Facebook: Lieber Aktionär als Kunde

Wachstum ist nicht alles? Das mag für manche Branchen stimmen. In anderen Branchen ist Wachstum überlebensnotwendig.

Als vor einigen Wochen Facebook nicht erreichbar war, überschlugen sich die großen Nachrichten-Portale wie Spiegel Online oder auch Bild.de mit Eilmeldungen.

Dass der Ausfall einer Internet-Community für nur kurze Zeit einmal so hohe Wellen schlagen würde, konnte sich vor einigen Jahren noch niemand vorstellen. Doch dann begann das Wachstum von Facebook.

Facebook wurde 2004 als erstes soziales Netzwerk gegründet und sollte anfangs nur die Studenten der Harvard University vernetzen.

Mittlerweile sind über 1 Mrd. Nutzer registriert. Facebook finanziert sich ausschließlich über Werbeeinnahmen und Bezahldienste.

Mittlerweile gehört Facebook zu den meist besuchten Websites weltweit. Mit den Übernahmen von WhatsApp und dem Fotodienst Instagram wurde das eigene Produkt-Portfolio ordentlich aufgewertet.

Was macht Facebook mit unseren Daten?

Facebook ist eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen der Welt. Das war auch im 1. Halbjahr so. Der Umsatz stieg um 40,2% auf 7,6 Mrd $.

Zudem hat das soziale Netzwerk den Internetriesen Google vom Thron gestoßen. Es ging um den Platz als wichtigster Traffic-Lieferant für US-Medien.

Google hat fast seit Beginn des Internets diese Liste angeführt. Jetzt hat Facebook die Suchmaschine überholt. Und es geht immer weiter. Eine Verlangsamung des Wachstums ist nicht in Sicht.

Dabei setzt Facebook auf organisches Wachstum. Deshalb kann sich auch der Gewinn sehen lassen. Dieser stieg um 16,5% auf 0,92 $ pro Aktie.

Trotz gravierender Bedenken in Sachen Datenschutz nimmt die weltweite Nutzerzahl von sozialen Netzwerken immer weiter zu. Facebook führt diesen Nischenmarkt praktisch ohne ernstzunehmende Konkurrenz an.

Dabei kann Facebook dem Markt seine eigenen Regeln diktieren; völlig gleichgültig, ob es dabei um Werbung oder um Datenschutz geht. Die Einnahmen aus Werbung sind die wichtigste Einnahmequelle des Konzerns.

Über das Geschäft mit Daten ist wenig bekannt. Der Konzern hält sich zu dem Thema sehr bedeckt. Es ist nur bekannt, dass Facebook die Daten nutzt, um seine eigenen Geschäfts-Aktivitäten zu verbessern.

Wachstum statt Dividende

Dabei steht Wachstum immer an erster Stelle. Durch Zukäufe verschiedener kleiner App-Anbieter für Smartphones und Tablets wächst Facebook immer weiter.

Weitere Marktpotenziale warten in den Schwellenländern. Auf Sicht von 6 bis 12 Monaten erwarten wir eine überdurchschnittliche Kursentwicklung.

Zwar bietet Facebook keine Dividende, doch gefällt uns, wie sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren positioniert hat.

Ob Facebook in absehbarer Zeit eine Dividende zahlt, ist unwahrscheinlich. Zu wichtig ist es für das Unternehmen, das Wachstum von morgen zu sichern.

7. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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