Goldpreis

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Goldpreis

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gold© Image Wizard/Shutterstock
Kurzprofil

Wissenswertes zum Goldpreis


Notierung: Primär in US-Dollar
Maßeinheit: 1 Feinunze = 31,1034768 Gramm
Wichtigste Handelsplätze: NYMEX (New York), TOCOM (Tokyo), CBOT (Chicago)
Menge geschürftes Gold: 193.472,4 Tonnen seit Anbeginn (Hochrechnung, Stand Ende 2018)
Visualisierung: Als Würfel, Kantenlänge: 21,5 Meter (Stand Ende 2018)
Einflussfaktoren: Weltpolitik, Dollarkurs, Zinssätze, Inflation, Rohstoffpreise
Gold Unze (USD)
1.466,65
+3,75+0,26 %
  • ISIN: XC0009655157
  • WKN: 965515
Chart
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Kurs (Daten der Börse Stuttgart)
Letzter1466,65
Zeitpunkt14.11.2019 00:00
Tief1466,65
Hoch1466,65
Eröffnung1467,65

Kein anderes Edelmetall auf der Welt fasziniert die Menschen so sehr wie Gold. Ob in der Form von Goldbarren, Goldmünzen als tatsächlicher Rohstoff in Gramm bzw. Unzen gemessen oder via Zertifikat: Um das seltene Metall führt kein Weg vorbei. So wird seit Jahrzehnten schon die Empfehlung ausgesprochen, dass jedes Investment-Portfolio eine Beimischung von Gold beinhalten sollte. In diesem Zusammenhang spielt der Goldpreis eine maßgebliche Rolle. Er determiniert den Erfolg dieser Beimischung und kann sowohl als Renditetreiber und als Hedge eingesetzt werden.

Der Goldpreis wird als Marktpreis ermittelt. Per Definition in der Volkswirtschaftslehre ist dies der Preis, der von Marktteilnehmern zu einem festgesetzten Zeitpunkt auf einem Markt erzielt werden kann. Gehandelt wird das Edelmetall an den weltweiten Rohstoffbörsen. Basis für die Preisentwicklung ist – wie üblich – Angebot und Nachfrage. Aufgrund der marktbeherrschenden Rolle der amerikanischen Rohstoffbörsen hat es sich etabliert, dass die Kurse in US-Dollar notiert werden. Als Maßeinheit gilt nicht Gramm oder Kilo, sondern eine Feinunze Gold.

Obwohl Gold für die Schmuckherstellung, Technik und Medizin eingesetzt wird, hat der Goldpreis auf diese Branchen geringen Einfluss. Schätzungen gehen davon aus, dass 3 % der jährlichen Goldmenge zu Zahlungsmittel (Goldbarren bzw. Goldmünzen) verarbeitet werden. Trotzdem spielt der Goldpreis insbesondere bei der Wertanlage eine wichtige Rolle.

Marktmechanismen: Welche Faktoren beeinflussen den Goldpreis?

Der Wert von Gold richtet sich grundsätzlich nach verschiedenen Angebots- und Nachfragefaktoren. Hier gibt es unterschiedliche Korrelationen, die verschieden ausgeprägt sind.

Die Nachfrage beispielsweise wird von folgenden Bereichen bestimmt:

  • Inflation
  • Zentralbanken
  • Investment-Nachfrage
  • Technologische Anwendungen
  • Schmuckindustrie

Auf der Angebotsseite gibt es die folgenden Faktoren:

  • Goldförderung
  • Gold-Recycling

Die hier genannten Faktoren beeinflussen auf der einen Seite das zur Verfügung stehende Angebot und auf der anderen Seite die Nachfrage. Das Angebot korreliert dabei stark mit dem Goldpreis. Da die unterschiedlichen Mittel der Goldförderung mit teilweise hohen Kosten verbunden sind, steigt die Förderung, wenn die Vergütung vorteilhafter scheint. Zieht die Nachfrage nicht mit, so wird der Goldpreis sinken. Eine gesteigerte Nachfrage sorgt dann wieder für einen größeren Bedarf, steigende Preise und eine erhöhte Goldförderung. Der Goldpreis wird daher oft mit der sogenannten Stack-to-Flow-Ratio in Verbindung gebracht.

