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Expansive Geldpolitik: Ausweg aus der Rezession

Als expansive Geldpolitik bezeichnet man die geldpolitischen Maßnahmen einer Zentralbank.

Das geldpolitische Instrumentarium wird üblicherweise in 3 Grundkategorien eingeteilt:

  • Mindestreservepolitik
  • Zins- oder Fazilitätenpolitik und
  • Offenmarktpolitik

Das Ziel der expansiven Geldpolitik ist die Ausdehnung der Geldmenge oder des Geldangebotes zur Ankurbelung der Wirtschaft beispielsweise während einer Rezession.

Eine Verknappung der Geldmenge wird als restriktive Geldpolitik bezeichnet.

Expansive Geldpolitik: Erreichung wirtschaftspolitischer Ziele

Erhöht eine Zentralbank die Geldmenge bei den Geschäftsbanken, dann sind diese in der Lage, verstärkt Kredite zu vergeben.

Dem höheren Kreditangebot folgt in der Regel eine Senkung des Kreditzinses, wodurch sich die Kreditnachfrage deutlich erhöht.

Die kreditfinanzierten Ausgaben bei Konsum- und Investitionsgüter nehmen zu, was im Endeffekt Produktion und Beschäftigungsgrad verstärkt.

Somit ist die expansive Geldpolitik in erster Linie ein geldpolitisches Instrument, welches dann zum Einsatz kommt, wenn eine kurzfristige Stabilisierung von Konjunkturzyklen notwendig ist, um die Wirtschaft aus einer Rezession zu führen oder sie davor zu bewahren.

Die Kehrseite einer expansiven Geldpolitik hingegen ist das Ansteigen der Inflation.

Expansive Geldpolitik: Langfristig wirkungslos

Kurzfristig hat die expansive Geldpolitik eine reale und schnelle Wirkung auf die Produktion bzw. den Zinssatz einer Volkswirtschaft.

Mittel- und langfristig jedoch ist sie wirkungslos. Im Endeffekt kommt es nur zu einer Preisniveauerhöhung.

Solange nämlich die Produktion über ihrem natürlichen Niveau liegt, steigt das Preisniveau im Laufe der Zeit an, da die zusätzliche Produktion die Arbeitslosenquote sinken lässt und somit Löhne und Preise steigen.

Dies hat zur Folge, dass die reale Geldmenge immer weiter zurückgeht und der Zinssatz wieder ansteigt.

Investitionsnachfrage und Produktion gehen entsprechend zurück.

Mittel- und langfristig schlägt sich die Erhöhung der nominalen Geldmenge demnach vollständig in einem proportionalen Anstieg des Preisniveaus nieder.

Expansive Geldpolitik kann zum Problem werden

Erhöht die Zentralbank die Geldmenge weit über das festgesetzte Ziel hinaus, so kann eine expansive Geldpolitik allerdings auch das Gegenteil bewirken und zu einem echten Problem werden.

In diesem Fall wird dem Preisanstieg nämlich eine Zinssteigerung folgen, welche wiederum zu einer Steigerung des Nominalzinses führt.

Die Überhöhung der Geldmenge wirkt demnach sogar restriktiv.

Expansiven Geldpolitik vs. kontraktive Geldpolitik

Kontraktive Geldpolitik umfasst alle Maßnahmen einer Notenbank, welche die Menge des umlaufenden Geldes verringern.

Vor allen Dingen in Zeiten konjunktureller Überhitzung kann eine kontraktive Geldpolitik eine wirksame Maßnahme darstellen, um Inflationstendenzen einzudämmen.

Typischerweise erfolgt die kontraktive Geldpolitik über den Verkauf von Wertpapieren gegen Bargeld, wodurch der Wirtschaft Geld entzogen wird.

Grundsätzlich hat der Einzug des Bargeldes einer Volkswirtschaft Zinssteigerungen, Produktions- und Investitionsrückgang und eine Verlangsamung des Preisniveauanstieges zur Folge.

Expansive sowie restriktive geldpolitische Maßnahmen dienen der Regelung der Geldmenge.

Droht eine Rezession, dann ist eine expansive Geldpolitik der richtige Weg, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen.

5. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.