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Fremdfinanzierung: Vorteile und Nachteile für Unternehmen

Unternehmen können sich nicht immer ausschließlich durch Eigenkapital finanzieren. Eine Fremdfinanzierung, also Fremdkapital, das von außen z.B. durch Kredite einfließt, stellt für viele Unternehmen eine sinnvolle Lösung dar.

Die Vorteile einer zusätzlichen Fremdfinanzierung sind nicht von der Hand zu weisen: durch die erhöhte Liquidität können Unternehmen mehr investieren, höhere Gewinne einfahren und werden so auch immer interessanter für Anleger.

Der Schlüssel einer guten Fremdfinanzierung liegt jedoch in der Aushandlung guter Konditionen. Zu hohe Zinstilgungen machen den Gewinn wieder zunichte. Für Anleger kann die Fremdfinanzierung bei Unternehmen nicht pauschal als vorteilhaft oder nachteilig bewertet werden.

Fremdfinanzierung: Vorteile durch erhöhte Liquidität und Co.

Eine (teilweise) Fremdfinanzierung ist für viele Unternehmen sinnvoll und ratsam. Ein Beispiel: das mittelständische Software-Unternehmen XBase benötigt dringend neues Kapital für weitere Investitionen, möchte diese Neuerungen jedoch nicht über das Eigenkapital der Firma finanzieren. Externe Kapitalgeber (etwa eine Bank) können hier mit einem günstigen Kredit einspringen und der Firma frisches Kapital zuführen.

Das bringt für das Unternehmen XBase folgende Vorteile mit sich:

1. das Kreditinstitut besitzt kein Mitbestimmungsrecht bei XBase, sondern ist lediglich zur Bereitstellung des Kapitals von Belang.

2. Die erhöhte Liquidität des Unternehmens führt zu weiteren Investitionen, die Finanzspielräume von XBase werden größer.

3. Wurde die Fremdfinanzierung zu günstigen Konditionen abgeschlossen, kann zudem der Leverage-Effekt genutzt werden. Die Verschuldung wird dabei bewusst erhöht, um den Gewinn zu steigern. Die Erklärung: durch das erhöhte Kapital können höhere Renditen eingefahren werden.

4. Aufgrund der hohen Renditen steigt auch die Eigenkapitalrentabilität. Viele Anleger nutzen diese Kennzahl, um festzustellen, ob sich eine Investition rentiert oder nicht.

5. Die an den Kapitalgeber zu zahlenden Zinsen sind steuerlich als Betriebsausgaben absetzbar. Dem Unternehmen entsteht durch die Zinszahlung also kein Nachteil.

Nachteile durch Fremdfinanzierung

Doch auch die Nachteile dieser Finanzierungstechnik sollten nicht unterschätzt werden:

1. Der Fremdkapitalgeber wird immer versuchen, sein Risiko so gering wie möglich zu halten. So kann der Kapitalgeber auf gewisse Sicherheiten wie den Eintrag einer Grundschuld bestehen.

2. Auch müssen die vereinbarten Zinszahlungen regelmäßig geleistet werden, unabhängig davon, wie es bei dem Unternehmen finanziell aussieht. So eine Zinszahlung kann dann auch mal in eine eher wirtschaftlich schlechte Zeit fallen.

3. Das Kapital steht zudem lediglich befristet zur Verfügung, es muss also zu einem vorab bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt werden.

4. Auch wenn ein Fremdkapitalgeber mit seiner Finanzierung kein Mitentscheidungsrecht bekommt, bleibt die Unabhängigkeit eines Unternehmens durch eine Fremdfinanzierung nie gänzlich unangetastet.

Fremdfinanzierung kann durchaus sinnvoll sein

Ob eine Fremdfinanzierung für ein Unternehmen wirklich die richtige Entscheidung ist, hängt nicht zuletzt von den Zielen und Plänen eines Unternehmens ab. Denn durch die Fremdfinanzierung ergeben sich verschiedene Vor- und Nachteile.

Für Anleger ist eine Fremdfinanzierung nie ausschließlich positiv oder negativ zu bewerten. Für manche Unternehmen ist eine Fremdfinanzierung durchaus sinnvoll und bringt mehrere Vorteile mit sich. Es hängt dabei jedoch immer von der individuellen Situation der Firma und dem Zeitpunkt ab.

Im Interesse der Unternehmung sollte die Fremdfinanzierung zudem lediglich helfen, Finanzierungslücken zu schließen und sollte nicht als Allzweckwaffe eingesetzt werden. Ein ausgewogenes Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital kommt jedem Unternehmen zugute und lockt auch zahlreiche Anleger und Investoren.

4. Juni 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.