Goldpreis Einflussfaktoren

Angebotsfaktoren unter der Lupe

Durch die fortschreitende Technologisierung verbessert sich die Quote der Goldgewinnung kontinuierlich. Neue Techniken erhöhen die Goldgewinnungsrate, die Kosteneffizienz wird gesteigert. Auch durch das Gold-Recycling wird das Angebot des Edelmetalls vergrößert. Die Rückgewinnungstechniken werden auch hier immer effizienter. Wächst zu diesem Thema noch das Bewusstsein, bleibt langfristig mehr Gold für die Nachfrage erhalten. Die Menge an verfügbarem Gold könnte durch weitere Unternehmungen, z. B. Asteroiden-Mining, zukünftig massiv vergrößert werden. Im Ergebnis wäre mit einer Inflation des Goldpreises zu rechnen.

Eine Verknappung des Angebots durch Naturkatastrophen, Unfälle oder Raub könnte die gegenteiligen Effekte auf den Goldkurs haben.

Korrelationen der Nachfrage nach dem Edelmetall

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass eine zunehmende Inflation die Nachfrage nach Gold massiv steigern kann. Anleger sind in so einem Fall auf der Suche nach einem „sicheren Hafen” für ihre Anlagen. Gold erfüllt diesen Zweck als Wertspeicher. Auch politische Entwicklungen, z. B. im Jahre 2019 der anhaltende Handelskrieg zwischen China und den USA, erhöhen die Nachfrage von Investoren. Obwohl der Verbrauch der Technik bzw. der Schmuckverarbeitung nicht steigt, kann der Goldpreis so auf einen Höhenflug geschickt werden.

Die Rolle der Zentralbanken und die Geldpolitik dieser Institutionen verändert ebenfalls den Kurs der Rohstoffe, allen voran von Silber und Gold. Wer sein Geld in einen Rohstoff anlegt, kann in derselben Zeit mit dem Investment keine Zinsen erzielen. Je höher der Leitzins der Zentralbanken ausfällt, umso profitabler kann es für Anleger sein, in andere Investments stattdessen einzuzahlen.

Vorsicht
Auch wenn einige Korrelationen offenkundig aussehen, so hat der Goldpreis in der Vergangenheit oftmals anders reagiert, als prognostiziert. Ebenfalls Vorsicht ist geboten bei einer Rezession: Wenn die Märkte kollabieren, wird auch Liquidität aus dem Rohstoff-Markt abgezogen! Gold ist daher bei Weitem immer ein „sicherer Hafen”!

Wie kommt der Goldpreis zustande?

Das nachgefragteste Edelmetall der Welt ist nach wie vor Gold. Entsprechend des aktiven Handelns ändert sich der Goldkurs ständig. Um zu verstehen, wie der Goldkurs tatsächlich ermittelt wird, muss vorab verstanden werden, wie er sich zusammensetzt. Darüber hinaus gibt es verschiedene Goldkurse, die unterschiedlich angewandt werden.

Die Maßeinheit Feinunze: Eine Erklärung

Die Maßeinheit Feinunze hat sich allgemein an den internationalen Rohstoffbörsen für Gold etabliert. Dementsprechend wird der Goldpreis immer in Preis je Feinunze notiert.

Auch wenn die Unze in unseren Breitengraden weniger bekannt ist, handelt es sich grundsätzlich um eine gebräuchliche Maßeinheit für Edelmetalle wie Gold, Platin oder Silber. Eine Unze (oz) bringt 28,349523125 Gramm auf die Waage, eine Feinunze (oz tr) beträgt 31,1034768 Gramm.

Mit der Begrifflichkeit der Feinunze wird jedoch nicht nur das Gewicht festgelegt, der Reinheitsgrad des Metalls wird ebenfalls abgedeckt. Die Bezeichnung Feinunze Gold beinhaltet demnach 31,1034768 Gramm Gold mit einer Reinheit von 999,9.

