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Was die Krim-Krise für Anleger und deutsche Aktien-Werte bedeutet

Die Krise auf der ukrainischen Halbinsel Krim beschäftigt derzeit die Nation. Die Berichterstattungen wachsen auf unüberschaubare Mengen. Aus diesem Anlass hat Deutsche-Wirtschaftsbrief Chefredakteur Dr. Erhard Liemen die Auswirkungen der Krim-Krise für Anleger, ihr Vermögen und ihre Unternehmen kurz, knapp und präzise zusammengefasst:

Die Besetzung der Krim durch Russland verstößt gegen das Völkerrecht

Vor fast genau 60 Jahren hat Chruschtschow die Krim der Ukraine geschenkt. Für Russland ist die Halbinsel von einer großen geschichtlicher Bedeutung. Der Westen sieht sich in der Pflicht, auf den Völkerrechtsverstoß zu reagieren. Wirtschaftliche Sanktionen sollen Putin in die Knie zwingen.

Das Problem: Dieser Mann kann sich eine Schwäche im eigenen Land nicht leisten. Denn: In Kiew haben es die Menschen geschafft, ein autoritäres Regime zu verjagen. Um die eigene Position nicht zu gefährden, muss Putin wild um sich schlagen.

Die Auswirkungen auf die Nation

Putin dürfte es eher auf einen Wirtschaftskrieg ankommen lassen, als westlichen Forderungen nachzugeben. Für den Fall wirtschaftlicher Sanktionen hat Russland Repressalien für Länder und deren Firmen angedroht.


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Die USA können darüber nur lachen. Bei der Energieversorgung sind sie nicht auf Russland angewiesen. Sie könnten sogar Flüssiggas nach Europa exportieren. Die US-Handelsvolumina mit Russland sind gering. Es sind gerade mal 40 Mrd. €. Lediglich 15 % der US-Außenhandelsinvestitionen entfallen auf Russland.

Die Auswirkungen auf Europa

Auf ganz andere Dimensionen muss sich Europa einrichten, wenn es zu gegenseitigen Repressalien kommt. Der russisch-europäische Handel hat inzwischen ein Volumen von nahezu 340 Mrd. € erreicht, also eine Menge. 75 % aller Auslandsinvestitionen in Russland stammen von Unternehmen, die in Europa beheimatet sind. Nicht zu vergessen: Deutschlands Wirtschaft würde es mit Abstand am schwersten treffen.

Die Auswirkungen auf deutsche Unternehmen

Bis zum Ausbruch der Krise galt Russland als wichtiger Wachstumsmarkt mit hohen Gewinnmargen. Auch wenn Putin deutsche Firmen kaum enteigen dürfte, könnte die Situation demnächst heikel werden. Schon Probleme im Tagesgeschäft könnten viele deutsche Unternehmen empfindlich treffen.

Der Versorger E.on mit mehr als 4 Mrd. € der größte ausländische Investor im russischen Energiemarkt. BASF hat den bisher gemeinsamen Gashandel komplett auf Gazprom übertragen. Damit aber nicht genug: Die Tochter Wintershall hält Beteiligungen an sibirischen Gasfeldern und russischen Energieunternehmen.

Im Jahr 2013 hat BASF 5,7 % seiner Einkünfte in Russland erzielt. Bei Siemens sind es lediglich 2 %. Indes: Der Konzern hat Aufträge in Milliardenhöhe abzuarbeiten. Störungen kann sich Siemens nicht leisten.

Andererseits ist Russland sehr stark auf die Deviseneinnahmen aus den Rohstoffexporten angewiesen. Insgesamt waren es letztes Jahr über 85 % der russischen Ausfuhren. Das ist Putin nur zu gut bewusst. Die Einsätze für alle Seiten sind deshalb hoch, die Folgen einer Eskalation unkalkulierbar.

Unkalkulierbar bleibt damit auch, wie sich die Börsen in nächster Zeit entwickeln werden. Anleger sollten bedenken, das geopolitische  Risiken in Kombination mit neuen Wachstumssorgen für die Aktienmärkte Gift sind.

Bei Unternehmen, die stark in Russland engagiert sind, sollten Sie auf jeden Fall Stop-Marken setzen. Raufen sich Moskau und Kiew nicht doch irgendwie zusammen, dürfte es ungemütlich werden.

Damit Privatanleger in diesem unsicheren Fahrwasser durch solche Entwicklungen in Wirtschaft und Politik keinen Schaden nehmen, sollten sie sich ausreichend absichern. Dabei kann der „Deutsche Wirtschaftsbrief“ von Dr. Erhard Liemen helfen: Er informiert wöchentlich kurz und knapp über die wichtigsten Ereignisse und deren Auswirkung auf Privatanleger.

14. März 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".