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Unterscheidungskriterien Branchenzertifikate – Vorsicht Klumpenrisiko

Branchenzertifikate können sich als Renditebringer erweisen. Wer auf Sicherheit achtet, kann sie ins gemischte Depot aufnehmen und das Risiko streuen. Doch Branche ist nicht gleich Branche und Zertifikat ist nicht gleich Zertifikat. Was zählt, sind nicht nur verlockende Renditen, sondern auch die Art und Qualität.

Unterscheidungskriterien Branchenzertifikate

Zur Auswahl gibt es einige zentrale Unterscheidungskriterien. Die Vielzahl an Branchenzertifikaten macht es ohnehin schwer, den Überblick zu behalten. Die Zertifikateanbieter entdecken stets neue Bereiche, die sie bewerben, seien es Luxusgüterhersteller oder die Umweltindustrie in Fernost.

Oft wird dann gleich ein eigener Index konstruiert. Doch erstens sollte man nicht jeden Trend hinterherlaufen und zweitens: Auch wenn ein Anleger sich angesprochen fühlt, weil ihm die Branche etwas sagt, so lohnt ein Blick auf die Konstruktion.

Index- oder Basket-Zertifikat

Ist etwa von Basket die Rede, dann ist das nicht irgendein Synonym, es geht um ein Basket-Zertifikat. Während beim Index-Zertifikat der jeweilige Index mit allen vertretenen Titeln der Basiswert ist, ist es beim Basket-Zertifikat ein Korb mit einigen ausgewählten Aktien.

Gerade bei größeren Indizes ist die Risikostreuung breiter. Basket-Zertifikate wiederum konzentrieren sich auf mutmaßliche Top-Kandidaten und erhöhen meist die Gewinnchancen. Sie wollen einen Vergleichsindex schlagen.

Titelauswahl und Gewichtung

Dabei ist die Aussicht auf Rendite bei den aktiven Baskets in der Regel höher. Bei ihnen werden die Titel regelmäßig ausgetauscht und neu gewichtet. Deshalb kosten sie etwas mehr als passive Baskets, bei denen es beim Anfangszustand bleibt. Deren Problem: Einige wenige Titel, die gut laufen, dominieren mit der Zeit und verdrängen die anderen.

Auswahlverfahren, Berechnung und Gewichtung sind aber auch bei den Indizes verschieden. Da Branchenindizes meist nicht sehr breit aufgestellt sind, dominieren auch hier einige wenige Papiere. Ein weiteres klassisches Unterscheidungskriterium ist etwa: Kurs- oder Performanceindex? Auch bei Branchenzertifikaten spielt es eine Rolle, ob Dividenden angerechnet werden – bei Basket-Zertifikaten meist nicht.

Empfehlenswert ist natürlich der Blick in die vergangene Entwicklung, was aber bei neu aufgelegten Produkten kaum möglich ist. Selbst wenn Rückrechnungen angeboten werden, ein Branchenzertifikat etwa auf Luxusgüterhersteller von Vontobel mit eigenem Index muss sich erst noch beweisen.

Klumpenrisiko und Emittentenbonität

Genau hinschauen heißt es beispielsweise auch bei Branchenzertifikaten auf die aufstrebende Umweltindustrie in Fernost. Ressourcenschonende Techniken können sich auf alles Mögliche erstrecken. Nicht selten aber reduziert sich die Auswahl auf einige chinesische Solartitel.

Wer sich mit den Basiswerten beschäftigt, tut sich auf jeden Fall leichter. Gerade bei Spezialbranchen wie z.B. Zulieferer für Smartphones reicht der allgemeine Hype nicht als Kaufargument.

Eher schon die Tastsache, dass die Wasserindustrie über die vergangenen Jahre hinweg hohe zweistellige Renditen vorweisen kann. Doch Performance ist nicht alles. Der Wassersektor ist einer der Bereiche mit Klumpenrisiko: Hat ein Unternehmen ein branchenspezifisches Problem, werden auch die anderen angesteckt.

Wie allgemein, so spielt auch bei Branchenzertifikaten die Liquidität eine Rolle. Je höher, desto leichter lässt sich ein Zertifikat zeitnah verkaufen. Ein Nischenprodukt nutzt wenig, wenn es vom Markt kaum beachtet wird.

Besonders wichtige Unterscheidungskriterien sind die Qualität und vor allem Bonität der Emittenten. Als Richtlinie eignen sich die Bewertungen anerkannter Ratingagenturen wie Scope. Als Bestnote gilt „AAA“, genauso wie die Bewertung von Banken.

6. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.