Die Notation der Feinheit des Edelmetalls erfolgt in Promille, also in tausend Teilen des betrachteten Gesamtgewichts. Es ist hier üblich, dass der Feingehalt aufgeprägt wird. Entsprechende Prägungen sind nicht nur auf Zahlungsmittel wie Goldmünzen, sondern auch bei Schmuckstücken angegeben.

Kurs der Feinunze Gold: Wie der Goldpreis zustande kommt

Primär das Angebot und die Nachfrage wirken sich auf den Goldpreis aus. Zum Handel von physischem Gold wird der sogenannte Spotpreis genutzt. Basis für diesen Goldkurs bieten aktuelle Zahlen des Großhandels.

Als Durchschnittswert verarbeitet der Spotpreis verschiedene Informationen: den Kurs, zu dem der letzte Goldhandel getätigt wurde, den günstigsten Preis, zu dem die Feinunze Gold auf dem Markt verfügbar ist und den Kurs, den der Höchstbietende bereit ist zu zahlen. Erwähnenswert ist die Tatsache, dass der Spotpreis nicht von einer offiziellen Institution erstellt wird. Stattdessen gilt der Spotpreis als ein Durchschnittswert, der die tagesaktuellen Goldgeschäfte der wichtigsten Handelsplätze abbildet.

Was ist das London Gold Fixing?

Ebenfalls wird der Kurs des sogenannten London Gold Fixing genutzt. Für diesen Goldkurs werden fünf Vertreter großer Banken berufen, die den jeweiligen Goldpreis aushandeln. Die Idee hinter diesem Kurs ist ein Gleichgewicht, welches zwischen dem Angebot und der Nachfrage gebildet werden soll. Das London Gold Fixing wird werktags in der britischen Hauptstadt durchgeführt. Von Montag bis Freitag kommen die fünf Vertreter zweimal täglich zusammen. Das Ergebnis, auch Gold Fixing genannt, wird vor allem für den Broker-Handel eingesetzt.

Zudem gibt es auch Goldkurse für Termingeschäfte. Kleinanleger müssen beachten, dass sich der Preis je Feinunze, zu dem sie Gold kaufen oder verkaufen können, meistens von den Großhandelspreisen, die in den Goldcharts abgebildet werden, unterscheidet.

Steuern die Zentralbanken den Goldpreis?

Bei den Marktmechanismen für den Goldpreis wurden die Zentralbanken bereits als ein Faktor aufgelistet. Die Aufgabe dieser Institutionen liegt primär in der Währungsstabilität. Wie können diese dann den Goldpreis auf dem Chart beeinflussen? Bevor diese Frage beantwortet wird, gilt es das Interesse der Zentralbanken zu verstehen.

Gold hat nach wie vor den Ruf ein „sicherer Hafen” zu sein, wenn Währungen schwächeln, eine Inflation droht oder sich gar Bankenzusammenbrüche bzw. Wirtschaftskrisen abzeichnen. Wenn Gold also nicht steigt, wirken Währungen vertrauenserweckender. Die Inflationserwartung wird gemindert, wenn der bekannteste Indikator für die Preisentwicklung keine Warnzeichen von sich gibt.

Es liegt also im Interesse der Zentralbanken, dass Gold nicht bzw. nicht unkontrolliert steigt. Das gilt vor allem bei Finanzmarktkrisen. Es stabilisiert die Märkte, wenn Gold schwach ist. Gold wird so als Krisen-Investment uninteressant, die Gelder strömen in die verbleibenden Anlageklassen, vor allem in Staatsanleihen. Anschließend fließen sie auch wieder schneller in die Aktienmärkte zurück.

Umgekehrt stelle man sich vor, der Goldpreis würde in Zeiten von Unsicherheit stark steigen. Das würde suggerieren, es gäbe größere, unkontrollierbare Probleme. Dies könnte die Panikstimmung an den Märkten verstärken. Die Zentralbanken haben also genügend Gründe, sich gerade in schwierigen Marktphasen einen fallenden Goldpreis zu wünschen.

