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Bezugsrecht berechnen: Wie Altaktionäre entschädigt werden

Um die Berechnung ihres Bezugsrechts kommen Aktionäre oft nicht herum. Wenn Aktienunternehmen sich gezwungen sehen, ihre Kapitaldecke zu erhöhen, so machen sie das in der Form, dass sie neue Aktien ausgeben.

Weil sich damit aber der gesamte Wert aller bislang ausgegebenen Aktien auf mehr Wertpapiere verteilt, entsteht dem einzelnen Aktionär ein Kursverlust. Er hat dann also einen geringeren Besitzanteil am Unternehmen als vorher. Dies hat zudem Auswirkungen auf das Stimmrechtsverhältnis und die Dividendenanteile.

Vom Bezugskurs über den effektiven Kursverlust bis zum Bezugsrechtswert mit Dividendennach- oder -vorteil – all das lässt sich mit einer Formel berechnen.

Bezugsrecht kompensiert Kursverlust

Damit Altaktionäre nicht so einfach eine derartige Verwässerung, sprich Verschlechterung, hinnehmen müssen, sorgt das Aktiengesetz bei einer Kapitalerhöhung für einen Ausgleich. Werden junge Aktien ausgegeben, bekommen die Altaktionäre ein Bezugsrecht auf diese.

Damit können sie einen Wertverlust vermeiden. Zudem haben sie die Möglichkeit, ihren prozentualen Anteil am Unternehmen und somit ihr Stimmverhältnis zu wahren. Eine Kapitalerhöhung wird auf der Hauptversammlung (HV) beschlossen.

Dafür braucht der Vorstand die Zustimmung von mindestens ¾ der Aktionäre. Regulär sieht das so aus, dass das Unternehmen den Altaktionären innerhalb von 2 Wochen die jungen Aktien anbieten muss. Das ist die Bezugsrechtsfrist.


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Berechnung des Bezugsrechts ermittelt die Entschädigung

Das Bezugsrecht muss aber nicht zwangsläufig ausgeübt werden. Stattdessen gibt es auch die Möglichkeit, Bezugsrechte an der Börse zu verkaufen. Auch dies ist eine Form der Entschädigung.

Damit verzichtet man als Altaktionär aber auch auf die Wahrung seines Stimmrechtsverhältnisses. Rein theoretisch kann man sein Bezugsrecht auch verfallen lassen – doch wer will das schon.

Wer sein Bezugsrecht wahrnehmen oder verkaufen will, sollte natürlich wissen, wie viel dieses wert ist. Bei der Berechnung des Bezugsrechts spielt folgender Grundgedanke eine Rolle: Der Altaktionär erhält Aktien im Verhältnis zu seinem bisherigen Verhältnis am Grundkapital, und zwar zu einem festgelegten Bezugskurs.

Bezugsrecht: Berechnung des Verwässerungseffekts

Zur Berechnung des Bezugsrechts will ein Aktionär also zunächst wissen, wie hoch sein Verlust ist, der kompensiert werden soll. Angenommen, der Aktienkurs beträgt vor der Kapitalerhöhung 36 €. Danach werden die jungen Aktien verbilligt abgegeben, um einen Kaufanreiz zu schaffen, und zwar zum Kurs von 24 €.

Gleichzeitig braucht man zur Berechnung das Bezugsrechtsverhältnis. Wiederum angenommen, das Aktienunternehmen erhöht das Kapital von 50 auf 60 Mio. €. Dann sind das 10 Mio. € mehr.

Formel  

Das Bezugsverhältnis berechnen: Methode A

?
Bei einer Kapitalerhöhung werden die neuen Aktien zunächst den Altaktionären zum Kauf angeboten. Das Bezugsverhältnis gibt das Verhältnis an, zudem Altaktionäre ein Kaufrecht auf die jungen Aktien erhalten. Bei einem Bezugsverhältnis von 5 : 1 bekommt ein Altaktionär ein Bezugsrecht pro 5 Aktien.
$$\bo\text"Bezugsverhältnis" = \text"(Grundkapital)"↙\text"alt" / ( \text"Grundkapital"↙\text"neu" - \text"Grundkapital"↙\text"alt"\)$$
Ergebnis berechnen

Damit beträgt das Verhältnis zum alten Kapitalvolumen 5:1. Und somit erhält jeder Aktionär das Recht, für 5 alte Aktien eine junge Aktie zu erwerben.

Formel  

Den Verwässerungseffekt berechnen

?
Wenn ein Unternehmen eine Kapitalerhöhung durchführt, gibt es die jungen Aktien zu einem geringen Preis aus. Dadurch sinkt der Aktienkurs des Unternehmens. Diese Kurssenkung wird als Verwässerungseffekt bezeichnet. Um Altaktionäre davor zu schützen erhalten diese Bezugsrechte.
$$\bo\text"neuer Aktienkurs"↙\text"(Mischkurs)" = (\text"Bezugsverhältnis"*\text"Akteinkurs"↙\text"alt" +1*\text"Preis junge Aktie")/(\text"Bezugsverhältnis+1"\)$$
Ergebnis berechnen

Dann sieht die Berechnung so aus: (5*36) + (1*24) / (Bezugsverhätnis 5/1) + 1 = 34

Der neue Mischkurs beträgt somit 34 €. Der Mischkurs zeigt den Wertverlust, der entstanden ist. Statt vorher 36 € sind es nur noch 34 €.

Berechnung: Wert des Bezugsrechts

Die Differenz von 2 € ist der Wert des Bezugsrechts. Und das Bezugsrecht entschädigt für den Wertverlust. Die Berechnung des Bezugsrechtswerts selbst verläuft folgendermaßen:

Formel  

Den Wert eines Bezugsrecht berechnen

?
Möchte man als Aktionär nicht an der Kapitalerhöhung teilnehmen, kann man die Bezugsrechte der Aktien auch verkaufen. Mit dieser Formel bestimmen sie den rechnerischen Wert des Bezugsrechts.
$$\bo\text"Bezugsrechtswert" = (\text"Aktienkurs"↙\text"(alt)"-\text"Preis junge Aktie" )/ \text"(Bezugsverhältnis + 1)"$$
Ergebnis berechnen

(Alter Kurs 36 € – Neuer Kurs 24 €) / (Bezugsverhältnis 5/1) + 1 = 2

Für den Altaktionär sieht also nach der Kapitalerhöhung die Situation so aus: Der Aktienkurs beträgt statt 36 € nur noch 34 € Euro. Dafür jedoch kann er seine Bezugsrechte für 2 € je Stück über die Börse verkaufen.

Damit hat er dann seinen Verlust ausgeglichen. Alternativ könnte er aber auch sein Bezugsrecht wahrnehmen. Er kauft die jungen Aktien für 34 € anstatt für 24 € und fängt so den Wertverlust seiner bisherigen Aktien auf.

24. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.