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Konjunktur in Japan: Wirtschaftlich besonders lehrreich

Wer sich als Anleger oder anderweitiger Investor mit der Situation an den Finanzmärkten befasst, der kommt um den Begriff der Konjunktur nicht herum. Ein kleiner vergleichender Überblick über die jüngste Geschichte des Landes zeigt, wie die Konjunktur in Japan durch politische Maßnahmen beeinflusst werden konnte.

Der große Konjunktur-Zyklus bleibt bestehen

Grundsätzlich sind sich alle Ökonomen einig: Die Konjunktur folgt im großen Ganzen gesehen bestimmten, immer wiederkehrenden Mustern. Genauer gesagt: die wirtschaftliche Entwicklung verläuft zyklisch, das bedeutet also einem Kreislauf entsprechend, wobei es verschiedene Einzel-Phasen zu unterscheiden gilt.

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Diese Konjunkturphasen gehen dabei meist fließend ineinander über. Und so kann man tatsächlich schon seit Anbeginn der modernen Markwirtschaften erkennen, dass stets irgendwann auf eine Depression ein neuer Aufschwung erfolgt. Dieser führt in eine Wachstumsphase, die ihren Höhepunkt in der so genannten Hochkonjunktur erreicht.

Doch letztlich ist auch diese glanzvolle Zeit wieder vorbei und es folgt eine Abschwungphase, die in einer erneuten Tiefphase beziehungsweise Depression endet. Dann beginnt der Zyklus von vorne.

Konjunktur: Japan eignet sich als Anschauungsmodell

Soweit die Theorie. Die Konjunktur in Japan zeigt sehr eindrücklich, welchen Einfluss die Politik jedoch auf den Erhalt der positiven Konjunkturphasen entfalten kann. Oder wie sie helfen kann, eine schwache Konjunktur möglichst schnell zu überwinden. Zum Beispiel sah es für das Land der aufgehenden Sonne im Jahre 2009 konjunkturell nicht besonders rosig aus.

Gründe dafür lagen vor allem im fast 50%igen Rückgang der Exporte sowie der stark gesunkenen Nachfrage nach Konsumgütern auf dem Weltmarkt.Die japanische Regierung verabschiedete daraufhin ein enormes Konjunkturpaket mit einem Gesamtumfang von 116 Milliarden Euro.

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Ganz oben auf der Liste der geplanten Maßnahmen stand die Förderung von Solaranlagen und Elektroautos. Außerdem waren Garantien für staatliche Aktienaufkäufe vorgesehen, um den Börsenhandel anzukurbeln.

Konjunktur in Japan nach Finanzpaket wieder im Aufschwung

Und siehe da: Knapp 4 Jahre später hat sich das Bild gewandelt. Die japanische Wirtschaft steht besser da denn je, die Auslastung der Produktivität hat ein nie gekanntes Höchstmaß erreicht. Das Volumen der Kreditvergabe durch Banken stieg um 1,8 Prozent an, das des Bruttoinlandsprodukts um 4,1 Prozent.

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Insgesamt betrug das Wirtschaftswachstum im 1. Quartal 2013 rund 1,0 Prozent und überholte damit sowohl Deutschland als auch die USA. Alles in allem kann die Konjunktur in Japan damit als Musterstück für eine wirkungsvolle Konjunkturpolitik gelten. Die Maßnahmen konnten erreichen, dass die schwache Wirtschaftsphase schnell überwunden und in eine eindeutige Wachstumsphase umgewandelt wurde.

13. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.