Instrumente der Goldpolitik der Zentralbanken

Primär setzen die großen Währungshüter auf eine Kombination von drei wirkungsvollen Instrumenten. Mit diesen Vorgehensweisen können sie Einfluss auf den Goldpreis nehmen.

Die Instrumente der Zentralbanken:

  1. Direkte Verkäufe von Gold
  2. Goldleihe
  3. Interventionen über den Terminmarkt

Der direkte Goldverkauf

Der Verkauf von physischem Gold ist das logischste Mittel, um den Goldpreis zu senken. Und dies wird von den Zentralbanken aktiv durchgeführt. So wurden in den letzten Jahrzehnten jährlich über 600 Tonnen Gold aus den eigenen Beständen der Zentralbanken verkauft. Der aktuelle Jahresverbrauch des Rohstoffs wird mit etwa 2.400 Tonnen geschätzt.

Bei Betrachtung der Relation zwischen der verkauften Menge Gold und dem Jahresverbrauch wird schnell klar, dass diese Verkäufe große Einflüsse auf den Goldpreis haben.

Die Maßnahme der Goldleihe erklärt

Unter dem Instrument der Goldleihe werden zwei Varianten verstanden: Sowohl die Goldleihe an Minen als auch sogenannte Gold-Carry-Trades werden durchgeführt.

Wie der Name es bereits vermuten lässt, wird bei der Goldleihe an Minen physisches Gold der Zentralbanken direkt an die Goldminen verliehen. Analog zur Beschaffung eines regulären Kredits sind Banken involviert, die für ihre Vermittlung eine Provision erhalten. Denn die Banken sind es, die das geliehene Gold der Minen dann am Markt verkaufen.

Das eigentliche Ziel des Vorgehens ist das Erzielen eines Erlöses. Mit diesem werden Investitionen in die Förderanlagen vorgenommen, wodurch die Goldförderung bzw. -gewinnung effizienter wird. Die Goldschuld bei der Zentralbank wird auf diesem Wege wieder beglichen.

Der sogenannte Gold-Carry-Trade hingegen wird direkt durch Privatbanken durchgeführt. Diese leiht sich eine gewisse Menge Gold von der Zentralbank und veräußert dieses dann am Markt. Der hier erzielte Erlös wird dann höherverzinst angelegt als der Zinsbetrag, den die Zentralbanken für die Goldleihe fordern. An einem bestimmten Stichtag wird das Gold dann an die Zentralbank zurückgeliefert.

Wer solch einen Handel durchführt, ist vor allem an einem fallenden Goldpreis interessiert. Denn die Banken müssen das Gold zu einem bestimmten Stichtag ja zurückkaufen und physisch wieder ausliefern. Fällt bis dahin der Goldpreis, steigt die Marge. Da so das Angebot des Edelmetalls auf dem Markt steigt, wird der Preis gedrückt.

Einflussnahme über den Terminmarkt

Weitere Interventionen erfolgen über den Terminmarkt. Dabei ist der klassische Terminmarkt eine feste Vereinbarung über eine künftige Warenlieferung zu einem bestimmten Preis.

Nun ist es am Terminmarkt möglich und auch üblich, den Vertrag selbst weiter zu veräußern. So kann man an der zwischenzeitlichen Preisentwicklung teilhaben, ohne die Ware physisch zu bewegen.

Der Goldpreis fällt in der Börse besonders oft während der Handelszeit des wichtigsten Terminmarkts, der New York Comex (heute Teil der CME Gruppe). Die Preisrückgänge erfolgen dabei oft schockartig. Was ist der Zweck dieser Interventionen?

Gold ist vor allem ein Anlagemetall und Anlageentscheidungen sind sehr stark von der Preisentwicklung abhängig. Das gilt vor allem für Gold, das keine laufenden Erträge wie Dividenden oder Zinsen abwirft. Gold als Anlage wird nur gehalten, weil man von einem steigenden Preis ausgeht.

