MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

So kann man bei Fahrgemeinschaften den Fiskus beteiligen

Gleich ob Kollegen die Fahrt zur Arbeit zusammenlegen oder ob man selbst günstige Fahrgemeinschaften anbietet, jede Mitfahrgelegenheit ist ein Steuer-Thema. Einerseits lassen sich Aufwendungen absetzen. Andererseits ist das kassierte Geld von den Mitfahrern als Einkünfte zu versteuern.

Mitfahrgelegenheit: Bei der Steuer die Entfernungspauschale abziehen

Bei Mitfahrgelegenheiten denken viele zunächst weniger an den Fiskus als an den Einsparseffekt. Dabei kann nicht nur der Fahrer, sondern auch der Mitfahrer, der Geld zahlt, das Finanzamt an den Ausgaben beteiligen. Für Berufspendler kommt hier die Entfernungspauschale in Betracht. Ob es sich um Ehepaare oder Berufskollegen handelt, ist völlig gleich. Ebenso ist egal, wie viele Personen im Wagen mitgenommen werden.

Wie das Wort Entfernungspauschale vermuten lässt, kommt es auf die Entfernung, sprich die Strecke an. Grundsätzlich gilt für jeden nur der kürzeste Weg zwischen Wohnung und Arbeit, es sei denn ein längerer Weg wäre weniger umständlich und schneller. Angerechnet werden aber immer nur volle Kilometer.

Wichtig ist zudem, wer den Wagen zur Verfügung stellt. Wenn bei einseitigen Fahrgemeinschaften immer dieselbe Person fährt, ist die Pauschale für die Mitfahrer auf 4.500 € begrenzt. Für den Wagenbesitzer selbst indes gilt die Grenze nicht. Dazu ein Beispiel:

Beispiel einer Fahrgemeinschaft

Angenommen Herr Müller nimmt an 220 Tagen im Jahr die Kollegen Meier und Körner mit und die einfache Strecke beträgt für alle 80 km. Da für jeden Kilometer 0,30 € angesetzt werden können, ergeben sich insgesamt 5.280 € Fahrtausgaben. Meier und Körner können allerdings nur 4.500 € aus dieser Mitfahrgelegenheit von der Steuer absetzen. Herr Müller aber den vollen Betrag.

Kassiert nun Herr Müller von den anderen Geld fürs Fahren, so muss er das in seiner Steuererklärung als „sonstige Einnahmen“ angeben. Ob dies eine mehr oder weniger hohe Entschädigung oder Spritkostenbeteiligung ist, macht keinen Unterschied. Steuerfrei sind nur bis zu 256 € im Jahr. Von den Einnahmen aber kann er für jeden gefahrenen Kilometer Umweg, den er zum Abholen der beiden anderen zurücklegt, 0,30 € plus 0,02 € pro Mitfahrer als Werbungskosten abziehen.

Meist jedoch laufen Mitfahrgelegenheiten so ab, dass sich die Fahrer abwechseln. Mal stellt der eine seinen Wagen zur Verfügung, mal der andere. In dem Fall handelt es sich um wechselseitige Fahrgemeinschaften.

Damit das Finanzamt nachvollziehen kann, wer wann der Fahrer war, sollte das Ganze mit Zeitangaben dokumentiert werden. Für den Zeitraum, in dem einer sein eigenes Fahrzeug einsetzt, steht im die unbegrenzte Entfernungspauschale zu. In der Zeit als Mitfahrer die begrenzte. In der Steuererklärung werden dann beide Posten zusammengezählt.

Einnahmen sind immer zu versteuern

Aufpassen sollte übrigens jeder, der im Internet oder über Mitfahrzentralen regelmäßig Fahrten anbietet. Wer etwa als Pendler jedes Wochenende auf der Hin- und Rückfahrt zwei Personen zu je 15 € mitnimmt, kommt im Jahr auf Einnahmen in Höhe von 6.200 €. Da die meisten Mitfahrzentralen die Daten ihrer Nutzer registrieren und das Finanzamt mitunter auch auf Plattformen wie Ebay schaut, kann es durchaus passieren, dass nachgefragt wird. Einkommen sind eben zu versteuern.

Ärgerlich ist, wenn der Fiskus bei höheren Beträgen eine gewerbliche Tätigkeit unterstellt und zusätzlich Mehrwertsteuer verlangt – das betrifft gerade Freiberufler. Um dem zu begegnen sollte man von Anfang an die Karten auf den Tisch legen. Immerhin lassen sich auch von diesen Einnahmen die anteiligen Ausgaben abziehen.

20. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.