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Preisdifferenzierung: Beispiele unterschiedlicher Strategien und Ziele

Verbraucher kennen dieses Phänomen: Ein Produkt vom gleichen Hersteller kostet in einen Geschäft mehr als in einem anderen. Sobald ein Produkt vom gleichen Anbieter zu unterschiedlichen Preisen angeboten wird, spricht man von Preisdifferenzierung. Hierzu existiert eine Vielzahl unterschiedlicher Strategien.

Auch für Anleger kann eine eindeutige Identifizierung einer solchen Strategie spannend sein. Denn Inhaber einer Aktie haben ein beträchtliches Interesse an den Vorgängen und den Preisstrategien des entsprechenden Unternehmens. Nur wenn die Preisstrategie einen erhöhten Umsatz verspricht, besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit auf eine positive Unternehmensentwicklung – und damit auch an den Aktienmärken.

Unterschiedliche Arten der Preisdifferenzierung: Beispiel anhand der Spielkonsole Playstation 3

Am Markt lässt sich bei denselben Produkten eine unterschiedliche Preisstrategie ablesen. Ein Beispiel für eine zeitliche und räumliche Preisdifferenzierung ist die Spielkonsole Playstation 3 von Sony, welche im November 2006 in Japan und im März 2007 in Europa in den Markt eingeführt wurde. Diese wurde zu Beginn in Japan für umgerechnet ca. 310 € und in Europa für 599 € verkauft.

Eine solche Differenzierung ist aufgrund der Kaufkraft des jeweiligen Landes sowie der unterschiedlichen Anforderungen an ein Produkt oft ein geeigneter Weg der Produktplatzierung. Um diese räumliche Trennung nicht zum Problem werden zu lassen, erhebt die Europäische Union Import-Zölle auf die aus dem Ausland eingeführten Waren.

Nachdem der Abverkauf der Playstation 3 erfolgreich und die Kosten für Marketing, Entwicklung und Produktion eingefahren waren, entschied sich Sony dazu, den Preis nach und nach abzusenken sowie unterschiedliche Modelle mit mehr Zubehör oder Spielen auszustatten. Diese zeitliche Preisdifferenzierung führte im Nachgang zu einer bestmöglichen Potentialabschöpfung der Märkte.

Preisdifferenzierung im Hotelgewerbe

Eine Preisdifferenzierung hat stets den Hintergrund, dass ein Unternehmen versucht, einen größtmöglichen Umsatz zu erzielen. So hat zum Beispiel ein Hotel immer eine Vollbelegung (90% oder mehr) zum Ziel. Dadurch werden auch mal Zimmer zu sehr günstigen Preisen angeboten. Die Kosten, die ein Hotel hat, werden durch eine weitere Belegung nicht stark vergrößert. Das Frühstückbuffet wird so oder so aufgebaut, die Rezeption ist besetzt und die Reinigungskräfte werden bezahlt.

Preisdifferenzierung in der Unterhaltungsbranche

Ähnlich verhält es sich mit einem Kinobetreiber. Die Lizenz zur Ausspielung des Films ist gekauft worden und somit ist es ökonomischer, Schüler- oder Studententickets vergünstigt anzubieten, damit der Saal möglichst voll ausgelastet ist. Zusatzgewinne können etwa durch den Abverkauf von Getränken oder Popcorn erzielt werden. Hierbei handelt es sich dann um eine personelle Preisdifferenzierung.

Preisdifferenzierung der Stromanbieter für Privat- und Industriekunden

Stromanbieter gewähren Industriekunden einen anderen Preis je Kilowattstunde als Privatkunden. Industrieunternehmen erhalten durch eine mengenmäßige Preisdifferenzierung eine vergünstigte Kondition aufgrund höherer Abnahmen. Alternativ kann auch ein Bonus angeboten werden, der für das Erreichen eines bestimmten Jahresverbrauchs rückwirkend vergütet wird. Für Privatkunden gelten solche Regelungen nicht.

Fazit

Es lässt sich also erkennen, dass die Palette der Preisdifferenzierungen eine Vielzahl unterschiedlicher Strategien aufweist. Die Überschneidung der Strategien spiegelt sich in den Maßnahmen (unterschiedliche Preise aufgrund verschiedenster Faktoren) sowie in dem Ziel (Gewinnsteigerung gegenüber Einheitspreissetzung) wider. Allerdings reicht diese Strategie natürlich nicht alleine aus um eine Gewinnmaximierung zu erreichen. Service- und Produktqualität, Werthaltigkeit und Individualität spielen ebenfalls eine große Rolle.

19. März 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.