Somit wird Gold als Anlage weniger interessant, wenn sein Wert fällt. Und genau darauf zielen die Interventionen der Zentralbanken über den Terminmarkt. Indem der Goldkurs plötzlich und massiv fällt, werden Investoren zu Verkäufen veranlasst und Interessenten abgeschreckt.

Damit werden die schockartigen Verkäufe über den Terminmarkt eine dritte wichtige Säule der Interventionen am Goldmarkt, neben den Verkäufen und der Goldleihe.

Was bedeutet ein Goldverbot? Kann Goldbesitz verboten werden?

In der Vergangenheit hat es immer wieder Zeiten gegeben, in denen Staaten den privaten Handel und Goldbesitz untersagt haben. Dieses Mittel wird in der Regel dann eingesetzt, wenn sich der Staat mit einer heftigen Währungskrise konfrontiert sieht. Entsprechende Maßnahmen gab es auch in der jüngeren Vergangenheit. Nennenswert sind hier beispielsweise die Weimarer Republik 1923, die Vereinigten Staaten von Amerika im Jahre 1933 oder Frankreich im Jahre 1936.

Ein Goldverbot hat für die Bevölkerung immer weitreichende Folgen. So werden die Menschen aufgefordert, ihre privaten Goldreserven an staatlichen Annahmestellen abzugeben und gegen die staatliche Währung einzutauschen. Da aber viele Privatpersonen ihren Goldreserven nicht deklarieren und das Verbot einfach ignorieren, haben diese staatlichen Eingriffe wenig Nutzen gebracht.

Wird der Goldpreis durch die US-Notenbank manipuliert?

Die amerikanische Notenbank FED steht in der Kritik, Einfluss auf den Goldpreis zu nehmen. Sie hält Berichten zufolge die größten öffentlichen Goldreserven. Durch ihre Rolle als oberste Währungshüter hat die FED das primäre Interesse der Währungsstabilität vom US-Dollar. Ein steigender Goldpreis lässt den US-Dollar schwächer erscheinen und eine anbahnende Inflation erkennen. Auf der anderen Seite zeugt ein niedriger Goldpreis von einer starken Währung und macht Staatsanleihen interessanter.

Manche Kritiker sprechen von einem Goldkartell aus IWF, FED, der US-Regierung sowie einiger großen Handelsbanken, die systematisch die Goldpreise manipulieren sollen. Entsprechende Beeinflussungen wurden zumindest für den Silberpreis bereits festgestellt.

Historische Entwicklung des Goldpreises

Gold gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Geldanlagen. Das liegt vor allem daran, dass es als krisensicher und langfristig lohnend gilt. Als Kleinanleger sollte man jedoch beachten, dass sich Gold als kurzfristiges Investment nicht immer lohnt. Die Goldpreisentwicklung konnte seit der Jahrtausendwende zwar immer wieder Rekorde verzeichnen, doch ein Blick in die Vergangenheit zeichnet teilweise ein anderes Bild.

Überblick: Gold von der Antike bis in die Neuzeit

Die ersten richtigen Goldmünzen, auch Kurantmünzen genannt, wurden vom lydischen König Krösus um das Jahr 560 vor Christus ausgegeben. Im antiken Ägypten um das Jahr 300 vor Christus hatte Gold in Münzform bereits eine Zahlungs- bzw. Tauschfunktion inne. Es dauerte aber noch, bis sich das Münzgeld wirklich durchsetzte.

Das Römische Reich setzte stark auf die Prägung, die ersten Goldmünzen wurden etwa 225 vor Christus hergestellt. Mit dem Aureus setzten die Römer ab dem Jahre 27 vor Christus auf eine optimierte Kurantmünze. Doch offizielles Zahlungsmittel waren primär die Silbermünzen, die inflationär geprägt wurden. Als Folge der Inflation führte Kaiser Konstantin der Große um das Jahr 310 nach Christus eine stabile Goldwährung ein, den sogenannten Solidus.

