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Stille Reserven: Eine Definition

Oftmals werden Vermögensgegenstände innerhalb eines Unternehmens unterbewertet. In diesem Fall spricht man von den sogenannten stillen Reserven.

Die Definition stiller Reserven

Laut Definition haben stille Reserven verschiedene Ursprünge. Innerhalb des Jahresabschlusses eines Unternehmens müssen alle Vermögensgegenstände und Schulden des Unternehmens angegeben werden.

In diesem Zusammenhang kann es vorkommen, dass der Wert der Gegenstände von deren tatsächlichem Wert abweicht. Insofern spricht man von einer Unterbewertung der Aktiva.

Ebenso kann es vorkommen, dass Aktiva nicht in der Bilanz eingesetzt werden. So dürfen geringwertige Wirtschaftsgüter lediglich mit einem Erinnerungswert im Jahresabschluss ausgewiesen werden.

Ein Erinnerungswert ist in diesem Zusammenhang der Wert eines Gegenstandes, der noch im Unternehmen genutzt wird, nachdem er vollständig abgeschrieben worden ist. Er beträgt 1 €. Insofern ergeben sich dadurch stille Reserven, dass der Wert des Vermögensgegenstandes noch nicht so niedrig wie angegeben anzusetzen ist.


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Andererseits können laut Definition stille Reserven auch entstehen, indem Schuldposten höher bewertet werden und somit eine Überbewertung der Passiva stattfindet. Die Angabe fiktiver Schulden ist im Gegensatz zu den bereits genannten Varianten nicht erlaubt.

Die verschiedenen Arten der stillen Reserven

Stille Reserven innerhalb eines Unternehmens können laut Definition sowohl zwangsläufig als auch gewollt, willkürlich oder durch Schätzungsfehler entstehen. Zunächst verursachen häufig Inflation und Deflation im Zusammenhang mit dem steuerlichen Nominalwertprinzip stille Reserven.

So schwanken zwar die Preise und der Geldwert verändert sich kontinuierlich, doch diese Veränderungen finden keine Berücksichtigung. Gemäß dem Nominalwertprinzip gilt nämlich, dass lediglich der zahlenmäßige Wert in Euro, nicht jedoch der tatsächliche Wert des Geldes für Geldbeträge entscheidend ist.

Durch diese Diskrepanz entstehen also zwangsläufig stille Reserven, auch stille Zwangsrücklagen genannt.

Des Weiteren lassen die Bewertungsvorschriften im Handelsgesetzbuch bewusst Ermessensspielräume. Indem diese Spielräume ausgenutzt werden, ergeben sich stille Ermessensrücklagen.

Grundlage können zum Beispiel die Wahl der Abschreibungsmethoden  oder die Berechnung der Herstellungskosten sein. Dabei ist laut Handelsgesetzbuch allerdings eine „vernünftige kaufmännische Beurteilung“ nötig. Wird nicht so beurteilt, handelt es sich um stille Willkürrücklagen.

Schließlich können auch Schätzungsfehler, vor allem in Bezug auf die Schätzung der Nutzungsdauer, vorliegen und so stille Schätzungsrücklagen entstehen.

Stille Reserven: Die Folgen

Stille Reserven wirken sich auf den Jahresüberschuss aus. Dadurch können Aktionäre schwerer einschätzen, inwieweit sich dieser als richtig erweist und welche Bilanzen das Unternehmen wirklich verbucht hat.

Allerdings ist die Bildung stiller Reserven bis zu einem bestimmten Grad, also sogenannte zuverlässige stille Reserven, sogar ausdrücklich gewollt. Dabei orientiert man sich am kaufmännischen Vorsichtsprinzip sowie dem Gläubigerschutz.

Indem im deutschen Rechnungswesen präventiv Risiken und Verluste angemessen bei der Bewertung von Beurteilungsspielräumen berücksichtigt werden, sollen das Kapital erhalten und schließlich auch die Gläubiger geschützt werden.

31. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.