • Einfluss politischer oder wirtschaftlicher Ereignisse auf den Kurs

Als Schuldverschreibungen besitzen auch Fremdwährungsanleihen ein Emittentenrisiko. Sollte der Emittent der Anleihen insolvent werden, drohen dem Anleger höhere Verluste bis hin zum Totalverlust.

Die typische Gefahr bei Fremdwährungsanleihen ist naturgemäß das Risiko, dass sich der Wechselkurs der Fremdwährung gegenüber dem Euro in ein für den Anleger ungünstige Richtung entwickelt.

Zudem können unvorhergesehene politische oder wirtschaftliche Ereignisse sich ebenfalls auf die Devisenkurse auswirken.

Was sind Chancen und Vorteile der Fremdwährungsanleihen?

Neben den genannten Risiken und Nachteilen gibt es bei Fremdwährungsanleihen auf der anderen Seite einige Vorteile und Chancen. Das sind im Überblick:

  • Höhere Zinsen im Ausland und somit höhere Rendite
  • Währungsgewinne möglich
  • Risikostreuung im Währungsbereich
  • Einfacher Handel über die Börse
  • Größere Auswahl am Markt
  • Dreifach-Erträge möglich: Zinsen sowie Kurs- und Währungsgewinn

Tendenziell haben die Emittenten von Fremdwährungsanleihen öfter eine etwas schlechtere Bonität, als es bei europäischen Herausgebern der Fall ist, die Rentenpapiere in Euro emittieren. Das wiederum führt dazu, dass die Zinsen bei einer Währungsanleihe häufiger höher als im Euroland sind.

Die wesentliche Chance sehen Anleger bei einer Fremdwährungsanleihe in der zusätzlichen Rendite, die durch einen Währungsgewinn erzielt werden kann. Vorteilhaft ist ebenfalls, dass Sie die Währungsanleihe jederzeit an der Börse kaufen und verkaufen können.

Müssen die Gewinne bei Fremdwährungsanleihen versteuert werden?

Wenn Sie in Fremdwährungsanleihen investieren, sind mehrere Arten von Gewinnen möglich. Sie erzielen Zinsen, haben eventuelle Kursgewinne bei einem vorzeitigen Verkauf der Anleihe und vereinnahmen mitunter Währungsgewinne. Unabhängig davon, um welche Art von Ertrag es sich handelt, müssen Sie alle Einnahmen aus dem Investment versteuert. Es greift die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent.

Für wen eignen sich Fremdwährungsanleihen?

Fremdwährungsanleihen sind vor allem für langfristig orientierte Anleger geeignet. Aufgrund des zusätzlichen Risikos, dass sich der Wert der fremden Währung unvorteilhaft entwickeln könnte, weisen die Rentenpapiere keine geringe Gefahr auf. Daher sind sie in erster Linie für ertrags- und chancenorientierte Anleger geeignet, nicht jedoch für Investoren, die sehr sicher investieren möchten.

Gibt es Alternativen zu Fremdwährungsanleihen?

Bei Fremdwährungsanleihen steht im Fokus, dass die Anleger von der möglichst positiven Entwicklung einer fremden Währung profitieren möchten. Vor diesem Hintergrund gibt es einige Alternativen am Markt, bei denen ebenfalls das Verhältnis des Euro zu einer fremden Währung eine Rolle spielt:

  • Forex-Trading (Devisenhandel): In dem Fall handeln Sie direkt mit ausländischen Währungen, um von deren Wertentwicklung zu profitieren. Das Forex-Trading ist noch einmal deutlich riskanter, als wenn Sie sich für Fremdwährungsanleihen entscheiden.
  • Fremdwährungskonten: Sie legen Ihr Geld in dem Fall zum Beispiel auf einem Festgeldkonto an, welches in Dollar, Schweizer Franken oder in einer anderen Währung geführt wird.
  • Fremdwährungsanleihen-ETFs: Diese Alternative bietet eine breite Streuung. Denn Sie müssen sich bei Fremdwährungsanleihen-ETFs nicht für einzelne Rentenpapiere entscheiden, sondern kaufen Anteile an einem Indexfonds, der seinerseits in eine Reihe unterschiedlicher Fremdwährungsanleihen investiert.
  • Aktien aus dem Ausland: Eine weitere Variante sind ausländische Aktien, wenn diese in einer fremden Währung notiert werden. Auch dann profitieren Sie von einer positiven Entwicklung des Wechselkurses gegenüber dem Euro.

5 Tipps: Erfolgreich in Fremdwährungsanleihen investieren

Am Ende unseres Beitrages geben wir Ihnen gerne einige Tipps, worauf Sie bei einem Investment in Fremdwährungsanleihen achten können.

Tipp 1: Schauen Sie sich den Emittenten sehr genau an! Da es bei Fremdwährungsanleihen ein nicht unerhebliches Emittentenrisiko gibt, sollten Sie sich den Herausgeber des Wertpapiers genauer betrachten. Das funktioniert am besten, wenn Sie sich das Rating anschauen, welches die Rating-Agenturen wie Standard & Poor’s oder Moody’s veröffentlichen.

Tipp 2: Betrachten Sie sich die Entwicklung der Wechselkurse in der Vergangenheit. Ein Blick auf die Kurse in der Vergangenheit kann manchmal einen Hinweis darüber geben, in welche Richtung die Wechselkurse längerfristig tendieren.

Tipp 3: Konzentrieren Sie sich auf sogenannte Weltwährungen. Wenn Ihr Investment in Fremdwährungen keinen überdurchschnittlich spekulativen Charakter haben soll, konzentrieren Sie sich auf die sogenannten Weltwährungen. Diese gelten als relativ stabil. Das bedeutet, dass die Fremdwährungsanleihen sich entweder auf den amerikanischen Dollar, den Yen, das britische Pfund oder den Schweizer Franken beziehen.

Tipp 4: Nutzen Sie Fremdwährungsanleihen nur als Portfoliobeimischung. Experten raten dazu, dass Sie Fremdwährungsanleihen ausschließlich zur Portfoliobeimischung nutzen. Das bedeutet, dass Sie am besten nicht mehr als 10 bis 15 Prozent Ihres gesamten Kapitals in diese Gattung von Rentenpapieren investieren.

Tipp 5: Ziehen Sie eine Alternative in Betracht. Sie haben neben einer Fremdwährungsanleihe am Markt noch andere Möglichkeiten, von einer positiven Entwicklung der Wechselkurse zu profitieren. Die Anlage auf einem Fremdwährungsskonto ist eine Option, genauso wie das Forex-Trading und sogenannte Fremdwährungsanleihen-ETFs.