Während im Mittelalter erst noch bis zum 12. Jahrhundert der Solidus relevant blieb, setzte sich dann Geld als Tauschmittel durch; die Goldmünzen wurden als Wertspeicher genutzt. Durch Kreuzzüge und Fernhandel bedingt, gewann Gold zeitweise wieder an Bedeutung als Zahlungsmittel. Dies lag darin begründet, dass der Goldpreis im Verhältnis zum Silber betrachtet wurde. Durch günstige Goldkäufe in Afrika (Wechselkurs 1:8) und vorteilhafte Verkäufe in Europa (Wechselkurs 1:10) gab es erste Spekulationen auf den Goldpreis.

Im folgenden Mittelalter fand eine Dauerdeflation aufgrund eines größeren Bedarfs statt; Gold wurde gehortet anstatt als Zahlungsmittel eingesetzt. Mit der Entdeckung Amerikas setzte dann eine Inflation ein, da das Angebot an Gold die Nachfrage überstieg und Goldmünzen mit weniger Aufwand hergestellt werden konnten. Im siebenjährigen Krieg (1756-1763) kam das Phänomen der Münzverschlechterung hinzu, welches den Goldpreis erhöhte.

In Großbritannien gab es ab dem Jahre 1717 bereits eine Goldparität, welche im Jahre 1774 durch den Goldstandard abgelöst wurde.

Die Auswirkungen des Goldstandards auf den Goldpreis

Um das Jahr 1870 hat sich der Goldstandard weltweit durchgesetzt. Dieser beschreibt eine Währungsordnung, bei der entweder die Währung aus Gold besteht (Goldmünzen) oder aus herkömmlichen Banknoten, die einen Anspruch auf das Edelmetall repräsentieren und jederzeit darin umgetauscht werden können. Durch die Goldparität ergab es feste Wechselkurse, die je nach Goldgehalt und Reinheit variierten.

Bedingt durch den Sezessionskrieg führt zwischenzeitlich der de facto Goldstandard der USA zu wahren Preisexplosionen. Inflationsbereinigt musste damals für eine Feinunze bereits etwa 930 US-$ gezahlt werden. Die Goldparität setzte nach Beendigung der Unabhängigkeitskriege wieder ein. Auch versuchte Manipulationen des Goldpreises führten zu Höhenflügen und einer kleinen Wirtschaftskrise.

Der Goldpreis in der Zwischenkriegszeit des 20. Jahrhunderts

Nach dem Ende des ersten Weltkrieges hoben die meisten Staaten die Pflicht zur Einlösung auf. Erstmals sorgten die Zentralbanken durch Eingriffe für Stabilisierung des Goldpreises. Das System des Goldstandards brach daraufhin zusammen, die Goldparität führte teilweise zu drastischen Über- und Unterbewertungen der Währungen.

Auch andere Folgen des ersten Weltkrieges wie die Reparationszahlungen sorgten für eine Destabilisierung. Um die Reparationszahlungen begleichen zu können, löste sich Deutschland vom goldgedeckten Geld. Eine Hyperinflation war die Folge, wodurch der Bedarf nach Gold als sicherer Hafen massiv anstieg. Bis zu einer Billionen Papiermark mussten im Höhepunkt der Inflationsphase für eine Unze Gold entrichtet werden.

Mit dem sogenannten schwarzen Donnerstag begann im Jahre 1929 die Weltwirtschaftskrise. Durch die Goldbindung konnte die US-amerikanische Notenbank (FED) nicht mit dem Druck neuer Dollarnoten gegensteuern: Arbeitslosigkeit und ein Rückgang des Preisniveaus folgten. Der Goldpreis wurde anschließend auf 35 US-$ erhöht, was Stabilisierungsmöglichkeiten eröffnete.

Das Bretton-Woods-System & der Goldpreis

Benannt nach einem Ort im US-Bundesstaat New Hampshire, Bretton Woods, wurde sich im Jahre 1944 bei einer Konferenz in diesem Ort auf ein internationales, goldgedecktes US-Dollar basierendes Währungssystem geeinigt. Der sogenannte Gold-Dollar-Standard mit einem fixen Goldpreis von 35 US-$ pro Feinunze Gold war geboren.

