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Leerverkäufe Deutschland: verboten oder nicht?

Beim Thema Leerverkäufe gibt es gelegentlich den Punkt, an dem so mancher Anleger ins Grübeln kommt.

Viele erinnern sich nämlich an Schlagzeilen der Presse, nach denen diese Geschäftsform gesetzlich untersagt sei.

Mehr dazu: Leerverkäufe: Definition eines Börsenmonsters

Die vergangene Situation

Was also stimmt? Sind Leerverkäufe in Deutschland denn nun verboten oder nicht? Der Grund für die Verwirrung ist nachvollziehbar, denn tatsächlich stimmt beides.

Im Verlauf der Finanzkrise, als diese gerade einen ihrer Höhepunkte im Jahre 2007 erreicht hatte, wurde der Handel von Leerverkäufen verboten.

Das Verbot war eine eilige Abwehrmaßnahme und sollte den angeschlagenen Finanzmarkt beruhigen.

Zeitgleich beugten sich die EU-Staaten, die dem Gesetzentwurf zustimmten, damit auch dem Druck der Öffentlichkeit.

Diese war natürlich ebenfalls nervös ob der schlechten marktwirtschaftlichen Lage und besonders in den Medien schlug der Begriff der Leerverkäufe als Hauptursache der Krise hohe Wellen.

Das Verbot von Leerverkäufen

Also forderte man ein Verbot der als viel zu riskant angesehenen Handelsstrategie – und dieses Verbot wurde auch wirklich in einigen Ländern durchgesetzt.

Nicht nur Deutschland beteiligte sich daran, sondern ebenfalls Großbritannien, Frankreich, Österreich, Australien, Kanada, Taiwan, Portugal, Irland und die Vereinigten Staaten.

In den meisten Ländern wurden die Leerverkäufe von Finanzwerten allerdings nicht vollständig verboten, sondern lediglich die Geschäftspraxis auf bestimmte Weise eingeschränkt.


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Das Verbot wird aufgehoben

Doch es blieb nicht lange auf diese Weise. Schon Anfang 2010 wurde das Verbot ungedeckter Leerverkäufe in Deutschland wieder aufgehoben.

Grund dafür war wohl die Entspannung der Krisensituation sowie das Ausbleiben einer allzu großen Wirkung des Verbots.

Dafür trat im März 2012 das so genannte „Transparenzsystem“ für Leerverkäufe in Kraft, entwickelt und auf den Weg gebracht von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

Dieses soll den Handel mit Leerverkäufen nicht grundsätzlich verbieten, aber doch zumindest ab bestimmten Schwellenwerten leichter überprüfbar und damit sicherer machen.

Der Allgemeinverfügung nach müssen Händler ihre Netto-Leerverkaufspositionen in ausgewählten Finanztiteln ab einer Schwelle von 0,2 Prozent an die Bundesanstalt melden.

Zusätzliche Mitteilungen sind bei weiteren 0,1 Prozent fällig.

Das Transparenzsystem für Leerverkäufe

Ab Leerverkaufspositionen von insgesamt 0,5 Prozent müssen die Titel zusätzlich auf der Webseite der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht veröffentlicht werden, dies allerdings in anonymisierter Form.

Diese Regelungen gelten aber nicht für sämtliche Finanzwerte, sondern lediglich für Aktien bestimmter Unternehmen.

Gemäß der Veröffentlichung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht handelt es sich dabei um die Folgenden:

  • Aareal Bank AG
  • Allianz SE
  • Generali Deutschland Holding AG
  • Commerzbank AG
  • Deutsche Bank AG
  • Deutsche Börse AG
  • Deutsche Postbank AG
  • Hannover Rückversicherung AG
  • MLP AG
  • Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG

Mehr dazu: Leerverkäufe: Investmentgesetz

11. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.