Als Folge dieser Notierung konnte für den Welthandel ein System mit festen Wechselkursen etabliert werden.

Doch das System hatte einen maßgeblichen Konstruktionsfehler, denn die Menge an Gold ist begrenzt. Doch die Weltwirtschaft benötigt mehr Liquidität; eine Ausschüttung weiterer US-Dollar war ohne Deckung aber nicht möglich. Im Jahre 1969 wurde daher die Einführung von sogenannten SZR (Sonderziehungsrechte), einer künstlichen Währung, genehmigt. Umgangssprachlich war auch vom Papiergold die Rede. Der Wert entsprach erstmal dem des physischen Edelmetalls.

Das System war zu diesem Zeitpunkt aber bereits gescheitert, da die USA mehr US-Dollar im Umlauf gebracht hatten, als sie hätten zurückbezahlen konnten. Der US-Dollar konnte nicht mehr als Leitwährung fungieren. Richard Nixon erklärte daraufhin im Jahre 1971 die Aufhebung der Möglichkeit US-Dollar in Gold umzutauschen.

Der Goldpreis zum Ende des 20. Jahrhunderts

1972 musste für eine Feinunze Gold zum ersten Mal seit über 100 Jahren wieder mehr als 50 US-$ gezahlt werden. Im weiteren Verlauf dieses Jahrzehnts setzte eine wahre Rally ein. 1973 wurde bereits die 100-US-$-Marke geknackt, 1979 die Marke von 500 US-$. Im Januar 1980 kostete die Feinunze bis zu 873 US-$ – dieser Höchststand wurde erst viele Jahre später wieder erreicht.

Statt den starken Aufwärtstrend fortzusetzen, sank der Goldpreis bis Mitte 1982 auf rund 290 US-$. Unter anderem lag diese Entwicklung an einer erstarkenden US-Wirtschaft und an der Tatsache, dass die zuvor starke Inflation in den USA sich abschwächte. Anleger wichen also nicht mehr auf das krisensichere Edelmetall aus. Einen Tiefstand erreichte der Goldpreis 1999, als er bei rund 252 US-$ pro Feinunze lag.

Der Goldpreis in der Gegenwart

Die Finanzkrise ab 2007 und die Staatsschuldenkrise im Euroraum ab 2009 verunsicherten viele Anleger. Vermehrt wurde Geld aus Wertpapieren abgezogen und in das vermeintlich krisensichere Gold investiert. Diese Nachfrage hatte zur Folge, dass eine Feinunze Gold im April 2011 erstmals mehr als 1.500 US-$ kostete. Das Allzeithoch von rund 1920 US-$ wurde im September 2011 erreicht.

Von diesem Höchststand sackte der Goldpreis kontinuierlich ab. Den Tiefststand erreichte das Edelmetall im Jahre 2015, hier notierte es zwischenzeitlich bei 1048,30 US-$. Auch hier waren die Gründe für den Abfall des Goldpreises, dass Anleger vermehrt in die starke Wirtschaft investierten.

Bis zum Jahre 2018 steigerte sich der Kurs allmählich, zum Jahresende 2018 notierte er bei 1280,75 US-$. Von einer großen Krise kann in diesem Jahr zwar nicht die Rede sein, dennoch waren die Börsen von extremer Unsicherheit überschattet. An den Aktienmärkten ging der Hausse, die seit der Finanzkrise andauerte, die Puste aus.

2019 steigt der Goldpreis auf mehr als 1.500 US-$. Gründe für dieses Wachstum sind die anhaltenden politischen Unsicherheiten sowie der Handelskrieg zwischen den USA und China sowie Europa.

Prognose zum Goldpreis

Im weiteren Verlauf von 2019 ist eine weitere Goldpreissteigerung möglich. Eine Rezession wirft ihre Schatten voraus, eine Abkühlung des Handelskriegs ist nicht in Sicht. Mit der Ankündigung der US-Notenbank FED, die Leitzinsen senken zu wollen, verlieren wieder vermehrt Investoren ihre Zuversicht in den US-Dollar.

Voraussetzungen für einen steigenden Goldpreis in der Zukunft

  • Realzinsen: Anleger investieren ihr Kapital in die renditestärksten Anlageformen. Wirft ein Investment in Aktien oder Staatsanleihen gute Rendite ab, wird eher hierein investiert. Da Gold einen Vermögenserhalt verspricht, aber keine Zinsen abwirft, schichten die meisten Investoren ihr Kapital um, wenn Realzinsen fallen.
  • Zentralbanken: Verlieren Anleger das Vertrauen in die Leitwährungen, intervenieren die Zentralbanken mit Gold Zu- und Verkäufen. So wird auf den Goldpreis Einfluss genommen. Dies bietet Anlagechancen.
  • Politische Unsicherheiten: Kriege, Krisen und politische Unsicherheiten lassen Anleger ebenfalls in vermeintlich krisensichere Anlageformen wie Gold umschichten.
  • EUR/USD Wechselkurs: So wie die meisten Rohstoffe wird historisch bedingt Gold auch in US-Dollar gehandelt. Steigt der Euro gegenüber der amerikanischen Währung, hat dies einen Einfluss auf den Goldpreis.

Den Goldpreis nutzen: Anlagemöglichkeiten in Gold

Experten empfehlen seit Jahren etwa 5 – 10 % des Portfolios mit Gold zu besetzt. Es gibt hierfür verschiedene Möglichkeiten, um in das Edelmetall zu investieren.

Anlagemöglichkeiten in Gold

  1. Physisches Gold: Seit der Antike wird Gold in Münz- und Barrenform gebracht. Auch heutzutage investieren viele Anleger noch in physisches Gold.
  2. Papiergold: Mit Papiergold sind Goldfonds oder Goldaktien gemeint. Zwar ist deren Erwerb günstiger als bei physischem Gold, doch sie sind weniger sicher. Auch bei Zertifikaten und sogar bei Gold-ETCs besteht ein gewisses Restrisiko.

Physisches Gold Vergleich: Goldmünzen oder Goldbarren kaufen?

Grundsätzlich kommen in beiden Fällen Aufschläge hinzu. Die aber hängen von der Größe und der Herstellung ab. Bei Münzen ist der Aufschlag höher, denn sie werden einzeln geprägt. Und, je geringer das anteilige Goldgewicht, desto höher ist er.

Bei 1/20 Unzen-Münzen beträgt der Aufschlag zum Goldpreis bis zu 20 %. Bei 1/10 Unzen-Münzen (ca. 3 g) sind es immer noch über 10 %. Der Goldpreis müsste somit entsprechend zulegen, um den Aufwand wettzumachen.

Barren hingegen sind einfacher herzustellen. Ab 100 Gramm werden sie nicht mehr gestanzt, sondern gegossen. Beim Kauf eines 100-Gramm-Barrens kommen lediglich 2 % Aufschlag hinzu. Damit ist der direkte Kauf von Goldbarren ungleich attraktiver. Zu kaufen gibt es Goldbarren bei Banken, Herstellern oder spezialisierten Goldhändlern.

Der Normalanleger jedoch dürfte sich eher für geringere Mengen interessieren. Interessant sind zum sogenannte Tafelbarren. Die gibt es in Größen von 50 und 100 Gramm. Hier lassen sich bei Bedarf 1-Gramm-Stückchen ohne Materialverlust herausbrechen. Zum anderen gibt es Lösungen wie die von Anbietern wie Bullion Vault oder GoldMoney. Der Anleger erwirbt keinen Einzelbarren, sondern nur einen Anteil von einem Standardbarren. Der wiederum bietet den Vorteil, dass der Aufschlag zum Goldpreis nur 1 % beträgt.

Der Aufschlag ist aber nicht das Einzige. Goldbarren müssen schließlich sicher gelagert werden.

Da dies unter dem eigenen Kopfkissen weniger empfehlenswert ist, sollte das beim Anbieter geschehen. Die Lagerkosten für eine Goldanlage von 10.000 € z. B. liegen zwischen ca. 60 € und 75 € pro Jahr.

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